Tierarztpraxis Bramsche

Ratgeber für Hundebesitzer

Auge und Ohr

Die Linse ist ein durchsichtiges Organ und sitzt hinter der Pupille im Auge. Sie bündelt das einfallende Licht und leitet es weiter zur Netzhaut, wo Sinneszellen die visuelle Information verschlüsseln und an das Gehirn übermitteln. Dort entsteht das Bild, dass wir und auch die Tiere sehen. Die Linse ermöglicht ein „Scharfsehen“ der Welt, indem sie sich verschiedenen Entfernungen anpassen kann. Man nennt diesen Vorgang akkomodieren. Ohne Linse ist Sehen möglich, doch die Bilder bleiben unscharf. Im Alter verliert die Linse ihre Elastizität und damit ihr Anpassungsfähigkeit, die berühmte Altersweitsichtigkeit ist die Folge.

Eine andere weitaus problematischere, aber auch seltenere Alterserscheinung am Auge ist eine Form des grauen Star: der senile Katarakt oder Altersstar. Der graue Star ist eine Eintrübung der Linse Die Linse verliert ihre Durchsichtigkeit und kann sich schließlich auflösen. Eine Eintrübung der Linse kann nicht rückgängig gemacht werden und führt zur Erblindung des Tieres. Risikofaktoren für die Entstehung einer senilen Katarakt sind Strahlung (UV-, Infrarot und Röntgenstrahlen), Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Nährstoffmangelsituationen oder Verletzungen und Entzündungen des Auges.

Hundertprozentig kann man einer Katarakt nicht vorbeugen. Doch durch die Ausschaltung der obengenannten Risikofaktoren kann man die Gefahr verringern. So gibt es für Hunde mittlerweile spezielle Sonnenbrillen, die der Vierbeiner an Orten mit hoher UV-Strahlung, wie z. B. im Gebirge oder beim Urlaub am Meer in südlichen Ländern, tragen sollte. Hunde und Katze, die zu den Senioren zählen, sollten regelmäßig (ein- bis zweimal jährlich) auf Diabetes mellitus untersucht werden. Trinkt das Tier sehr viel, sollten Sie außerdem den Tierarzt umgehend aufsuchen – der große Durst könnte ein erstes Symptom für die Zuckerkrankheit sein. Spezielle Futtermittel für Senioren beugen Mangelsituationen vor, die durch die schlechtere Verdauung älterer Tiere entstehen können.

Die einzige Behandlungsmöglichkeit beim grauen Star ist die chirurgische Entfernung der Linse. Danach sehen die Tiere wieder, wenn auch nicht mehr scharf. Gerade bei einem älteren Tier, sollte man sich gut überlegen, ob man die Operation durchführen lässt. Zum einen ist das Narkoserisiko bei einem älteren Tier meist höher und zu anderen kann es nach der Operation zu Komplikationen kommen. Bei bestimmten Augenerkrankungen, die gleichzeitig bestehen darf der Tierarzt diese Operation nicht durchführen. Blindheit bedeutet zwar auch für Hund und Katze eine Einschränkung, aber blinde Tiere kommen mit der Unterstützung des Menschen in der Regel sehr gut zurecht. Wir beraten Sie gerne, ob eine Operation für Ihr Tier sinnvoll ist und was Sie im Umgang mit blinden Tieren beachten sollten.

Mit Blutohr oder Othämatom bezeichnet man einen Bluterguss zwischen der Haut der Ohrmuschel und dem darunter liegenden Knorpel. Zu einem Blutohr kann es leicht im Verlauf von Ohrentzündungen kommen. Denn die juckende Entzündung oder das Fremdkörpergefühl im Ohr veranlassen den Hund sich so heftig zu schütteln, dass die zarten Äderchen in der Ohrmuschel platzen. Ein Othämatom kann aber auch die Folge einer Rauferei oder eines Unfalls sein.

Während Blutergüsse an anderen Körperstellen meist von alleine heilen und verschwinden, sollte das Blutohr vom Tierarzt behandelt werden. Denn es besteht die Gefahr, dass die Ohrmuschel verkrüppelt und ein sogenanntes Blumenkohlohr entsteht. Blumenkohlohren sind nicht nur unansehnlich, sie können tatsächlich auch eine, wenn auch leichte, Behinderung darstellen. Daher sollten Sie möglichst rasch Ihren Tierarzt aufsuchen, wenn die Ohrmuschel Ihres Hundes geschwollen ist. Außerdem natürlich immer dann, wenn sich Ihr Hund auffällig häufig schüttelt oder am Ohr kratzt, damit es gar nicht erst zum Blutohr kommt.

Bei kleinen Othämatomen kann eine sogenannte konservative Behandlung ausreichend sein. Ihrem Hund wird dabei am ersten Tag ein entzündungshemmendes Medikament gespritzt. Zwei Tage später wird der Tierarzt das Blut aus der Ohrmuschel mit einer Spritze entfernen (aspirieren). Gegebenenfalls muss diese Behandlung eine Woche später wiederholt werden.

Größere, frische Blutohren müssen durch einen kleinen Einschnitt entleert werden. Wenn es nötig ist, wird der Tierarzt außerdem eine Drainage legen. Das ist ein kleiner Plastikschlauch durch den Flüssigkeit (Blut oder Wundsekret) ablaufen kann und somit nicht zu einer erneuten Schwellung führen kann. Ist das Blutohr bereits älter, muss der Bluterguss chirurgisch entfernt werden. Danach näht der Tierarzt Haut und Ohrknorpel dicht aneinander um zu verhindern, dass sich der Hohlraum wieder mit Blut oder Wundsekret füllt.

Damit es nicht zu Infektionen kommt, erhält der Hund außerdem gegebenenfalls Antibiotika.

Bei allen auftauchenden Fragen wenden Sie sich an uns – wir beantworten sie gerne.

Der grüne Star oder das Glaukom ist eine Bezeichnung für verschiedene Augenkrankheiten, die alle mit einem erhöhten Augeninnendruck einhergehen. Zu einem erhöhten Augeninnendruck kommt es, wenn der Abfluss der Augenflüssigkeit (Kammerwasser) gestört ist oder das Auge zuviel von dieser Flüssigkeit produziert. Es gibt Tiere, die eine erbliche Veranlagung zu dieser Krankheit haben. Sie kann aber auch durch andere Augenkrankheiten, wie z. B. Verletzungen, Entzündungen oder das „Verrutschen“ der Linse (Luxation) ausgelöst werden. In der Regel ist nur ein Auge betroffen, bei einer erblichen Veranlagung aber wird das andere Auge früher oder später meist auch am Glaukom erkranken.

Der erhöhte Augeninnendruck kann schwerwiegende Folgen haben. In leichten Fällen und im Anfangsstadium sind betroffene Tiere häufig einseitig lichtscheu, haben eine weite Pupille und ein tränendes und gerötetes Auge. Später schmerzt das Auge, die Hornhaut kann sich trüben und feine, kaum sichtbare Risse bekommen. Schließlich kann ein Glaukom zur Erblindung und zur völligen Zerstörung des Augapfels führen. Da dies ein äußerst schmerzhafter Prozess ist, werden die Tiere apathisch und verlieren den Appetit.

Ein Glaukom kann ganz plötzlich entstehen oder sich langsam entwickeln. Wenn aber der Augeninnendruck länger als 48 Stunden höher als 40 mmHG ist (normal: 15 – 25 mmHG), wird das Auge bereits irreparabel geschädigt. Daher ist es so wichtig, dass Sie sich sofort an uns wenden, wenn Ihnen Veränderungen an den Augen Ihres Tieres auffallen.

Augentropfen, die die Pupille verengen, können den Abfluss des Kammerwassers erleichtern und so den Augeninnendruck senken. Zusätzlich kann eine Therapie mit Tabletten die überschüssige Produktion von Kammerwasser bremsen. Diese Medikamente helfen aber nur in einem frühen Stadium des Glaukoms und müssen dann ein Leben lang gegeben werden. Zudem werden sie nicht von allen Tieren gleich gut vertragen. Häufig werden sie dem Tier daher nur gegeben um die Schmerzen des Tieres zu lindern und das Auge auf eine Operation vorzubereiten. Je nach Ursache und Schwere der Erkrankung kommen verschiedene Methoden in Betracht. Ist das Tier allerdings bereits erblindet, gibt ihm keine Operation seine Sehkraft zurück. In schweren Fällen muss sogar der Augapfel entfernt und die Augenhöhle zugenäht werden. Das hört sich grausam an, für das Tier ist dies aber die beste Methode um es dauerhaft vor Schmerzen zu schützen. An seinem Aussehen wird sich das Tier auch nicht stören – Tiere sind nicht eitel. Als Besitzer muss man sich natürlich daran gewöhnen. Doch in dem Wissen, dass man sein Tier vor unnötigen Schmerzen bewahrt, dürfte das leicht fallen. Wir erklären Ihnen gerne worauf Sie achten sollten, wenn Ihr Tier zu Augenkrankheiten neigt.

Die Hornhaut ist ein durchsichtiges Organ, das aus mehreren Schichten besteht. Man nennt die Hornhaut auch das Fenster des Auges. Wie ein Glasscheibe lässt sie einerseits das Licht ins Auge passieren, zum anderen stellt sie eine Barriere dar, die verhindert das Staub oder andere Fremdstoffe ins Auge eindringen und die Augenflüssigkeit nicht ausläuft.

Geschwüre auf der Hornhaut entstehen leicht durch infizierte Verletzungen, die nicht rechtzeitig behandelt wurden. Infektionen wie der Katzenschnupfenkomplex stellen eine weitere Ursache dar. Ständige Reizungen, z. B. durch Haare, die durch eine Fehlstellung der Lider auf der Hornhaut reiben, können ebenso zu einem Hornhautgeschwür führen. Besonders gefährdet sind großäugige und kurznasige Tiere wie Perserkatzen und Pekingesen. Auch bei Hunden, die unter einer Keratitiskonjunktivitis sicca (einer Störung des Tränenflusses) leiden, entwickelt sich ein Geschwür der Hornhaut rasch. Einen Sonderfall stellen Hornhautgeschwüre dar, die durch eine vererbte mangelhafte Verbindung zwischen den Schichten der Hornhaut verursacht werden. Sie treten gehäuft bei Boxern auf.

Man unterscheidet oberflächliche von tiefen Hornhautgeschwüren. Beides sind Notfälle – doch bei dem tiefen Hornhautgeschwür besteht akut die Gefahr, dass das Tier sein Auge verliert.

Am besten ist es, es kommt gar nicht erst zu einem Geschwür. Warnzeichen für eine Verletzung oder Reizung der Hornhaut sind: ständiges Zusammenkneifen der Lider, Tränenfluss, schleimiges oder angetrocknetes Sekret um die Augen, gerötete Bindehäute und jede Trübung oder Flecken auf der Hornhaut.

Oberflächliche Geschwüre können, wenn es nicht zu Komplikationen kommt, mit Augensalben und Tropfen behandelt werden. Meist werden antibiotische, vitaminhaltige und atropinhaltige Augenmedikamente kombiniert. Weist das Geschwür eine schlechte Heilungstendenz auf, muss das kranke Gewebe auf der Hornhaut entfernt werden. Danach wird das Tier über mindestens drei Wochen mit den Augenmedikamenten behandelt.

In schweren Fällen, bei schlechter Heilung oder einem tiefen Geschwür, versucht der Tierarzt die Hornhaut durch eine sogenannte Nick- oder Bindehautschürze zu schützen. Dabei zieht der Tierarzt die Nickhaut (das dritte Augenlid) oder die Bindehäute über das Auge, so dass der Hornhautdefekt völlig bedeckt ist. Er befestigt diese „Schürze“ dann mit Einzelheften. Während die Nickhautschürze den Defekt vor allem vor äußeren Einflüssen schützt, sorgt die Bindehautschürze zusätzlich für eine bessere Durchblutung bei schweren Fällen mit schlechter Heilungstendenz.

Eine vitaminreiche Ernährung unterstützt übrigens die Heilung. Außerdem sollten Sie verhindern, dass Ihr Tier sein krankes Auge durch Reiben oder Kratzen strapaziert. Wir beraten Sie gerne zu allen Fragen der Pflege und Vorbeugung von Hornhautgeschwüren.

Keratokonjunctivits sicca (KCS) ist der Fachbegriff für alle Entzündungen des Auges die durch einen mangelhaften Tränenfluss entstehen. Tränen fließen nicht nur bei Schmerz und Trauer. Das gesunde Auge „weint“ vielmehr den ganzen Tag. Die Flüssigkeit der Tränendrüsen bildet einen feuchten Schutzfilm auf der Binde- und der Hornhaut. Die Tränenflüssigkeit spült Staub und andere kleine Fremdstoffe von der Oberfläche des Auges und hält die durchsichtige Hornhaut klar und sauber. Auch Bakterien und andere Krankheitserreger haben keine Chance auf dem Auge haften zu bleiben solange der Tränenfluss intakt ist. Er versorgt außerdem die empfindlichen Zellen der Hornhaut mit Nährstoffen, so dass sie glatt und gesund bleiben.

Bei der KCS produzieren die Tränendrüsen zuwenig Flüssigkeit. Der Tränenfilm auf dem Auge reißt und die Hornhaut bekommt eine „schrumpelige“ Oberfläche. Schmutzpartikel und Krankheitserreger haften nun gut auf dem Auge. Sie reizen das Auge und führen zu Entzündungen.

Erste Anzeichen einer KCS sind häufiges Blinzeln, Zusammenkneifen der Lider, Reiben des Auges, trockene Beläge auf den Lidern, gerötete Lider, schleimiger, zäher Augenausfluss. Wird die Krankheit nicht rechtzeitig erkannt, kann es sogar zu Geschwüren auf der Hornhaut kommen. Für eine eindeutige Diagnose wird der Tierarzt den Schirmer-Tränentest (STT) durchführen. Der Tierarzt hält hierbei einen dünnen Fließpapierstreifen in die Tasche des unteren Lides. Bei einer normalen Tränenproduktion werden nach einer Minute mindestens 15 mm des Streifens mit Flüssigkeit benetzt sein; bei einer KCS höchstens 15 mm. Wichtig ist, dass der Hund zuvor keine Augentropfen erhalten hat und die Umgebung des Auges auch nicht feucht gereinigt wurde.

Für die Entwicklung einer KCS gibt es viele Ursachen. Es kommen erbliche Faktoren, ebenso wie Hormonstörungen, Störungen des Immunsystems, Infektionskrankheiten, Fehlbildungen der Lider usw. in Frage. Im Nachhinein kann die Ursache oft nicht ermittelt werden. Kann der Tierarzt sie jedoch eindeutig feststellen, wie z. B. einen Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), muss sie natürlich auch behandelt werden.

Wichtigste Behandlungsmaßnahme bei der KCS ist das regelmäßige Spülen der Augen, um sie sauber zu halten. Insbesondere vor jeder Verabreichung von Augentropfen und -salben muss das Auge gereinigt werden. Welche Augenmedikamente verwandt werden, hängt von der Schwere der KCS und den Begleiterkrankungen, z. B. einer bakteriellen Infektion ab. In sehr schweren Fällen kann eine Operation sinnvoll sein. Dabei wird der Kanal der Ohrspeicheldrüse ins Auge verlegt, so dass nun ein Teil des Speichels das Auge benetzt und die Tränenflüssigkeit ersetzt. Grundsätzlich für alle Augenkrankheiten gilt: Bitte geben Sie Ihrem Hund Augenmedikamente immer nur nach Anweisung - das falsche Medikament kann am Auge zur Erblindung führen.

Viele unterschiedliche Faktoren können eine Ohrentzündung verursachen. Neben dem Befall des Ohres mit Milben, Bakterien oder Pilzen können auch Fremdkörper, wie z. B. Grasgrannen, oder die falsche Ohrpflege eine Entzündung auslösen. Manchmal findet sich die Ursache gar nicht im Ohr selbst. Hautkrankheiten und allergische Reaktionen führen z. B. auch zu Entzündungssymptomen im und am Ohr. Häufig ist auch eine Kombination verschiedener Ursachen verantwortlich für die Ohrentzündung. So kommt es leichter und schneller zu bakteriellen Infektionen, wenn die Haut bereits durch eine Allergie gereizt ist. Außerdem können verschleppte Erreger eine Entzündung verursachen. Mittelohrentzündungen beispielsweise entstehen oft als Folge von Infektionen im Rachen- und Mundraum.

Tiere mit einer Ohrentzündung kratzen sich oft am Kopf, schütteln denselben häufig und halten ihn leicht schief. Außerdem kann das Ohr unangenehm riechen und seine Umgebung feucht und verklebt sein. Bei diesen Symptomen sollten Sie schnellstmöglich zum Tierarzt. Denn es besteht die Gefahr, dass das Trommelfell reißt, die Entzündung vom äußeren Gehörgang auf das Mittelohr übergreift und die Gehörknöchelchen zerstört mit der Folge, dass das Gehör des Tieres irreparabel geschädigt würde.

Bei einer chronischen Ohrentzündung wird zunächst eine Tupferprobe aus dem Gehörgang entnommen, anschließend wird das Ohr gereinigt und mit Tropfen oder Salben behandelt. Diese Behandlung müssen Sie zuhause konsequent nach den Anweisungen des Tierarztes fortführen. Reinigen Sie das Ohr aber niemals mit Wattestäbchen – Sie schieben den Schmutz nur tiefer in den Gehörgang und es besteht außerdem die Gefahr, dass Sie den Gehörgang oder das Trommelfell verletzen. Wir zeigen Ihnen gerne, wie Sie es richtig machen. Nach spätestens einer Woche sollten Sie Ihr Tier zur Nachuntersuchung bringen. Nur so kann festgestellt werden, ob die Entzündung tatsächlich abgeklungen ist. Wird die Behandlung abgebrochen bevor die Entzündung völlig abgeheilt ist, kann sie wieder aufflammen.

Besteht der Verdacht, dass die ursprüngliche Ursache für die Ohrentzündung außerhalb des Ohres liegt, werden weitere Untersuchungen durchgeführt, z. B. ein Allergietest. Je nach Ergebnis dieser Untersuchungen muss die Grunderkrankung behandelt werden, sonst kehrt die Ohrentzündung immer wieder zurück.

Wir beraten Sie gerne.

Mit „Grauem Star“ wird jede Trübung der Linse bezeichnet. Die Katarakt ist der medizinische Fachbegriff für den grauen Star. Zu Beginn des grauen Stars ist die Linse zwar getrübt aber der Hund noch nicht blind, man spricht vom unreifen (immaturen grauen Star), später nach der Erblindung spricht man vom reifen grauen Star (maturer grauer Star). Es folgt das Stadium der „Überreife“ bei der sich Bestandteile der Linse auflösen. Ein grauer Star kann kurz nach der Geburt (kongenitaler grauer Star), im jugendlichen Alter von bis zu sechs Jahren (juveniler grauer Star) und im Alter (seniler grauer Star) auftreten.

Vor allem beim kongenitalen und beim juvenilen grauen Star spielen Erbfaktoren eine große Rolle als Ursache. Bei Boston Terriern und West Highland White Terriern tritt der kongenitale graue Star als Erbkrankheit auf. Von der jugendlichen Katarakt sind beispielsweise Afghanen, Amerikanischer Cocker Spaniel, Deutscher Schäferhund, Golden Retriever, Labrador Retriever, Großpudel und viele andere deutlich häufiger betroffen als andere Rassen.

Andere Ursachen für einen grauen Star sind Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), der grüne Star, Verletzungen, Strahlung (UV-, Infrarot- und Röntgenstrahlung) und Entzündungen im Auge.

Katarakte, die erblich bedingt sind, können in ihrem Fortschreiten nicht aufgehalten werden. Bei unreifen Katarakten, die durch andere Ursachen ausgelöst wurden, kann die rasche und konsequente Behandlung der Grundkrankheit dem Hund eventuell das Augenlicht retten.

Der reife graue Star kann nicht durch Medikamente behandelt werden. Die einzige Behandlungsmethode ist die kranke Linse chirurgisch zu entfernen. Danach ist der Hund nicht mehr blind, aber dennoch leicht sehbehindert.

Nicht immer ist solch eine Operation zu empfehlen. Wichtig für das Gelingen der Operation ist, dass der Hund eine längere Narkose gut überstehen kann. Außerdem sollten Hunde, die unter bestimmten anderen Augenerkrankungen, wie z. B. Entzündungen der Regenbogenhaut oder Krankheiten der Netzhaut, leiden nicht am Auge operiert werden. Bei temperamentvollen Hunden, kann es nach der Operation leicht zu Verletzungen am operierten Auge und damit zu Komplikationen kommen – auch dies ist ein Grund den Hund eventuell nicht operieren zu lassen. Tatsächlich kommen blinde Hunde besser mit dieser Behinderung zurecht, als wir Menschen es uns vorstellen können. Denn für den Hund spielen andere Sinne, wie das Gehör oder der Geruchssinn für die Orientierung eine größere Rolle als der Sehsinn. Trotzdem stellt die Blindheit natürlich eine Einschränkung dar - Vor- und Nachteile einer „Star-Operation“ müssen daher im Einzelfall sorgfältig abgewogen werden. Wir stehen Ihnen bei dieser schwierigen Entscheidung gerne mit Rat und Fachkenntnis als Berater zur Seite.

