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Ratgeber für Katzenbesitzer

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Auge und Ohr

„Linsenprobleme“ im Alter

Die Linse ist ein durchsichtiges Organ und sitzt hinter der Pupille im Auge. Sie bündelt das einfallende Licht und leitet es weiter zur Netzhaut, wo Sinneszellen die visuelle Information verschlüsseln und an das Gehirn übermitteln. Dort entsteht das Bild, dass wir und auch die Tiere sehen. Die Linse ermöglicht ein „Scharfsehen“ der Welt, indem sie sich verschiedenen Entfernungen anpassen kann. Man nennt diesen Vorgang akkomodieren. Ohne Linse ist Sehen möglich, doch die Bilder bleiben unscharf. Im Alter verliert die Linse ihre Elastizität und damit ihr Anpassungsfähigkeit, die berühmte Altersweitsichtigkeit ist die Folge.

Eine andere weitaus problematischere, aber auch seltenere Alterserscheinung am Auge ist eine Form des grauen Star: der senile Katarakt oder Alterstar. Der graue Star ist eine Eintrübung der Linse Die Linse verliert ihre Durchsichtigkeit und kann sich schließlich auflösen. Eine Eintrübung der Linse kann nicht rückgängig gemacht werden und führt zur Erblindung des Tieres. Risikofaktoren für die Entstehung einer senilen Katarakt sind Strahlung (UV-, Infrarot und Röntgenstrahlen), Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Nährstoffmangelsituationen oder Verletzungen und Entzündungen des Auges.

Hundertprozentig kann man einer Katarakt nicht vorbeugen. Doch durch die Ausschaltung der obengenannten Risikofaktoren kann man die Gefahr verringern. So gibt es für Hunde mittlerweile spezielle Sonnenbrillen, die der Vierbeiner an Orten mit hoher UV-Strahlung, wie z. B. im Gebirge oder beim Urlaub am Meer in südlichen Ländern, tragen sollte. Hunde und Katze, die zu den Senioren zählen, sollten regelmäßig (ein- bis zweimal jährlich) auf Diabetes mellitus untersucht werden. Trinkt das Tier sehr viel, sollten Sie außerdem den Tierarzt umgehend aufsuchen – der große Durst könnte ein erstes Symptom für die Zuckerkrankheit sein. Spezielle Futtermittel für Senioren beugen Mangelsituationen vor, die durch die schlechtere Verdauung älterer Tiere entstehen können.

Die einzige Behandlungsmöglichkeit beim grauen Star ist die chirurgische Entfernung der Linse. Danach sehen die Tiere wieder, wenn auch nicht mehr scharf. Gerade bei einem älteren Tier, sollte man sich gut überlegen, ob man die Operation durchführen lässt. Zum einen ist das Narkoserisiko bei einem älteren Tier meist höher und zu anderen kann es nach der Operation zu Komplikationen kommen. Bei bestimmten Augenerkrankungen, die gleichzeitig bestehen darf der Tierarzt diese Operation nicht durchführen. Blindheit bedeutet zwar auch für Hund und Katze eine Einschränkung, aber blinde Tiere kommen mit der Unterstützung des Menschen in der Regel sehr gut zurecht. Wir beraten Sie gerne, ob eine Operation für Ihr Tier sinnvoll ist und was Sie im Umgang mit blinden Tieren beachten sollten.

Das Glaukom oder der grüne Star

Der grüne Star oder das Glaukom ist eine Bezeichnung für verschiedene Augenkrankheiten, die alle mit einem erhöhten Augeninnendruck einhergehen. Zu einem erhöhten Augeninnendruck kommt es, wenn der Abfluss der Augenflüssigkeit (Kammerwasser) gestört ist oder das Auge zuviel von dieser Flüssigkeit produziert. Es gibt Tiere, die eine erbliche Veranlagung zu dieser Krankheit haben. Sie kann aber auch durch andere Augenkrankheiten, wie z. B. Verletzungen, Entzündungen oder das „Verrutschen“ der Linse (Luxation) ausgelöst werden. In der Regel ist nur ein Auge betroffen, bei einer erblichen Veranlagung aber wird das andere Auge früher oder später meist auch am Glaukom erkranken.

Der erhöhte Augeninnendruck kann schwerwiegende Folgen haben. In leichten Fällen und im Anfangsstadium sind betroffene Tiere häufig einseitig lichtscheu, haben eine weite Pupille und ein tränendes und gerötetes Auge. Später schmerzt das Auge, die Hornhaut kann sich trüben und feine, kaum sichtbare Risse bekommen. Schließlich kann ein Glaukom zur Erblindung und zur völligen Zerstörung des Augapfels führen. Da dies ein äußerst schmerzhafter Prozess ist, werden die Tiere apathisch und verlieren den Appetit.

Ein Glaukom kann ganz plötzlich entstehen oder sich langsam entwickeln. Wenn aber der Augeninnendruck länger als 48 Stunden höher als 40 mmHG ist (normal: 15 – 25 mmHG), wird das Auge bereits irreparabel geschädigt. Daher ist es so wichtig, dass Sie sich sofort an uns wenden, wenn Ihnen Veränderungen an den Augen Ihres Tieres auffallen.

Augentropfen, die die Pupille verengen, können den Abfluss des Kammerwassers erleichtern und so den Augeninnendruck senken. Zusätzlich kann eine Therapie mit Tabletten die überschüssige Produktion von Kammerwasser bremsen. Diese Medikamente helfen aber nur in einem frühen Stadium des Glaukoms und müssen dann ein Leben lang gegeben werden. Zudem werden sie nicht von allen Tieren gleich gut vertragen. Häufig werden sie dem Tier daher nur gegeben um die Schmerzen des Tieres zu lindern und das Auge auf eine Operation vorzubereiten. Je nach Ursache und Schwere der Erkrankung kommen verschiedene Methoden in Betracht. Ist das Tier allerdings bereits erblindet, gibt ihm keine Operation seine Sehkraft zurück. In schweren Fällen muss sogar der Augapfel entfernt und die Augenhöhle zugenäht werden. Das hört sich grausam an, für das Tier ist dies aber die beste Methode um es dauerhaft vor Schmerzen zu schützen. An seinem Aussehen wird sich das Tier auch nicht stören – Tiere sind nicht eitel. Als Besitzer muss man sich natürlich daran gewöhnen. Doch in dem Wissen, dass man sein Tier vor unnötigen Schmerzen bewahrt, dürfte das leicht fallen. Wir erklären Ihnen gerne worauf Sie achten sollten, wenn Ihr Tier zu Augenkrankheiten neigt.

Ein Hornhautgeschwür kann das Auge kosten

Die Hornhaut ist ein durchsichtiges Organ, das aus mehreren Schichten besteht. Man nennt die Hornhaut auch das Fenster des Auges. Wie ein Glasscheibe lässt sie einerseits das Licht ins Auge passieren, zum anderen stellt sie eine Barriere dar, die verhindert das Staub oder andere Fremdstoffe ins Auge eindringen und die Augenflüssigkeit nicht ausläuft.

Geschwüre auf der Hornhaut entstehen leicht durch infizierte Verletzungen, die nicht rechtzeitig behandelt wurden. Infektionen wie der Katzenschnupfenkomplex stellen eine weitere Ursache dar. Ständige Reizungen, z. B. durch Haare, die durch eine Fehlstellung der Lider auf der Hornhaut reiben, können ebenso zu einem Hornhautgeschwür führen. Besonders gefährdet sind großäugige und kurznasige Tiere wie Perserkatzen und Pekingesen. Auch bei Hunden, die unter einer Keratitiskonjunktivitis sicca (einer Störung des Tränenflusses) leiden, entwickelt sich ein Geschwür der Hornhaut rasch. Einen Sonderfall stellen Hornhautgeschwüre dar, die durch eine vererbte mangelhafte Verbindung zwischen den Schichten der Hornhaut verursacht werden. Sie treten gehäuft bei Boxern auf.

Man unterscheidet oberflächliche von tiefen Hornhautgeschwüren. Beides sind Notfälle – doch bei dem tiefen Hornhautgeschwür besteht akut die Gefahr, dass das Tier sein Auge verliert.

Am besten ist es, es kommt gar nicht erst zu einem Geschwür. Warnzeichen für eine Verletzung oder Reizung der Hornhaut sind: ständiges Zusammenkneifen der Lider, Tränenfluss, schleimiges oder angetrocknetes Sekret um die Augen, gerötete Bindehäute und jede Trübung oder Flecken auf der Hornhaut.

Oberflächliche Geschwüre können, wenn es nicht zu Komplikationen kommt, mit Augensalben und Tropfen behandelt werden. Meist werden antibiotische, vitaminhaltige und atropinhaltige Augenmedikamente kombiniert. Weist das Geschwür eine schlechte Heilungstendenz auf, muss das kranke Gewebe auf der Hornhaut entfernt werden. Danach wird das Tier über mindestens drei Wochen mit den Augenmedikamenten behandelt.

In schweren Fällen, bei schlechter Heilung oder einem tiefen Geschwür, versucht der Tierarzt die Hornhaut durch eine sogenannte Nick- oder Bindehautschürze zu schützen. Dabei zieht der Tierarzt die Nickhaut (das dritte Augenlid) oder die Bindehäute über das Auge, so dass der Hornhautdefekt völlig bedeckt ist. Er befestigt diese „Schürze“ dann mit Einzelheften. Während die Nickhautschürze den Defekt vor allem vor äußeren Einflüssen schützt, sorgt die Bindehautschürze zusätzlich für eine bessere Durchblutung bei schweren Fällen mit schlechter Heilungstendenz.

Eine vitaminreiche Ernährung unterstützt übrigens die Heilung. Außerdem sollten Sie verhindern, dass Ihr Tier sein krankes Auge durch Reiben oder Kratzen strapaziert. Wir beraten Sie gerne zu allen Fragen der Pflege und Vorbeugung von Hornhautgeschwüren.

Für Ohrentzündungen gibt es viele Ursachen

Viele unterschiedliche Faktoren können eine Ohrentzündung verursachen. Neben dem Befall des Ohres mit Milben, Bakterien oder Pilzen können auch Fremdkörper, wie z. B. Grasgrannen, oder die falsche Ohrpflege eine Entzündung auslösen. Manchmal findet sich die Ursache gar nicht im Ohr selbst. Hautkrankheiten und allergische Reaktionen führen z. B. auch zu Entzündungssymptomen im und am Ohr. Häufig ist auch eine Kombination verschiedener Ursachen verantwortlich für die Ohrentzündung. So kommt es leichter und schneller zu bakteriellen Infektionen, wenn die Haut bereits durch eine Allergie gereizt ist. Außerdem können verschleppte Erreger eine Entzündung verursachen. Mittelohrentzündungen beispielsweise entstehen oft als Folge von Infektionen im Rachen- und Mundraum.

Tiere mit einer Ohrentzündung kratzen sich oft am Kopf, schütteln denselben häufig und halten ihn leicht schief. Außerdem kann das Ohr unangenehm riechen und seine Umgebung feucht und verklebt sein. Bei diesen Symptomen sollten Sie schnellstmöglich zum Tierarzt. Denn es besteht die Gefahr, dass das Trommelfell reißt, die Entzündung vom äußeren Gehörgang auf das Mittelohr übergreift und die Gehörknöchelchen zerstört mit der Folge, dass das Gehör des Tieres irreparabel geschädigt würde.

Bei einer chronischen Ohrentzündung wird zunächst eine Tupferprobe aus dem Gehörgang entnommen, anschließend wird das Ohr gereinigt und mit Tropfen oder Salben behandelt. Diese Behandlung müssen Sie zuhause konsequent nach den Anweisungen des Tierarztes fortführen. Reinigen Sie das Ohr aber niemals mit Wattestäbchen – Sie schieben den Schmutz nur tiefer in den Gehörgang und es besteht außerdem die Gefahr, dass Sie den Gehörgang oder das Trommelfell verletzen. Wir zeigen Ihnen gerne, wie Sie es richtig machen. Nach spätestens einer Woche sollten Sie Ihr Tier zur Nachuntersuchung bringen. Nur so kann festgestellt werden, ob die Entzündung tatsächlich abgeklungen ist. Wird die Behandlung abgebrochen bevor die Entzündung völlig abgeheilt ist, kann sie wieder aufflammen.

Besteht der Verdacht, dass die ursprüngliche Ursache für die Ohrentzündung außerhalb des Ohres liegt, werden weitere Untersuchungen durchgeführt, z. B. ein Allergietest. Je nach Ergebnis dieser Untersuchungen muss die Grunderkrankung behandelt werden, sonst kehrt die Ohrentzündung immer wieder zurück.

Wir beraten Sie gerne.

Bewegungsapparat

Der Fixateur externe - ein Rahmen für komplizierte Brüche

Ein Knochenbruch (Fraktur) kann nur dann heilen, wenn die Bruchenden richtig zusammengeführt, in dieser Lage fixiert und über Wochen stabil gehalten werden. Das ist besonders schwierig bei Frakturen mit mehreren Bruchstücken (Fragmenten). Folgende Komplikationen können den Heilungsprozess auch eines einfacheren Bruchs verzögern oder sogar unmöglich machen: eine schlechte Durchblutung des Knochengewebes, schwere Weichteilverletzungen, z.B. Quetschungen der Muskulatur, die zu Schwellungen führen und Infektionen.

Neben Schienenverbänden und der internen Fixation eines Knochenbruchs mit Platten, Schrauben oder Nägeln gibt es für diese schwierigen Fälle auch noch eine dritte Behandlungsmethode für Frakturen: den Fixateur externe.

Mit dem Fixateur externe wird der gebrochene Knochen mittels einer Konstruktion aus einem Stab und mehreren Nägeln von außen fixiert. Die Nägel werden in die Knochenbruchstücke eingesetzt und außerhalb des Körpers miteinander durch den Stab verbunden. Der Fixateur externe bildet eine Art Rahmen, der den Knochen zwingt richtig zusammenzuwachsen. Auf den ersten Blick mag die Metallkonstruktion, die aus dem Körper ragt, erschreckend wirken.

Doch der Fixateur externe ist bei vielen komplizierten Knochenbrüchen die beste Behandlungsmethode. Im Gegensatz zu intern fest verschraubten Platten, stellt er kein Hindernis für die Durchblutung dar, so dass er auch in schlecht durchbluteten Knochenbruchstücken (z. B. bei vielen kleinen Knochenfragmenten) eingesetzt werden kann.

Der chirurgische Eingriff bei der internen Fixation führt zwangsläufig zu Verletzungen des Weichgewebes, gerade bei massiven Vorschädigungen der Muskulatur ist der Fixateur externe die schonendere Methode.

Die Behandlung infizierten Gewebes (z. B. Spülung) ist sogar nur mit dem Fixateur externe möglich. Denn unter einem Gipsverband kann man nicht spülen und bei einer internen Fixation muss die Operationsnarbe mit einer Naht verschlossen werden.

Nach dem Einsetzen des Fixateur externe werden die Löcher, durch die die Nägel in die Haut eingeführt wurden noch ein paar Tage nässen - solange die Flüssigkeit nicht eitrig ist oder übel riecht, ist das kein Grund zur Beunruhigung. Beim Abtupfen dieser Flüssigkeit sollte man jedoch darauf achten, dass man die Kontaktfläche Nagel-Haut nicht berührt. Solange das Tier den Fixateur externe trägt, sollte es mindestens alle drei Wochen zur tierärztlichen Kontrolle. Hund und Katze kommen übrigens mit dem Fixateur externe, diesem Fremdkörper aus Metall, erstaunlich gut zurecht. Wir zeigen Ihnen gerne wie Sie Ihr Tier in dieser Zeit pflegen und fit halten können.

Gipsverband bei Knochenbrüchen

Damit ein Knochenbruch (Fraktur) heilen kann, müssen die Knochenenden dicht und in der richtigen Lage zusammengeführt werden, man nennt dies den Knochen richten. Außerdem müssen die gerichteten Knochenenden in dieser Lage über mehrere Wochen ruhiggestellt werden. Einfache Verbände sind nur eine vorläufige Lösung, denn sie sind zu instabil um den Bruch bis zur Heilung sicher zu fixieren. Sie kommen daher als nur als Erste-Hilfe-Maßnahme, in der Wartezeit bis zur Operation oder als unterstützende Maßnahme nach der Operation in Frage.

Heutzutage werden Knochenbrüche meist operiert. Der Tierarzt fixiert die Knochenenden je nach Fall mit Metallplatten, Schrauben, Nägeln oder Draht. Nur in wenigen Fällen kann der Tierarzt den Bruch von außen richten und ohne Operation ruhigstellen. Vorraussetzungen für eine solche konservative Behandlung sind: Die Fraktur ist unkompliziert und geschlossen (das bedeutet, dass das Tier keine offene Wunde hat.), die Bruchenden liegen nahe und stabil beieinander, das Tier ist jung (bei jungen Tieren heilt Knochen schneller und besser) und es handelt sich um einen Bruch unterhalb des Ellbogen oder des Kniegelenks (Ausnahme: Beckenbrüche bei Katzen).

Bei Katzen mit Beckenbrüchen kann eine vier- bis sechswöchige Käfigruhe bereits zur Heilung führen. Dies gilt allerdings nur, wenn die gebrochenen Beckenknochen keine tragende Funktion haben. Alle anderen Beckenbrüche müssen operiert werden.

Eine andere Methode der Frakturbehandlung ist die Ruhigstellung des Bruchs durch spezielle Schienenverbände: Gips-, Dyna- oder Deltacastverbände.

Zum Anlegen eines Gipsverbandes (bzw. eines anderen Schienenverbandes) muss der Tierarzt das Tier in Narkose legen. Denn bei jeder Abwehrbewegung des Tieres könnten die Knochenenden wieder verrutschen und falsch zusammenwachsen. Der Schienenverband wird dick mit Watte gepolstert, damit keine Druckstellen entstehen. Danach wird mit einem mit den Schienen oder Gips versteift und stabilisiert. Mindestens einmal wöchentlich sollte der Tierarzt den Verband kontrollieren.

Der Tierhalter muss den Schienenverband mindestens zweimal täglich anhand folgender Kriterien überprüfen. Der Verband darf nicht verrutschen. Er sollte sich warm anfühlen aber nicht heiß. Es dürfen keine Scheuerstellen zu sehen sein. Wichtig ist außerdem, dass der Verband nicht die Durchblutung abschnürt. Symptome für eine Entzündung unter dem Verband können ein schlechter Geruch, intensives Benagen des Verbandes, Appetitlosigkeit oder andere Verhaltensänderungen des Tieres sein. In diesen Fällen muss der Tierarzt sofort aufgesucht werden.

Je nach Alter des Tieres und Art des Bruches dauert die Knochenheilung unterschiedlich lange. In der Regel wird das Tier sechs Wochen oder länger einen Schienenverband tragen müssen. In dieser Zeit ist es zu einem Muskelschwund im betroffenen Bein gekommen. Diese Muskeln müssen nun langsam wieder aufgebaut werden – wir beraten Sie gerne wie Sie ihr Tier am besten trainieren.

Wenn der Gipsverband nicht reicht

Gebrochene Knochen können nur dann wieder gerade zusammenwachsen, wenn die Bruchenden richtig zusammengeführt, in dieser Lage fixiert und über Wochen stabil gehalten werden.

Schienenverbände, wie z. B. Gipsverbände, können diese Stabilität nur bei unkomplizierten Brüchen (Frakturen) unterhalb des Ellbogens oder des Knies gewährleisten. Ein weiterer Nachteil von Schienenverbänden ist, dass das Tier sein gebrochenes Bein über Wochen und Monate nicht benutzt. Das mangelnde Training kann zu einem massiven Muskelschwund, einer Gelenkversteifung und sogar zu einer Osteoporose, einem Knochenschwund, führen.

Daher operiert man heutzutage die meisten Frakturen. Man unterscheidet die interne Fixation vom Fixateur externe. Hier soll es um die interne Fixation gehen:

Vor der Operation fertigt der Tierarzt mehrere Röntgenaufnahmen vom Operationsgebiet an. Er verschafft sich damit einen Überblick über den Schaden, sieht ob z. B. Teile des Knochens abgesplittert sind oder der gebrochene Knochen verdreht ist - kein Knochenbruch gleicht dem anderen. Der Tierarzt muss jeden Fall individuell beurteilen und sich für die jeweils richtige Operationsmethode entscheiden.

Sobald das Tier operationsfähig ist, d.h. eine längere Narkose gut überstehen kann, wird der Tierarzt die Bruchenden mit speziellen Platten, Schrauben, Nägeln, Draht usw. aneinander heften und fixieren. Bei ausgewachsenen Tieren mittleren Alters können die Platten übrigens ein Leben lang an Ort und Stelle bleiben, nur in Ausnahmefällen müssen sie nach der Knochenheilung wieder entfernt werden.

Am besten ist es, wenn der Tierarzt in den ersten sechs Stunden nach dem Unfall die Knochen operieren kann. Ist eine Operation in den ersten Stunden nach dem Unfall nicht möglich, weil zuerst der Kreislauf des Tieres stabilisiert werden muss, sollte sie einige Tage verschoben werden. Das hat folgenden Grund: Ein Knochenbruch ist immer auch mit Muskelquetschungen und Blutungen verbunden. Wenn diese Verletzungen nicht sofort versorgt werden, stören sie die Durchblutung. Das Gewebe wird nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt und mit der Zeit sammeln sich im Operationsgebiet „Stoffwechselschlacken“ an, die die Heilung beeinträchtigen. Diese Stoffe werden zwar wieder abgebaut, doch hierfür braucht der Körper Zeit. Bis das Tier operationsfähig ist, wird der Bruch mit Schienen stabilisiert.

Nach der Operation schützt ein Verband die Wunde für einige Tage. Die tägliche Verbandskontrolle ist außerordentlich wichtig, damit Entzündungen rechtzeitig behandelt werden können. Alarmzeichen für eine Entzündung sind: Übermäßige Wärme des Verbandes, Schwellungen, Fieber, Juckreiz oder Schmerzen. Bei diesen Symptomen muss das Tier sofort in tierärztliche Behandlung.

Nach etwa 10 Tagen können in der Regel die Fäden gezogen werden. Wie viel Zeit bis zur endgültigen Heilung verstreicht, hängt davon ab, wie alt das Tier ist (junge Knochen heilen schneller), welcher Knochen gebrochen ist und um welche Frakturart es sich handelt. Wir beraten Sie gerne, wie Sie mit der richtigen Ernährung und einem ausgewogenen Training den Heilungsprozess beschleunigen können.

Endokrinologie

Auf die Zusammensetzung kommt es an - Harnsteine bei der Katze

Harnsteine sind Kristalle aus Mineralstoffen und organischen Substanzen. Sie entstehen vor allem, wenn nicht genügend Wasser die Harnorgane durchspült. Aber auch andere Faktoren wie die Fütterung und die Haltung der Katze oder Infektionen der Harnwege begünstigen die Bildung der Steine.

Blutiger Harn ist eines der ersten Symptome für Harnsteine. Oftmals kann man das Blut aber nur bei einer Harnuntersuchung entdecken. Eine frühe Entdeckung der Krankheit ist für Besitzer häufig unmöglich. Wenn die Steine größer werden oder plötzlich ihre Lage verändern, kann sich die Situation schnell dramatisch zuspitzen.

Die Katze sucht dann häufig die Toilette auf, kann aber nur in Miniportionen und unter Schmerzen Harnabsetzen. Bei diesen Symptomen besteht die Gefahr eines völligen Verschlusses der Harnwege. Es kann innerhalb von Stunden zu einer tödlichen Harnvergiftung kommen. Vereinbaren Sie bitte sofort einen Untersuchungstermin, wenn Ihre Katze diese Symptome zeigt.

Im Anschluss an die Notfallbehandlung, die daraus besteht, den Kreislauf der Katze zu stabilisieren und die Harnwege (evtl. auch durch eine Operation) wieder freizumachen, wird eine genaue Analyse der Steine vorgenommen. Denn die Zusammensetzung der Steine entscheidet über die weitere Behandlung. Struvit-Steine entstehen bei einem hohen Magnesiumgehalt des Futters und einem basischen (also nicht sauren) Harn. Diese Steine können gut mit einer magnesiumarmen und harnansäuernden Diät behandelt werden.

Heutzutage werden Katzen hauptsächlich von Calzium-Oxalat-Steinen geplagt. Die Entstehung dieser Steine ist noch nicht eindeutig geklärt. Ein zu hoher Calziumgehalt des Futters, ein zu saurer Harn und zuviel Oxalsäure im Blut gehören auf jeden Fall zu den Ursachen. Tatsächlich spielen aber auch andere Faktoren eine große Rolle. So scheinen einige Katzenrassen (Burma, Himalya, Perser) besonders anfällig für diese Erkrankung zu sein. Man nimmt auch an, dass Entzündungen der Harnwege die Calzium-Oxalat-Stein-Bildung begünstigen. Eine Spezialdiät gegen diese Steine gibt es nicht. Zur Unterstützung der Heilung wird aber eine Kost empfohlen, die wenig Calzium, Natrium und Vitamin D enthält. Auch die Proteine im Futter sollten reduziert, aber dafür besonders hochwertig sein.

Um Oxalsäure zu reduzieren sollten in der Katzennahrung Zucker, Gemüse und Vitamin C gemieden, aber besonders viel Vitamin B6 zugesetzt sein. Neben diesen beiden Steinarten gibt es auch noch aber selten Cystin-Steine und Urat-Steine. Beide sind vermutlich die Folge von Stoffwechselstörungen.

Für die Behandlung aller Harnsteine gilt, dass die Wasseraufnahme der Katze erhöht werden muss. Dies kann man durch die Anfeuchtung des Futters erreichen. Gleichzeitig sollte man die Katze zum Trinken animieren. Leider haben die Stubentiger häufig ganz eigene Vorstellungen von „leckerem“ Wasser. Die einen mögen es eher abgestanden, die anderen lieben es möglichst direkt vom Hahn. Die Zugabe von Fleischbrühe und Milch zum Trinkwasser kann eine Möglichkeit sein, hat aber den Nachteil, dass die Katze zusätzliche Mineralstoffe und Kalorien zu sich nimmt. Beobachten Sie daher lieber Ihre Katze und finden Sie ihre Wasser-Geschmacks-Richtung heraus. Wir beraten Sie gerne.

Niereninsuffizienz - Probleme mit der Blutwäsche

Die Nieren sind die Blutwaschanlage des Körpers. Sie filtern Giftstoffe, Abfälle aus dem Stoffwechsel, überflüssige Mineralstoffe und Wasser aus dem Blut und bilden daraus den Harn, der über die Harnwege ausgeschieden wird. Daneben beeinflussen die Nieren den Blutdruck, die Blutbildung und den Knochenauf- und abbau. Tatsächlich hängen alle wichtigen Organe mehr oder weniger von der Leistungsfähigkeit der Nieren ab.