Bewegungsapparat

Die berühmte Dackellähme ist die Folge eines Bandscheibenvorfalls. Bandscheibenvorfälle sind zwar nicht nur ein Dackelproblem, aber bei dieser und anderen kurzbeinige Rassen mit langen Rücken besonders häufig, daher der Name.

Die Bandscheiben liegen zwischen den knöchernen Wirbeln. Sie sind fest-elastisch und dienen zum einen als Stoßdämpfer und zum anderen verleihen sie der Wirbelsäule eine, wenn auch beschränkte, Beweglichkeit. Die Bandscheiben bestehen aus einem äußeren Ring aus faserigem Knorpel, der einen gallertartigen Kern fest umschließt.

Im Laufe des Älterwerdens verliert die Bandscheibe an Elastizität. Die Gallertmasse des Kerns wird knorpelig oder faserig; das Knorpelgewebe des äußeren Ring wird nach und nach durch Fasern ersetzt. Er wird schwächer und kann dem Druck des Kerns nicht mehr standhalten. Der Kern wölbt den Ring in Richtung Wirbelkanal, indem sich das Rückenmark befindet, vor. Manchmal reißt der Ring sogar und der Kern schiebt sich selbst in den Wirbelkanal.

Sobald die Bandscheibe das Rückenmark, die empfindliche „Nervenautobahn“ des Körpers, einengt oder quetscht, besteht ein Bandscheibenvorfall. Der Hund zeigt die ersten Symptome: Er bewegt sich nur ungern, seine Muskeln sind verspannt; er reagiert überempfindlich auf Berührungen im Rücken- oder Halsbereich; er hat einen aufgekrümmten Rücken oder steifen Hals und geht „staksig“ oder „übertrieben“. In schwereren Fällen kann der Hund nicht mehr alleine stehen und es kommt zu Lähmungen bis hin zur Querschnittslähmung. Diese schweren Fälle müssen operiert werden.

Die Diagnose „Bandscheibenvorfall“ wird anhand der Symptome und von Röntgenaufnahmen gestellt. In milden Fällen wird es zunächst mit einer konservativen Behandlung versucht. Man gibt dem Hund entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente - allerdings in niedriger Dosierung, denn der Hund soll nicht völlig schmerzfrei sein, damit er sich schont.

Außerdem wird eine strikte Käfigruhe von 5 Tagen bis zu 3 Wochen verordnet. Danach muss der Hund weitere 2 bis acht Wochen an der Leine gehen. Treppensteigen, Springen, wilde Spiele und lange Spaziergänge sind verboten. Physiotherapeutische Übungen verhindern in dieser Zeit, dass es zu einem Muskelschwund kommt. Unterwassermassagen und Sprudelbäder beschleunigen die Heilung. Auch Schwimmen entlastet den Rücken und stärkt die Muskulatur. Hunde mit Übergewicht werden außerdem auf Diät gesetzt - denn jedes überflüssige Gramm belastet den Rücken. Ein Hund, der bereits einmal einen Bandscheibenvorfall hatte, ist besonders gefährdet einen zweiten zu erleiden - wenn Sie die ersten Symptome bemerken, wenden Sie sich sofort an uns oder ihren Haustierarzt.

Da Bandscheibenvorfälle besonders häufig bei Dackeln vorkommen, nennt man sie beim Hund auch Dackellähme. Die Bandscheiben bestehen aus einem gallertartigen Kern, der von einem Ring aus faserigem Knorpel umschlossen wird. Sie liegen als fest-elastische Stoßdämpfer zwischen den Wirbelknochen und dienen der Beweglichkeit der Wirbelsäule. Mit zunehmendem Alter verlieren sie an Festigkeit und Elastizität. Der Kern übt Druck auf den Ring aus und kann ihn verformen. Wenn sich die Bandscheibe in Richtung Wirbelkanal vorwölbt und das darin liegende Rückenmark einengt und quetscht, spricht man von einem Bandscheibenvorfall.

Bei einem Bandscheibenvorfall ist nicht die verformte Bandscheibe das Hauptproblem, sondern die Quetschung des Rückenmarks. Das Rückenmark ist die „Hauptdatenleitung“ des Körpers. Wird es verletzt, werden Wahrnehmung und Bewegungsfähigkeit des Hundes eingeschränkt. Bei schweren Verletzungen des Rückenmarks kann es zur vollständigen Lähmung und Empfindungslosigkeit kommen.

Bandscheibenvorfälle werden in fünf Schweregrade eingeteilt. Bei den ersten zwei Graden leidet der Hund unter großen Schmerzen, ist aber noch in der Lage selbstständig zu gehen und zu stehen. Wenn es sich um den ersten Bandscheibenvorfall des Hundes handelt, wird es der Tierarzt bei einem Bandscheibenvorfall 1. oder 2. Grades zunächst mit einer konservativen Therapie versuchen.

Ab dem dritten Grad, bei dem die ersten Lähmungserscheinungen auftreten, und bei einem Rückfall sollte der Hund operiert werden. Bandscheibenoperationen sind schwierig und können Komplikationen zur Folge haben. Aber für Hunde mit Lähmungserscheinungen sind sie die einzige Hoffnung auf eine Genesung. Wichtig ist, dass rasch operiert wird, denn je länger das Rückenmark gequetscht wird, desto größer sind die bleibenden Schäden.

Es gibt verschiedene Operationsmethoden, die aber alle ein Ziel haben: Das Rückenmark muss von dem Druck, den die vorgefallene Bandscheibe ausübt, befreit werden. Der Chirurg beseitigt die vorgefallenen Bandscheibenteile und vergrößert den Wirbelkanal, indem er Teile des Wirbelknochens herausfräst. Häufig ist es sinnvoll im Zuge dieser Operation auch andere noch nicht vorgefallene Bandscheiben zu „entschärfen“. Der Chirurg entfernt dabei den Kern von Bandscheiben, die besonders zum Vorfallen neigen.

Die Genesungszeit nach der Operation kann je nach Schweregrad des Bandscheibenvorfalls zwischen 14 und 90 Tagen betragen. Von entscheidender Bedeutung ist die Nachbehandlung: Der Hund darf in der Erholungsphase nur an der Leine gehen, keine Treppensteigen oder springen. Übergewichtige Hunde sollten abnehmen. Sprudelbäder und Unterwassermassagen lockern die Muskulatur und fördern den Heilungsprozess. Schwimmen wirkt kräftigend ohne die Wirbelsäule zu belasten. Wir zeigen Ihnen außerdem gerne physiotherapeutische Übungen, die einem Muskelschwund vorzubeugen.

Mit Cauda-equina (lat. Pferdeschweif) bezeichnet man den letzten Abschnitt des Rückenmarks, der „Nervenautobahn“ die in der Wirbelsäule liegt. Die Nerven, die der Cauda-equina entstammen, sind für die Motorik und Sensibilität der Hinterbeine, des Schwanzes und für die Ausscheidungsorgane wie Blase und Schließmuskel des Enddarms zuständig.

Wenn diese Nerven beschädigt oder in ihrer Funktion beeinträchtigt werden, entsteht das Cauda-equina-Syndrom. Meist handelt es sich um Quetschungen der Nerven. Je nach Ausmaß und Lage des Schadens kommt es zu unterschiedlichen Symptomen, die einzeln aber auch in Kombination auftreten können: Überempfindlichkeit der Lendengegend, Unlust sich zu bewegen, Schmerzen beim Aufstehen, Springen, Treppensteigen oder Anheben des Schwanzes, ständiges Belecken und Beknabbern des Schwanzes, des Hinterns und des Genitales, schleppender Gang bis hin zu Lähmungen der Hinterbeine. Außerdem kann es auch zur Lähmung des Schwanzes, zu Harnabsatzstörungen und zu Kotinkontinenz kommen.

Für das Cauda-equina-Syndrom gibt es viele Ursachen: angeborene Verengungen des Wirbelkanals, Entwicklungsstörungen der Wirbelsäule, Bandscheibenvorfälle, altersbedingte Knochenzubildungen, Verletzungen usw. Auch ein instabiler Übergang von der Lendenwirbelsäule zur Kreuzbein kann die Funktion der Cauda-equina beieinträchtigen.

Die Diagnose des Cauda-equina-Syndroms ist nicht immer einfach zustellen, denn auch andere Krankheiten, wie z.B. Arthrosen des Hüftgelenks oder Prostataerkrankungen, können ähnliche oder gleiche Symptome bewirken. Für eine exakte Diagnose und vor allem für eine einigermaßen sichere Aussage über die Chancen einer Besserung sind daher manchmal aufwändige Untersuchungsmethoden, wie Myelographie, Computertomographie, Magnetresonanzdarstellung oder andere erforderlich.

Wenn der Hund nur wenige Beschwerden hat, ist es eventuell ausreichend seine Bewegung über vier Wochen einzuschränken. Das bedeutet Leinenzwang, nicht Springen und nicht Treppen steigen. Schwimmen und physiotherapeutische Übungen beschleunigen den Heilungsprozess.

Leidet der Hund aber unter Bewegungsstörungen, sollte er schnell operiert werden. Die Operationsmethode richtet sich nach der Ursache und Ausmaß des Cauda-equina-Syndroms. Das Prinzip der unterschiedlichen Methoden ist jedoch das gleiche: die Engstellen werden beseitigt, damit die Nerven nicht mehr gequetscht werden können.

Je schlechter es dem Hund vor der Operation ging, desto schlechter sind auch die Aussichten auf Erfolg. Wichtig ist aber auch, wie lange der Hund schon unter dem Cauda-equina-Syndrom vor der Operation litt. Je eher ein Cauda-equina-Syndrom erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Chancen auf eine Besserung.

Eine der häufigsten Verletzungen am Knie von Hund und Katze ist der Riss des vorderen Kreuzbandes. Im gesunden Zustand verhindert dieses Band, dass das Schienbein gegenüber dem Oberschenkelknochen nach vorne wegrutscht. Reißt das Band, wird das Knie in sich instabil. Diese Instabilität verursacht dem Tier bei jedem Schritt Schmerzen. Es schont daher das betroffene Bein bei leicht gebeugtem Kniegelenk und lahmt.

Zu einem Riss dieses Bandes kann es kommen, wenn das Tier im Sprung mit dem Hinterbein z. B. an einem Zaun hängen bleibt. Bei älteren Tieren jedoch reißt das Band meist spontan, d. h. niemand kennt die unmittelbare Ursache des Kreuzbandrisses. Man nimmt an, dass das Band in diesen Fällen bereits vorgeschädigt und brüchig war, so dass eine minimale Belastung den Riss herbeiführte. Für diese These spricht, dass in vielen Fällen auch das Band des anderen Knies früher oder später reißt. Gefährdet sind vor allem übergewichtige Tiere, die sich wenig bewegen.

Der Tierarzt diagnostiziert den Kreuzbandriss durch Röntgenaufnahmen und indem er das sogenannte „Schubladenphänomen“ auslöst. Dabei versucht er mit einem speziellen Griff das Schienbein gegenüber dem Oberschenkel nach vorne zu verschieben – gelingt ihm dies, ist der Beweis erbracht, dass es sich um einen Kreuzbandriss handelt.

Bei kleinen, leichten Tieren kann eine sechs bis acht Wochen dauernde, strikte Ruhigstellung des Knies zwar keine Heilung aber eine Stabilisierung des Knies bewirken. Das Tier ist danach schmerzfrei und geht nicht mehr lahm. Falls sich das Knie in dieser Zeit nicht wesentlich gebessert hat, muss es operiert werden.

Immer operiert werden sollten Hunde mit einem Gewicht über 15 kg. Bei diesem Körpergewicht kann sich das Knie nicht aus eigener Kraft stabilisieren. Die Instabilität des Knies verursacht dem Tier nicht nur ständige Schmerzen, sie führt auch zu Arthrosen. Auch das andauernde Schonen des Beines und das Lahmen haben Folgen:

Es kommt einerseits zu Muskelschwund, andererseits provoziert die Schonhaltung auch Muskelverspannungen und Fehlbelastungen, mit der Folge das auch andere Gelenke in Mitleidenschaft gezogen werden.

Für die Operation des Kreuzbandrisses gibt es verschiedene Methoden, die alle das Ziel haben das Knie zu stabilisieren. Der Tierarzt wird je nach Fall entscheiden, welche die erfolgversprechendste ist. Nach der Operation muss das Knie für etwa eine Woche ruhiggestellt werden. Danach besteht für weitere 11-12 Wochen Leinenzwang.

Die Schwäche des Kreuzbandes, die schließlich zum Riss führt, scheint eine Verschleißerscheinung zu sein, der man schlecht vorbeugen kann. Man kann das Risiko allerdings minimieren: Bei schlanken, aktiven Tiere reißt das Band deutlich seltener als bei bequemen „Pummelchen“. Wir beraten Sie gerne, wie Sie Ihren tierischen Senior mit Vernunft und Augenmaß in Topform halten.

Ein Knochenbruch (Fraktur) kann nur dann heilen, wenn die Bruchenden richtig zusammengeführt, in dieser Lage fixiert und über Wochen stabil gehalten werden. Das ist besonders schwierig bei Frakturen mit mehreren Bruchstücken (Fragmenten). Folgende Komplikationen können den Heilungsprozess auch eines einfacheren Bruchs verzögern oder sogar unmöglich machen: eine schlechte Durchblutung des Knochengewebes, schwere Weichteilverletzungen, z.B. Quetschungen der Muskulatur, die zu Schwellungen führen und Infektionen.

Neben Schienenverbänden und der internen Fixation eines Knochenbruchs mit Platten, Schrauben oder Nägeln gibt es für diese schwierigen Fälle auch noch eine dritte Behandlungsmethode für Frakturen: den Fixateur externe.

Mit dem Fixateur externe wird der gebrochene Knochen mittels einer Konstruktion aus einem Stab und mehreren Nägeln von außen fixiert. Die Nägel werden in die Knochenbruchstücke eingesetzt und außerhalb des Körpers miteinander durch den Stab verbunden. Der Fixateur externe bildet eine Art Rahmen, der den Knochen zwingt richtig zusammenzuwachsen. Auf den ersten Blick mag die Metallkonstruktion, die aus dem Körper ragt, erschreckend wirken.

Doch der Fixateur externe ist bei vielen komplizierten Knochenbrüchen die beste Behandlungsmethode. Im Gegensatz zu intern fest verschraubten Platten, stellt er kein Hindernis für die Durchblutung dar, so dass er auch in schlecht durchbluteten Knochenbruchstücken (z. B. bei vielen kleinen Knochenfragmenten) eingesetzt werden kann.

Der chirurgische Eingriff bei der internen Fixation führt zwangsläufig zu Verletzungen des Weichgewebes, gerade bei massiven Vorschädigungen der Muskulatur ist der Fixateur externe die schonendere Methode.

Die Behandlung infizierten Gewebes (z. B. Spülung) ist sogar nur mit dem Fixateur externe möglich. Denn unter einem Gipsverband kann man nicht spülen und bei einer internen Fixation muss die Operationsnarbe mit einer Naht verschlossen werden.

Nach dem Einsetzen des Fixateur externe werden die Löcher, durch die die Nägel in die Haut eingeführt wurden noch ein paar Tage nässen - solange die Flüssigkeit nicht eitrig ist oder übel riecht, ist das kein Grund zur Beunruhigung. Beim Abtupfen dieser Flüssigkeit sollte man jedoch darauf achten, dass man die Kontaktfläche Nagel-Haut nicht berührt. Solange das Tier den Fixateur externe trägt, sollte es mindestens alle drei Wochen zur tierärztlichen Kontrolle. Hund und Katze kommen übrigens mit dem Fixateur externe, diesem Fremdkörper aus Metall, erstaunlich gut zurecht. Wir zeigen Ihnen gerne wie Sie Ihr Tier in dieser Zeit pflegen und fit halten können.

Damit ein Knochenbruch (Fraktur) heilen kann, müssen die Knochenenden dicht und in der richtigen Lage zusammengeführt werden, man nennt dies den Knochen richten. Außerdem müssen die gerichteten Knochenenden in dieser Lage über mehrere Wochen ruhiggestellt werden. Einfache Verbände sind nur eine vorläufige Lösung, denn sie sind zu instabil um den Bruch bis zur Heilung sicher zu fixieren. Sie kommen daher als nur als Erste-Hilfe-Maßnahme, in der Wartezeit bis zur Operation oder als unterstützende Maßnahme nach der Operation in Frage.

Heutzutage werden Knochenbrüche meist operiert. Der Tierarzt fixiert die Knochenenden je nach Fall mit Metallplatten, Schrauben, Nägeln oder Draht. Nur in wenigen Fällen kann der Tierarzt den Bruch von außen richten und ohne Operation ruhigstellen. Vorraussetzungen für eine solche konservative Behandlung sind: Die Fraktur ist unkompliziert und geschlossen (das bedeutet, dass das Tier keine offene Wunde hat.), die Bruchenden liegen nahe und stabil beieinander, das Tier ist jung (bei jungen Tieren heilt Knochen schneller und besser) und es handelt sich um einen Bruch unterhalb des Ellbogen oder des Kniegelenks (Ausnahme: Beckenbrüche bei Katzen).

Bei Katzen mit Beckenbrüchen kann eine vier- bis sechswöchige Käfigruhe bereits zur Heilung führen. Dies gilt allerdings nur, wenn die gebrochenen Beckenknochen keine tragende Funktion haben. Alle anderen Beckenbrüche müssen operiert werden.

Eine andere Methode der Frakturbehandlung ist die Ruhigstellung des Bruchs durch spezielle Schienenverbände: Gips-, Dyna- oder Deltacastverbände.

Zum Anlegen eines Gipsverbandes (bzw. eines anderen Schienenverbandes) muss der Tierarzt das Tier in Narkose legen. Denn bei jeder Abwehrbewegung des Tieres könnten die Knochenenden wieder verrutschen und falsch zusammenwachsen. Der Schienenverband wird dick mit Watte gepolstert, damit keine Druckstellen entstehen. Danach wird mit einem mit den Schienen oder Gips versteift und stabilisiert. Mindestens einmal wöchentlich sollte der Tierarzt den Verband kontrollieren.

Der Tierhalter muss den Schienenverband mindestens zweimal täglich anhand folgender Kriterien überprüfen. Der Verband darf nicht verrutschen. Er sollte sich warm anfühlen aber nicht heiß. Es dürfen keine Scheuerstellen zu sehen sein. Wichtig ist außerdem, dass der Verband nicht die Durchblutung abschnürt. Symptome für eine Entzündung unter dem Verband können ein schlechter Geruch, intensives Benagen des Verbandes, Appetitlosigkeit oder andere Verhaltensänderungen des Tieres sein. In diesen Fällen muss der Tierarzt sofort aufgesucht werden.

Je nach Alter des Tieres und Art des Bruches dauert die Knochenheilung unterschiedlich lange. In der Regel wird das Tier sechs Wochen oder länger einen Schienenverband tragen müssen. In dieser Zeit ist es zu einem Muskelschwund im betroffenen Bein gekommen. Diese Muskeln müssen nun langsam wieder aufgebaut werden – wir beraten Sie gerne wie Sie ihr Tier am besten trainieren.

Die OCD ist eine schmerzhafte Erkrankung der Gelenke. Sie ist die Folge einer Entwicklungsstörung des Skeletts bei heranwachsenden Hunden mittelgroßer und großer Rassen. Die Gelenke des jungen Hundes werden dabei meist irreparabel geschädigt. Am häufigsten ist das Schultergelenk betroffen, gefolgt von Ellbogen, Sprunggelenk und Knie. Seltener ist die OCD bei anderen Gelenken. Erste Symptome zeigen sich im Alter von fünf bis acht Monaten. Die jungen Hunde lahmen oder haben einen steifen Gang.

Die Entstehung einer OCD erklärt man so: Beim Jungtier besteht das Skelett noch nicht durchgehend aus Knochen sondern aus dem weicheren Knorpelgewebe. Während des Wachstums wird das Knorpelgewebe allmählich durch Knochen ersetzt. Die Verknöcherung festigt zum einen das Skelett, zum anderen gewährleistet sie die Ernährung und Sauerstoffversorgung sowohl der Knochen- als auch der Knorpelzellen. Denn im Gegensatz zu Knochen ist Knorpel nicht durchblutet und muss von den umliegenden Geweben mit ernährt werden.

Bei der OCD wächst das Knorpelgewebe im Gelenk des jungen Hundes weiter ohne zu verknöchern. Der Knorpel wird zu dick um versorgt zu werden, denn über längere Strecken können Sauerstoff und Nährstoffe nur mit Hilfe des Blutes transportiert werden. Teile des Knorpels „hungern“, werden „schwach“ und können absterben. Häufig stößt das gesunde Gewebe das tote Gewebe ab, mit der Folge, dass Teile des Gelenkknorpels absplittern und als sogenannte „Gelenkmäuse“ im Gelenk schwimmen.

Man nimmt an, dass eine Kombination von Erbfaktoren, falscher Ernährung, Hormonstörungen, evtl. auch Verletzungen, wie Verstauchungen, und eine Überlastung des wachsenden Skeletts zur OCD führt. Bei der Ernährung scheint vor allem eine Überversorgung des jungen Hundes mit Energie und Kalzium eine Rolle zu spielen. Gerade wachsende Hunde größerer Rassen sollten daher nur maßvoll gefüttert werden. Denn üppige, kalorienreiche Mahlzeiten beschleunigen das Wachstum: Der junge Hund wird regelrecht zu schwer für sein wachsendes Skelett. Eine zusätzliche Versorgung mit kalziumhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln verschlimmert die Situation.