Wenn die Nieren ihre vielen Aufgaben nicht mehr bewältigen können, spricht man von einer Niereninsuffizienz. Zu einer Niereninsuffizienz kommt es in der Regel erst, wenn rund 70% des Nierengewebes geschädigt bzw. in seiner Funktion eingeschränkt ist.

Man unterscheidet die akute Niereninsuffizienz von der chronischen Niereninsuffizienz. Eine akute Niereninsuffizienz entsteht durch eine plötzliche und vorübergehende Überlastung der Nieren, z. B. durch einen Schock, eine schwere Verletzung oder Infektionen. Tiere mit einer akuten Niereninsuffizienz können nur wenig oder gar kein Wasser lassen. Sie müssen sofort behandelt werden, sonst geraten sie rasch in einen lebensbedrohlichen Zustand. Bei einer schnellen Behandlung besteht die Chance, dass das Tier geheilt wird. Wird die akute Niereninsuffizienz aber verschleppt, kann sich daraus eine chronische Niereninsuffizienz entwickeln.

Die chronische Niereninsuffizienz (CNI) ist unheilbar. Mit der richtigen Behandlung und einer konsequenten Diät können erkrankte Tiere aber noch eine ganze Weile gut leben. Tatsächlich gehört die CNI zu den häufigsten Erkrankungen älterer Tiere. Sie entsteht nicht nur im Gefolge einer akuten Niereninsuffizienz sondern beispielsweise auch durch unbemerkte Nierenentzündungen.

Die Krankheit ist tückisch, denn man bemerkt sie erst in einem verhältnismäßig späten Stadium. In diesem Zusammenhang ist die Früherkennung bedeutend. Bei älteren Tieren sollten ein- bis zweimal jährlich die wichtigsten Blutwerte überprüft werden. Bei diesen Routineuntersuchungen besteht die Chance alarmierende Nierenwerte früh zu erkennen.
Die ersten Symptome der CNI sind großer Durst und vermehrtes Wasserlassen (die Tiere können insbesondere über Nacht ihre Stubenreinheit verlieren). Später kommen Erbrechen, Müdigkeit, wechselnder Appetit und Abmagerung hinzu. Tatsächlich kann eine CNI auch zu nervösen Ausfallserscheinungen, Anfällen, Blutarmut, Immunschwäche, Knochenabbau und vielen anderen Symptomen führen.

Von zentraler Bedeutung bei der Behandlung ist eine Diät, die die Nieren entlastet. Nierendiäten enthalten weniger aber dafür besonders hochwertiges Eiweiß, weniger Phosphor aber mehr Vitamine. Wichtig ist, dass ein nierenkrankes Tier nur seine Spezialkost zu fressen bekommt. Leckerlis zwischendurch sind absolut verboten. Auf gar keinen Fall darf man die Tiere dürsten lassen, auch wenn sie vielleicht über Nacht ihr Wasser nicht halten können. Ein geregelter Tagesablauf und das Vermeiden von Stress stabilisiert die Tiere. Wir stehen Ihnen und Ihrem niereninsuffizienten Tier gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Organismus im Dauerstress durch die Überfunktion der Schilddrüse

Die Überfunktion der Schilddrüse oder die Hyperthyreose ist eine der häufigsten Hormonstörungen älterer Katzen. Die Zellen der Schilddrüse stellen das Hormon Thyroxin her. Dieses Hormon treibt alle Organe und Zellen des Körpers zu schnellerer Arbeit an. Tatsächlich ist Thyroxin ein lebensnotwendiges Hormon. Ein Mangel daran führt zu Müdigkeit, niedriger Körpertemperatur, Gewichtszunahme und Hautproblemen. Jungtiere, die unter einem Thyroxinmangel leiden, können sterben oder bleiben in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung zurück.

Bei einer Hyperthyreose kommt es jedoch zu einem Thyroxinüberschuss. Der Stoffwechsel wird bis an seine Leistungsgrenzen beschleunigt. Dafür braucht er Energie und Sauerstoff in großen Mengen. Hyperthyreote Katze sind daher immer hungrig. Einige Katzen fressen so gierig und hastig, dass sie sich nach der Mahlzeit erbrechen. Trotz der gesteigerten Futteraufnahme verlieren die Katzen an Gewicht. Katzen mit einer Überfunktion der Schilddrüse wirken häufig nervös und schreckhaft. In manchen Fällen wechseln sich die Phasen unstillbaren Hungers mit Phasen von Appetitlosigkeit ab. Bei einigen Tieren kommt zu faulig riechenden, voluminösen Durchfällen.

Hyperthyreote Katzen beginnen bei Anstrengungen leicht zu hecheln. Das Herz schlägt bei einem Thyroxinüberschuss viel schneller als normal. Durch die pausenlose Anstrengung wird der Herzmuskel überfordert und es können sich Arrhythmien entwickeln. Unbehandelt führt die Hyperthyreose früher oder später zum Tode der Katze.

Prinzipiell gibt es drei Therapiemöglichkeiten: die lebenslange Gabe von Medikamenten, die chirurgische Entfernung des überaktiven Schilddrüsengewebes und die Radiojodtherapie.
Mit speziellen Medikamenten kann die Bildung von zuviel Thyroxin gehemmt werden. Doch bei einigen Katzen führen die Arzneimittel zu Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit, Erbrechen, Hautausschlag und Juckreiz.

Die chirurgische Entfernung des überflüssigen Schilddrüsengewebes kann nur bei Katzen vorgenommen werden, die in einem guten Allgemeinzustand sind. Bei der Operation besteht zudem die Gefahr, dass zuwenig Schilddrüsengewebe übrigbleibt und die Katze danach unter einem Thyroxinmangel leidet. Dieser kann allerdings durch die regelmäßige Gabe von Thyroxin ausgeglichen werden.

Spezialkliniken bieten die Radiojodtherapie für hyperthyreote Katzen an. Den Katzen wird radioaktives Jod 131 gespritzt. Dieses Jod gelangt in die Schilddrüse und zerstört nur die Zellen, die das überschüssige Thyroxin bilden. Es bleiben genügend hormonbildende Zellen übrig um den Körper mit den Mengen an Thyroxin zu versorgen, die er braucht. Nebenwirkungen sind bisher nicht bekannt geworden. Vor der Behandlung muss die Katze genau untersucht werden. Denn die Hyperthyreose kann andere schwere Erkrankungen verschleiern. Sie sollten möglichst vor der Therapie entdeckt werden. Ein Nachteil der Radiojodtherapie ist, dass die Katze zwei bis drei Wochen in der Klinik verbringen muss. Wir beraten Sie gerne individuell.

Haut und Allergien

Abszesse brauchen Zeit zum Reifen

Ein Abszess ist ein mit Eiter gefüllter Hohlraum im Gewebe - eine Art riesenhafter Eiterpickel. Leider ist er nicht nur größer als ein gewöhnlicher Pickel, er ist aus mehreren Gründen auch gefährlicher. Während ein Pickel in den oberen Hautschichten, meist in einer verstopften Talgdrüse entsteht, bildet sich ein Abszess immer in tieferen Gewebeschichten. Da der Abszess viel mehr Eitererreger enthält und durch seine tiefe Lage viel näher an größeren Blutgefäßen liegt, besteht die Gefahr einer Blutvergiftung.

In der Regel ist eine infizierte Wunde der Ursprung des Abszesses. In der Tiefe der Wunde vermehren sich explosionsartig Bakterien und führen zu einer schweren Entzündung und starken Eiterbildung. Zu Beginn dieses Prozesses schwillt das Gewebe an. Es fühlt sich derb an und wird rot. Für das Tier ist jede Berührung an dieser Stelle sehr schmerzhaft. Mit der Zeit bildet der Körper eine von außen nicht sichtbare Kapsel um die Entzündung. Das tut er um eine weitere Ausbreitung der Entzündung und vor allem der Bakterien zu verhindern. Umschließt die Kapsel die Entzündung vollständig, bildet sich eine Art Sollbruchstelle an der Oberfläche der Haut. Durch das dünne Häutchen der Sollbruchstelle schimmert dann der gelbe eitrige Inhalt – man spricht nun von einem reifen Abszess. Und nur der reife Abszess darf gespalten werden.

Während der Abszessreifung darf man das entzündete Gewebe auf keinen Fall verletzen. Denn jeder Eingriff könnte die wichtige Kapselbildung stören und dazuführen, dass sich die Eitererreger weiter im Körper verbreiten und entweder zu einer großflächigen eitrigen Entzündung oder zur Blutvergiftung führen.

Man kann aber die Reifung des Abszesses durch sogenannte Zugsalben beschleunigen. Gegen die Gefahr einer Blutvergiftung kann man das Tier mit der Gabe von Antibiotika schützen. Außerdem wird der Tierarzt in vielen Fällen dem Tier auch ein Schmerzmittel geben. Ist der Abszess reif, wird er gespalten und mit desinfizierenden Lösungen ausgespült. Die Spülbehandlung muss gegebenenfalls über mehrere Tage wiederholt werden. Denn wenn nur ein kleiner Rest infektiöses Material im Gewebe verbleibt, kann es zu einer erneuten Entzündung und Abszessbildung kommen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist außerdem, dass die Antibiotika konsequent laut Verschreibung weitergegeben werden, auch wenn die Symptome bereits abgeklungen sind.

Um Abszessen vorzubeugen ist eine korrekte Wundtoilette wichtig. Viele Wunden insbesondere nach Kämpfen, Kratzereien und Beißereien sind klein und bluten nur wenig, so dass man sie auf den ersten Blick unter dem dichten Fell nicht entdeckt. Dies aber sind die besonders gefährlichen Wunden, denn sie sind immer infiziert und in der Regel auch recht tief. Wenn Ihr Tier Schmerzen zeigt – eine Körperstelle intensiv beleckt, sich häufig nach ihr umdreht oder Berührungen an dieser Stelle vermeidet, wenden Sie sich am besten gleich an Ihren Tierarzt.

Allergisch gegen das Futter

Bei einer Futtermittelallergie reagiert das Tier auf bestimmte Bestandteile der Nahrung allergisch. Meist sind es dabei nicht Zusatz- und Konservierungsstoffe, die die Allergie auslösen sondern natürliche Eiweiße, wie z. B. Weizeneiweiß oder Rindfleisch. Eine Futtermittelallergie entwickelt sich im Verborgenen und bricht dann plötzlich aus. So reagiert ein Tier von heute auf morgen allergisch auf ein Futter, das es zuvor und auch über längere Zeit gut vertragen hat.

Tiere mit einer Futtermittelallergie können unter starkem Juckreiz und Hautentzündungen leiden oder sie reagieren mit Durchfall und Erbrechen auf die allergieauslösende Nahrung. Auch Kombinationen der beiden Symptomkomplexe kommen vor. Da diese Symptome aber auch bei anderen Krankheiten auftreten, reichen sie nicht für eine sichere Diagnose aus. Um eine Futtermittelallergie sicher zu diagnostizieren und vor allem das Allergen oder die Allergene zweifelsfrei festzustellen, wird zunächst eine Eliminationsdiät und im Anschluss eine Provokationsdiät nötig sein.

Bei der Eliminationsdiät erhält das Tier ein Futter, das nur aus ganz bestimmten Bestandteilen, die in seinem vorherigen Futter nicht enthalten waren, bestehen darf: Z. B. aus Pferdefleisch als Eiweißquelle und aus Kartoffeln als Kohlenhydratquelle. Diese Diät muss sechs bis acht Wochen eingehalten werden. Außer diesem Futter darf der tierische Patient nichts fressen. Also auch keine Snacks, keine Leckerlis und keine Vitamin- oder Kräutermischungen! Die ganze Familie und auch andere Bezugspersonen des Tieres (z. B. Nachbarn) müssen mitmachen. Wenn auch nur eine Person dem Tier etwas anderes zu fressen gibt, wird das Ergebnis der Eliminationsdiät verfälscht und Sie können von vorne beginnen. Wenn das Tier nach sechs bis acht Wochen symptomfrei ist, besteht ein starker Verdacht auf eine Futtermittelallergie.

Nun wird mit Hilfe der Provokationsdiät ermittelt gegen welche Futterbestandteile das Tier allergisch ist. Dazu mischt man für eine Woche z. B. Schaf- statt Pferdefleisch ins Futter oder ersetzt die Kartoffeln durch Reis, wichtig ist das immer nur eine Komponente ersetzt oder zugemischt wird. Zeigt das Tier nach solch einem Ersatz Allergiesymptome ist der Beweis erbracht, dass es z. B. auf Schaffleisch allergisch reagiert. Schaffleisch darf von nun an nicht mehr auf seinen Speisezettel. Verträgt das Tier die neuzugemischte Komponente hingegen gut, können Sie seine Diät um diese Komponente erweitern. Mit der Zeit entstehen so Listen verträglicher und unverträglicher Nahrung. Und sie können den Speiseplan für ihr allergisches Tier etwas abwechslungsreicher gestalten.

Es gibt auch sehr gute Fertigdiäten für Allergiker. In der Phase der Eliminationsdiät sind sie zwar nicht ganz so gut wie selbst zubereitete Diätkost, aber in den meisten Fällen ausreichend. Später hingegen, wenn feststeht, dass das Tier allergisch auf bestimmte Futterbestandteile reagiert, haben sie den Vorteil, dass sie meist ausgewogener zusammengestellt sind als selbstzubereitete Kost und so eine bedarfsgerechte Versorgung des Tieres eher gewährleistet ist.