Ein junger Hund soll sich zwar viel bewegen und auch wild umhertollen – doch der Halter sollte darauf achten, dass sich das Tier im „Eifer des Gefechts“ nicht überanstrengt. Bei allen Spielen, in deren Verlauf es zu Sprüngen, abrupten Stopps und engen Wendungen kommt, z. B. Ballspiele, sollten grundsätzlich nur auf weichem Boden stattfinden und nie zu lange dauern.

Eine Heilung der OCD ist zwar in vielen Fällen ausgeschlossen, aber der Tierarzt kann häufig erreichen, dass der Hund schmerzfrei wird und beweglich bleibt. Vorraussetzung hierfür ist, dass die Krankheit rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Wird die OCD sehr früh diagnostiziert, kann eine Futterumstellung und eine zwei – bis dreimonatige konsequente Einschränkung der Bewegung (Gassi nur an der Leine, keine wilden Spiele) als Therapie ausreichend sein. Bei OCD im Schultergelenk kann diese Behandlung in sehr frühem Stadien sogar zur Ausheilung führen. In vielen Fällen wird der Hund allerdings operiert werden müssen.

Wir beraten Sie gerne, wie Sie der OCD durch die richtige Ernährung, Haltung und Training des heranwachsenden Hundes vorbeugen können.

Die Panostitis ist eine sehr schmerzhafte Erkrankung der langen Röhrenknochen, also z. B. des Oberarmknochens, des Schienbeins, des Oberschenkelknochens usw. Sie tritt vor allem bei Hunden mittelgroßer oder großer Rassen auf. In der Regel sind Hunde im Alter von 5- 8 Monaten betroffen. Völlig geklärt sind die Ursachen der Panostitis bis heute noch nicht. Man geht aber davon aus, dass eine kalorienreiche Nahrung und eine Überversorgung mit Kalzium die Kanäle für die Blutgefäße im Knochen verengt: Es kommt zu einem Blutstau vor den Engstellen und damit zu einer Durchblutungsstörung in den wachsenden Knochen. Diese Durchblutungsstörung wiederum löst die heftigen Schmerzen aus, die den Hund veranlassen zu lahmen.

Meist ist nicht nur ein Knochen von der Panostitis betroffen. Typisches Symptom einer Panostitis ist daher, dass der Hund mal das eine Bein, mal das andere mehr schont – je nachdem welches ihm gerade mehr „weh tut“. Hunde mit einer Panostitis sind häufig appetitlos und matt, ihre Körpertemperatur kann leicht erhöht sein. Sie verlieren die Freude an der Bewegung - das ist besonders auffällig, weil es sich vor dem Krankheitsausbruch meist um besonders lebhafte Tiere handelte. Beim Betasten der betroffenen Beine zeigen die Tiere Schmerzreaktionen: Sie versuchen das Bein wegzuziehen, jaulen, stöhnen oder drohen sogar.

Ist die Krankheit fortgeschritten, kann der Tierarzt auf Röntgenaufnahmen die typischen Veränderungen am Knochen durch Panostitis erkennen. Im Blut kann der Tierarzt häufig auch besondere Entzündungszellen feststellen.

Die Behandlung einer Panostitis ist langwierig (um die drei Monate) und erfordert eine enge Zusammenarbeit von Hundehalter und Tierarzt. Mit Schmerzmitteln und entzündungshemmenden Medikamenten werden die Symptome der Panostitis gelindert. Die tägliche Futtermenge muss insgesamt reduziert werden. Für die nächsten zwei bis drei Monate wird der Hund außerdem mit einem kalorien- und proteinarmes Futter gefüttert. Auf keinen Fall darf er in dieser Zeit ein Nahrungsergänzungsmittel mit Kalzium und Vitamin-D Zusätzen erhalten.

Gleichzeitig muss der Hundehalter die Bewegung seines Tieres stark einschränken, weil körperliche Anstrengung den Blutfluss in die Knochen erhöht und mehr Blut im Knochen bedeutet eine erhöhte „Blutstau-Gefahr“. Am besten hält man den Hund in einem kleinen Raum in der Wohnung und führt in täglich nur dreimal für je fünf bis zehn Minuten aus. Das ist natürlich gerade für ein junges Tier eine erhebliche Einschränkung. Umso wichtiger ist es mit dem kranken Hund viel Zeit zu verbringen – ein Fernseher oder eine Leseecke im gleichen Raum machen das „Gefängnis“ zumindest für den Hundehalter angenehmer.

Zur Vorbeugung sollte man junge Hunde mittelgroßer und großer Rassen nicht „zu gut“ füttern. Geben Sie vor allem keine Nahrungsergänzungsmittel zum Alleinfutter hinzu. Wir beraten Sie gerne über die richtige Ernährung des heranwachsenden Hundes.

Eine Patellaluxation, ein „Verrutschen“ oder „Verrenken“ der Kniescheibe kann sowohl vererbt, in der Wachstumsphase erworben als auch verletzungsbedingt sein. Bei Zwerghunden und Miniaturrassen gehört die Patellaluxation an die Innenseite des Knies (mediale Patellaluxation) zu den häufigsten Erbfehlern. Eine Verschiebung an die Aussenseite des Knies (laterale Patellaluxation) ist seltener und meist ein Problem mittelgroßer bis großer Rassen.

Die Kniescheibe ist in die Strecksehne des Hinterbeines eingelagert. Bei jedem Strecken und Beugen des Knies gleitet die Kniescheibe nach oben bzw. nach unten. Im gesunden Knie sorgen die gerade Zugrichtung des Streckmuskels und eine Knochenrinne dafür, dass die Kniescheibe nicht seitlich verrutschen kann. Bei einer angeborenen oder im Zuge der Entwicklung entstandenen Patellaluxation, stimmt die Zugrichtung des Streckmuskels nicht und die Knochenrinne ist zu flach um die Kniescheibe auf dem „geraden Weg“ zu halten. Kleine Hunde, die zur medialen Patellaluxation neigen, haben häufig O-Beine. Die laterale Patellaluxation größerer Hunde ist häufig die Folge von X-Beinen. In der Regel sind beide Knie von dieser Fehlbildung betroffen.

Man unterscheidet vier Schweregrade. Beim 1. Grad zeigt der Hund kaum Symptome. Nur hin und wieder hüpft er auf drei Beinen, geht aber sofort wieder normal, wenn die Kniescheibe zurück in die Knochenrinne gleitet. Eine Patellaluxation 1. Grades muss, wenn der Hund keine anderen Beschwerden zeigt, nicht behandelt werden. Der Hund darf aber auf keinen Fall für die Zucht verwendet werden.

Patellaluxationen des 2. bis 4. Grades müssen operiert werden. Sie stellen eine echte Behinderung des Hundes dar, weil er seine Knie nicht mehr strecken kann. In extremen Fällen hoppeln bereits Welpen wie Kaninchen. Außerdem führt die ständige Fehlbelastung des Kniegelenks zu schmerzhaften Arthrosen. Das ist auch der Grund, warum man den Hund im Welpenalter operieren sollte, sobald sich die ersten Symptome zeigen. Denn je länger das Knie  falsch belastet wird, desto gravierender sind die Spätschäden.

Leider kann es nach der Operation zu Rückfällen kommen. Der Erfolg der Operation sollte daher wöchentlich vom Tierarzt kontrolliert werden. Bei einem Rückfall muss nochmals operiert werden, aber auch hier gilt je eher das Problem „angepackt“ wird, desto größer die Aussichten auf Erfolg.

Während man der Patellaluxation nach medial, also dem Problem der kleinen Rassen nicht vorbeugen kann, ist eine Vorbeugung bei großen Rassen zumindest zum Teil möglich. Denn hier ist häufig ein zu schnelles Wachstum verantwortlich für die Fehlbildung des Kniegelenks. Gerade Hunde großer Rassen sollten in der Wachstumsphase nur mäßig gefüttert werden. Denn eine üppige Fütterung führt zu einer raschen Zunahme des Muskelgewebes, mit dem die Skelettentwicklung nicht mithalten kann. Die verhältnismäßig weichen Knochen und Gelenke des jungen Hundes verformen sich sonst unter dem Gewicht der Muskulatur. In leichten Fällen von Patellaluxationen nach lateral kann daher schon eine Diät und strikte Einschränkung der Bewegung zur Besserung führen.

Wir beraten Sie gerne über die richtige Ernährung ihres Hundes.

Die Hüftgelenksdysplasie (HD) ist eine Fehlstellung des Hüftgelenks. Meist leiden Hunde mittelgroßer und großer Rassen und deren Mischlinge darunter. Die Veranlagung zur Hüftgelenksdysplasie wird vererbt. Viele Zuchtverbände schreiben daher eine Röntgenuntersuchung auf HD vor, bevor ein Hund zur Zucht zugelassen wird. Tatsächlich spielen aber auch die Ernährung und die Haltung eines wachsenden Hundes eine Rolle bei der  Entstehung der HD. Denn im Gegensatz zu Menschen mit HD ist diese Missbildung des Hüftgelenks bei Hunden nicht angeboren sondern entwickelt sich in der Wachstumsphase. Rund 30% aller Hunde mit HD leiden auch unter anderen Gelenksveränderungen.

Im gesunden Hüftgelenk passt der kugelige Kopf des Oberschenkelknochens haargenau in eine Vertiefung des Beckens, der Gelenkspfanne. Der Oberschenkelkopf kann in dieser Pfanne zwar rotieren aber nicht verrutschen, weil sie ihn eng umschließt.

Bei einer Hüftgelenksdysplasie findet der Oberschenkelkopf nur wenig Halt, weil die Gelenkspfanne zu flach oder zu groß ist. Das Gelenk ist dadurch instabil. Nicht alle Hunde mit HD zeigen auch Symptome dieser Erkrankung.

Häufig beginnen die ersten Probleme jedoch schon im Alter zwischen 4 und 10 Monaten. Die Hunde haben wenig Lust sich zu bewegen, gehen plötzlich lahm und haben Schwierigkeiten beim Aufstehen. Die Muskulatur, die das Gelenk umgibt, ist verkrampft. Später entwickeln sich Arthrosen, Verschleißerscheinungen am Gelenk. Auch diese Arthrosen können aber müssen nicht Symptome zur Folge haben. In schweren Fällen sind sie äußerst schmerzhaft. Der Hund vermeidet es zu gehen. Durch das mangelnde Training schwindet die Muskulatur an den Hinterbeinen. In diesen schweren Fällen hilft nur eine Operation; eventuell sogar der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks.

Sind die Beschwerden des Hundes nicht so gravierend, kann man ihn mit Schmerzmitteln und entzündungshemmenden Medikamenten behandeln. Diese Therapie soll dem Hund die Schmerzen nehmen und die Bewegungsfreude erhalten. Bewegung ist gerade bei allen Erkrankungen der Gelenke besonders wichtig, denn ohne Bewegung werden die Gelenke steif und Arthrosen verschlimmern sich.

Die Bemühungen der Zuchtverbände zeigen bei manchen Rassen erste Erfolge: Die HD-Rate sinkt bei diesen Rassen. Doch es gibt immer noch sehr viele Hunde, die diese unheilvolle Veranlagung in sich tragen. Wichtig ist, dass Hunde in der Wachstumsphase nur mäßig gefüttert werden. Denn eine zu rasche Gewichtszunahme belastet die noch nicht ausgereiften Gelenke und kann zu Fehlstellungen führen. Ein junger Hund soll und muss sich außerdem viel bewegen. Als Halter des Hundes sollte man aber darauf achten, dass dabei die Gelenke nicht zu sehr strapaziert werden. Also: wilde Spiele und rasante Galoppaden nur auf weichem griffigem Boden, hohe Sprünge und enge Wendungen z. B. beim Ballspielen vermeiden, viel Schwimmen und genügend Ruhepausen. Wir geben Ihnen gerne weitere Ernährungs- und Trainingstipps für Ihren wachsenden Hund.

Gebrochene Knochen können nur dann wieder gerade zusammenwachsen, wenn die Bruchenden richtig zusammengeführt, in dieser Lage fixiert und über Wochen stabil gehalten werden.

Schienenverbände, wie z. B. Gipsverbände, können diese Stabilität nur bei unkomplizierten Brüchen (Frakturen) unterhalb des Ellbogens oder des Knies gewährleisten. Ein weiterer Nachteil von Schienenverbänden ist, dass das Tier sein gebrochenes Bein über Wochen und Monate nicht benutzt. Das mangelnde Training kann zu einem massiven Muskelschwund, einer Gelenkversteifung und sogar zu einer Osteoporose, einem Knochenschwund, führen.

Daher operiert man heutzutage die meisten Frakturen. Man unterscheidet die interne Fixation vom Fixateur externe. Hier soll es um die interne Fixation gehen:

Vor der Operation fertigt der Tierarzt mehrere Röntgenaufnahmen vom Operationsgebiet an. Er verschafft sich damit einen Überblick über den Schaden, sieht ob z. B. Teile des Knochens abgesplittert sind oder der gebrochene Knochen verdreht ist - kein Knochenbruch gleicht dem anderen. Der Tierarzt muss jeden Fall individuell beurteilen und sich für die jeweils richtige Operationsmethode entscheiden.

Sobald das Tier operationsfähig ist, d.h. eine längere Narkose gut überstehen kann, wird der Tierarzt die Bruchenden mit speziellen Platten, Schrauben, Nägeln, Draht usw. aneinander heften und fixieren. Bei ausgewachsenen Tieren mittleren Alters können die Platten übrigens ein Leben lang an Ort und Stelle bleiben, nur in Ausnahmefällen müssen sie nach der Knochenheilung wieder entfernt werden.

Am besten ist es, wenn der Tierarzt in den ersten sechs Stunden nach dem Unfall die Knochen operieren kann. Ist eine Operation in den ersten Stunden nach dem Unfall nicht möglich, weil zuerst der Kreislauf des Tieres stabilisiert werden muss, sollte sie einige Tage verschoben werden. Das hat folgenden Grund: Ein Knochenbruch ist immer auch mit Muskelquetschungen und Blutungen verbunden. Wenn diese Verletzungen nicht sofort versorgt werden, stören sie die Durchblutung. Das Gewebe wird nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt und mit der Zeit sammeln sich im Operationsgebiet „Stoffwechselschlacken“ an, die die Heilung beeinträchtigen. Diese Stoffe werden zwar wieder abgebaut, doch hierfür braucht der Körper Zeit. Bis das Tier operationsfähig ist, wird der Bruch mit Schienen stabilisiert.

Nach der Operation schützt ein Verband die Wunde für einige Tage. Die tägliche Verbandskontrolle ist außerordentlich wichtig, damit Entzündungen rechtzeitig behandelt werden können. Alarmzeichen für eine Entzündung sind: Übermäßige Wärme des Verbandes, Schwellungen, Fieber, Juckreiz oder Schmerzen. Bei diesen Symptomen muss das Tier sofort in tierärztliche Behandlung.

Nach etwa 10 Tagen können in der Regel die Fäden gezogen werden. Wie viel Zeit bis zur endgültigen Heilung verstreicht, hängt davon ab, wie alt das Tier ist (junge Knochen heilen schneller), welcher Knochen gebrochen ist und um welche Frakturart es sich handelt. Wir beraten Sie gerne, wie Sie mit der richtigen Ernährung und einem ausgewogenen Training den Heilungsprozess beschleunigen können.

Lahmen wird meist von einer schmerzhaften Verletzung verursacht. Nicht immer sieht man die Verletzung von außen – ein Kreuzbandriss beispielsweise ist unsichtbar. Aber auch Infektionen z. B. mit Borreliose oder chronische Prozesse wie z. B. Arthrosen, Verschleißerscheinungen der Gelenke, sind schmerzhaft und führen dazu, dass der Hund lahm geht. Außerdem können auch Herz/Kreislauf Probleme, Muskelschwund oder Nervenschäden einen ungleichmäßigen Gang auslösen.

In den meisten Fällen handelt es sich um eine Stützbeinlahmheit: Der Hund hat Schmerzen, wenn er das betroffene Bein mit seinem Gewicht belastet, also beim Auftreten. Bei der Hangbeinlahmheit ist das Vor- oder Zurückschwingen des Beines schmerzhaft oder z. B. bei Nervenschäden nicht möglich. Eine Hangbeinlahmheit beobachtet man z. B. bei krankhaften Prozessen oder Verletzungen im Schulterbereich. Tatsächlich können Hangbein – und Stützbeinlahmheit auch gemeinsam auftreten. Man spricht dann von einer gemischten Lahmheit.

Bei Infektionen, Arthrosen und rheumaähnlichen Erkrankungen sind oft mehrere Beine betroffen. Der Hund lahmt abwechselnd mehr auf dem einen oder dem anderen Bein, je nachdem welches ihn gerade mehr schmerzt.

Je nach Schweregrad spricht man von geringgradiger, mittelgradiger oder hochgradiger Lahmheit. Geringgradige Lahmheiten sind nur bei genauem Hinsehen zu erkennen: Der Hund belastet das betroffene Bein nur unwesentlich kürzer als die gesunden. Er geht vielleicht etwas klamm und hat nicht soviel Freude an der Bewegung wie sonst. Bei einer mittelgradigen Lahmheit ist das Hinken des Hundes deutlich zu erkennen. Hochgradig ist die Lahmheit, wenn der Hund das Bein kaum aufsetzt und meist auf drei Beinen geht.

Bei hochgradigen und mittelgradigen Lahmheiten leidet der Hund unter großen Schmerzen. Die rasche Behandlung kann auch Folgeschäden und eventuell sogar einer dauerhaften Behinderung vorbeugen.

Handelt es sich um eine geringgradige Lahmheit, können Sie mit dem Tierarztbesuch ein bis zwei Tage abwarten. Viele kleine Verletzungen, z. B. Verstauchungen, heilen mit der Zeit. Um den Heilungsprozess zu unterstützen, sollten Sie ihren Hund in den folgenden Tagen nur an der Leine ausführen. Wilde Spiele und Belastungen wie z.B. Sprünge sind für einige Tage verboten. Kleine Schwellungen können Sie kühlen. (Bei großen Schwellungen bitte sofort zum Tierarzt.)

Sollte die Lahmheit aber innerhalb von ein bis zwei Tagen nicht deutlich besser werden, muss der Tierarzt abklären, ob nicht doch ein ernsteres Problem hinter der Lahmheit steckt. Auch wenn der Hund zwar nicht ständig aber doch immer wieder lahmt, ist ein Besuch beim Tierarzt unumgänglich. Vielen Krankheiten des Bewegungsapparates kann man übrigens mit Ernährung und Training vorbeugen, wir beraten Sie gerne über die Möglichkeiten.

Endokrinologie

Harnsteine können in den Nieren oder weit häufiger in der Blase entstehen. Sie entwickeln sich aus überschüssigen Mineralstoffen und organischen Substanzen. Manche Rassen haben eine erbliche Veranlagung für die Bildung von Harnsteinen. Dalmatiner z. B. scheiden beim Eiweissstoffwechsel die schwer lösliche Harnsäure aus. In der Blase bildet die Harnsäure Kristalle, die zu den sogenannten Urat-Steinen wachsen können. Bei Dackeln und Bassets führt ein anderes Stoffwechselproblem zu den sogenannten Zystin- oder Xanthinsteinen.

Harnsteine können Reizungen und Entzündungen der Schleimhäute von Blase und Harnröhre verursachen. Insbesondere bei Rüden besteht die Gefahr, dass die Harnsteine die Harnwege verlegen. Der Hund kann dann nur noch mit Mühe und unter Schmerzen Harn absetzen. Unbehandelt kann die Verstopfung der Harnwege zu schweren, ja tödlichen Nierenerkrankungen führen.

Tatsächlich ist ein „Nicht richtig pinkeln können“ immer ein Notfallsymptom. Bitte wenden Sie sich sofort an Ihren Tierarzt, wenn Ihr Hund Schwierigkeiten beim Harnabsatz hat.

Einige Harnsteinarten kann man auf dem Röntgenbild sehen, andere sind nur mit Hilfe von Ultraschalluntersuchungen zu erkennen. An erster Stelle steht die Entfernung der Steine. Sehr kleine Steine können eventuell ausgespült werden. Größere Steinen müssen entweder durch eine Operation aus der Blase entfernt oder mit einem speziellen Ultraschallgerät zertrümmert werden. Bei Rüden kann eine Öffnung der Harnröhre unumgänglich sein, wenn sich die Harnsteine dort festgesetzt haben.

Die Bauchspeicheldrüse (das Pankreas) erfüllt zwei Hauptfunktionen: Zum einen produziert sie Hormone und zum anderen Verdauungsenzyme. Verdauungsenzyme sind Stoffe, die im Darm die Nährstoffe (Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette) aus dem Nahrungsbrei herauslösen und so zerkleinern, dass sie die winzigen Pforten der Darmwand passieren können.

Diese Verdauungsenzyme stellt eine gesunde Bauchspeicheldrüse im Überfluss her, so dass sich erst bei einem Ausfall von ca. 90% der Produktion Symptome zeigen. Man spricht dann von einer exokrinen Pankreasinsuffizienz (EPI), einer Funktionsuntüchtigkeit der Bauchspeicheldrüse. Ein Hund mit einer EPI kann sein Futter nicht richtig verdauen. Er hungert, obwohl er viel frisst.