Analbeutel - fatale Stinkbömbchen

Die Analdrüsen produzieren ein übel riechendes Sekret, das in den zwei Analbeuteln gesammelt wird. Die Analbeutel liegen unsichtbar unter der Haut beiderseits des Darmausganges, des Anus. Sie sind über je einen Kanal mit dem Darm verbunden. Setzen Hund oder Katze Kot ab, werden die Analbeutel regelmäßig entleert. Genauer: der Druck, den der Kot auf die Analbeutel ausübt, presst das Sekret durch die Kanäle in den Darm. Probleme mit den Analbeuteln sind beim Hund häufig, bei der Katze eher selten.

Entzündungen der Darmschleimhaut, Parasiten, zu weicher Kot oder länger anhaltender Durchfall können diese regelmäßige Entleerung der Anabeutel verhindern. Manche Katzen produzieren von Geburt an ein zu dickflüssiges Sekret, das leicht in den Kanälen eintrocknet und diese verstopft. Es kommt dann zur Überfüllung des Sekrets in den Analbeuteln. Dieser Zustand wird von der Katze als außerordentlich unangenehm empfunden. Sie leckt dann häufig ihre Analregion und „fährt Schlitten“ (die Katze setzt sich auf ihren Hintern und schleift ihn über den Boden). Manchmal hat sie auch Schwierigkeiten oder Schmerzen beim Kotabsatz.

Sind die Analbeutel noch nicht entzündet, reicht es aus, sie manuell zu auszudrücken. Neigt die Katze zu verstopften Analbeuteln, sollten sie routinemäßig ausgedrückt werden. Nur erfahrene Katzenhalter sollten dies allerdings selbst tun. Denn die Gewebe von Enddarm und Analregion sind sehr zart. Die Gefahr, die Katze zu verletzen, ist für Ungeübte groß.

Leider können sich die verstopften Analbeutel sich auch leicht entzünden. Symptome einer Analbeutelentzündung sind: große Schmerzen und Schwierigkeiten beim Kotabsatz (die Katze versucht sich zu lösen und nimmt die dazu typische Haltung ein, bricht aber dann den Versuch abrupt ab, eventuell maunzt und schreit sie dabei), ständiges Lecken der Analregion, manchmal sieht man Blut auf dem Kot. Entzündete Analbeutel sind immer ein Fall für den Tierarzt! Versuchen Sie niemals, diese selbst zu entleeren.
Die Analbeutel werden gespült, verhärteter Inhalt wird aufgeweicht und die Katze mit Antibiotika und Schmerzmitteln versorgt. Je nach Schwere und Ausmaß der Entzündung können mehrere Behandlungen nötig sein. Neigt die Katze zu Analbeutelentzündungen, ist eventuell eine operative Entfernung dieser stinkenden Zeitbomben empfehlenswert.

Hilfe bei Allergien

Eine Allergie ist eine Fehlfunktion des körpereigenen Abwehrsystems. Die Abwehrzellen, die normalerweise Parasiten bekämpfen, reagieren bei einer Allergie auf völlig harmlose Substanzen und lösen Entzündungen aus. Symptome einer Allergie können Juckreiz, Hautveränderungen, Entzündungen der Schleimhäute (gerötete und geschwollene Augenbindehäute), Atembeschwerden bis hin zur Atemnot, Durchfälle und Erbrechen sein. In sehr schweren Fällen kann eine Allergie einen Schock auslösen und innerhalb von Minuten zum Tode führen.

Die unterschiedlichsten Stoffe können Allergien auslösen: Pflanzenpollen ebenso wie Flohspeichel, Eiweiße aus der Nahrung ebenso wie die Hinterlassenschaften von Hausstaubmilben. Besteht der Verdacht auf eine Allergie, muss zunächst versucht werden herauszufinden, auf welchen Stoff das Tier allergisch reagiert. Sehr wichtig sind dabei Ihre Informationen: Treten die Symptome zu jeder Jahreszeit auf? Bei welchen oder nach welchen Gelegenheiten zeigt das Tier Symptome (z. B. ob es regelmäßig gerötete Augen nach dem Spaziergang hat)? Welche Symptome sind es genau?

Mit Hilfe von Bluttests kann man heute einige allergieauslösende Stoffe feststellen, aber nicht alle – viele der sogenannten Allergene können nur durch detektivische Kleinarbeit ermittelt werden. Zumal ein Tier häufig nicht nur auf einen Stoff sondern auf viele Substanzen allergisch reagiert.

Wenn herausgefunden wurde, welcher Stoff bei Ihrem Tier die allergische Reaktion auslöst, besteht der erste Schritt der Therapie darin, zu verhindern, dass das Tier mit dem Stoff weiter in Kontakt kommt. Handelt es sich z. B. um Pollen, sollten in der Pollenflugzeit die Fenster mit speziellen Pollenfiltern versehen werden, bzw. geschlossen gehalten werden. Zur Linderung der Symptome gibt es entzündungshemmende Medikamente. Hier gilt der Grundsatz soviel wie nötig und sowenig wie möglich.

Wenn möglich sollte auf jeden Fall eine Desensibilisierung des Tieres versucht werden. Dabei wird das Immunsystem des Tieres mit zuerst minimalen dann steigenden Mengen des Allergens konfrontiert. Die Idee dahinter ist, dass das Immunsystem an den Stoff gewöhnt werden soll und lernen soll, dass es sich dabei um eine harmlose Substanz handelt. Nicht alle Tiere werden durch die Desensibilisierung völlig geheilt aber in den meisten Fällen kann eine deutliche Besserung der Symptome erreicht werden und dadurch die Dosis der Medikamente gesenkt werden. In einigen Fällen wird jedoch immer eine Behandlung mit entzündungshemmenden Medikamenten nötig sein um die Leiden des Tieres zu lindern. Wir beraten Sie gerne.

Pyodermien - eitrige Entzündungen der Haut

Mit Pyodermie bezeichnet man alle Entzündungen der Haut, bei der Bakterien beteiligt sind, die eine Eiterbildung verursachen. Selten entsteht eine solche Pyodermie, also eine eitrige Entzündung der Haut, allein aufgrund der Anwesenheit von Eiterbakterien. Denn auch auf der gesunden Haut leben diese Bakterien. Sie richten in der Regel keinen Schaden an, weil die intakte Haut über mehrere Schutzmechanismen verfügt, die Krankheitserreger in Schach halten. Dazu gehören auch der Säureschutzmantel und das hauteigene Fett, das sich wie eine Creme über die Haut verteilt.

Sobald diese natürlichen Barrieren geschädigt sind, haben die Eitererreger eine Chance: Häufige Bäder mit Shampoos z. B. lösen die schützende Fettschicht auf, Parasiten wie Flöhe oder Milben verursachen zahllose Miniwunden, in die sich die Bakterien einnisten können und Hautentzündungen durch Allergien schwächen die natürliche Abwehrkräfte der Haut. Auch Hormonstörungen, eine Veranlagung zu besonders fettiger Haut und eine schlechte Belüftung der Haut z. B. in der Tiefe von Hautfalten begünstigen die Entstehung einer Pyodermie.

Nicht immer ist diese Entzündung der Haut von Juckreiz begleitet – und unter dem dichten Fell sieht man anfangs die geröteten, nässenden Stellen auf der Haut, die typisch für die Pyodermie sind nicht. So wird eine Pyodermie oft erst spät erkannt. Doch je früher sie entdeckt und behandelt wird, desto besser die Chancen auf eine Heilung. Daher sollten Sie sich angewöhnen die Haut Ihres Tieres einmal täglich auf Veränderungen (lässt sich wunderbar mit einer ausgedehnten Schmusestunde verbinden) zu untersuchen. Vergessen Sie dabei auch die Ohren, die Pfoten, den Bauch und die Innenseiten der Schenkel nicht. Besonders gründlich sollten Sie Hautfalten prüfen.

Hat sich eine Pyodermie entwickelt, muss zum einen die Grundursache festgestellt und behandelt werden, zum anderen müssen die Bakterien mit Antibiotika bekämpft werden. Die Therapie der Pyodermie kann sehr langwierig und mit Rückschlägen verbunden sein. Die Antibiotika müssen häufig mehrere Wochen verabreicht werden - auch wenn das Tier keine Symptome mehr zeigt. Bei einem zu frühen Absetzen besteht die Gefahr eines Rückfalls.

Unterstützen können Sie den Heilungsprozess mit einer ausgewogenen und gesunden Ernährung. Besonders B - Vitamine und essentielle Fettsäuren wirken sich günstig auf den natürlichen Hautstoffwechsel aus und helfen der Haut sich gegen die Erreger zu wehren. Wir beraten Sie gerne.

Herz und Gefäße

Dauerhafte Atemnot

Krankheiten der Atemwege werden dann als chronisch bezeichnet, wenn sie nicht innerhalb weniger Wochen ausheilen oder wenn sie unheilbar sind. Symptome muss die Katze dabei nicht während des gesamten Krankheitsverlaufes zeigen. Atemprobleme können sich z. B. nur nach großen Anstrengungen äußern und allergische Reaktionen treten nur nach einem Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff auf. Aber auch in symptomfreien Zeiten ist die Katze krank.

Die wichtigsten chronischen Atemwegserkrankungen bei der Katze sind die chronische Bronchitis oder Bronchiolitis und das feline Asthma-Syndrom. Bei der chronischen Entzündung von Bronchien und Bronchiolen verstopft übermäßig gebildeter Schleim die Atemwege. Die Katze hustet ständig um diesen Schleim loszuwerden. Wie es zu dieser Krankheit kommt, ist bis heute noch ungeklärt. Der Tierarzt setzt entzündungshemmende und die Bronchien erweiternde Medikamente (Bronchiodilatatoren) ein, um der Katze die Atmung zu erleichtern. Da der Schleim auch einen idealen Nährboden für Krankheitskeime darstellt, wird die Therapie manchmal durch die Gabe von Antibiotika und Schleimlösern ergänzt.

Die Katze ist das einzige Tier, das unter echtem Asthma leiden kann. Asthma ist eine allergische Erkrankung. Bei einem Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff kommt es zu einem „Bronchialkrampf“ und der Bildung von besonders zähem Schleim. Dadurch werden die Atemwege oft schlagartig verengt. Bei einem Anfall würgen und husten die Tiere. Sie atmen schwer - manchmal vernimmt man pfeifende Atemgeräusche. Schwere Anfälle können zum Ersticken der Katze führen.

Am besten wäre es, man könnte den allergieauslösenden Stoff (Allergen) von der asthmakranken Katze fernhalten. Dazu muss man allerdings erst feststellen, um welchen Stoff oder welche Stoffe es sich handelt. Wir können viele Allergene durch einen Bluttest ermitteln. Oft aber muss man die Katze über einen längeren Zeitraum genau beobachten um herauszufinden, welcher Stoff den Asthmaanfall auslöst. Erschwert wird dies häufig dadurch, dass asthmakranke Katzen nicht nur auf eine Substanz sondern auf mehrere Stoffe allergisch reagieren.

Tatsächlich kann man den Kontakt der Katze zu vielen Allergenen nicht vermeiden, weil man sie nicht eindeutig identifizieren kann oder weil sie sich einfach überall befinden (z. B. Hausstaub). Dann müssen auch diese Tiere dauerhaft mit Entzündungshemmern und Bronchiodilatatoren versorgt werden. Fragen Sie und, ob wir es für nötig erachten, dass Sie ein geeignetes Medikament für den Notfall vorrätig halten.

Wichtig bei allen chronischen Atemwegserkrankungen ist, dass alle Räume, in denen sich die Katze häufig aufhält, gut belüftet sind. Trockene, zu warme oder gar verrauchte Luft reizt die angegriffenen Atemwege zusätzlich. Viele Katzen reagieren außerdem außerordentlich empfindlich auf Duftöle oder andere Stoffe zur Raumparfümierung.

Wir beraten Sie gerne und zeigen Ihnen, wie Sie sich in einem Notfall verhalten sollten.

Hypertrophe Kardiomyopathie - die Herzkrankheit der Prachtkerle

Die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) ist eine Erkrankung der Herzmuskulatur und die häufigste Herzkrankheit bei Katzen. Erkrankte Katzen erscheinen lange Zeit gesund, entwickeln sich prächtig, fressen mit Appetit und geben ihren Besitzern überhaupt keinen Anlass zur Sorge. In der Regel kommt es wie aus heiterem Himmel zu einem dramatischen Krankheitsbild: Die Katzen haben einen ängstlichen Blick und atmen schwer. Viele haben gelähmte Hinterbeine, kalte Hinterpfoten und in vielen Fällen große Schmerzen im Bereich der Nachhand. Die HCM kann sehr schnell zum Tode der Katze führen.

Vorboten des Zusammenbruchs sind selten. Manchmal zieht sich die Katze in den Tagen davor etwas zurück, wirkt müde oder frisst nicht ganz soviel wie sonst. Kurzzeitig kann es zu Lähmungen oder Schmerzsymptomen kommen. Einige wenige Tiere sind nach einem wilden Spiel oder nach Stress etwas kurzatmig. Daher sollten Sie sofort Ihr Tier untersuchen lassen, wenn Ihnen auch nur eines der genannten Symptome an Ihrer Katze auffällt.