Abmagerung trotz Heißhungers und chronischer Durchfall sind die Hauptsymptome einer EPI. Auffällig ist die Beschaffenheit des Kotes bei einer EPI: Er ist voluminös, glänzt fettig, ist eher grau als braun und riecht säuerlich. Manchmal wirkt er schaumig. Er kann unverdaute Futterbestandteile enthalten.

Durch die Mangelernährung verliert der Hund außerdem an Kondition, sein Fell wird struppig und das Tier haart stärker. Viele Hunde mit einer EPI fallen über alles her, was ihnen fressbar erscheint - auch der Kot anderer Tiere.
In den meisten Fällen verursacht eine Autoimmunerkrankung, die ab einem Alter von 18 - 24 Monten ausbricht, die EPI. Dabei zerstören körpereigene Abwehrzellen das Gewebe der Bauchspeicheldrüse. Die Ursachen für diese Autoimmunreaktion sind noch nicht völlig aufgeklärt. Bei Deutschen Schäferhunden und rauhaarigen Collies wird die Anlage zu dieser Krankheit vererbt. Seltener lösen chronische Entzündungen oder Tumore die EPI aus.

Um die EPI zu diagnostizieren, müssen Blut, Stuhl und Harn des Hundes untersucht werden. Biopsien oder diagnostische Operationen sind eventuell nötig um Sicherheit zu erlangen.

Die EPI ist nicht heilbar. Doch mit der richtigen Fütterung können viele EPI-kranke Hunde ein gutes Leben führen. Hunde mit einer EPI sollten etwa 20% bis 100 % mehr Futter erhalten als gesunde. Statt einer großen Mahlzeit sollten sie über den Tag verteilt mehrere kleine Portionen fressen. Das Futter selbst sollte leichtverdaulich und reich an hochwertigem Eiweiß, z. B. aus magerem Muskelfleisch, Magerquark oder Eigelb, sein.

Besonders wichtig ist eine ausreichende Versorgung mit essentiellen Fettsäuren und den fettlöslichen Vitaminen A, D, E, K, da bei einer EPI vor allem die Fettverdauung gestört ist. Das ist aber auch der Grund, warum der Fettanteil im Futter insgesamt sehr niedrig sein muss. Ihr Tierarzt stellt Ihnen gerne Rezepte für eine geeignete Kost zur Verfügung. Sie können aber auch Spezialfutter kaufen.

Vor jeder Mahlzeit muss dem Futter ein Pulver oder Granulat zugemischt werden, das „Ersatz-Verdauungsenzyme“ enthält. Statt des Pulvers kann man dem Futter auch frische oder aufgetaute Rinderbauchspeicheldrüse beimengen. Einige Wissenschaftler plädieren dafür die Mischung aus Futter und den „Ersatz-Verdauungsenzymen“ vor der Fütterung einige Stunden bei Zimmertemperatur stehen zu lassen. Die „Ersatz-Verdauungsenzyme“ sollen das Futter in dieser Zeit „vorverdauen“. Andere Wissenschaftler finden diese „Vorverdauung“ unnötig. Probieren Sie einfach aus, welche Vorgehensweise Ihrem Hund am besten bekommt.

Verlieren Sie vor allem nicht die Geduld und lassen Sie sich von anfänglichen Misserfolgen nicht unterkriegen: Bis Sie das richtige Futter und die beste Art der Fütterung herausgefunden haben, kann schon eine kleine Weile vergehen.

Wir stehen Ihnen jederzeit mit unserem Rat zur Verfügung.

Bei den Nebennieren, kleinen Hormondrüsen in der Nähe der Nieren, unterscheidet man das Nebennierenmark von der Nebennierenrinde. Die Nebennierenrinde produziert Mineralkortikoide und Glukokortikoide. Das sind Hormongruppen, die sowohl den Flüssigkeitshaushalt als auch den Energiestoffwechsel des Körpers regulieren.

Mit Hypokortizimus (von lat. Cortex = die Rinde) bezeichnet man das Krankheitsbild, das bei einem Mangel an Mineralkortikoiden und Glukokortikoiden entsteht. Junge Hündinnen großer Rassen sind gefährdeter als andere Hunde.

Ein Hypokortizismus entsteht beispielsweise durch die Zerstörung der Nebennierenrinde. In diesen Fällen spricht man auch von Morbus Addison. Die häufigste Ursache für Morbus Addison bei Hunden ist ein gestörtes Immunsystem. Statt Krankheitserreger zu attackieren, greifen die körpereigenen Abwehrzellen das Gewebe der Nebennierenrinde an und zerstören es ganz oder teilweise.

Die Nebennierenrinde kann aber auch bei Infektionen, Durchblutungsstörungen und anderen Krankheiten oder Hormonstörungen Schaden nehmen. Seltener als Morbus Addison kommt ein isolierter Mangel an Glukokortikoiden vor. Er entsteht entweder durch Störungen in der Regulation der Hormonproduktion oder durch eine lang andauernde medizinische Behandlung mit Glukokortikoiden. Die Gabe von Glukokortikoiden kann die körpereigene Produktion dieser Hormone unterdrücken und so zu einem Schwund an hormonbildendem Gewebe führen. Setzt man dann die Medikamente plötzlich ab, ist die Nebennierenrinde nicht mehr in der Lage ausreichend Glukokortikoide zu bilden. Es kann dabei zur lebensbedrohlichen Addison-Krise kommen. Daher darf man eine Behandlung mit Glukokortikoiden nie plötzlich beenden, sondern muss sich aus der Therapie mit immer kleiner werdenden Dosen langsam „ausschleichen“. Zur Addison-Krise kann es aber auch durch extremen Stress kommen.

Bei Addison-Krise zeigt der Hund folgende Symptome: Apathie, Appetitlosigkeit, Schwäche bis hin zum Kollaps und Austrocknung (trockene, klebrige Schleimhäute, eine gezogene Hautfalte bleibt stehen anstatt zu verstreichen).

Unsichtbar aber lebensbedrohlich sind die Eindickung des Blutes, Herzrhythmusstörungen und Blutduckabfall, die zum Schock führen können. Ein Hund, der auch nur eines der obengenannten Symptome zeigt, muss sofort in tierärztliche Behandlung (auch nachts oder an Feiertagen!).

Hunde, die von einem langsam fortschreitenden Hypokortizismus betroffen sind, haben einen wechselhaften Appetit, erbrechen sich ab und an, leiden unter Durchfällen und / oder blutigem Stuhl (z. T. als „Teerkot“), wirken teilnahmslos und schwach z. T. zittrig, trinken viel und haben manchmal Bauchschmerzen. In Stresssituationen verschlimmert sich ihr Krankheitsbild.

Da diese Symptome auch auf andere Krankheiten hinweisen können, sind umfangreiche Untersuchungen zur Diagnosestellung nötig. Morbus Addison kann meist nicht geheilt werden, doch kann der Hund ein gutes Leben führen, wenn er regelmäßig mit Hormonersatzpräparaten behandelt wird.

Mammatumore, Geschwülste des Gesäuges, gehören zu den häufigsten Tumoren bei der Hündin. Beim Rüden sind diese Neubildungen selten, aber möglich. Der Begriff „Tumor“ versetzt viele Menschen in Angst und Schrecken. Er bedeutet aber nichts anderes als „Schwellung“. Tatsächlich wird er hauptsächlich im Zusammenhang mit Geschwülsten gebraucht - doch er sagt überhaupt nichts über die Gefährlichkeit der Zubildung aus.

Man unterscheidet vielmehr gutartige von bösartigen Tumoren. Ein gutartiger Tumor ist klein und wird nur langsam größer, verwächst nicht mit seiner Umgebung (er ist verschieblich gegenüber der Haut und der Unterhaut) und er metastasiert nicht - d. h. die Zellen dieses Tumors wandern nicht in andere Organe ein.

Bösartige Tumoren („Krebs“) hingegen wachsen schnell und in die Nachbargewebe hinein. Sie neigen zur Metastasenbildung. Durch die Wanderung der Tumorzellen können auch in anderen Organen bösartige Tumore entstehen.

Häufig kann die Unterscheidung zwischen gutartiger Geschwulst und bösartigem Krebs erst nach der Entfernung des Knotens und einer darauffolgenden mikroskopischen Untersuchung des Gewebes getroffen werden. 
Besteht der Verdacht, dass es sich um eine bösartige Geschwulst handelt, wird mithilfe von Röntgenbildern und Ultraschalluntersuchungen versucht herauszufinden, ob der Tumor bereits in andere Organe gestreut bzw. metastasiert hat.

Allerdings kann man bei diesen Untersuchungen nur Metastasen entdecken, die bereits größer als 0,5 cm im Durchmesser sind. 
Bei der anschließenden Operation des Tumors wird er zudem auch die benachbarten Lymphknoten entfernen und deren Untersuchung veranlassen.

Selbst wenn es sich herausstellt, dass der Tumor bösartig war, bedeutet das noch nicht, dass der Hund sofort eingeschläfert werden muss. Bei einem guten Allgemeinbefinden des Tieres kann sich eine Chemotherapie lohnen. Die meisten tierischen Krebspatienten vertragen die Chemotherapie besser als Menschen. Das Ziel der Chemotherapie ist bei Hunden außerdem nicht die Verlängerung des Lebens um jeden Preis. Es geht vielmehr darum, dem Hund und seinem Menschen noch etwas Zeit bei guter Lebensqualität zu schenken. Sie erfordert allerdings die aktive Mitarbeit des Besitzers und ist auch nicht ganz billig.
Die besten Chancen auf ein gutes und längeres Leben trotz Krebserkrankung haben die Hündinnen, bei denen der Tumor früh entdeckt wurde. Daher sollten Sie das Gesäuge Ihres Hundes (auch des Rüden) regelmäßig auf Knoten oder Knötchen untersuchen. Im Falle eines Falles werden wir Sie ausgiebig und individuell beraten.

Mit Morbus Cushing oder dem Cushing Syndrom (CS) bezeichnen Mediziner einen ganzen Komplex von Krankheiten und Symptomen, die durch einen langandauernden Überschuss an Kortison entstehen. Kortison ist ein natürliches Hormon, das von den Nebennieren gebildet wird. Beim gesunden Tier wird die Produktion des Kortisons vom Hypophysenvorderlappen im Gehirn kontrolliert.

Bei einer Tumorbildung im Hypophysenvorderlappen oder in einer der Nebennieren versagt die  Kontrolle und es kommt zu einer zügellosen Produktion und Ausschüttung des Hormons - ein Cushing-Syndrom entwickelt sich. Ein CS kann aber auch durch eine Behandlung mit kortisonhaltigen Medikamenten verursacht werden.

Grundsätzlich kann jeder Hund Morbus Cushing bekommen. Hündinnen ab dem 6. Lebensjahr sind aber häufiger betroffen als andere. Außerdem scheinen einige Hunde der Rassen Pudel, Dackel, Terrier, Cocker Spaniel, Beagle, Pinscher, Golden Retriever, Deutscher Schäferhund und Boxer eine erbliche Veranlagung zu dieser Krankheit zu haben.

Hunde mit Cushing fallen zuerst durch ihren großen Durst und vermehrtes Wasserlassen auf. Viele Tiere fressen mehr. Da sich die Fettverteilung unter Kortison verändert, bekommen sie einen Hängebauch. Die Muskulatur hingegen schwindet. So erscheint der Rumpf tonnenförmig, während die Beine immer dünner werden.

Das Fell wird stumpf und schütter. An Bauch, Flanken und Ohren können die Haare ausfallen. Die Haut wird dünn und ist von Mitessern oder gar kleinen Kalkeinlagerungen bedeckt. Kortison löst außerdem eine Immunschwäche aus, so dass Tiere mit einem CS zu Infektionskrankheiten und Entzündungen neigen. Ihre Wundheilung ist häufig verzögert.

Tatsächlich wird fast jedes Organ und Gewebe des Körpers durch das Cushing Syndrom in Mitleidenschaft gezogen: Im Gefolge dieser Hormonstörung entwickeln sich zahlreiche andere Krankheiten und Symptome. Die vielfältigen und leider nicht typischen Symptome erlauben dem Tierarzt keine sichere Diagnose. Er muss umfangreiche Untersuchungen vornehmen um das Cushing-Syndrom zweifelsfrei zu diagnostizieren.

Unbehandelt führt ein Cushing Syndrom zum Tode des Hundes. Eine echte Heilung ist nur in Einzelfällen möglich. Ein CS durch Medikamente kann durch das langsame Absetzen der Arzneimittel kuriert werden, ein CS, dass durch einen Tumor in einer der beiden Nebennieren verursacht wurde kann eventuell durch eine rechtzeitige Operation geheilt werden. Allerdings sind diese Operationen schwierig und es kommt häufig zu Komplikationen. Bei einem Tumor im  Hypophysenvorderlappen kann auch eine Bestrahlung in einer Spezialklinik erfolgreich sein.

In den meisten Fällen jedoch wird dem Hund nur eine lebenslange Behandlung mit Medikamenten helfen. Prinzipiell kann der Tierarzt mit Hilfe der Medikamente die Kortisonproduktion drosseln oder durch die Zerstörung der Nebenniere stoppen. Bei einer Zerstörung der Nebenniere benötigt der Hund Ersatzhormone. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile, die im Einzelfall gegeneinander abgewogen werden müssen. Mit Ihnen gemeinsam werden wir die beste Lösung für Sie und Ihren Hund finden, damit Ihr Vierbeiner trotz Cushing noch viele Jahre ein gutes Leben führen kann.

Die Schilddrüse bildet Hormone, die beim Jungtier Wachstum und Entwicklung steuern und beim ausgewachsenen Tier den Energiehaushalt, den Stoffwechsel und andere Hormone regulieren. Sie liegt nahe des Kehlkopfs im Hals des Hundes. Eine gesunde Schilddrüse ist so klein, dass man sie weder sehen noch ertasten kann. 
Meist leiden Hunde an einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose), das bedeutet, dass  die Schilddrüse nicht genügend Hormone produziert. Eine Überfunktion der Schilddrüse ist beim Hund sehr selten. Große Hunderassen insbesondere Golden Retriever und Dobermänner erkranken häufiger an dieser Funktionsstörung als kleine Hunde.

Eine Hypothyreose kann die Folge einer Entwicklungsstörung im Mutterleib sein. Welpen, deren Schilddrüse zu wenig Hormone bildet, entwickeln sich nicht richtig: Sie wirken zwergenhaft klein und unproportioniert. Auch geistig bleiben diese Welpen hinter ihren Wurfgeschwistern zurück. Einige Welpen mit einer angeborenen Schilddrüsenunterfunktion sterben an der Krankheit.

Eine Funktionsstörung der Schilddrüse kann sich aber auch erst im Laufe des Lebens entwickeln. Während früher häufig ein Mangel an Jod, das zur Bildung der Hormone gebraucht wird, zu einer Schilddrüsenunterfunktion führte, werden heute rund 95 % der Fälle von Hypothyreose bei erwachsenen Hunden von einer Entzündung der Schilddrüse verursacht, in deren Folge das hormonbildende Gewebe zerstört wird. Man nimmt an, dass diese Entzündung die Folge einer Fehlreaktion des körpereigenen Abwehrsystems ist (Autoimmunerkrankung). Seltener lösen Tumore und Funktionsstörungen anderer Hormondrüsen die Krankheit aus.

Die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion werden anfangs oft nicht bemerkt: Die Hunde wirken müde und lustlos, schlafen viel und suchen warme Orte auf. Einige Tiere werden reizbar. Mit der Zeit kommt es dann meist zu einer unerklärlichen Gewichtszunahme, fettigem Fell, Haarausfall, chronischen Hautentzündungen, dicker, kalter, teigiger Haut, die das Gesicht des Hundes „traurig“ aussehen lässt. Bei Hündinnen kann die Läufigkeit ausbleiben und bei Rüden können die Hoden schrumpfen. Zahlreiche andere Krankheiten können entstehen und das ursprüngliche Krankheitsbild verschleiern.
Die Symptome der Schilddrüsenunterfunktion können auch bei anderen Hormonstörungen oder  Organschäden auftreten. Diese müssen erst ausgeschlossen werden. Zur Diagnose der Schilddrüsenunterfunktion können verschiedene Tests eingesetzt werden, mit deren Hilfe man den Hormonspiegel im Blut bestimmt.

So schwierig die Diagnose der Hypothyreose ist, so einfach ist ihre Behandlung: Die fehlenden Hormone werden ersetzt. Die Dosis muss allerdings individuell bestimmt werden und als Besitzer muss man sich etwas in Geduld üben: Nach etwa vier Wochen hat sich der Zustand der Hunde meist deutlich gebessert und nach etwa drei Monaten kann man sie nicht mehr von gesunden Tieren unterscheiden. Die Hormone muss der Hund allerdings weiterhin meist ein Leben lang erhalten.

Die Nieren sind die Blutwaschanlage des Körpers. Sie filtern Giftstoffe, Abfälle aus dem Stoffwechsel, überflüssige Mineralstoffe und Wasser aus dem Blut und bilden daraus den Harn, der über die Harnwege ausgeschieden wird. Daneben beeinflussen die Nieren den Blutdruck, die Blutbildung und den Knochenauf- und abbau. Tatsächlich hängen alle wichtigen Organe mehr oder weniger von der Leistungsfähigkeit der Nieren ab.

Wenn die Nieren ihre vielen Aufgaben nicht mehr bewältigen können, spricht man von einer Niereninsuffizienz. Zu einer Niereninsuffizienz kommt es in der Regel erst, wenn rund 70% des Nierengewebes geschädigt bzw. in seiner Funktion eingeschränkt ist.

Man unterscheidet die akute Niereninsuffizienz von der chronischen Niereninsuffizienz. Eine akute Niereninsuffizienz entsteht durch eine plötzliche und vorübergehende Überlastung der Nieren, z. B. durch einen Schock, eine schwere Verletzung oder Infektionen. Tiere mit einer akuten Niereninsuffizienz können nur wenig oder gar kein Wasser lassen. Sie müssen sofort behandelt werden, sonst geraten sie rasch in einen lebensbedrohlichen Zustand. Bei einer schnellen Behandlung besteht die Chance, dass das Tier geheilt wird. Wird die akute Niereninsuffizienz aber verschleppt, kann sich daraus eine chronische Niereninsuffizienz entwickeln.

Die chronische Niereninsuffizienz (CNI) ist unheilbar. Mit der richtigen Behandlung und einer konsequenten Diät können erkrankte Tiere aber noch eine ganze Weile gut leben. Tatsächlich gehört die CNI zu den häufigsten Erkrankungen älterer Tiere. Sie entsteht nicht nur im Gefolge einer akuten Niereninsuffizienz sondern beispielsweise auch durch unbemerkte Nierenentzündungen.

Die Krankheit ist tückisch, denn man bemerkt sie erst in einem verhältnismäßig späten Stadium. In diesem Zusammenhang ist die Früherkennung bedeutend. Bei älteren Tieren sollten ein- bis zweimal jährlich die wichtigsten Blutwerte überprüft werden. Bei diesen Routineuntersuchungen besteht die Chance alarmierende Nierenwerte früh zu erkennen. 
Die ersten Symptome der CNI sind großer Durst und vermehrtes Wasserlassen (die Tiere können insbesondere über Nacht ihre Stubenreinheit verlieren). Später kommen Erbrechen, Müdigkeit, wechselnder Appetit und Abmagerung hinzu. Tatsächlich kann eine CNI auch zu nervösen Ausfallserscheinungen, Anfällen, Blutarmut, Immunschwäche, Knochenabbau und vielen anderen Symptomen führen.

Von zentraler Bedeutung bei der Behandlung ist eine Diät, die die Nieren entlastet. Nierendiäten enthalten weniger aber dafür besonders hochwertiges Eiweiß, weniger Phosphor aber mehr Vitamine. Wichtig ist, dass ein nierenkrankes Tier nur seine Spezialkost zu fressen bekommt. Leckerlis zwischendurch sind absolut verboten. Auf gar keinen Fall darf man die Tiere dürsten lassen, auch wenn sie vielleicht über Nacht ihr Wasser nicht halten können. Ein geregelter Tagesablauf und das Vermeiden von Stress stabilisiert die Tiere. Wir stehen Ihnen und Ihrem niereninsuffizienten Tier gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Mit Pyometra bezeichnet man eine entzündete und mit Eiter gefüllte Gebärmutter. Eine Pyometra kann bei der Hündin zu einem lebensbedrohlichen Schockzustand führen. Sie tritt meist vier bis zehn Wochen nach der Läufigkeit auf. Zu Beginn der Erkrankung zeigt die Hündin häufig nur vermehrten Durst, eventuell beleckt sie auffallend oft ihre Genitalien. In einigen Fällen kommt es auch zu einem übelriechenden Scheidenausfluss. Später kann die Hündin Fieber bekommen, leidet unter Appetitlosigkeit und wirkt apathisch. In wenigen Fällen kann sich einen Nachhandschwäche entwickeln. In sehr schweren Fällen kommt es zu einem Kreislaufzusammenbruch, der tödlich enden kann.

Die Ursachen für eine Pyometra liegen bei den hormonell bedingten Veränderungen an den Geschlechtsorganen während der Läufigkeit oder durch Hormonbehandlungen zur Läufigkeitsunterdrückung.

Während der Brunst öffnet sich unter dem Einfluss der Hormone der Gebärmutterhals, der normalerweise eine dicht schließende Barriere bildet. Bakterien haben so die Möglichkeit von der Scheide in die Gebärmutter aufzusteigen. Normalerweise eliminiert das körpereigene Immunsystem die Eindringlinge. Manchmal aber bleiben lebende und krankmachende Bakterien in der Gebärmuter zurück, wenn sich der Gebärmutterhals zum Ende der Brunst wieder schließt. Diese Bakterien haben nun ideale Bedingungen um sich zu vermehren.

Das überschießende Bakterienwachstum führt zu einer starken Eiterbildung. Besonders gefährlich sind Bakterien, die Giftstoffe bilden. Diese Giftstoffe können, wenn sie in die Blutbahn gelangen, einen lebensbedrohlichen Schock auslösen.

Beim Verdacht auf eine Pyometra wird neben einer gynäkologischen Untersuchung auch eine Blutuntersuchung sowie eine sonographische Untersuchung durchgeführt. Ist die Pyometra noch nicht so stark ausgeprägt und wenn der Allgemeinzustand der Hündin gut ist, sie weder Fieber hat noch Symptome einer Kreislaufschwäche zeigt, kann ein Behandlungsversuch mit Antibiotika und einem Medikament, das die Entleerung der Gebärmutter bewirkt, versucht werden. Mit dem Antibiotikum muss die Hündin rund drei Wochen behandelt werden, die Spritzen zur Entleerung der Gebärmutter müssen im Abstand von 24 Stunden bis einigen Tagen wiederholt werden. Der Erfolg der Behandlung muss per Ultraschalluntersuchung kontrolliert werden. Nachteile der recht teuren medikamentellen Behandlung sind der unappetitliche Ausfluss und die Gefahr, dass es bei der nächsten Läufigkeit wieder zu einer Entzündung der Gebärmutter kommt.

Hündinnen mit einem schlechten Allgemeinzustand müssen nachdem ihr Kreislauf stabilisiert wurde operiert werden. Bei dieser Operation werden Eierstöcke und Gebärmutter entfernt. Der große Nachteil, neben dem Operationsrisiko, einer solchen Totaloperation ist, dass die Hündin danach nicht mehr zur Zucht eingesetzt werden kann. Der große Vorteil liegt darin, dass eine Entzündung der Gebärmutter für die Zukunft ausgeschlossen ist. Halter, die mit ihrer Hündin nicht züchten wollen, sollten daher bei einer Pyometra eine Operation in Erwägung ziehen. Wir beraten Sie gerne über Vor- und Nachteile der beiden Behandlungsmöglichkeiten.

Diabetes mellitus, die Zuckerkrankheit, wird durch einen Mangel an dem Hormon Insulin verursacht. Insulin öffnet in den Zellmembranen, feinen Häutchen, die die Zellen umschließen, winzige Poren durch die die Zuckermoleküle ins Zellinnere gelangen können. Im Zellinneren wird der Zucker „verbrannt“ und aus dieser Verbrennung gewinnt die Zelle lebensnotwendige Energie.

Fehlt Insulin, bleiben die Zellporen verschlossen. Die Zuckermoleküle können nicht in die Zellen gelangen und bleiben im Blut. Das hat zwei grundlegende Folgen: Die Zellen „hungern“ und der Blutzuckerspiegel steigt. Dieser unnatürliche Zustand zieht weitere krankhafte Erscheinungen nach sich. Die meisten diabetischen Hunde trinken und urinieren sehr viel, magern trotz reichlichen Futterangebots ab (einige Hunde werden auch fett). Die Tiere werden schwach, sie können einen Grauen Star bekommen, entwickeln Leberschäden und haben ein stumpfes Haarkleid.

In der Regel verursacht eine Schädigung der insulinbildenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse den Insulinmangel. Diese Schäden werden durch unterschiedliche Faktoren verursacht. Entzündungen, Störungen des Hormonhaushaltes aber auch bestimmte Medikamente können sie auslösen. Meist tritt Diabetes mellitus bei Hunden in der zweiten Lebenshälfte auf. Hündinnen leiden sehr viel öfter als Rüden daran. Außerdem scheinen übergewichtige Hunde ein größeres Risiko zu haben an Diabetes mellitus zu erkranken als schlanke Tiere. 
Hunde mit Diabetes mellitus müssen ihr Leben lang mit Insulin versorgt werden. Jeder Hund hat einen anderen Insulinbedarf, daher muss die richtige Dosis individuell ermittelt werden. Insulin muss subkutan, d.h. unter die Haut, gespritzt werden. Ihr Tierarzt zeigt Ihnen gerne, wie das geht - Sie werden schnell feststellen, dass das Spritzen leichter ist als einem unwilligen Hund eine Tablette zu geben - also keine Angst!

Ein regelmäßiger Tagesablauf mit zwei festen Fütterungszeiten ist für den diabetischen Hund lebenswichtig. Leckerlis zwischendurch sind bei diabetischen Hunden verboten. Günstig wirkt sich ein ballaststoffreiches Futter, das Sie fertig kaufen oder nach Rezept selbst zubereiten können, aus. In der Regel müssen Sie den Hund zweimal täglich nach den Mahlzeiten im Abstand von 12 Stunden spritzen. Bei Hunden, die schlecht fressen oder einen erhöhten Zuckerbedarf haben (z. B. bei körperlicher Anstrengung oder Fieber) kann es leicht zu einem Unterzucker kommen. Symptome hierfür sind: Unruhe, Zittern, Bewegungsstörungen, Bewusstlosigkeit. Flößen Sie bei diesen Symptomen Ihrem Hund sofort eine Zuckerlösung und ein lassen Sie ihn tierärztlich untersuchen.

Einmal wöchentlich sollten Sie den Blutzuckerspiegel kontrollieren. Sie können dies mittels Urinstick oder mit speziellen Blutuntersuchungsgeräten tun. Besonders wichtig ist, dass Sie auf die Diabetes-Symptome achten und bei einer Verschlechterung das Tier vorstellen. Außerdem sollten Sie mindestens zwei- bis viermal jährlich zur Kontrolle kommen.

Fortpflanzung

Neben der Kastration gibt es auch die Möglichkeit die Läufigkeit der Hündin mit Hormonen zu unterdrücken. Wie bei „der Pille“ für den Menschen setzt man vor allem das Schwangerschafts-Schutzhormon Progesteron oder verwandte Substanzen ein um die Reifung der Eizellen und den Eisprung zu verhindern. „Die Pille“ für die Hündin ist aber meist eine Spritze.

Wenn Sie eine hormonelle Läufigkeitsunterdrückung bei Ihrer Hündin wünschen, müssen Sie den Beginn und die Dauer der beiden zurückliegenden Läufigkeiten genau ermitteln. Denn die erste Hormonspritze kann nur zum Zeitpunkt der absoluten Sexualruhe verabreicht werden. Das bedeutet, dass die Hündin frühestens drei Monate nach der letzten Läufigkeit und spätestens einen Monat vor der nächsten Läufigkeit gespritzt werden darf. Die Abstände der folgenden „Verhütungsspritzen“ hängen vom verwendeten Präparat ab.

Wird bei der ersten Hormongabe der Zeitpunkt der Sexualruhe verpasst (z. B. aufgrund ungenauer Angaben oder Unregelmäßigkeiten im Sexualzyklus) und die Hündin trotzdem gespritzt, können z. T. lebensbedrohliche Krankheiten der Gebärmutter entstehen. Aber auch bei sachgerechter Anwendung der Hormonpräparate kann es zu Nebenwirkungen kommen. Diese sind zwar selten, sollten aber dem Besitzer bekannt sein.

Weniger gefährlich, aber dafür lästig sind Läufigkeitsdurchbrüche trotz Spritze. Vor allem Hündinnen, die in Zwingern in engem Kontakt mit Rüden gehalten werden, können trotz „Verhütung“ läufig werden. Bei diesen Tieren muss eine Verkürzung der Abstände zwischen den Spritzen erwogen werden.

Harmlos sind außerdem Haarausfall und eine dunkle Verfärbung der Haut an der Injektionsstelle. Bestimmte Präparate können auch das Wachstum gutartiger Geschwulste im Gesäuge fördern. Schwerwiegender sind die Auswirkungen, die die hormonelle Verhütung auf das Hormonsystem der Hündin haben kann. So kann ein Diabetes mellitus unter dem Progesteron-Einfluss entstehen. Entscheidend ist hier die Früherkennung durch regelmäßige Blutzucker-Untersuchungen. In einem frühen Stadium kann die Hündin nämlich durch das Absetzen des Präparates und eine Kastration geheilt werden.

Sehr selten ist eine vermehrte Ausschüttung von Wachstumshormonen. Diese Hündinnen haben leicht vorstehende Auge, größere Lücken zwischen den Schneidezähnen oder schnarchen. Bei diesen Symptomen muss das Präparat natürlich sofort abgesetzt werden.

Aufgrund der Nebenwirkungen stellt die hormonelle Verhütung bei Zuchthündinnen keine Alternative zur Kastration dar. Züchter müssen wohl oder übel mit den Läufigkeiten ihrer Hündinnen leben.

Alle anderen haben die Qual der Wahl zwischen Kastration und Läufigkeitsunterdrückung. Wir beraten Sie gerne und nehmen uns die Zeit mit Ihnen gemeinsam die beste Lösung für Sie und Ihre Hündin zu finden.

Die Prostata, die Vorsteherdrüse, liegt im Becken des Rüden. Sie umschließt dort die Harnröhre, in die sie auch den Teil der Samenflüssigkeit abgibt, den sie produziert. Im Zusammenhang mit Veränderungen des Hormonhaushaltes im Leben eines unkastrierten Rüden ändert sich ihre Struktur und Größe.
Eine Vergrößerung der Prostata mit zunehmendem Alter des Rüden ist normal. Nur in seltenen Fällen wird die Prostata so groß, dass sie den Kot- und Harnabsatz behindert. Symptome einer solchen gutartigen Prostatavergrößerung sind: Beschwerden beim Kot absetzen, bandförmiger, plattgedrückter Stuhl und das unregelmäßige Erscheinen blutiger oder gelber Tröpfchen auf der Penisspitze. Abgesehen von diesen Symptomen geht es dem Rüden gut. Mit Hormonen kann die Prostata zu einer vorübergehenden Schrumpfung gebracht werden. Besser ist die Kastration des Rüden. Sie bewirkt die Verkleinerung der Prostata innerhalb weniger Wochen und damit das Verschwinden der Beschwerden.

Die Symptome einer gutartigen Prostatavergrößerung unterscheiden sich allerdings nicht von den Anfangssymptomen anderer schwerwiegender Krankheiten der Vorsteherdrüse, so dass manchmal umfangreiche Untersuchungen durchgeführt werden müssen, um die tatsächliche Erkrankung sicher zu diagnostizieren.

So kann es im Rahmen bakterieller Infektionen der Harnorgane zu Entzündungen der Vorsteherdrüse kommen. Bei schweren akuten Entzündungen hat der Hund gleichzeitig Fieber, ist schwach und teilnahmslos, verweigert das Futter, setzt unter Schwierigkeiten blutigen Harn ab, hat Schmerzen und bewegt sich häufig steif.

Chronische Entzündungen laufen dagegen meist unauffällig ab. Gelegentlich ist der Harn eines  Rüden mit chronischer Prostatitis blutig. Meist wird solch eine chronische Entzündung erst im Rahmen einer Harnuntersuchung entdeckt. Beide Entzündungen müssen mit Antibiotika über einen langen Zeitraum (vier bis sechs Wochen oder länger) behandelt werden. Wird die Entzündung nicht konsequent und lange genug durchgeführt, können sich Abszesse bilden, die dann chirurgisch entfernt werden müssen.

Das Prostatagewebe neigt außerdem zur Zystenbildung. Zysten sind flüssigkeitsgefüllte Blasen. Kleine im Prostatagewebe liegende Zysten fügen dem Hund in der Regel keinen Schaden zu. Große außerhalb der Prostata liegende Zysten können hingegen andere Organe bei ihrer Arbeit behindern und müssen in einer Operation entfernt werden.

Bei bösartigen Veränderungen der Prostata gibt es leider meist keine Hilfe mehr. Die Leiden des Rüden können höchstens gemildert werden. Wichtig ist daher die genaue Diagnose, denn die meisten Prostataprobleme sind behandelbar. Wir beraten Sie gerne.

Heiß herbeigesehnt und zugleich gefürchtet: Wenn der Geburtstermin der Hündin naht, machen die meisten Halter ein Wechselbad der Gefühle durch. Insbesondere, wenn sie zuvor noch keine Hundegeburt erlebt haben und die Hündin zum ersten Mal wirft.

Daher zu Beginn der wichtigste Tipp: In der Ruhe liegt die Kraft! Die meisten Hundegeburten verlaufen völlig problemlos und die Hündin weiß instinktiv, was sie zu tun hat. Der Mensch sollte sich ruhig im Hintergrund halten und nur im Notfall einschreiten.

Bei Hunden schwankt die Dauer der Trächtigkeit beträchtlich zwischen 59 und 68 Tagen. Ein genauer Geburtstermin kann daher nicht errechnet werden. Doch gibt es Anzeichen für eine unmittelbar bevorstehende Geburt: Etwa 12 bis 24 Stunden vor der Geburt sinkt die Körpertemperatur der Hündin von durchschnittlich 38°C während der Trächtigkeit um 1°C. Die Phase der erniedrigten Körpertemperatur hält aber nur kurze Zeit an. Daher sollte man bei trächtigen Hündinnen zweimal täglich die Temperatur messen um den Temperaturabfall nicht zu verpassen.

Die Geburt beginnt mit der Öffnungsphase, die zwischen 6 und 12 Stunden dauert. Unsichtbar von außen wird in dieser Zeit der Geburtsweg weich und weit und die ersten Wehen setzen ein. Viele Hündinnen verändern in dieser Phase ihr Verhalten: Sie werden unruhig, verweigern das Futter, scheinen ängstlich, suchen einsame Plätzchen oder bauen Nester. Einige Hündinnen erbrechen sich auch.

Sobald die Wehen den ersten Welpen durch den Gebärmutterhals schieben, geht die Öffnungsphase in die Austreibungsphase über. Reflexartig unterstützt nun die Hündin die Wehentätigkeit, indem sie die Bauchmuskulatur als Presse einsetzt. Die Bauchpresse ist im Gegensatz zur Wehentätigkeit auch von außen deutlich zu erkennen. Das austretende Fruchtwasser ist zuerst farblos bis gräulich, verfärbt sich aber später ins Grünliche.

Nach der Geburt des Welpen befreit ihn die Mutter von den Fruchthüllen und beißt auch die Nabelschnur durch. Zwischen der Geburt der einzelnen Welpen können nur wenige Minuten liegen aber auch mehrere Stunden vergehen. 
Zeichen für Geburtschwierigkeiten sind: eitriger blutiger oder übelriechender Scheidenausfluss allgemein, grüngefärbter Ausfluss vor dem ersten Welpen, Intervalle von mehr als vier Stunden zwischen den Geburten der Welpen, erfolgloses Pressen der Mutter über mehr als 30 Minuten, Geburten, die insgesamt länger als 24 Stunden dauern und natürlich ein schlechtes Allgemeinbefinden der Mutter.

Die erste Züchterpflicht ist aber Geduld und Ruhe: Zu den meisten Problemen unter der Geburt kommt es, weil der Hundehalter seine Nervosität auf die Hündin überträgt oder sie gar durch verfrühtes Eingreifen stört.

Hilfreich ist ein Geburtsprotokoll in das alle Daten von der Temperatur und dem Verhalten der Hündin bis zu den Geburtszeitpunkten der einzelnen Welpen eingetragen werden. Nur so entsteht - trotz aller Aufregung - ein objektives Bild vom Geburtsablauf. Haben Sie auch keine Hemmungen sofort Ihren Tierarzt anzurufen, wenn sie sich unsicher sind, ob die Geburt normal verläuft. Haben Sie auch keine Hemmungen, uns sofort anzurufen, wenn sie sich unsicher sind, ob die Geburt normal verläuft. Auch in den Nachtstunden stehen wir Ihnen gerne mit Rat und, wenn nötig, mit Tat zur Seite.

Die Hoden befinden sich nicht von Anfang an ihrem bekannten „Aufenthaltsort“, dem Hodensack. Während der Embryonalentwicklung des männlichen Tieres entstehen die Hoden im Bauchraum ganz in der Nähe der Nieren. Von dort wandern sie allmählich durch den Leistenkanal aus dem Bauch heraus in den Hodensack. Im Regelfall ist diese Wanderung, der sogenannte Hodenabstieg, etwa 10 bis 14 Tage nach der Geburt des kleinen Rüden abgeschlossen und beide Hoden lassen sich als kleine Kugeln gut im Hodensack ertasten.

Verzögerungen sind jedoch häufig und bis zum einem Alter von acht Wochen nicht alarmierend. Befinden sich die Hoden danach immer noch im Bauchraum, spricht man von einem Kryptorchismus. Dieser Fachbegriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet „versteckte Hoden“. Manchmal ist auch nur ein Hoden im Bauchraum geblieben, während der andere den Abstieg geschafft hat.

Kryptorchismus kommt bei Hunden aller Rassen vor, besonders häufig sind jedoch Rüden kleiner Rassen von dieser Fehlentwicklung betroffen.

Die „versteckten Hoden“ sind nicht nur ein Schönheitsfehler sondern haben schwerwiegende Folgen. Die Temperatur im Bauchraum ist um einige Grade höher als im Hodensack. Das Hodengewebe kann bei diesen höheren Temperaturen keine Spermien bilden, so dass der Rüde unfruchtbar ist. Außerdem neigt das empfindliche Gewebe bei den erhöhten Temperaturen dazu zu entarten. Kryptorchiden haben ein 14-mal größeres Risiko an Hodenkrebs zu erkranken.

Besonders gefährlich ist eine Hodenkrebsart, die weibliche Hormone, Östrogene, bildet. Östrogene im Überschuss führen zu einer lebensbedrohlichen Störung der Blutbildung im Knochenmark.

In einigen Fällen kann durchmehrmalige Gabe von bestimmten Hormonen der Abstieg der Hoden provoziert werden. In vielen Fällen muss der Hund jedoch operiert werden. Die Operation ist nicht immer einfach, weil die im Bauch verbliebenen Hoden oft unterentwickelt und winzig klein und daher schwer zu finden sind. Trotzdem müssen sie entfernt werden, um dem Krebsrisiko vorzubeugen.

Auch wenn ein Hoden den Abstieg geschafft hat und gesund ist, sollte mit diesem Rüden nicht gezüchtet werden, denn es besteht der Verdacht, dass Kryptorchismus vererbt wird. Am besten ist es, wenn dieser Hoden bei der Operation gleich mitentfernt wird, so dass unerwünschter Nachwuchs ausgeschlossen werden kann.

Um sich Schwierigkeiten und Operationskosten zu ersparen, sollten sich Käufer eines Rüden noch vor dem Kauf davon überzeugen, dass sich beide Hoden des Tieres am richtigen Ort befinden. Wer - verständliche - Hemmungen hat, selbst „nach zu tasten“, sollte ein tierärztliches Attest vom Züchter verlangen. Wir beraten sie gerne auch über andere Aspekte des Hundekaufs.

Ab der ersten Läufigkeit ist die Hündin geschlechtsreif. Ab diesem Zeitpunkt kann sie nach einem Deckakt trächtig werden. Kleine Hündinnen können bereits im Alter von sechs Monaten das erste Mal läufig werden. Bei größeren Hündinnen tritt die Geschlechtsreife erst später ein, bei sehr großen Hündinnen manchmal erst nach dem ersten Lebensjahr.

Individuell unterschiedlich ist auch wie oft die Hündin im Jahr läufig wird (1-4-mal) und wie lange die Läufigkeit (im Schnitt 2-3 Wochen) andauert. Aus folgenden Gründen stellt die Läufigkeit für viele Besitzer ein Problem dar:
1. Die blutenden Hündinnen beschmutzen die Wohnung.
2. Die Hündin muss bis zu drei Wochen and der Leine gehen und darf nicht mit Rüden spielen.
3. Die Abwehr „liebeshungriger“ und manchmal sehr aufdringlicher Rüden ist nicht jedermanns Sache.
4. Die Angst, dass die Hündin trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch gedeckt und trächtig wird.

ür Hündinnenbesitzer, die nicht züchten wollen, stellt die Kastration eine Möglichkeit dar, das Läufigkeitsproblem ein für alle mal zu lösen.

Hündinnen, die vor der ersten Läufigkeit kastriert werden, erkranken zudem seltener an Tumoren der Milchleiste als Unkastrierte oder Spätkastrierte.