Die Ursachen der HCM sind heute noch unbekannt, man geht aber davon aus, dass diese Krankheit zumindest zum Teil erblich ist. Bei Perserkatzen und Maine Coons tritt sie häufiger auf als bei Katzen anderer Rassen; es leiden außerdem mehr Kater als Katzen unter der HCM.

Meist ist die linke Herzkammer, die das sauerstoffreiche Blut aus den Lungen aufnimmt, stärker betroffen als die rechte. Im Verlauf der HCM werden die Herzmuskelzellen dicker und verlieren ihre Fähigkeit sich zu entspannen. Eine maximale Entspannung ist aber in der Füllungsphase des Herzens notwendig, damit sich die Kammern weiten können um möglichst viel Blut aufzunehmen.

Bei einer HCM bleibt der Innenraum der linken Herzkammer eng. Das Blut staut sich im linken Vorhof, im linken Herzohr, in den Lungenvenen und in den feinen Haargefäßen der Lungen. Gleichzeitig steigt der Blutdruck. Es kommt zu einem Austritt von Flüssigkeit aus den Gefäßen. Schließlich bildet sich ein Lungenödem (Wasser in der Lunge) oder ein Pleuraerguss (eine Flüssigkeitsansammlung im Brustraum), die beide die Atemnot der Katze verursachen.

Zur Lähmung der Hinterbeine kommt es durch die Bildung von Thromben - Blutgerinnseln, die die Blutgefäße verstopfen und so die Durchblutung der Hinterbeine stören. Die schlechte Durchblutung ist auch der Grund für das Erkalten der Hinterbeine und die großen Schmerzen im Nachhandbereich.

Eine Therapie, die die HCM heilt gibt es heute noch nicht. Der Tierarzt bemüht sich aber mit Hilfe verschiedener Medikamente, deren Dosierung und Kombination individuell auf die Katze abgestimmt sind, die Folgen der Krankheit in den Griff zu bekommen. Wichtig ist dabei die enge Zusammenarbeit mit dem Katzenhalter um die optimale Medikation für die Katze herauszufinden. Stress und Anstrengungen sollten Sie von Ihrer herzkranken Katze möglichst fernhalten.

Schwache Herzmuskeln durch falsche Ernährung

Die Dilatative Kardiomyopathie (DCM) ist eine Erkrankung der Herzmuskulatur, in deren Verlauf die Herzmuskeln schwach und schlaff werden und das Herz weit und groß. Das Herz, „die Pumpe“, verliert die Kraft das Blut im Kreislauf weiterzubefördern. Dadurch kommt es einerseits zur Unterversorgung vieler Organe (z.B. der Nieren) und andererseits zu Blutstaus in bestimmten Geweben. Die Krankheit verläuft schleichend - Symptome zeigt die Katze erst, wenn der Schaden bereits sehr groß ist. Anzeichen einer DCM sind: niedrige Körpertemperatur, Stressanfälligkeit, Müdigkeit, Schwäche und Atembeschwerden. Selten kommen Appetitlosigkeit und Erbrechen hinzu. Relativ häufig hingegen bilden sich Thromben, Blutgerinnsel, die die Blutgefäße verstopfen. Bei der Katze blockieren diese Thromben vor allem die Blutgefäße der Hinterhand. Die schlechte Durchblutung führt dort zu kalten Beinen oder Pfoten, Schmerzen und Lähmungen. Jedes der genannten Symptome ist ein Notfallsignal - fällt Ihnen auch nur eines bei Ihrer Katze auf, vereinbaren Sie bitte sofort einen Untersuchungstermin.

Die DCM war bis in die 80iger Jahre des 20. Jahrhunderts die häufigste Herzkrankheit bei Katzen. 1987 entdeckten Wissenschaftler, dass ein Mangel an Taurin verantwortlich für die meisten Fälle von DCM war. Taurin ist eine Aminosäure, ein Eiweißbaustein, den die meisten Lebewesen in ausreichender Menge selbst produzieren können. Katzen sind dazu nur begrenzt in der Lage - sie müssen Taurin mit der Nahrung (frischem Fleisch) zu sich nehmen. Sobald dieses Problem erkannt war, setzten die Futtermittelhersteller ihren Produkten Taurin in großen Mengen zu. Sofort sank die Zahl der an DCM erkrankten Katzen rapide.

Wahrscheinlich spielen auch noch andere Faktoren eine Rolle bei der Entstehung einer DCM, doch der Taurinmangel spielt nach wie vor die Hauptrolle. Gefährdet sind vor allem Katzen, die mit selbst gekochtem Futter verwöhnt werden. Denn die „Hausmannskost“ enthält, sei es durch ungeeignete Zutaten oder die Zubereitungsart, häufig zuwenig Taurin. Insbesondere vegetarische Kost stellt einen Risikofaktor dar. Es gibt im Zoohandel zwar Ergänzungsfuttermittel, die Taurin enthalten, doch häufig in einer zu geringen Dosierung um einem Taurinmangel vorzubeugen.

Manchmal führen auch die Fütterungsgewohnheiten zu einem Mangel an Taurin. So nützt es nichts, wenn dem Futter im Napf genügend Taurin zugesetzt ist, die Katze diese gesunde Kost aber verschmäht, weil sie hauptsächlich Leckereien vom Tisch Ihres Halters nascht.

Ist die Katze bereits an einer DCM erkrankt, wird sie, abhängig von der Fortgeschrittenheit der Erkrankung, mit einer Kombination von Taurin in hoher Dosierung und herzstärkenden, entwässernden und kreislaufstabilisierenden Medikamenten behandelt werden müssen.

Neben den Medikamenten benötigt Ihre herzkranke Katze viel Ruhe, Wärme und Geborgenheit. Eine energiereiche und salzarme Spezialkost für samtpfotige Herzpatienten trägt zur Schonung des Herzens bei.

Impfungen und Infektionskrankheiten

Impfungen für die Samtpfote - kleine Spritze großer Schutz

Impfungen sind bis heute der einzige mögliche Schutz vor gefährlichen Viruskrankheiten wie Katzenschnupfen, Parvovirose, Tollwut und auch FIP oder Leukose. Jede Katze, also auch Tiere, die nur in der Wohnung gehalten werden, sollte zumindest gegen Katzenschnupfen und Parvovirose geimpft werden. Freigänger sowie Katzen, die ins Ausland verreisen oder in Katzenpensionen untergebracht werden, müssen zudem gegen Tollwut geschützt werden. Eine Leukose- und die FIP - Impfung ist für Freigänger und für Katzen, die z. B. auf Ausstellungen gehen oder mit mehreren Tieren zusammenleben, zu empfehlen.

Die Impfung ist die einzige Möglichkeit den obengenannten Krankheiten vorzubeugen. Jedoch wirken auch Impfungen nicht hundertprozentig. Das bedeutet, dass die meisten Katzen nach einer Impfung über einen ausreichenden Schutz verfügen, aber nicht alle. Ein winziger Teil der Katzen wird trotz Impfung krank. Doch auch für diese Tiere lohnt sich die Impfung, denn die Krankheiten verlaufen bei geimpften Tieren wesentlich harmloser als bei ungeimpften.

Wie funktioniert eigentlich eine Impfung? Bei der Grundimmunisierung im Welpenalter spritzt man der Katze unschädlich gemachte Krankheitserreger. Dadurch bekommt das Immunsystem die Gelegenheit den „Feind“ kennen zu lernen. Bestimmte Abwehrzellen, Gedächtniszellen, „merken“ sich die Eigenschaften des Krankheitserregers. Wenn nach etwa vier Wochen zum zweiten Mal geimpft wird, werden diese Gedächtniszellen aktiv und veranlassen andere Abwehrzellen, sich zu vermehren. Blitzschnell stehen dem Körper nun „Kampftruppen“ gegen die „Erregerinvasion“ zur Verfügung, sollte es nun zu einer tatsächlichen Infektion mit dem Krankheitserreger kommen, können die Abwehrzellen die Eindringlinge töten bevor diese Unheil anrichten. Bei einer Infektion ohne den Impfschutz wäre dieser Prozess des Kennenlernens und Truppenaufstellens zu langsam. Die Erreger könnten sich ungebremst vermehren und die Katze würde unweigerlich schwer krank. Die Grundimmunisierung schützt die Katze nicht ein Leben lang – die Impfungen müssen regelmäßig aufgefrischt werden, damit das Immunsystem trainiert und schlagkräftig bleibt.

Zu Nebenwirkungen kommt es nach Impfungen ausgesprochen selten – sie sind kein Argument gegen Impfungen. Um die bestmögliche Impfwirkung zu erzielen sollten Sie folgende Dinge beachten: Die Katze muss völlig gesund und frei von Parasiten sein. Am besten Sie entwurmen sie etwa eine Woche vor der Impfung. Nach der Impfung gönnen Sie ihr Ruhe. Das Immunsystem muss sich mit dem Impfstoff auseinandersetzen. Das erfordert einiges an Kraft. Es ist völlig normal, wenn eine Katze nach der Impfung etwas schlapp wirkt. Nach ein bis zwei Tagen ist die Mattigkeit aber überwunden und sie ist wieder ganz „die Alte“.

Katzenschnupfen und Parvovirose gefährden auch Wohnungskatzen

Katzenschnupfen und Parvovirose, auch Katzenseuche genannt, sind Krankheiten, die von Viren verursacht werden. Sie gefährden auch Wohnungskatzen, weil sie nicht nur durch den direkten Kontakt sondern auch durch verunreinigte Gegenstände (z. B. Schuhsohlen) übertragen werden können.

Katzenschnupfen ist eine weltweit verbreitete Krankheit. Sie hat nichts mit einer Erkältung zu tun – auch Löwen in Afrika können unter ihm leiden. In leichten Fällen leiden die Katzen unter Nasenausfluss, Bindehautentzündung, mangelndem Appetit und erhöhter Temperatur. Ein Medikament gegen die Viren gibt es nicht. Aber man kann die Symptome lindern, indem man die Nase sauber hält, mit Augensalben die entzündeten Bindehäute behandelt (Augensalben immer nur frisch vom Tierarzt – niemals angebrochene Tuben verwenden!), für Ruhe sorgt und der Katze ein besonders wohlschmeckendes Futter anbietet um ihren Appetit anzuregen. Katzenschnupfen kann aber auch äußerst dramatisch verlaufen. Aggressive Viren können Durchfälle, Erbrechen und Lungenentzündungen verursachen. Besonders gefährlich ist es, wenn sich Bakterien auf den geschädigten Schleimhäuten ansiedeln. Dann kommt es zu eitrigen Entzündungen der Atemwege und hohem Fieber. Außerdem kann ein Katzenschnupfen Geschwüre im Mäulchen der Katze verursachen. Neben zwei Viren kann auch ein Bakterium den Katzenschnupfen auslösen. Sowohl gegen die Viren als auch gegen das Bakterium kann und sollte man heutzutage vorbeugend impfen.

Parvovirose wird auch von Viren, den Parvoviren, verursacht. Der deutsche Name der Krankheit „Katzenseuche“ lässt erahnen, was diese Viren anrichteten, bevor es eine Impfung gab. Tatsächlich können junge Katzen im Alter zwischen sechs Wochen und vier Monaten innerhalb von Stunden an der Krankheit sterben. Tiere, die diese ersten Stunden überleben sind aber noch nicht über den Berg. Im weiteren Verlauf der Krankheit kommt es zu ständigem Erbrechen und schweren Durchfällen – die Katzen verlieren enorme Mengen an Flüssigkeit und trocknen rasch aus. Erschwerend kommt hinzu, dass die Parvoviren die Abwehrzellen des Körpers zerstören – das Immunsystem funktioniert nur noch mit einem Bruchteil seiner Kraft und ist der Invasion andere Krankheitserreger schutzlos ausgeliefert. Auch gegen Parvoviren gibt es noch kein Medikament. Es sollte versucht werden die Katze über Tropf-Infusionen mit genügend Flüssigkeit zu versorgen, damit ihr Kreislauf nicht zusammenbricht. Außerdem wird angestrebt, das Erbrechen mit entsprechenden Medikamenten zu stoppen. Um bakteriellen Infektionen oder bereits vorhandene Infektionen zu bekämpfen, werden der Katze Antibiotika verabreicht. Dies geht am Anfang nur mit Spritzen, weil die parvovirosekranke Katze Tabletten nicht bei sich behalten kann. Übersteht die Katze eine Parvovirose, kann sie wieder ganz gesund werden. Nur in einigen Fällen ist die Darmschleimhaut so geschädigt, dass die Katze ihr Leben lang unter Durchfällen zu leiden hat. Auch gegen die Parvoviren kann und sollte man vorbeugend impfen.

Leukose - eine Krankheit mit vielen Gesichtern

Leukose ist eine Krankheit des Abwehrsystems der Katze, die von Viren (den Felinen Leukoseviren, FeLV) verursacht wird. Eine Infektion mit diesen Viren führt nicht zwangsläufig zur Erkrankung. Man schätzt, dass bis zu 70 % der Freiläufer in Ballungszentren Kontakt mit dem Virus hatten, aber nur 2- 6 % dieser Katzen tatsächlich krank werden. Bricht die Krankheit jedoch in ihrem Vollbild aus, führt sie unabwendbar zum Tode der Katze – die Symptome können höchstens gelindert und das Sterben der Katze hinausgezögert werden.