Die Kastration ist zwar ein Routineeingriff aber ein Restrisiko besteht wie bei jeder anderen Operation auch. In der Regel wird der Tierarzt nur die beiden Eierstöcke entfernen. Nur wenn der Verdacht besteht, dass die Gebärmutter nicht völlig gesund ist, wird auch sie entfernt. Bei allen Operationen, bei denen beide Eierstöcke entfernt werden, können - aber müssen nicht - Nebenwirkungen auftreten. Diese hängen mit einer mangelnden Produktion von Sexualhormonen nach der Kastration zusammen. Einige Hündinnen bekommen ein Welpenfell oder haarlose Stellen in den Flanken. Viele Hündinnen neigen nach der Operation zu einer Gewichtszunahme - dem können Sie aber leicht durch viel Bewegung und entsprechend weniger Futter gut vorbeugen. 
Die schwerwiegendste Nebenwirkung ist die Gefahr der Inkontinenz, des Harnträufelns. Von ihr sind hauptsächlich größere Hündinnen ab einem Gewicht von 20 kg betroffen. Oft zeigt sich diese Nebenwirkung nicht direkt im Anschluss an die Kastration, sondern erst Jahre später. Die  Fähigkeit den Harnabsatz zu kontrollieren ist dabei unterschiedlich stark beeinträchtigt. Sie reicht vom Verlust einiger Urintröpfchen während des Schlafs bis zum regelrechten Einnässen. In vielen Fällen kann der Tierarzt die Inkontinenz mit Medikamenten einigermaßen in den Griff bekommen. Diese Medikamente muss die Hündin dann allerdings ihr Leben lang bekommen. Außerdem besteht die Möglichkeit einer Operation.

Die Vor- und Nachteile einer Kastration und der verschiedenen Methoden sollten gründlich erwogen werden. Wir beraten Sie gerne.

Zumindest bei Hündinnen. Eigentlich müsste es sogar Scheinmutterschaft heißen, denn eine scheinträchtige Hündin verhält sich wie eine frischgebackene Hundemutter. Sie gibt Milch, baut Nester, schwankt zwischen Zärtlichkeit gegenüber ihren Spielzeugen und Aggressivität gegenüber Fremden, ist häufig müde und verlässt ihr Zuhause nur ungern.
Die Scheinträchtigkeit ist keine Krankheit. Sie ist bei unkastrierten Hündinnen ein normaler Zustand nach der Läufigkeit. Wird eine Hündin während ihrer Brunst nicht gedeckt, sinkt der Spiegel des Schwangerschaftsschutz-Hormons Progesteron im Blut der Hündin. Im Verhältnis dazu steigt nun der Prolaktin-Spiegel. Prolaktin ist ein Hormon, das normalerweise nach der Geburt ausgeschüttet wird um die Milchbildung zu fördern. Prolaktin bewirkt also den Milcheinschuss in die Milchleiste der Hündin und ihr verändertes Verhalten.

So sinnlos, wie es scheint, ist die Scheinträchtigkeit übrigens nicht: Bei den Vorfahren unserer Hunde, den Wölfen, darf nur die ranghöchste Wölfin einen Wurf zur Welt bringen, denn das Rudel kann nur eine begrenzte Anzahl von Jungtieren ernähren und beschützen. Alle anderen Weibchen müssen auf Nachwuchs verzichten. Da die ranghöchste Wölfin meist auch das leistungsfähigste und erfahrenste Weibchen ist, können die anderen Rudelmitglieder auf der Jagd nicht auf sie verzichten. Während sie jagt, wachen die rangniederen Tiere als Babysitter über die Wolfswelpen. Eine scheinträchtige Wölfin kann in dieser Situation zugleich als Amme dienen.

Die Veränderungen im Hormonhaushalt macht jede Hündin nach der Läufigkeit durch. Die Auswirkungen dieser Veränderungen sind allerdings unterschiedlich stark ausgeprägt. Während man vielen Hündinnen nichts oder kaum etwas anmerkt, spielen andere völlig verrückt. Bei aggressiven Hündinnen und bei Hündinnen, die ein stark verändertes Verhalten zeigen, kann man die Scheinträchtigkeit mit bestimmten Medikamenten beenden oder das Problem ein für alle mal durch eine Kastration lösen.

In der Regel ist eine Behandlung aber nicht nötig. Schwache psychische Veränderungen kann man durch Ablenkung der Hündin leicht unterdrücken. Mit einer scheinträchtigen Hündin sollte man ausgedehnte Spaziergänge machen, viel spielen und wenig schmusen. Spielsachen, die diese Hündin zum Kindersatz erhebt, sollte man gut verstecken.

Auf gar keinen Fall darf man die Hündin melken. Denn dieser Reiz würde die Milchproduktion erst richtig anheizen. Aus diesem Grund sollte man auch auf Einreibungen der Milchleiste mit Salben verzichten, sie sind nicht nur unnötig, sie können auch wie das Ausmelken einen verstärkten Milcheinschuss bewirken. Wenn sich die Hündin selbst beleckt oder besaugt, sollte man sie daran durch einen Bauchverband hindern. Bei Problemen mit Ihrer scheinträchtigen Hündin beraten wir Sie gerne.

Haut und Allergien

Ein Abszess ist ein mit Eiter gefüllter Hohlraum im Gewebe - eine Art riesenhafter Eiterpickel. Leider ist er nicht nur größer als ein gewöhnlicher Pickel, er ist aus mehreren Gründen auch gefährlicher. Während ein Pickel in den oberen Hautschichten, meist in einer verstopften Talgdrüse entsteht, bildet sich ein Abszess immer in tieferen Gewebeschichten. Da der Abszess viel mehr Eitererreger enthält und durch seine tiefe Lage viel näher an größeren Blutgefäßen liegt, besteht die Gefahr einer Blutvergiftung.

In der Regel ist eine infizierte Wunde der Ursprung des Abszesses. In der Tiefe der Wunde vermehren sich explosionsartig Bakterien und führen zu einer schweren Entzündung und starken Eiterbildung. Zu Beginn dieses Prozesses schwillt das Gewebe an. Es fühlt sich derb an und wird rot. Für das Tier ist jede Berührung an dieser Stelle sehr schmerzhaft. Mit der Zeit bildet der Körper eine von außen nicht sichtbare Kapsel um die Entzündung. Das tut er um eine weitere Ausbreitung der Entzündung und vor allem der Bakterien zu verhindern. Umschließt die Kapsel die Entzündung vollständig, bildet sich eine Art Sollbruchstelle an der Oberfläche der Haut. Durch das dünne Häutchen der Sollbruchstelle schimmert dann der gelbe eitrige Inhalt – man spricht nun von einem reifen Abszess. Und nur der reife Abszess darf gespalten werden.

Während der Abszessreifung darf man das entzündete Gewebe auf keinen Fall verletzen. Denn jeder Eingriff könnte die wichtige Kapselbildung stören und dazuführen, dass sich die Eitererreger weiter im Körper verbreiten und entweder zu einer großflächigen eitrigen Entzündung oder zur Blutvergiftung führen.

Man kann aber die Reifung des Abszesses durch sogenannte Zugsalben beschleunigen. Gegen die Gefahr einer Blutvergiftung kann man das Tier mit der Gabe von Antibiotika schützen. Außerdem wird der Tierarzt in vielen Fällen dem Tier auch ein Schmerzmittel geben. Ist der Abszess reif, wird er gespalten und mit desinfizierenden Lösungen ausgespült. Die Spülbehandlung muss gegebenenfalls über mehrere Tage wiederholt werden. Denn wenn nur ein kleiner Rest infektiöses Material im Gewebe verbleibt, kann es zu einer erneuten Entzündung und Abszessbildung kommen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist außerdem, dass die Antibiotika konsequent laut Verschreibung weitergegeben werden, auch wenn die Symptome bereits abgeklungen sind.

Um Abszessen vorzubeugen ist eine korrekte Wundtoilette wichtig. Viele Wunden insbesondere nach Kämpfen, Kratzereien und Beißereien sind klein und bluten nur wenig, so dass man sie auf den ersten Blick unter dem dichten Fell nicht entdeckt. Dies aber sind die besonders gefährlichen Wunden, denn sie sind immer infiziert und in der Regel auch recht tief. Wenn Ihr Tier Schmerzen zeigt – eine Körperstelle intensiv beleckt, sich häufig nach ihr umdreht oder Berührungen an dieser Stelle vermeidet, wenden Sie sich am besten gleich an Ihren Tierarzt.

Bei einer Futtermittelallergie reagiert das Tier auf bestimmte Bestandteile der Nahrung allergisch. Meist sind es dabei nicht Zusatz- und Konservierungsstoffe, die die Allergie auslösen sondern natürliche Eiweiße, wie z. B. Weizeneiweiß oder Rindfleisch. Eine Futtermittelallergie entwickelt sich im Verborgenen und bricht dann plötzlich aus. So reagiert ein Tier von heute auf morgen allergisch auf ein Futter, das es zuvor und auch über längere Zeit gut vertragen hat.

Tiere mit einer Futtermittelallergie können unter starkem Juckreiz und Hautentzündungen leiden oder sie reagieren mit Durchfall und Erbrechen auf die allergieauslösende Nahrung. Auch Kombinationen der beiden Symptomkomplexe kommen vor. Da diese Symptome aber auch bei anderen Krankheiten auftreten, reichen sie nicht für eine sichere Diagnose aus. Um eine Futtermittelallergie sicher zu diagnostizieren und vor allem das Allergen oder die Allergene zweifelsfrei festzustellen, wird zunächst eine Eliminationsdiät und im Anschluss eine Provokationsdiät nötig sein.

Bei der Eliminationsdiät erhält das Tier ein Futter, das nur aus ganz bestimmten Bestandteilen, die in seinem vorherigen Futter nicht enthalten waren, bestehen darf: Z. B. aus Pferdefleisch als Eiweißquelle und aus Kartoffeln als Kohlenhydratquelle. Diese Diät muss sechs bis acht Wochen eingehalten werden. Außer diesem Futter darf der tierische Patient nichts fressen. Also auch keine Snacks, keine Leckerlis und keine Vitamin- oder Kräutermischungen! Die ganze Familie und auch andere Bezugspersonen des Tieres (z. B. Nachbarn) müssen mitmachen. Wenn auch nur eine Person dem Tier etwas anderes zu fressen gibt, wird das Ergebnis der Eliminationsdiät verfälscht und Sie können von vorne beginnen. Wenn das Tier nach sechs bis acht Wochen symptomfrei ist, besteht ein starker Verdacht auf eine Futtermittelallergie.

Nun wird mit Hilfe der Provokationsdiät ermittelt gegen welche Futterbestandteile das Tier allergisch ist. Dazu mischt man für eine Woche z. B. Schaf- statt Pferdefleisch ins Futter oder ersetzt die Kartoffeln durch Reis, wichtig ist das immer nur eine Komponente ersetzt oder zugemischt wird. Zeigt das Tier nach solch einem Ersatz Allergiesymptome ist der Beweis erbracht, dass es z. B. auf Schaffleisch allergisch reagiert. Schaffleisch darf von nun an nicht mehr auf seinen Speisezettel. Verträgt das Tier die neuzugemischte Komponente hingegen gut, können Sie seine Diät um diese Komponente erweitern. Mit der Zeit entstehen so Listen verträglicher und unverträglicher Nahrung. Und sie können den Speiseplan für ihr allergisches Tier etwas abwechslungsreicher gestalten.

Es gibt auch sehr gute Fertigdiäten für Allergiker. In der Phase der Eliminationsdiät sind sie zwar nicht ganz so gut wie selbst zubereitete Diätkost, aber in den meisten Fällen ausreichend. Später hingegen, wenn feststeht, dass das Tier allergisch auf bestimmte Futterbestandteile reagiert, haben sie den Vorteil, dass sie meist ausgewogener zusammengestellt sind als selbstzubereitete Kost und so eine bedarfsgerechte Versorgung des Tieres eher gewährleistet ist.

Die Analdrüsen produzieren ein übel riechendes Sekret, das in den zwei Analbeuteln gesammelt wird. Die Analbeutel liegen unsichtbar unter der Haut beiderseits des Darmausganges, des Anus. Sie sind über je einen Kanal mit dem Darm verbunden. Setzen Hund oder Katze Kot ab, werden die Analbeutel regelmäßig entleert. Genauer: der Druck, den der Kot auf die Analbeutel ausübt, presst das Sekret durch die Kanäle in den Darm. Probleme mit den Analbeuteln sind beim Hund häufig, bei der Katze eher selten.

Entzündungen der Darmschleimhaut, Parasiten, zu weicher Kot oder länger anhaltender Durchfall können diese regelmäßige Entleerung der Anabeutel verhindern. Manche Hunde produzieren von Geburt an ein zu dickflüssiges Sekret, das leicht in den Kanälen eintrocknet und diese verstopft. Es kommt dann zur Überfüllung der Analbeutel. Dieser Zustand wird vom Hund als außerordentlich unangenehm empfunden. Er leckt dann häufig seine Analregion und „fährt Schlitten“ (der Hund setzt sich auf seinen Hintern und schleift ihn über den Boden). Manchmal hat er auch Schwierigkeiten oder Schmerzen beim Kotabsatz.

Sind die Analbeutel noch nicht entzündet, reicht es aus, sie manuell zu auszudrücken. Neigt der Hund zu verstopften Analbeuteln, sollten sie routinemäßig ausgedrückt werden. Nur erfahrene Hundehalter sollten dies allerdings selbst tun. Denn die Gewebe von Enddarm und Analregion sind sehr zart. Die Gefahr den Hund zu verletzen, ist für Ungeübte groß.

Leider können sich die verstopften Analbeutel sich auch leicht entzünden. Symptome einer Analbeutelentzündung sind: große Schmerzen und Schwierigkeiten beim Kotabsatz (der Hund versucht sich zu lösen und nimmt die dazu typische Haltung ein, bricht aber dann den Versuch abrupt ab, eventuell fiept und jault er dabei), ständiges Lecken der Analregion, manchmal sieht man Blut auf dem Kot. Entzündete Analbeutel sind immer ein Fall für den Tierarzt! Versuchen Sie niemals diese selbst zu entleeren.

Die Analbeutel werden gespült, verhärteter Inhalt wird aufgeweicht und der Hund mit Antibiotika und Schmerzmitteln versorgt. Je nach Schwere und Ausmaß der Entzündung können mehrere Behandlungen nötig sein. Neigt der Hund zu Analbeutelentzündungen, ist eventuell eine operative Entfernung dieser stinkenden Zeitbomben empfehlenswert.

Ähnliche Symptome wie die Analbeutelentzündungen zeigen auch Hunde mit so genannten Perianalfisteln oder Analfisteln. Diese haben aber erst einmal nichts mit den Analbeuteln zu tun, können sie aber in Mitleidenschaft ziehen. Deutsche Schäferhunde, Schäferhundmischlinge und Irish Setter leiden häufiger als andere Hunde darunter. In schweren Fällen können Perianalfisteln den gesamten Bereich um den Anus entzünden. Die Hunde mit diesen gravierenden Entzündungen entwickeln schwere Allgemeinsymptome. Sie fressen schlecht und magern ab. Die Behandlung von ausgedehnten Perianalfisteln ist langwierig und schwierig. Wir stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

Eine Allergie ist eine Fehlfunktion des körpereigenen Abwehrsystems. Die Abwehrzellen, die normalerweise Parasiten bekämpfen, reagieren bei einer Allergie auf völlig harmlose Substanzen und lösen Entzündungen aus. Symptome einer Allergie können Juckreiz, Hautveränderungen, Entzündungen der Schleimhäute (gerötete und geschwollene Augenbindehäute), Atembeschwerden bis hin zur Atemnot, Durchfälle und Erbrechen sein. In sehr schweren Fällen kann eine Allergie einen Schock auslösen und innerhalb von Minuten zum Tode führen.

Die unterschiedlichsten Stoffe können Allergien auslösen: Pflanzenpollen ebenso wie Flohspeichel, Eiweiße aus der Nahrung ebenso wie die Hinterlassenschaften von Hausstaubmilben. Besteht der Verdacht auf eine Allergie, muss zunächst versucht werden herauszufinden, auf welchen Stoff das Tier allergisch reagiert. Sehr wichtig sind dabei Ihre Informationen: Treten die Symptome zu jeder Jahreszeit auf? Bei welchen oder nach welchen Gelegenheiten zeigt das Tier Symptome (z. B. ob es regelmäßig gerötete Augen nach dem Spaziergang hat)? Welche Symptome sind es genau?

Mit Hilfe von Bluttests kann man heute einige allergieauslösende Stoffe feststellen, aber nicht alle – viele der sogenannten Allergene können nur durch detektivische Kleinarbeit ermittelt werden. Zumal ein Tier häufig nicht nur auf einen Stoff sondern auf viele Substanzen allergisch reagiert.

Wenn herausgefunden wurde, welcher Stoff bei Ihrem Tier die allergische Reaktion auslöst, besteht der erste Schritt der Therapie darin, zu verhindern, dass das Tier mit dem Stoff weiter in Kontakt kommt. Handelt es sich z. B. um Pollen, sollten in der Pollenflugzeit die Fenster mit speziellen Pollenfiltern versehen werden, bzw. geschlossen gehalten werden. Zur Linderung der Symptome gibt es entzündungshemmende Medikamente. Hier gilt der Grundsatz soviel wie nötig und sowenig wie möglich.

Wenn möglich sollte auf jeden Fall eine Desensibilisierung des Tieres versucht werden. Dabei wird das Immunsystem des Tieres mit zuerst minimalen dann steigenden Mengen des Allergens konfrontiert. Die Idee dahinter ist, dass das Immunsystem an den Stoff gewöhnt werden soll und lernen soll, dass es sich dabei um eine harmlose Substanz handelt. Nicht alle Tiere werden durch die Desensibilisierung völlig geheilt aber in den meisten Fällen kann eine deutliche Besserung der Symptome erreicht werden und dadurch die Dosis der Medikamente gesenkt werden. In einigen Fällen wird jedoch immer eine Behandlung mit entzündungshemmenden Medikamenten nötig sein um die Leiden des Tieres zu lindern. Wir beraten Sie gerne.

Mit Pyodermie bezeichnet man alle Entzündungen der Haut, bei der Bakterien beteiligt sind, die eine Eiterbildung verursachen. Selten entsteht eine solche Pyodermie, also eine eitrige Entzündung der Haut, allein aufgrund der Anwesenheit von Eiterbakterien. Denn auch auf der gesunden Haut leben diese Bakterien. Sie richten in der Regel keinen Schaden an, weil die intakte Haut über mehrere Schutzmechanismen verfügt, die Krankheitserreger in Schach halten. Dazu gehören auch der Säureschutzmantel und das hauteigene Fett, das sich wie eine Creme über die Haut verteilt.

Sobald diese natürlichen Barrieren geschädigt sind, haben die Eitererreger eine Chance: Häufige Bäder mit Shampoos z. B. lösen die schützende Fettschicht auf, Parasiten wie Flöhe oder Milben verursachen zahllose Miniwunden, in die sich die Bakterien einnisten können und Hautentzündungen durch Allergien schwächen die natürliche Abwehrkräfte der Haut. Auch Hormonstörungen, eine Veranlagung zu besonders fettiger Haut und eine schlechte Belüftung der Haut z. B. in der Tiefe von Hautfalten begünstigen die Entstehung einer Pyodermie.

Nicht immer ist diese Entzündung der Haut von Juckreiz begleitet – und unter dem dichten Fell sieht man anfangs die geröteten, nässenden Stellen auf der Haut, die typisch für die Pyodermie sind nicht. So wird eine Pyodermie oft erst spät erkannt. Doch je früher sie entdeckt und behandelt wird, desto besser die Chancen auf eine Heilung. Daher sollten Sie sich angewöhnen die Haut Ihres Tieres einmal täglich auf Veränderungen (lässt sich wunderbar mit einer ausgedehnten Schmusestunde verbinden) zu untersuchen. Vergessen Sie dabei auch die  Ohren, die Pfoten, den Bauch und die Innenseiten der Schenkel nicht. Besonders gründlich sollten Sie Hautfalten prüfen.

Hat sich eine Pyodermie entwickelt, muss zum einen die Grundursache festgestellt und behandelt werden, zum anderen müssen die Bakterien mit Antibiotika bekämpft werden. Die Therapie der Pyodermie kann sehr langwierig und mit Rückschlägen verbunden sein. Die Antibiotika müssen häufig mehrere Wochen verabreicht werden - auch wenn das Tier keine Symptome mehr zeigt. Bei einem zu frühen Absetzen besteht die Gefahr eines Rückfalls.

Unterstützen können Sie den Heilungsprozess mit einer ausgewogenen und gesunden Ernährung. Besonders B - Vitamine und essentielle Fettsäuren wirken sich günstig auf den natürlichen Hautstoffwechsel aus und helfen der Haut sich gegen die Erreger zu wehren. Wir beraten Sie gerne.

Herz und Gefäße

Die Pulmonalstenose ist eine angeborene Engstelle in der Arterie, durch die das sauerstoffarme Blut von der rechten Herzkammer zur Lunge strömt. Mit diesem Erbfehler kommen besonders häufig Hunde folgender Rassen auf die Welt: Boxer, Englische Bulldogge, Beagle, Foxterrier und Chihuahua.

In die rechte Herzkammer fließt über den rechten Vorhof sauerstoffarmes Blut aus dem Körperkreislauf. Die rechte Kammer pumpt dieses Blut über die Pulmonalarterie weiter in den Lungenkreislauf, wo die roten Blutkörperchen mit frischem Sauerstoff beladen werden und dann über die Pulmonalvenen und die linke Herzkammer wieder in den Körperkreislauf gelangen.

Die Engstelle in der Pulmonalarterie stellt für die rechte Herzkammer einen ständigen Widerstand dar, gegen den sie das Blut in die Lungen pumpen muss. Je nachdem wie eng diese Stelle ist, bzw. wie stark dieser Widerstand ist, kann das Herz seine Aufgabe gerade noch erfüllen oder an der Mehrarbeit scheitern. Es kommt dann zu der sogenannten Herzrechtsinsuffizienz, der Schwäche der rechten Herzkammer. Diese führt zu Stauungen des Blutes im rechten Herzen und den Körpervenen. Typisch für eine fortgeschrittene Herzrechtsinsuffizienz sind ein flüssigkeitsgefüllter, birnenförmiger Bauch und Kurzatmigkeit.