Leukoseviren gehören zu den sogenannten Lentiviren, zu den langsamen (lenti = langsam) Viren. Das macht sie besonders heimtückisch. Entwickelt sich aus der Infektion eine Erkrankung kommt es etwa zwei bis sechs Wochen nach der Infektion zu den ersten Symptomen. Die Katze leidet je nach Schweregrad der Erkrankung mehr oder weniger an Fieber, Schwäche, Appetitlosigkeit. Nach diesem Stadium auch Primärphase genannt, können einige Katzen die Viren noch überwinden. Viele Tiere jedoch können die Viren nun nur noch in Schach halten und es ist nur eine Frage der Zeit und der Umstände bis die zweite Phase der Krankheit beginnt. Die Katze kann lange Zeit völlig gesund erscheinen, obwohl sie die Viren in sich trägt.

In der zweiten Phase sind die Symptome äußerst unterschiedlich. 20 - 25 % der Katzen leiden unter Tumoren der Organe des Abwehrsystems vor allem der Lymphknoten. Beim Großteil der Patienten äußert sich die Krankheit jedoch mit ganz verschiedenen Symptomen, die aber auf das geschädigte Immunsystem hinweisen. Es kommt zu schlecht heilenden Wunden, immer wieder auftretenden Zahnfleisch- und Ohrentzündungen, chronischen Durchfällen, Entzündungen der Augen und der Nieren, sowie Schädigungen des Nervensystems. Betroffene Katzen haben häufig ein mattes ungepflegtes Fell. Mit dem Fortschreiten der Krankheit werden die Tiere immer schwächer und anfälliger für andere Infektionen. Da sie sich mit ihrem geschädigten Immunsystem nicht mehr gegen sie wehren können, sterben sie früher oder später an einer dieser Infektionen.

Übertragen werden die Viren hauptsächlich beim direkten Kontakt mit infizierten Katzen. Der Speichel ist die Hauptinfektionsquelle – gefährlich sind also vor allem Bissverletzungen und gegenseitiges Belecken. Die Viren können sich aber auch im Kot, Urin und in der Muttermilch befinden. In der Außenwelt überlebt das Virus nur kurze Zeit, die Gefahr einer Übertragung durch gemeinsame Futter- oder Tränkgefäße, die Katzentoilette oder Liege und Ruheplätze ist also gering aber nicht völlig auszuschließen.

Mittlerweile gibt es Impfungen gegen die Leukoseviren. Katzenhalter, deren Katzen nach draußen dürfen oder die Kontakt zu anderen Katzen haben (z.B. Aufenthalt in einer Katzenpension in Ferienzeit) sollten sich dringend beraten lassen. Wir finden mit Ihnen gemeinsam die beste Lösung.

Magen-Darm-Erkrankungen

Alptraum Darmverschluss

Ein Darmverschluss (Ileus) ist jede Einengung oder Verlegung des Darmschlauchs, die den Weitertransport des Nahrungsbreis behindert oder unmöglich macht. Bei einem unvollständigen Darmverschluss können Teile des Nahrungsbreis das Hindernis im Darm noch passieren. Bei einem vollständigen Darmverschluss geht nichts mehr.

Ganz unterschiedliche Gründe können zu einem Darmverschluss führen. Verschluckte Fremdkörper können den Darm genauso verschließen wie Würmer. Auch Einschnürungen durch Narben können den Darmschlauch einengen. Bei einem gesunden Tier schieben die Eigenbewegungen des Darmes den Nahrungsbrei weiter. Störungen der Nerven, die diese Bewegungen steuern, haben zur Folge, dass der Nahrungsbrei nicht weitertransportiert wird, sondern einfach liegen bleibt. Hin und wieder können sich auch Darmteile ineinander schieben oder verschlingen, so dass sich der Darm selbst einengt.

Ein vollständiger Darmverschluss ist ein Notfall, der unbehandelt binnen Stunden zum Tode des Tieres führen kann. Zeigt ihr Tier auch nur eines der folgenden Symptome, müssen Sie sofort einen Untersuchungstermin vereinbaren: anhaltendes Erbrechen, Schmerzen beim Berühren des Bauches, verspannte, harte Bauchdecken, Schwäche, hochrote Schleimhäute (z. B. Maulschleimhaut), Fieber oder Untertemperatur, Herzrasen, schnelle, flache Atmung. Für eine rasche und erfolgreiche Diagnose und Behandlung brauchen wir von Ihnen folgende Informationen:

Welche Symptome genau zeigt ihr Tier? Wie lange bestehen diese Symptome schon? Wann hat Ihr Tier das letzte Mal Kot abgesetzt? Und wie sah dieser aus? Wie sah das Erbrochene aus? (Am besten bringen Sie eine Probe davon mit.) Ist es möglich, dass Ihr Tier einen Fremdkörper verschluckt hat? Wenn ja, um was für einen Gegenstand könnte es sich handeln? Besonders gefährlich sind Angelhaken mit Schnur oder Nadel und Faden. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Tier etwas in dieser Art verschluckt hat, teilen Sie es uns unbedingt mit. Bei einem vollständigen Darmverschluss muss häufig sofort operiert werden um das Tier zu retten.

Ein unvollständiger Darmverschluss, z. B. durch eine Engstelle, die durch eine Narbe oder durch das Ineinanderschieben von Darmteilen entstanden ist, verläuft oft schleichend mit anfangs schwachen Symptomen. Das Tier hat wechselnden Appetit, erbricht sich immer mal wieder, kann Durchfall haben und wirkt häufig gedämpft und lustlos. Auffallend ist der zunehmende Konditions- und Gewichtsverlust innerhalb von zwei bis drei Wochen. Je früher man den Darmverschluss entdeckt und behandelt desto besser. Denn auch der unvollständige Darmverschluss kann gravierende Folgen haben. Vor der Engstelle können z. B. Druckstellen entstehen, die das Absterben eines Darmteiles zur Folge haben und zum lebensbedrohlichen Riss der Darmwand führen. Daher: Sollte Ihnen an Ihrem Tier irgendetwas Ungewöhnliches auffallen, wenden Sie sich immer an uns – lieber einmal zuviel, als einmal zuwenig.

Durchfall – ein Symptom für viele Krankheiten

Durchfall ist keine Krankheit sondern ein Symptom. Er kann viele Ursachen haben: Von einer harmlosen Verdauungsstörung über einen Parasitenbefall oder einer Vergiftung bis zur lebensbedrohlichen Virusinfektion ist alles drin. Während man mit Jungtieren bei Durchfall sofort den Tierarzt aufsuchen sollte, denn die Kleinen verlieren schnell zuviel Flüssigkeit, kann man es bei ausgewachsenen Tieren erst einmal mit einem Tag fasten probieren. Danach füttert man das Tier mit kleinen Portionen Schonkost. Schonkost für den Darm können Sie aus Reis, Magerquark, gekochtem Hühnerbrustfleisch ohne Haut und einer kleinen Prise Salz selbst zubereiten oder fertig kaufen.

Vorraussetzung für diesen Behandlungsversuch zu Hause ist, dass das Tier abgesehen vom Durchfall keine weiteren Symptome zeigt und es einen munteren und gesunden Eindruck macht. Auf keinen Fall sollten Sie Ihrem Tier Medizinalkohle oder ein stopfendes Medikament aus Ihrer Hausapotheke geben. Sie verschleiern damit das Symptom „Durchfall“, verschlimmern aber eventuell die zugrunde liegende Krankheit. Denn Durchfall kann auch eine Selbstschutz-Aktion des Körpers sein: Durch den Durchfall wird der Darm rasch von schädigenden Substanzen oder Krankheitserregern befreit.

Hört der Durchfall nach dem Fasttag nicht auf, oder tritt er kurze Zeit später wieder auf, müssen Sie mit dem Tier zu uns kommen. Außerdem sollten Sie uns bei folgenden Symptomen so schnell wie möglich aufsuchen: Fieber, das Tier wirkt schwach und apathisch, Appetitlosigkeit, blasse Schleimhäute, Blut im Stuhl oder schwarzer Stuhl, Erbrechen, Bauchschmerzen (erkennt man an der verspannten Haltung).

Sie erleichtern uns die detektivische Suche nach der Ursache des Durchfalls, wenn Sie eine möglichst frische Kotprobe mitbringen. Wichtig für eine rasche Diagnose sind auch folgende Informationen: Seit wann besteht der Durchfall, traten noch andere Symptome auf, wie wird das Tier gefüttert, hatte es Kontakt zu anderen Tieren, sind andere Tiere auch krank, wie halten Sie Ihr Tier, hatte es schon öfter Verdauungsstörungen, gab es in der letzten Zeit Veränderungen?

Bei schweren oder länger anhaltenden Durchfällen ist der Ersatz von Flüssigkeit und Mineralstoffen, den Elektrolyten, sehr wichtig. Es gibt Elektrolytlösungen in Pulverform, die sie einfach anrühren können und Ihrem Tier zu trinken geben können. Um den Darm zu entlasten sollten Sie Schonkost füttern, solange das Tier Symptome zeigt. Besteht der Durchfall über einen längeren Zeitraum sollten Sie fertige Schonkost verwenden, denn die selbst zubereitete Kost ist auf lange Sicht zu einseitig. Und natürlich sollten Sie Ihrem Tier konsequent die verschriebenen Medikamente geben. Sollten Sie weitere Fragen zu Durchfall oder anderen Verdauungsstörungen haben, beraten wir Sie gerne.

Durchfällen vorbeugen

Viele Durchfälle bei Hund und Katze entstehen durch Fehler bei der Fütterung. Kuhmilch z. B. führt bei beiden Tierarten häufig zu Verdauungsstörungen. Das liegt manchmal an den speziellen Proteinen (Eiweißen) der Kuhmilch, meist jedoch an dem Kohlenhydrat Milchzucker, der Laktose. Jungtiere besitzen das Ferment Laktase, mit dessen Hilfe sie den Milchzucker verdauen können. Ausgewachsenen Tieren fehlt in der Regel dieses Ferment. Der unverdaute Milchzucker zieht Wasser in den Darm. Das macht den Kot weich und flüssig. In Maßen genossen schadet Milch jedoch nicht, die meisten Hunde vertragen bis zu 20ml Milch pro kg Körpergewicht pro Tag. Katzen sind wesentlich empfindlicher. Kondensmilch enthält übrigens noch mehr Milchzucker, während Quark, Käse und andere gesäuerte Milchprodukte bekömmlicher sind.

Eine ähnliche Wirkung wie Milchzucker haben auch andere Kohlenhydrate. So z. B. die Kohlenhydrate, die in Erbsen und Bohnen enthalten sind. Beide Hülsenfrüchte dürfen übrigens nie roh verfüttert werden, da sie Gifte enthalten, die nur durch Kochen zerstört werden. Viele Hunde lieben Bananen. In großen Mengen lösen sie jedoch aufgrund der in ihnen enthaltenen Stärke Durchfall aus. Gekocht oder gebraten übrigens nicht – das Erhitzen macht die Bananenstärke besser verdaulich. Auch die beliebten Möhren sind in dieser Hinsicht nicht ohne: Mehr als 15g frische Ware pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag sind dem Verdauungstrakt der meisten Hunde zuviel. Von süßem Obst wie Äpfeln und Birnen sollte ein Hund nicht mehr als 10g pro Kilogramm Körpergewicht erhalten. Pflaumen haben-wie vom Menschen bekannt - eine noch stärkere „Durchschlagskraft“.

Schlachtabfälle, die größtenteils aus Bindegewebe bestehen, wie z. B. Lungen, Euter, Sehnen, Knorpel usw., sind schwer verdaulich. Neben Blähungen können sie auch Durchfälle verursachen. Rohes Eiklar enthält einen Stoff, der die Verdauung von Eiweißen aus der Nahrung behindert. Die unverdauten Eiweiße vergären im Darm und führen zu Durchfällen. Es gibt natürlich auch individuelle Futterunverträglichkeiten, was der einen Katze bekommt, kann der anderen schaden – genauso verhält es sich auch beim Hund.

Neben Nahrungsbestandteilen können auch Fehler in der Lagerung des Futters und der Art der Fütterung Durchfälle verursachen. Lassen Sie Feuchtfutter niemals länger als eine halbe Stunde im Napf stehen – denn insbesondere im Sommer kann das Futter leicht verderben. Trockenfutter kann von Milben und Schadinsekten befallen werden. Nimmt das Tier diese mit dem Futter auf, können schwere Verdauungsstörungen und Allergien entstehen. Kontrollieren Sie daher regelmäßig ihr Futtervorräte auf Schädlingsbefall oder Verunreinigungen. In überlagerten oder falsch gelagerten Futtermitteln können sich Schadstoffe entwickeln. Beachten Sie bei Lagerung des Futters die Angaben des Herstellers. Wechseln Sie nie abrupt das Futter – die Verdauung ist ein „Gewohnheitstier“ – und reagiert auf plötzliche Veränderungen mit Störungen. Daher sollten Sie auch immer feste Futterzeiten einhalten. Wenn Magen und Darm „wissen, wann es was zu futtern gibt“, stellen sie sich darauf ein und können ihre Verdauungsarbeit besser tun. Die richtige Ernährung beugt vielen Krankheiten vor – wir beraten Sie gerne auch individuell zum Thema „Richtige Ernährung“.

Erbrechen: Ein Schutzreflex

Das Erbrechen ist ein Reflex um den Magen rasch zu entleeren. In vielen Fällen ist das sinnvoll, z. B. wenn sich Gift, Krankheitserreger oder Parasiten im Magen befinden. Bei einer Magenüberladung entlastet das Erbrechen den Verdauungstrakt. Auch bei Entzündungen des Magen-Darm-Traktes kommt es zum Erbrechen. Erbrechen kann aber auch von Störungen des Nerven- oder Sinnessystems ausgelöst werden, wie z. B. bei der Seekrankheit. Außerdem gehen unzählige Krankheiten, wie z. B. Nierenschäden, Infektionskrankheiten, Leberentzündungen, Darmverschluss und viele andere, mit Erbrechen einher.

Hund und Katze erbrechen häufiger und leichter als der Mensch. Wenn Ihr Tier nur ein bis zweimal täglich erbricht, dieses Symptom nicht länger als insgesamt zwei Tage auftritt und das Tier ansonsten einen munteren und gesunden Eindruck macht, handelt es sich in der Regel um eine leichte Magenverstimmung. Lassen Sie Ihr Tier einen Tag fasten und füttern Sie ihm an den folgenden Tagen Schonkost in mehreren kleinen Portionen. Die Magenschonkost können Sie aus weich gekochtem Reis, gekochter Hühnerbrust und etwas Magerquark selbst zubereiten oder auch fertig kaufen. Nach ein paar Tagen dürfte das Problem vergessen sein. Auf keinen Fall sollten Sie Ihrem Tier ohne tierärztlichen Rat ein Anti-Brech-Mittel verabreichen. Sie unterdrücken damit nur das Symptom „Erbrechen“. Steckt eine ernsthafte Erkrankung hinter dem Erbrechen, können Sie die Krankheit so verschleppen und damit verschlimmern.

Zum Tierarzt müssen Sie, wenn das Tier häufiger erbricht, das Erbrechen länger als ein bis zwei Tage andauert oder nach einer kurzen Pause sofort wiederauftritt und wenn es weitere Symptome zeigt. Wenn Sie nur eines der folgenden Symptome an Ihrem Tier registrieren, handelt es sich um einen Notfall, der unverzüglich tierärztlich untersucht und behandelt werden muss: Das Tier hat an einem Tag mehr als fünfmal erbrochen, hat Bauchschmerzen (es ist dort berührungsempfindlich, sieht sich nach seinem Bauch um, nimmt eine verkrampfte Haltung ein), es trinkt entweder sehr viel oder gar nichts, seine Hinterbeine wirken „wackelig“, es macht einen geschwächten Eindruck, es kann keinen Kot absetzen oder hat Durchfall, im Erbrochenen befindet sich frisches Blut oder es sieht aus wie Kaffeesatz. Sie müssen Sie auch sofort zu uns, wenn Sie den Verdacht haben, dass das Tier Gift aufgenommen hat.

In diesem Fall sollten Sie die giftige Substanz oder Pflanze zu uns mitnehmen. Sinnvoll ist es auch Erbrochenes zur Untersuchung zu bringen. Es kann dazu beitragen die Ursache für das Erbrechen zu finden. Tatsächlich sind manchmal umfangreiche Untersuchungen (Blutanalyse, Röntgen, Ultraschall, Endoskopie, ja sogar eine diagnostische Öffnung des Bauches) nötig um der Grunderkrankung auf die Spur zu kommen. Doch nur wenn die Ursache eindeutig festgestellt wird, kann dem Tier gezielt geholfen werden. Im Falle eines Falles werden wir Ihnen jeden unsrer Schritte erklären. Und auch sonst fragen Sie! Wir beraten Sie gerne.

Verstopfung: Ein häufiges Problem bei Katzen

Insbesondere ältere Katzen neigen zur Verstopfung, d. h. zur Bildung harten Kotes, den sie nicht ohne Schwierigkeiten absetzen können. Katzen haben schon von Natur aus relativ harten, trockenen Kot. Denn ihre Vorfahren stammen aus Halbwüsten und Steppen. In dieser trockenen und heißen Umgebung ist es lebenswichtig für die Bewohner soviel Wasser, wie möglich zu sparen. Katzen tun dies unter anderem, indem sie ihrem Kot soviel Wasser wie möglich entziehen und es wieder dem Körper zuführen.

Wird dieser natürliche Wasserentzug noch durch andere geringfügige Faktoren verstärkt, entsteht leicht eine Verstopfung. Diese ist nicht nur quälend für das Tier – wer je schon einmal aus diesem Grund die Toilette „gehütet“ hat, weiß wie quälend und schmerzhaft eine Verstopfung sein kann – sie kann auch zu einer Erweiterung des Enddarms führen. Die wiederum den normalen Kotabsatz erschwert und damit zwangsläufig weitere Verstopfungen zur Folge hat.

Das ist nur ein Grund, warum Sie mit Ihrer verstopften Katze umgehend zu uns kommen sollten. Der andere Grund ist, dass sich der berüchtigte Steinkot bilden kann. Denn je länger der Kot im Darm verweilt, desto mehr Wasser wird ihm entzogen – er wird immer härter. Dieser Steinkot kann dann oft nur noch durch eine Operation aus dem Darm entfernt werden. Kommt die Katze hingegen rechtzeitig zur Behandlung, kann er den Kot meist durch Klistiere ausgespült werden.

Die Ursachen für eine Verstopfung sind manchmal nicht leicht zu ermitteln. An erster Stelle stehen ein ungeeignetes Futter (Rohfasermangel), eine zu geringe Wasseraufnahme und zu wenig Bewegung. Katzen sind zwar hochspezialisierte Fleischfresser doch ein wenig pflanzliche Rohfaser sollte auch ihr Futter enthalten. Schließlich frisst die Katze immer die ganze Maus, also auch deren Magen und Darm samt Inhalt – der Pflanzennahrung des Nagers. Bei häufigen Verstopfungen sollten Sie daher Ihrer Katze ein Produkt mit einem etwas höheren Rohfaseranteil füttern. Doch nicht jede Katze akzeptiert dies und nicht jede Rohfaser eignet sich gleich gut. Cellulose kann selbst zu Verstopfungen führen. Besser wirken Guar oder Pektin. Zur Vorbeugung können Sie Ihrer Katze auch ein mildes Abführmittel geben; wir haben die entsprechenden Präparate. Die Wasseraufnahme können Sie mit folgenden Tricks erhöhen: Stellen Sie Wasserschüssel und Futternapf nicht nebeneinander sondern entfernt voneinander auf – die meisten Katzen bevorzugen eine Trennung von Futterstelle und Tränke. Außerdem ist den Samtpfoten abgestandenes Wasser lieber als frisches Leitungswasser. Ältere Katzen sollten Sie häufig zum Spielen animieren – denn Bewegungsmangel führt zur Darmträgheit.

Außer diesen drei Gründen kann es noch andere Ursachen für Verstopfungen geben. Beckenverformungen, Narben, Nervenschäden und bei Katzen auch psychische Probleme können den Kotabsatz be- und verhindern. Schließlich kann auch eine Abneigung gegen die Katzentoilette die Katze veranlassen die Toilette zu selten aufzusuchen – der zurückgehaltene Kot wird dann hart und sorgt für eine Verstopfung. Bei der Aufklärung der Ursachen für eine Verstopfung ist oft detektivischer Spürsinn gefragt – Mit unserer Erfahrung helfen wir Ihnen gerne weiter.

Parasitäre Erkrankungen

Auch Wohnungskatzen können Würmer haben

Würmer gehören zu den Endoparasiten, das sind Schmarotzer, die im Körper ihres Wirte leben. Einer gesunden und ausgewachsenen Katze sieht man in der Regel nicht an, dass sie verwurmt ist. Bei einem Jungtier, einem geschwächten Tier oder wenn die Würmer in großer Zahl bei ihrem Wirt schmarotzen, können mehr oder weniger schwere Symptome auftreten. In Mitteleuropa befallen Würmer meist den Verdauungstrakt der Katze. Doch es sind auch Infektionen der Lunge, des Herzens und der Leber möglich, wenn sie auch selten sind.

Am häufigsten kommt es zu Spulwurminfektionen. Tatsächlich können auch Katzen, die die Wohnung nie verlassen, Spulwürmer haben. Das liegt zum einen daran, dass sie bereits als Kätzchen durch die Muttermilch mit ihnen infiziert wurden und zum anderen daran, dass Spulwurmeier mit den Schuhen in die Wohnung getragen werden können. Spulwürmer leben im Darm der Katze und schaden ihr hauptsächlich durch Nahrungskonkurrenz: Sie entziehen der Nahrung der Katze wertvolle Nährstoffe und verursachen dadurch Mangelerscheinungen wie z. B. ein stumpfes und struppiges Fell, Abmagerung oder Wachstumsstörungen. Sie können aber auch die Ursache von Durchfällen und heftigen Bauchschmerzen sein. Spulwürmer müssen konsequent bekämpft werden, weil sie auch den Menschen befallen können und insbesondere für kleine Kinder eine echte Gefahr darstellen.

Von den anderen Wurmarten sind in der Regel nur Freilaufkatzen betroffen. Zu den wichtigsten Würmern zählen die Hakenwürmer, der Gurkenkern-Bandwurm, der Katzenbandwurm und der Kleine Fuchsbandwurm. Die Hakenwürmer können als Wurmlarven die Haut sowohl der Katze als auch des Menschen durchdringen. Bei der Katze wandern sie durch den Körper in den Darm, beim Menschen verursachen sie eine Hautentzündung. Die Katze kann aber auch Hakenwürmer mit kleinen Beutetieren aufnehmen. Zusätzlich zur Nahrungskonkurrenz schaden sie der Katze auch dadurch, dass sie die Darmschleimhaut verletzen und zu einem steten Blutverlust führen. Bei Jungtieren kann es dadurch zu einer schweren Blutarmut kommen.

Der Gurkenkern-Bandwurm wird durch Flöhe übertragen. Auch er ist ein Nahrungskonkurrent, doch schadet er der Katze selten – aber auch er kann auf den Menschen übertragen werden und sollte daher zusammen mit den Flöhen bekämpft werden. Mit den anderen Bandwürmer steckt sich die Katze über den Verzehr rohen Fleisches an. Vor allem Mäuse und andere kleine Nager sind die Überträger dieser Parasiten. Erfolgreiche Mäusefängerinnen sollten daher regelmäßig entwurmt werden. Insbesondere, weil sie sich mit dem Kleinen Fuchsbandwurm infizieren können. Dieser Schmarotzer ist für die Katze in der Regel ungefährlich, für den Menschen aber kann er tödliche Folgen haben.

Wichtig für eine erfolgreiche Entwurmung ist, dass die Katze gezielt entwurmt wird. So nützen Medikamente gegen Spulwürmer nichts gegen einen Befall mit Bandwürmern und umgekehrt. Fragen Sie uns welche Art der Entwurmung für Ihre Katze sinnvoll ist – Wir beraten Sie gerne.

Grabmilben verursachen die Räude

Räude ist keine Schande, sondern eine Hautkrankheit, die von bestimmten Milben, den Grabmilben, verursacht wird. Übertragen werden die Milben beim direkten Kontakt von Tier zu Tier, z. B. beim Spielen. Sehr selten „holt“ sich das Tier die Milben aus einer verseuchten Umgebung. Auch der Mensch kann sich mit Tiermilben infizieren – bei ihm kommt es zu einer stark juckenden Hautentzündung, der Scheinräude. Bei einer Infektion des Menschen mit Menschenmilben spricht man von der „Krätze“.

Die Milbenweibchen bohren Gänge in die Haut. In diese Bohrgänge legen sie ihre Eier, aus denen sich in ca. drei Wochen neue Milben bilden. Durch das Bohren lösen sie eine schwere Hautentzündung und starken Juckreiz aus. Sehr häufig ist die sogenannte Ohrräude. Spezielle Milben nisten sich im Gehörgang des Tieres ein und verursachen dort schwere Ohrentzündungen. Die meisten Grabmilben bevorzugen die zarte Haut am Kopf, den Ohren, am Unterbauch und an den Schenkelinnenflächen. An diesen Stellen zeigen sich auch die ersten Symptome: Heftiger Juckreiz, Knötchen, Rötungen, Pusteln und Schuppen. Später kommt es zu einer Verdickung der Haut, zu einem mottenfraßähnlichen Haarausfall und es bilden sich tiefe Hautfalten.

Diese Symptome können aber auch auf andere Hautkrankheiten hinweisen. Unter anderem können auch Raubmilben ein ähnliches Krankheitsbild verursachen. Eine Infektion mit Raubmilben ist leichter zu behandeln als eine mit Grabmilben. Um eine sichere Diagnose zu stellen, entnimmt der Tierarzt an möglichst vielen Stellen ein sogenanntes Hautgeschabsel. Dazu schabt er mit einem Skalpell solange über die Haut bis die Stelle blutet. Die abgeschabte Probe untersucht er unter dem Mikroskop.

Hat das Tier Milben, müssen Sie sich auf eine langwierige Behandlung einstellen. Das Tier und häufig auch alle anderen Tiere im Haushalt müssen über Wochen mit speziellen Lösungen gewaschen werden. In einigen Fällen hilft auch eine Therapie mit einem Medikament, dass die Milben abtötet. Aber auch dieses Medikament muss das Tier über einen längeren Zeitraum bekommen. Dabei kann es während der Therapie noch einmal zu heftigem Juckreiz kommen, wenn die Milben absterben.

Wichtig ist auch die Reinigung und Desinfektion der Umgebung und aller Gegenstände, mit denen das Tier häufig Kontakt hat. Textilien sollten Sie auskochen, Utensilien, die sie nicht gründlich reinigen können, möglichst wegwerfen. Gegenstände, die Sie nicht vernichten wollen, sollten Sie über mindestens drei Wochen an einem Ort aufbewahren, zudem kein Tier Zugang hat. (Nach etwa drei Wochen können Sie davon ausgehen, dass die Milben gestorben sind.)