Wenn die Engstelle wenig ausgeprägt ist, merkt man dem Hund diese Missbildung häufig nicht an, er bleibt sein Leben lang symptomfrei. Je enger die Pulmonalarterie ist, desto gravierender sind die Symptome. In sehr schweren Fällen sterben die Welpen schon bald nach der Geburt. Überlebende Welpen entwickeln sich oft schlechter als ihre Wurfgeschwister, sind schnell erschöpft und kurzatmig. Sie neigen zu Ödemen (Schwellungen in der Unterhaut) und zu „Wasserbäuchen“.

Wenn der Hund symptomfrei ist und sich normal entwickelt, benötigt er keine Behandlung. Er darf aber auf keinen Fall zur Zucht verwendet werden. Hunde, die Symptome einer Herzrechtsinsuffizienz zeigen, werden mit einer auf das individuelle Herzproblem zugeschnittenen Kombination verschiedener Medikamente behandelt. Bei dieser Therapie, die ein Leben lang erfolgen muss, geht es vor allem darum das Herz zu stärken und zu schonen. Da sich das Herzproblem im Laufe der Zeit verändern kann, muss die Therapie stets aufs Neue den Bedürfnissen des Hundes angepasst werden. Daher müssen herzkranke Hunde regelmäßig tierärztlich untersucht werden.

Wir beraten Sie gerne.

Bei einer Aortenstenose ist die Hauptschlagader des Körpers in der Nähe des Herzens verengt. Sie ist eine der häufigsten angeborenen Missbildungen des Herz-Kreislaufsystems bei Hunden. Insbesondere bei Boxern tritt diese Missbildung auf. Da es sich um eine Erbkrankheit handelt, kann man ihr beim Einzeltier nicht vorbeugen. Hunde mit dieser Missbildung sollten auf keinen Fall zur Zucht verwendet werden.

Die Engstelle in der Hauptschlagader macht dem Herzen schwer zu schaffen, denn es muss das Blut gegen einen erhöhten Widerstand anpumpen. Wie der Bizeps bei einem Bodybuilder so schwillt auch der Herzmuskel an um die Mehrarbeit zu bewältigen. Doch dem Wachstum des Herzens sind von der Natur Grenzen gesetzt: Wird der Herzmuskel zu dick, kann er nicht mehr mit genügend Sauerstoff versorgt werden. Durch den Sauerstoffmangel werden die Muskelzellen schwach und können absterben. Sind sehr viele Muskelzellen betroffen, hat das den Herztod des Tieres zur Folge.

Bei einer geringgradigen Aortenstenose, können sich die Welpen normal entwickeln. Sie sind eventuell etwas leichter ermüdbar als ihre Wurfgeschwister. Je enger die Hauptschlagader jedoch ist, desto dramatischer werden die Symptome: Die Welpen entwickeln sich nicht so gut wie ihre Geschwister, werden leicht müde und geraten schnell außer Atem. Sie können unvermittelt bewusstlos umfallen und plötzlich sterben.

Meist wird die Aortenstenose beim Abhören des Herzens im Rahmen einer Routineuntersuchung entdeckt, z. B. anlässlich der ersten Impfung. Um die Aortenstenose sicher zu diagnostizieren und ihre Auswirkungen am Herzen festzustellen, muss der Tierarzt jedoch weitere spezielle Herzuntersuchungen durchführen. Dazu gehören ein EKG, Röntgenaufnahmen und ein Ultraschall des Herzens.

Hunde mit dieser Missbildung der Aorta sollten sich nicht überanstrengen: Keine langen Wanderungen, möglichst nicht toben, nur ruhige Sportarten und Spaziergänge an der Leine. Wenn der Hund noch keine Schwierigkeiten hat, hilft ein Medikament aus der Gruppe der ß-Blocker das Auftreten der ersten Symptome hinauszuzögern.

Zeigt der Hund bereits Symptome einer Überanstrengung des Herzens, muss er zeitlebens herzstärkende Medikamente (Digitalisglykoside) erhalten. Bei der Dosierung dieser Medikamente gilt soviel wie nötig, so wenig wie möglich. Am Anfang der Medikamentengabe muss der Hund daher häufig kontrolliert werden. Auch später sind regelmäßige Untersuchungen nötig, um festzustellen, ob die Dosis der Medikamente noch ausreicht.

Wir beraten Sie gerne, wie Sie Ihren herzkranken Hund am besten ernähren und pflegen.

Der Ductus botalli ist ein Blutgefäß im Blutkreislauf des Ungeborenen im Mutterleib. Er bildet einen Kanal zwischen der Aorta und der Lungenarterie. Nach der Geburt schließt sich dieser Kanal normalerweise. Das hat folgenden Sinn: Die Aorta und die Lungenarterie sind die Hauptschlagadern zweier Kreisläufe, des Lungen- und des Körperkreislaufes, die durch das Herz miteinander verbunden werden.

Das Blut durchströmt beide Kreisläufe in folgender Reihenfolge: Sauerstoffarmes Blut aus den Körpergeweben fließt über die große Hohlvene in den rechten Herzvorhof und die rechte Herzkammer. In der Austreibungsphase pumpt die rechte Herzkammer das sauerstoffarme Blut in die Lungenarterie, durch die es weiter in die Lungen strömt. In den Lungen „tankt“ dieses Blut Sauerstoff und kehrt als sauerstoffreiches Blut über die Pulmonalvenen zum Herzen zurück. Nun aber fließt es in den linken Herzvorhof und die linke Herzkammer. Bei der nächsten Austreibungphase presst die linke Kammer das sauerstoffreiche Blut in den Körperkreislauf.

Beim Ungeborenen ist diese Trennung in Körperkreislauf und Lungenkreislauf nicht nötig, denn die Frucht wird über den Mutterkuchen und nicht über die Lungen mit Sauerstoff versorgt. Der Ductus botalli, also der Kanal zwischen Aorta und Lungenarterie, stellt sogar eine Art Abkürzung dar, da das Blut nicht durch die Lungen fließen muss, bevor es wieder in den Körperkreislauf gelangt.

Bleibt der Ductus botalli aber nach der Geburt offen (Ductus botalli persistens), werden sauerstoffarmes und sauerstoffreiches Blut ständig vermischt. Da in der Aorta ein höherer Druck als in der Lungenarterie herrscht, wird meist sauerstoffreiches Blut zurück in den Lungenkreislauf gepresst. Das Blut kreist zwischen Lungen, Herz und den beiden Gefäßen anstatt voranzukommen. Die Herzarbeit wird dadurch ineffektiv und das Herz muss seine Pumpleistung erheblich steigern um den Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Diese Mehrbelastung erschöpft früher oder später die Leistungsfähigkeit des Herzens. Es entwickelt sich eine Herzschwäche, eine Herzinsuffizienz.

Meist zeigen sich bereits beim Welpen die ersten Symptome: Die Tiere entwickeln sich nicht gut, nehmen nicht zu oder verlieren an Gewicht, haben Atembeschwerden und „Wasserbäuche“. Mit Arzneimitteln kann man die Tiere nur kurzfristig stabilisieren - eine Operation, bei der der Chirurg den Ductus botalli verschließt ist unumgänglich. Diese Operation  kann nur von einem erfahrenen Chirurg mit einer speziellen Ausrüstung durchgeführt werden. Je früher der Tierarzt einen Ductus botalli persistens entdeckt, desto besser sind die Aussichten der Operation.

Vor der Operation wird der Kreislauf und das Herz mit Medikamenten gestärkt. Der Patient sollte geschont werden, zuviel Bewegung und Aufregung belasten das Herz. Wichtig ist auch eine leicht verdauliche, energiereiche Kost. Auch in der Rekonvaleszenz braucht der Patient Ihre besondere Fürsorge. Wir beraten Sie gerne, wie Sie die Genesung Ihres Hundes unterstützen können.

Die häufigste Herzkrankheit bei Hunden ist die Endokardiose, eine Veränderung der Atrioventrikularklappen. Das sind bewegliche, elastische Häutchen, die die Herzvorhöfe von den Herzkammern trennen. Die Ursache dieser Krankheit ist noch unbekannt. Sie betrifft vor allem Hunde kleiner und mittelgroßer Rassen ab dem fünften Lebensjahr.

Die Klappensysteme im Herzen gewährleisten, dass das Blut immer in die richtige Richtung fließt. Sie sind die „Schleusentore“ die verhindern, dass das Blut von den Kammern zurück in die Vorkammern fließt.

Bei einer Endokardiose werden die Klappen zwischen Vorhöfen und Kammern dicker und kürzer: Sie schließen nicht mehr dicht. Das Blut kann von den Kammern in die Vorhöfe zurückfließen. Statt weiter gepumpt zu werden, „kreist“ ein Teil des Blutes im Herzen. Das bedeutet für das Herz, dass es mehr Arbeit leisten muss um die gleiche Menge Blut in den Kreislauf zu befördern. Eine zeitlang kann das Herz diese Mehrarbeit leisten, ohne dass man dem Hund etwas anmerkt. Früher oder später aber ist das Herz von dieser Mehrarbeit überfordert: Es entwickelt sich eine Herzinsuffizienz, eine Herzschwäche.

Hunde mit einer beginnenden Herzschwäche sind rasch erschöpft, husten (vor allem nachts und in den frühen Morgenstunden), sind nachts häufig unruhig und haben manchmal geschwollene Hinterbeine. Wenn der Hund auch nur eines der obengenannten Symptome zeigt, sollte er tierärztlich untersucht werden, damit der Tierarzt das weitere Fortschreiten der Krankheit verlangsamen kann.

Tatsächlich werden die meisten Herzprobleme bei der jährlichen Routineuntersuchung (Impfung) beim Abhören des Herzens festgestellt. Die Tierärzte unterscheiden vier Schweregrade der Endokardiose. Beim ersten Grad der Endokardiose zeigt der Hund noch keine Symptome. In diesem frühen Stadium der Krankheit reicht es oft aus, den Hund in seiner Bewegung so einzuschränken, dass er sich nicht mehr überanstrengt. Doch ist der Hund ab jetzt ein Herzpatient und muss regelmäßig vom Tierarzt untersucht werden, damit jede Verschlechterung rasch erkannt und behandelt werden kann.

Bei Endokardiosen des 2. bis 4. Grades muss das Herz des Hundes lebenslang mit Medikamenten unterstützt werden. Die Dosierung und die Kombination der Medikamente ist individuell unterschiedlich. In dieser Einstellungsphase sind je nach Schwere des Falls zum Teil häufige Untersuchungen nötig. Herzmittel sind hochwirksame Arzneien, die sich z. T. nicht mit anderen Medikamenten und manchen Mineralstoffen vertragen. Bitte fragen Sie uns, wenn Sie Ihren herzkranken Hund zusätzliche Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel geben wollen. Wir beraten Sie gerne über eine sinnvolle Ernährung und ein schonendes Training ihres vierbeinigen Herzpatienten.

Erkrankungen der Herzklappen sind die häufigsten Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems des Hundes. Im Herzen des Hundes gibt es vier Klappensysteme. Zwei trennen die beiden Vorhöfe (Atrien) des Herzens von den Herzkammern (Ventrikel). Die anderen beiden Klappen sind die Tore der Kammern zu den Hauptarterien des Körpers. Am häufigsten erkranken die Klappen zwischen den Vorhöfen und den Kammern, die Atrioventrikularklappen.

In der Regel handelt es sich dabei um eine Alterserscheinung deren Ursachen man heute noch nicht kennt. Die Klappen werden dabei kürzer und dicker und verlieren an Elastizität. Dadurch können sie nicht mehr dicht schließen. Das hat zur Folge, dass ein Teil des Blutes von den Kammern zurück in die Vorhöfe strömt, statt vollständig in die Hauptarterien gepumpt zu werden. Diese Veränderungen der Atrioventrikularklappen können bei allen Hunden ab einem Alter von fünf Jahren auftreten. Kleine und mittelgroße Rassen sind aber häufiger betroffen als große Rassen. Außerdem leiden mehr Rüden als Hündinnen unter dieser Krankheit.

Zu einer Veränderung der Klappen zwischen den Kammern und den Hauptarterien, vor allem zwischen linker Herzkammer und Aorta, kommt es meist in Folge einer bakteriellen Infektion. Die Herzklappen entzünden sich und verlieren ihre Funktionstüchtigkeit. Das Blut kann von der Aorta zurück in die Kammer fließen.

Für das Herz bedeutet jede Klappenerkrankung, dass es seine Pumpleistung erheblich steigern muss, um die gleiche Menge Blut wie zuvor in den Kreislauf zu befördern. Das kann zu einer Überforderung des Herzmuskels führen, die wiederum eine Herzinsuffizienz, eine Herzschwäche, zur Folge hat. Die Symptome einer Herzschwäche sind: Husten (vor allem nachts und in den frühen Morgenstunden), Atemnot, Leistungsschwäche, Unruhe, die soweit gehen kann, dass der Hund sich nicht hinlegen möchte), geschwollene Beine oder ein birnenförmiger Bauch. Jedes dieser Symptome ist ein ernst zu nehmendes Warnsignal.

Wenn die Klappenerkrankung in einem sehr frühen Stadium entdeckt wird, kann die Vermeidung von Anstrengungen bereits ausreichend sein, um das Herz zu schonen. Sie sollten sich aber darüber bewusst sein, dass Ihr Hund ein Herzpatient ist und sich sein Zustand verschlechtern kann - regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind absolut notwendig, damit Veränderungen rechtzeitig erkannt werden.

Herzerkrankungen sind meist fortschreitende Krankheiten, die nicht geheilt werden können. Der Tierarzt kann allerdings ihr Fortschreiten aufhalten oder verlangsamen. Ihm stehen hierzu verschiedene hochwirksame Medikamente zur Verfügung. Die Dosierung und die Kombination dieser Arzneimittel muss auf jeden Hund individuell abgestimmt werden und auf ihre Wirksamkeit hin durch regelmäßige Untersuchungen kontrolliert werden. Jede zusätzliche Medikation des Hundes auch die Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln sollten Sie mit ihrem Tierarzt absprechen, denn die Herzmedikamente vertragen sich mit einigen andern Stoffen nicht. Zur medikamentösen Therapie sind eine Spezialdiät und ein schonendes Training empfehlenswert. Wir nehmen uns gerne die Zeit Sie eingehend zu beraten.

Impfungen und Infektionskrankheiten

Beim ersten Kontakt mit einem Krankheitserreger braucht das Immunsystem eine lange Zeit, bis es den Feind erkannt und seine „Truppen“ gegen ihn aufgestellt hat und ihn bekämpfen kann. In dieser Zeit kann der Erreger schon viel Unheil angerichtet haben, der Hund wird krank oder stirbt sogar an der Infektion. Eine Impfung ist eine Art Manöver für die Zellen des Immunsystems. Sie werden auf einen Angriff von bestimmten Krankheitserregern vorbereitet und trainiert, damit sie den „Feind“ im „Kriegsfall“ rasch und ohne hohe Verluste niederschlagen können.

Allerdings hilft eine Impfung nicht gegen alle Krankheiten. Sie ist immer spezifisch, d.h. eine Impfung gegen Staupe trainiert das Immunsystem auch nur gegen den Staupeerreger – gegen Leptospirose hat sie keinerlei Wirkung. Und damit sind auch schon zwei Krankheiten benannt, gegen die man den Hund unbedingt impfen lassen sollte. Die anderen wichtigen Krankheiten sind Tollwut, Parvovirose und Hepatitis contagiosa canis. Man kann seinen Hund auch noch gegen Borreliose und Zwingerhusten impfen lassen. . Lassen Sie sich beraten, ob ihr Hund diese Impfungen braucht.

Gerade für Welpen und junge Hunde, deren Immunsystem noch wenig Erfahrung im Kampf gegen Krankheitserreger hat, sind Impfungen eine Art Lebensversicherung. Bei den ersten Impfungen muss der Hund grundimmunisiert werden, das bedeutet er bekommt zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen (bei Parvovirose sogar mehr Impfungen in kürzeren Abständen). Es werden dem Hund unschädlich gemachte Erreger injiziert und dem Immunsystem so die Gelegenheit gegeben, den Feind kennen zu lernen. Die Folgeimpfung im Abstand von vier Wochen dient dazu die Abwehrzellen anzuregen sich zu vermehren – damit sie eine schlagkräftige Truppe bilden können. Diese Impfungen werden je nach Krankheit oder Impfstoff alle ein bis drei Jahre wiederholt um das Immunsystem in Form zu halten.

Impfungen sind ein hervorragender Schutz gegen Infektionen, doch zu hundert Prozent wirken sie nicht. Um eine optimale Wirkung zu erzielen, sollten Sie folgende Dinge beachten: Für die Impfung muss der Hund gesund und frei von Parasiten sein. Am besten Sie entwurmen ihn ca. eine Woche vor der Impfung. Nach der Impfung, die von den meisten Hunden problemlos vertragen wird, sollten Sie ihm etwas Ruhe gönnen, damit sich sein Immunsystem voll auf die Impfung „konzentrieren“ kann. Selbst, wenn es einmal trotz der Impfung zu einer Erkrankung kommen sollte, verläuft diese lange nicht so schwer wie bei einem ungeimpften Tier. Zu Nebenwirkungen, abgesehen von etwas Müdigkeit, kommt es ausgesprochen selten. Sie sind kein Argument gegen Impfungen. Wenn sie mehr über Impfungen wissen wollen beraten wir sie gerne und erstellen einen individuellen Impfplan für Ihren besten Freund.

Zwingerhusten ist ein Überbegriff für eine ganze Reihe von Infektionen der oberen Atemwege. Der Name „Zwingerhusten“ kommt daher, dass häufiger Hunde, die in enger Gemeinschaft mit anderen Hunden zusammenleben, davon betroffen sind als einzeln gehaltene Hunde. Zwingerhusten ist hoch ansteckend. Überall wo viele Hunde miteinander Kontakt haben, also auf Ausstellungen, in Hundeschulen, auf sogenannten Hundewiesen in den Städten usw. besteht Infektionsgefahr. Von der Infektion, dem Kontakt mit dem Erreger, bis zum Ausbruch der Krankheit können 2 bis 30 Tage vergehen.

Verursacht wird der Krankheitskomplex von verschiedenen Viren, die die Schleimhäute der Atemorgane angreifen. Solange nur die Viren im Spiel sind, verläuft die Erkrankung meist milde. Der Hund leidet unter einem trockenen Husten, etwas Nasenausfluss und einer milden Mandelentzündung. In der Regel heilt der unkomplizierte Zwingerhusten nach rund 14 Tagen.

Gefährlich wird der Zwingerhusten dann, wenn Bakterien die Gunst der Stunde nutzen und sich auf den geschädigten und damit schutzlosen Schleimhäuten breit machen. Die Bakterien können schwere eitrige Entzündungen der Atemwege auslösen. Der Hund bekommt Fieber, hat Auswurf beim Husten und kann sich eine Lungenentzündung zuziehen. Problematisch kann der Zwingerhusten auch dann werden, wenn das Immunsystem des Hundes geschwächt ist. Das ist z. B. bei stark verwurmten, sehr jungen oder alten Tieren oder bei bereits bestehenden Infektionen mit anderen Krankheitserregern der Fall. Stress z. B. durch eine falsche Haltung oder einen Besitzerwechsel kann das Immunsystem auch entkräften.

Gegen die Viren, die den Zwingerhusten verursachen, gibt es noch kein spezielles Medikament. Doch man kann mit Hilfe anderer Medikamente die Symptome lindern und so dem Hund das Leben leichter machen. Gegen bakterielle Infektionen werden Antibiotika eingesetzt. Wichtig ist, dass Sie sich bei der Verabreichung der Antibiotika genau an die Anweisungen halten. Beenden Sie die Antibiotika - Behandlung zu früh, kann die Krankheit wieder aufflammen und das verwendete Antibiotikum nun wirkungslos geworden sein, weil die Bakterien die Gelegenheit hatten sich gegen es zu wappnen: Sie konnten eine sogenannte Resistenz gegen das Antibiotikum entwickeln.

Es gibt Impfstoffe gegen den Zwingerhusten. Ähnlich wie die Grippeimpfung beim Menschen kann die Zwingerhustenimpfung nicht jede Infektion der oberen Atemwege verhindern, doch sie schützt vor den wichtigsten Erregern. Eine Impfung gegen Zwingerhusten ist vor allem empfehlenswert, wenn der Hund häufig intensiven Kontakt mit anderen Hunden hat. Auf vielen Ausstellungen, in Hundeschulen und Vereinen ist eine Impfung gegen Zwingerhusten vorgeschrieben. Ob für Ihren Hund dieser Schutz notwendig ist, klären wir mit Ihnen in einem Beratungsgespräch.

Magen-Darm-Erkrankungen

Ein Darmverschluss (Ileus) ist jede Einengung oder Verlegung des Darmschlauchs, die den Weitertransport des Nahrungsbreis behindert oder unmöglich macht. Bei einem unvollständigen Darmverschluss können Teile des Nahrungsbreis das Hindernis im Darm noch passieren. Bei einem vollständigen Darmverschluss geht nichts mehr.