Gerade bei der Räude lohnen sich Geduld und Konsequenz. Ist die Krankheit noch nicht zu weit fortgeschritten, heilt sie mit der richtigen Behandlung gut ab.

Pilze - die Hornfresser

Hautpilze sind zwar keine Tiere, doch man kann sie ohne weiteres zu den Parasiten zählen. Denn sie leben von einem tierischen oder menschlichen Wirt. Sie ernähren sich von dem Horn, aus dem die oberste Hautschicht und die Haare bestehen. Um das Horn aus diesen Geweben zu lösen, setzen sie Enzyme, aggressive, biochemische Substanzen, ein. Dabei zerstören sie die Struktur der Haut und der Haare.

Bei einer klassischen Pilzinfektion bricht das Haar kurz nach seinem Austritt an die Hautoberfläche ab („scherende Flechte“). Es entstehen kreisrunde bis ovale, kahle Stellen im Fell. An den Rändern dieser Kahlstellen sieht man oft einen roten Wall („Ringflechte“), ein Zeichen für eine Entzündung der Haut. Je nach Schwere der Hautentzündung kann es zu Schuppenbildung, Verdickungen und Verfärbungen der Haut kommen. Juckreiz tritt selten auf. Die von den Pilzen geschädigte Haut ist gegenüber anderen Krankheitserregern wehrlos. Und so wird die Pilzinfektion häufig von bakteriellen Infektionen begleitet und kompliziert.

Mit Hautpilzen anstecken kann sich der Hund überall. Die Pilzsporen können jahrelang ohne Wirt überleben. Doch nicht jede Katze wird krank. Tatsächlich erkranken meist junge Tiere, Hunde mit einem geschwächten Immunsystem oder alte Tiere. Auch eine falsche Ernährung, der Befall mit Flöhen, Würmern oder anderen Parasiten oder eine mangelhafte Pflege machen den Pilzen die Infektion leicht. Langhaarige Hunde werden häufiger „Pilzopfer“ als Tiere mit einem kurzen Fell.

Ausgewachsene Tiere mit Hautpilzen zeigen meist nur sehr schwache Symptome: Ihr Fell wirkt schütter und stumpf – manchmal sehen sie aus, als hätte man sie mit Mehl bestäubt. Nicht selten sind sie sogar völlig symptomfrei. Sie sind dann eine stete Infektionsquelle für andere Hunde, aber auch andere Tiere und den Menschen. Denn Pilze sind nicht wählerisch – sie befallen Mensch und Tier gleichermaßen. Daher müssen sie auch bei scheinbar gesunden Tieren bekämpft werden.

Die Behandlung von Hautpilzerkrankungen ist langwierig und aufwändig. Meist müssen alle Tiere im Haushalt behandelt werden. Die Tiere erhalten Medikamente über mindestens 4 – 6 Wochen und müssen 1 - 2 mal wöchentlich mit Anti-Pilz-Mitteln gewaschen oder besprüht werden. Bei Pilzinfektionen des Krallenbettes können Behandlungen von über einem halben Jahr nötig sein. Das Fell langhaariger Hunde sollte gekürzt werden. Außerordentlich wichtig ist die mehrmalige gründliche Reinigung und Desinfektion aller Räume, in denen sich die Tiere aufhalten und aller Utensilien, mit denen sie Kontakt haben. Gegenstände, die nur einen geringen Wert haben, sollten Sie entsorgen. Textilien, Bürsten und Kämme können Sie auskochen.

Jeder Haushalt ist unterschiedlich, scheuen Sie sich nicht uns um Rat zu fragen, wenn sie ein besonderes Problem bei der Reinigung oder Desinfektion haben. Die Medikamente gegen die Pilze können Nebenwirkungen verursachen – bitte wenden Sie sich sofort an uns, wenn Ihnen etwas Ungewöhnliches an Ihren Tieren auffällt. Und nicht zuletzt: Wir beraten Sie auch gerne zu allen Fragen, die die Haltung und Ernährung Ihrer Tiere betreffen. Denn bei Tieren in Topform haben Pilze kaum eine Chance.

Schluss mit dem Flohzirkus!

So putzig ein Flohzirkus sein mag, in den eigenen vier Wänden möchte man diese Insekten nicht haben. Flöhe sind blutsaugende Parasiten, deren Stiche stark jucken. Der Juckreiz lässt die betroffenen Tiere nicht mehr zur Ruhe kommen und schwächt sie dadurch. Außerdem können Flöhe Hautentzündungen verursachen, Allergien auslösen und Bandwürmer übertragen. Bei einem Massenbefall können sie bei Jungtieren sogar zur Blutarmut führen.

Nur die erwachsenen Flöhe leben auf dem Tier. Eier, Larven und Puppen - der Flohnachwuchs - befinden sich in der Umgebung des Tieres: Im Teppichboden, auf dem Tierlager, in den Autopolstern, eben überall dort, wo das Tier länger verweilt. Da ein Flohweibchen im Laufe seines Lebens rund 2000 Eier legt, rechnet man dass etwa 95% der Flohpopulation sich nicht auf dem Tier sondern in seinem im Umfeld aufhält. Und zwar das ganze Jahr – Der Flohnachwuchs entwickelt sich in beheizten Räumen auch im Winter prächtig.

Flohbefall können Sie einfach feststellen. Kämmen Sie Ihr Tier auf einer hellen Unterlage. Rieseln dabei braune Krümel auf die Unterlage, machen Sie den Flohtest: Legen Sie die braunen Krümel auf ein feuchtes, weißes Papiertaschen- oder Küchentuch – färben sich die Krümel dann rot, handelt es sich um Flohkot und Ihr Tier hat Flöhe.

Neben der Vernichtung der Flöhe auf dem Tier, muss seine Umgebung entfloht werden. Das bedeutet aber nicht, dass Sie Ihre ganze Wohnung mit Chemikalien verseuchen müssen. Ein guter Staubsauger und strategisches Denken helfen Ihnen weiter. Teilen Sie die Wohnung in Problemzonen ein. Orte, an denen sich Ihr Tier häufig aufhält, müssen Sie regelrecht entseuchen. Fußböden in diesen Bereichen sollten Sie öfter als sonst reinigen - widmen Sie dabei schwerzugänglichen Ecken und Ritzen besondere Aufmerksamkeit. Teppiche behandeln sie mit Teppichreinigern und sprühen Sie evtl. mit einem Insektizid ein. Waschen Sie die Decken des Tierlagers. Weidenkörbchen oder ähnliche schwer zureinigende Gegenstände sollten Sie entweder wegwerfen oder chemisch behandeln. Vergessen Sie auch die Polstermöbel und die Autopolster nicht – gerade dort sitzt oft eine stille Reserve hungrigen Flohnachwuchses. Und zwar lange: Verpuppte Flöhe können spielend ein halbes Jahr ohne Blutmahlzeit überleben. Meist müssen Sie diese Reinigung mehrmals wiederholen, denn der Flohnachwuchs kann sich hervorragend verstecken.

Bereiche in der Wohnung, zu denen das Tier Zugang hat, aber wo es nicht lange bleibt, sollten auch öfter als gewöhnlich gereinigt werden – der Einsatz von Chemikalien ist hier aber nicht unbedingt notwendig. Orte, schließlich, an denen Ihr Tier nie oder selten ist, putzen Sie wie gewohnt.

Am besten beugt man dem Flohbefall vor. Möglichkeiten, gibt es viele: Neben Präparaten, die die erwachsenen Flöhe töten, sind auch Mittel erhältlich, die verhindern, dass sich aus den Floheiern lebensfähiger Nachwuchs entwickelt. Wir beraten Sie gerne sowohl bei der Bekämpfung schon vorhandener Flöhe als auch beim vorbeugenden Flohschutz.

Zecken - Blutsauger im Gebüsch

Die häufigste Zeckenart im deutschsprachigen Raum ist der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). Diese Zecke hält sich bevorzugt im Gebüsch oder Unterholz lichter Mischwälder oder im hohen Gras auf. Im Spätherbst verkriecht sich der Holzbock in die Erde und fällt dort in eine Winterstarre. Sobald es wieder konstant wärmer wird, etwa im April, beginnt die erste Zeckensaison, die ihren Höhepunkt im Mai oder Juni erreicht. Im Hochsommer geht die Anzahl der Zecken wieder drastisch zurück. Aber im Spätsommer bzw. Herbst ist wieder Zeckenzeit, die bei mildem Wetter bis November dauern kann.

Die Zecken klettern auf Gräser oder Büsche bis auf eine Höhe von 1,50 m und warten dort auf ihre Opfer. Sie sind dabei wenig wählerisch – alle warmblütigen Tiere also auch der Mensch werden befallen. Entert die Zecke einen geeigneten Wirt, bohrt sie ihren speziellen Saugrüssel tief in seine Haut und saugt sein Blut. Damit der Wirt nichts von dem Blutsauger bemerkt und ihn ausreißt, enthält der Zeckenspeichel einen betäubenden Stoff. Außerdem löst dieser Speichel auch das Gewebe auf und verhindert die Blutgerinnung, damit der Blutfluss nicht aufhört.

Wenn Sie eine festgesaugte Zecke entdecken, entfernen Sie sie mit einer drehenden Bewegung. Bitte träufeln Sie auf gar keinen Fall Klebstoff, Öl oder Nagellackentferner auf die Zecke.

Um einen Befall mit Zecken vorzubeugen, gibt es bei uns verschiedene Präparate. Alle diese Anti-Zeckenmittel sind hochwirksam, trotzdem werden Sie immer wieder festsitzende Zecken in der Haut Ihres Tieres entdecken. Diese Zecken sind aber schon abgestorben. Die Art der Anwendung vom Halsband über Sprays zu Spot-on Präparaten, die man auf die Haut des Tieres tropft, ist unterschiedlich. Wir beraten Sie gerne, welches dieser Präparate sich für die individuellen Ansprüche Ihres Tieres am besten eignet.

Zähne

Gesundheitsrisiko Zahnstein

Zahnstein ist nicht nur ein Schönheitsfehler, sondern gefährdet die Gesundheit von Hund und Katze. Denn auf seiner rauen Oberfläche bietet er gefährlichen Bakterien einen idealen Lebensraum. Die Bakterien produzieren Giftstoffe, die das Zahnfleisch angreifen. Es kommt zu Entzündungen und zum Schwund des Zahnfleischs. Zwischen Zahn und Zahnfleisch können tiefe Taschen entstehen. Mit der Zeit zerstören die Bakterien den Zahnhalteapparat und der Zahn fällt aus. Doch die Gifte der Bakterien wirken nicht nur im Maul des Tieres, sie können auch Herz, Leber und Nieren schädigen und so zu lebensbedrohlichen Krankheiten führen. Daher muss Zahnstein regelmäßig entfernt werden. Der Zahnstein wird mit Hilfe von Ultraschall schonend beseitigt. Die anschließende Politur sorgt für glatte Zahnoberflächen, so dass die Neubildung von Zahnbelag und Zahnstein verzögert wird. Für diese Prozedur muss das Tier in Narkose gelegt werden.

Zahnstein entsteht aus Zahnbelag. Zahnbelag ist eine Mischung aus Kohlenhydraten (Zuckern) aus der Nahrung, die an den Zähnen kleben, und Bakterien, die sich von diesen Kohlenhydraten ernähren. Mit der Zeit verhärten Mineralstoffe aus dem Speichel den Zahnbelag – er wird zum Zahnstein. Wie schnell sich aus Zahnbelag Zahnstein entwickelt ist individuell unterschiedlich. Die Zusammensetzung der Nahrung, der Mineralstoffgehalt des Speichels aber auch eine erbliche Veranlagung spielen hierbei eine Rolle.

Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung von Zahnstein ist die Entfernung der Zahnbeläge. Am effektivsten ist das regelmäßige Putzen der Zähne mit einer speziellen Tierzahnbürste, die man wie einen Fingerhut auf den Zeigefinger setzen kann. Man kann aber auch eine weiche Kinderzahnbürste benutzen. Als Zahncreme können Sie Pasten mit Fleischgeschmack oder Schlämmkreide verwenden. Wie Sie Ihr Tier an das Zähneputzen gewöhnen, zeigen wir Ihnen gerne. Am besten funktioniert es, wenn das Tier noch jung ist und man geduldig vorgeht. Leider lassen sich viele ausgewachsene Tiere nicht mehr vom Zähneputzen überzeugen. Für sie eignen sich zahnpflegende Kaustrips oder Snacks, die sie übrigens auch ergänzend zu regelmäßigen Zähneputzen geben sollten.

Diese Produkte haben einen doppelten Effekt: Zum einen reinigen sie die Zähne mechanisch und zum anderen führt das intensive Herumkauen darauf zu einem vermehrten Speichelfluss, der die Beläge von den Zähnen spült und so einer „Munddusche“ entspricht. Einige dieser Produkte sind zudem mit natürlichen Enzymen angereichert, die das Bakterienwachstum hemmen. Für Tiere, die stark zur Zahnsteinbildung neigen, gibt es außerdem spezielle Futtermittel. Sie können die Zahnsteinbildung zumindest verlangsamen. Mit der Folge, dass das Tier weniger häufig zum Entfernen des Zahnsteins unter Narkose muss. Wir beraten Sie gerne zu allen Fragen rund um die Zahngesundheit Ihres Tieres.