Ganz unterschiedliche Gründe können zu einem Darmverschluss führen. Verschluckte Fremdkörper können den Darm genauso verschließen wie Würmer. Auch Einschnürungen durch Narben können den Darmschlauch einengen. Bei einem gesunden Tier schieben die Eigenbewegungen des Darmes den Nahrungsbrei weiter. Störungen der Nerven, die diese Bewegungen steuern, haben zur Folge, dass der Nahrungsbrei nicht weitertransportiert wird, sondern einfach liegen bleibt. Hin und wieder können sich auch Darmteile ineinander schieben oder verschlingen, so dass sich der Darm selbst einengt.

Ein vollständiger Darmverschluss ist ein Notfall, der unbehandelt binnen Stunden zum Tode des Tieres führen kann. Zeigt ihr Tier auch nur eines der folgenden Symptome, müssen Sie sofort einen Untersuchungstermin vereinbaren: anhaltendes Erbrechen, Schmerzen beim Berühren des Bauches, verspannte, harte Bauchdecken, Schwäche, hochrote Schleimhäute (z. B. Maulschleimhaut), Fieber oder Untertemperatur, Herzrasen, schnelle, flache Atmung. Für eine rasche und erfolgreiche Diagnose und Behandlung brauchen wir von Ihnen folgende Informationen:

Welche Symptome genau zeigt ihr Tier? Wie lange bestehen diese Symptome schon? Wann hat Ihr Tier das letzte Mal Kot abgesetzt? Und wie sah dieser aus? Wie sah das Erbrochene aus? (Am besten bringen Sie eine Probe davon mit.) Ist es möglich, dass Ihr Tier einen Fremdkörper verschluckt hat? Wenn ja, um was für einen Gegenstand könnte es sich handeln? Besonders gefährlich sind Angelhaken mit Schnur oder Nadel und Faden. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Tier etwas in dieser Art verschluckt hat, teilen Sie es uns unbedingt mit. Bei einem vollständigen Darmverschluss muss häufig sofort operiert werden um das Tier zu retten.

Ein unvollständiger Darmverschluss, z. B. durch eine Engstelle, die durch eine Narbe oder durch das Ineinanderschieben von Darmteilen entstanden ist, verläuft oft schleichend mit anfangs schwachen Symptomen. Das Tier hat wechselnden Appetit, erbricht sich immer mal wieder, kann Durchfall haben und wirkt häufig gedämpft und lustlos. Auffallend ist der zunehmende Konditions- und Gewichtsverlust innerhalb von zwei bis drei Wochen. Je früher man den Darmverschluss entdeckt und behandelt desto besser. Denn auch der unvollständige Darmverschluss kann gravierende Folgen haben. Vor der Engstelle können z. B. Druckstellen entstehen, die das Absterben eines Darmteiles zur Folge haben und zum lebensbedrohlichen Riss der Darmwand führen. Daher: Sollte Ihnen an Ihrem Tier irgendetwas Ungewöhnliches auffallen, wenden Sie sich immer an uns – lieber einmal zuviel, als einmal zuwenig.

Durchfall ist keine Krankheit sondern ein Symptom. Er kann viele Ursachen haben: Von einer harmlosen Verdauungsstörung über einen Parasitenbefall oder einer Vergiftung bis zur lebensbedrohlichen Virusinfektion ist alles drin. Während man mit Jungtieren bei Durchfall sofort den Tierarzt aufsuchen sollte, denn die Kleinen verlieren schnell zuviel Flüssigkeit, kann man es bei ausgewachsenen Tieren erst einmal mit einem Tag fasten probieren. Danach füttert man das Tier mit kleinen Portionen Schonkost. Schonkost für den Darm können Sie aus Reis, Magerquark, gekochtem Hühnerbrustfleisch ohne Haut und einer kleinen Prise Salz selbst zubereiten oder fertig kaufen.

Vorraussetzung für diesen Behandlungsversuch zu Hause ist, dass das Tier abgesehen vom Durchfall keine weiteren Symptome zeigt und es einen munteren und gesunden Eindruck macht. Auf keinen Fall sollten Sie Ihrem Tier Medizinalkohle oder ein stopfendes Medikament aus Ihrer Hausapotheke geben. Sie verschleiern damit das Symptom „Durchfall“, verschlimmern aber eventuell die zugrunde liegende Krankheit. Denn Durchfall kann auch eine Selbstschutz-Aktion des Körpers sein: Durch den Durchfall wird der Darm rasch von schädigenden Substanzen oder Krankheitserregern befreit.

Hört der Durchfall nach dem Fasttag nicht auf, oder tritt er kurze Zeit später wieder auf, müssen Sie mit dem Tier zu uns kommen. Außerdem sollten Sie uns bei folgenden Symptomen so schnell wie möglich aufsuchen: Fieber, das Tier wirkt schwach und apathisch, Appetitlosigkeit, blasse Schleimhäute, Blut im Stuhl oder schwarzer Stuhl, Erbrechen, Bauchschmerzen (erkennt man an der verspannten Haltung).

Sie erleichtern uns die detektivische Suche nach der Ursache des Durchfalls, wenn Sie eine möglichst frische Kotprobe mitbringen. Wichtig für eine rasche Diagnose sind auch folgende Informationen: Seit wann besteht der Durchfall, traten noch andere Symptome auf, wie wird das Tier gefüttert, hatte es Kontakt zu anderen Tieren, sind andere Tiere auch krank, wie halten Sie Ihr Tier, hatte es schon öfter Verdauungsstörungen, gab es in der letzten Zeit Veränderungen?

Bei schweren oder länger anhaltenden Durchfällen ist der Ersatz von Flüssigkeit und Mineralstoffen, den Elektrolyten, sehr wichtig. Es gibt Elektrolytlösungen in Pulverform, die sie einfach anrühren können und Ihrem Tier zu trinken geben können. Um den Darm zu entlasten sollten Sie Schonkost füttern, solange das Tier Symptome zeigt. Besteht der Durchfall über einen längeren Zeitraum sollten Sie fertige Schonkost verwenden, denn die selbst zubereitete Kost ist auf lange Sicht zu einseitig. Und natürlich sollten Sie Ihrem Tier konsequent die verschriebenen Medikamente geben. Sollten Sie weitere Fragen zu Durchfall oder anderen Verdauungsstörungen haben, beraten wir Sie gerne.

Viele Durchfälle bei Hund und Katze entstehen durch Fehler bei der Fütterung. Kuhmilch z. B. führt bei beiden Tierarten häufig zu Verdauungsstörungen. Das liegt manchmal an den speziellen Proteinen (Eiweißen) der Kuhmilch, meist jedoch an dem Kohlenhydrat Milchzucker, der Laktose. Jungtiere besitzen das Ferment Laktase, mit dessen Hilfe sie den Milchzucker verdauen können. Ausgewachsenen Tieren fehlt in der Regel dieses Ferment. Der unverdaute Milchzucker zieht Wasser in den Darm. Das macht den Kot weich und flüssig. In Maßen genossen schadet Milch jedoch nicht, die meisten Hunde vertragen bis zu 20ml Milch pro kg Körpergewicht pro Tag. Katzen sind wesentlich empfindlicher. Kondensmilch enthält übrigens noch mehr Milchzucker, während Quark, Käse und andere gesäuerte Milchprodukte bekömmlicher sind.

Eine ähnliche Wirkung wie Milchzucker haben auch andere Kohlenhydrate. So z. B. die Kohlenhydrate, die in Erbsen und Bohnen enthalten sind. Beide Hülsenfrüchte dürfen übrigens nie roh verfüttert werden, da sie Gifte enthalten, die nur durch Kochen zerstört werden. Viele Hunde lieben Bananen. In großen Mengen lösen sie jedoch aufgrund der in ihnen enthaltenen Stärke Durchfall aus. Gekocht oder gebraten übrigens nicht – das Erhitzen macht die Bananenstärke besser verdaulich. Auch die beliebten Möhren sind in dieser Hinsicht nicht ohne: Mehr als 15g frische Ware pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag sind dem Verdauungstrakt der meisten Hunde zuviel. Von süßem Obst wie Äpfeln und Birnen sollte ein Hund nicht mehr als 10g pro Kilogramm Körpergewicht erhalten. Pflaumen haben-wie vom Menschen bekannt - eine noch stärkere „Durchschlagskraft“.

Schlachtabfälle, die größtenteils aus Bindegewebe bestehen, wie z. B. Lungen, Euter, Sehnen, Knorpel usw., sind schwer verdaulich. Neben Blähungen können sie auch Durchfälle verursachen. Rohes Eiklar enthält einen Stoff, der die Verdauung von Eiweißen aus der Nahrung behindert. Die unverdauten Eiweiße vergären im Darm und führen zu Durchfällen. Es gibt natürlich auch individuelle Futterunverträglichkeiten, was der einen Katze bekommt, kann der anderen schaden – genauso verhält es sich auch beim Hund.

Neben Nahrungsbestandteilen können auch Fehler in der Lagerung des Futters und der Art der Fütterung Durchfälle verursachen. Lassen Sie Feuchtfutter niemals länger als eine halbe Stunde im Napf stehen – denn insbesondere im Sommer kann das Futter leicht verderben. Trockenfutter kann von Milben und Schadinsekten befallen werden. Nimmt das Tier diese mit dem Futter auf, können schwere Verdauungsstörungen und Allergien entstehen. Kontrollieren Sie daher regelmäßig ihr Futtervorräte auf Schädlingsbefall oder Verunreinigungen. In überlagerten oder falsch gelagerten Futtermitteln können sich Schadstoffe entwickeln. Beachten Sie bei Lagerung des Futters die Angaben des Herstellers. Wechseln Sie nie abrupt das Futter – die Verdauung ist ein „Gewohnheitstier“ – und reagiert auf plötzliche Veränderungen mit Störungen. Daher sollten Sie auch immer feste Futterzeiten einhalten. Wenn Magen und Darm „wissen, wann es was zu futtern gibt“, stellen sie sich darauf ein und können ihre Verdauungsarbeit besser tun. Die richtige Ernährung beugt vielen Krankheiten vor – wir beraten Sie gerne auch individuell zum Thema „Richtige Ernährung“.

Das Erbrechen ist ein Reflex um den Magen rasch zu entleeren. In vielen Fällen ist das sinnvoll, z. B. wenn sich Gift, Krankheitserreger oder Parasiten im Magen befinden. Bei einer Magenüberladung entlastet das Erbrechen den Verdauungstrakt. Auch bei Entzündungen des Magen-Darm-Traktes kommt es zum Erbrechen. Erbrechen kann aber auch von Störungen des Nerven- oder Sinnessystems ausgelöst werden, wie z. B. bei der Seekrankheit. Außerdem gehen unzählige Krankheiten, wie z. B. Nierenschäden, Infektionskrankheiten, Leberentzündungen, Darmverschluss und viele andere, mit Erbrechen einher.

Hund und Katze erbrechen häufiger und leichter als der Mensch. Wenn Ihr Tier nur ein bis zweimal täglich erbricht, dieses Symptom nicht länger als insgesamt zwei Tage auftritt und das Tier ansonsten einen munteren und gesunden Eindruck macht, handelt es sich in der Regel um eine leichte Magenverstimmung. Lassen Sie Ihr Tier einen Tag fasten und füttern Sie ihm an den folgenden Tagen Schonkost in mehreren kleinen Portionen. Die Magenschonkost können Sie aus weich gekochtem Reis, gekochter Hühnerbrust und etwas Magerquark selbst zubereiten oder auch fertig kaufen. Nach ein paar Tagen dürfte das Problem vergessen sein. Auf keinen Fall sollten Sie Ihrem Tier ohne tierärztlichen Rat ein Anti-Brech-Mittel verabreichen. Sie unterdrücken damit nur das Symptom „Erbrechen“. Steckt eine ernsthafte Erkrankung hinter dem Erbrechen, können Sie die Krankheit so verschleppen und damit verschlimmern.

Zum Tierarzt müssen Sie, wenn das Tier häufiger erbricht, das Erbrechen länger als ein bis zwei Tage andauert oder nach einer kurzen Pause sofort wiederauftritt und wenn es weitere Symptome zeigt. Wenn Sie nur eines der folgenden Symptome an Ihrem Tier registrieren, handelt es sich um einen Notfall, der unverzüglich tierärztlich untersucht und behandelt werden muss: Das Tier hat an einem Tag mehr als fünfmal erbrochen, hat Bauchschmerzen (es ist dort berührungsempfindlich, sieht sich nach seinem Bauch um, nimmt eine verkrampfte Haltung ein), es trinkt entweder sehr viel oder gar nichts, seine Hinterbeine wirken „wackelig“, es macht einen geschwächten Eindruck, es kann keinen Kot absetzen oder hat Durchfall, im Erbrochenen befindet sich frisches Blut oder es sieht aus wie Kaffeesatz. Sie müssen Sie auch sofort zu uns, wenn Sie den Verdacht haben, dass das Tier Gift aufgenommen hat.

In diesem Fall sollten Sie die giftige Substanz oder Pflanze zu uns mitnehmen. Sinnvoll ist es auch Erbrochenes zur Untersuchung zu bringen. Es kann dazu beitragen die Ursache für das Erbrechen zu finden. Tatsächlich sind manchmal umfangreiche Untersuchungen (Blutanalyse, Röntgen, Ultraschall, Endoskopie, ja sogar eine diagnostische Öffnung des Bauches) nötig um der Grunderkrankung auf die Spur zu kommen. Doch nur wenn die Ursache eindeutig festgestellt wird, kann dem Tier gezielt geholfen werden. Im Falle eines Falles werden wir Ihnen jeden unsrer Schritte erklären. Und auch sonst fragen Sie! Wir beraten Sie gerne.

Die Magendrehung ist ein Notfall, der binnen weniger Stunden zum Tode des Hundes führen kann. Er muss sofort operiert werden. Bei der Operation dreht der Tierarzt den Magen wieder in seine richtige Lage und fixiert ihn dort. Was genau eine Magendrehung verursacht, ist bis heute ungeklärt. Der Magen dreht sich plötzlich um seine eigene Achse und verschließt dabei sowohl seinen Eingang als auch seinen Ausgang. Außerdem schnürt er wichtige Blutgefäße ab. Dadurch kommt es rasch zum lebensbedrohlichen Kreislaufversagen.

Bei einer Magendrehung zeigt der Hund folgende Symptome: Er wirkt schwach ist aber unruhig – legt sich hin, steht wieder auf, legt sich wieder hin, wandert ziellos umher usw. Er hechelt stark, ohne sich zuvor angestrengt zu haben, speichelt, würgt ohne sich zu erbrechen. Er hat einen aufgeblähten Bauch und eine gespannte Bauchdecke („Trommelbauch“). Seine Schleimhäute (Innenseite der Lippen, Zahnfleisch) sind blass, sein Puls ist schwach und seine Pfoten kalt.

Bemerken Sie bei Ihrem Hund eines oder mehrere dieser Symptome, fahren Sie nicht kopflos zu uns, sondern rufen Sie erst an. Mit Ihrem Anruf stellen Sie sicher, dass keine unnötige Zeit verloren geht. Außerdem sind wir vorgewarnt und kann alles Nötige veranlassen. Das spart Zeit und bei einer Magendrehung geht es um Minuten!

Die Ursachen für die Magendrehung sind zwar noch nicht völlig erforscht, doch weiß man heute, dass verschiedene Risikofaktoren ihre Entstehung begünstigen. Gefährdet sind vor allem große Hunde im Alter zwischen 7 und 10 Jahren mit einem tiefen und schmalen Brustkorb. Kleinere Hunderassen mit Ausnahme von Dackeln erleiden nur höchst selten eine Magendrehung. Weitere Risikofaktoren sind: nervöses Temperament des Hundes, Verschlingen großer Portionen auf einmal, verdorbenes, gärendes Futter, wildes Toben nach der Mahlzeit und eine ererbte Anlage zur Magendrehung.

Absolut sichere Mittel zur Vorbeugung einer Magendrehung gibt es nicht, doch mit folgenden Maßnahmen können Sie das Risiko minimieren: Hat ihr Hund einen nervösen, unruhigen und eher ängstlichen Charakter, geben Sie ihm Sicherheit. Dazu gehört ein gleichmäßiger und immer gleicher Tagesablauf, pünktliche Mahlzeiten, feste Gassi-Termine, unumstößliche Benimmregeln, die konsequent aber sanft durchgesetzt werden, und eine stabile Rangordnung im „Familienrudel“. Verteilen Sie außerdem die tägliche Futterration auf mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag um die Aufnahme zu großer Portionen zu verhindern. Am gierigen und zu schnellen Fressen können Sie Ihren Hund durch folgenden Trick hindern: Legen Sie eine schwere, nicht rostende Eisenkette in seinen Napf - der Hund wird dadurch gezwungen, sein Futter langsam zu sich zu nehmen. Verzichten Sie auf erhöhte Näpfe bei Riesenrassen, die bequeme Haltung verführt den Hund zum Schlingen. Achten Sie auf einwandfreies, nicht verunreinigtes Futter (besonders im Sommer gärt Feuchtfutter rasch.) Und im Falle eines Falles rufen Sie uns lieber einmal zuviel als einmal zuwenig an.

Bei einer Verstopfung hat der Hund große Schwierigkeiten sich zu lösen, weil sein Kot so hart und trocken ist, dass er nicht mehr gleitfähig ist. Ja, manchmal ist es dem Hund sogar unmöglich selbstständig Kot abzusetzen. Dann kann nur noch der Tierarzt helfen, indem er den Kot mit Klistieren aus dem Enddarm spült. In extremen Fällen muss der verstopfte Hund sogar operiert werden. Bauch und Darm müssen geöffnet öffnen und der Kot herausgeholt werden.

Schuld an Verstopfungen beim Hund ist meistens eine falsche Fütterung. Insbesondere mit zuviel Knochen wird die Verdauung nicht fertig. Die Mineralstoffe im Knochen „verbacken“ im Darm zu steinharten Brocken, die der Hund nicht mehr selbstständig ausscheiden kann. Aber auch andere schwerverdauliche Stoffe, wie z. B. Papier, Plastik, Haare u.ä., können eine Verstopfung verursachen. Andere Ursachen sind: hoher Flüssigkeitsverlust, der zur Eindickung des Kotes führt, einengende Verletzungen oder Verformungen des Beckens, Nervenschäden, Würmer und Schmerzen, die den Hund beim Kotabsatz stören.

Wichtig ist die rasche tierärztliche Hilfe, denn je länger der Kot im Darm bleibt, desto trockener und härter wird er.
Übrigens gibt es Verstopfungen, die zunächst wie Durchfall aussehen können. Lassen Sie sich nicht täuschen: Wenn der Hund stark presst und dann nur etwas Flüssigkeit ausscheidet, handelt es sich in der Regel um eine Verstopfung, die vom Fachmann behandelt werden muss. Häufige Verstopfungen können die Lebensqualität und die Gesundheit des Hundes stark beeinträchtigen und zu einer Überdehnung des Darms führen, die nicht mehr rückgängig zu machen ist. Ist der Darm erst einmal erweitert, sind weitere Verstopfungen vorprogrammiert und der Hund wird ein lebenslanges Problem damit haben.

Daher ist die Vorbeugung so wichtig. An erster Stelle steht hier die Fütterung. Das Futter sollte Ballastsstoffe enthalten, denn sie binden Wasser im Kot und machen ihn so weich und gleitfähig. Zudem regen sie den Darm zur Arbeit an. Knochen sind kein geeignetes Hundefutter. Zum Nagen und Knabbern geben Sie Ihrem Hund lieber Kauknochen aus Büffelhaut oder andere Knabberstangen – einige dieser Produkte haben sogar einen zahnpflegenden Effekt. Damit der Hund ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt, sollte er immer Zugang zu frischem Wasser haben.

Viel Bewegung beugt Verstopfungen vor. Gerade ältere Tiere, Hunde mit Arthrosen oder anderen schmerzhaften Erkrankungen des Bewegungsapparates bewegen sich zuwenig – hier muss die Grundkrankheit behandelt werden, damit der Hund nicht die Freude an der Bewegung verliert. Neigt der Hund schon zu Verstopfungen sollte sein Futter mit Ballaststoffen angereichert werden. In manchen Fällen ist sogar die regelmäßige Gabe eines milden Abführmittels empfehlenswert. Fragen Sie uns! Wir beraten sie gerne.

Parasitäre Erkrankungen

Die Demodikose ist eine Hautkrankheit, die von Haarbalgmilben (Demodex-Milben) verursacht wird. Demodex-Milben siedeln sich in den Haarbälgen an, das sind die „Hauttaschen“ aus denen die Haare wachsen. Nur kurz nach der Geburt können die Haarbalgmilben von der Mutterhündin auf die Welpen übertragen werden. Infektionen zu einem späteren Zeitpunkt sind nicht bekannt. Man geht davon aus, dass die meisten Hunde Träger von Demodex-Milben sind. Solange diese Hunde gesund sind und ein gut funktionierendes Immunsystem haben, schadet ihnen die Anwesenheit der Milben nicht.

Bei einem geschwächten Immunsystem können die Milben jedoch Hautentzündungen unterschiedlichen Schweregrades verursachen.

Der erste kritische Zeitpunkt ist das Absetzen der Welpen. Man nimmt an, dass der Stress des Entwöhnens das Immunsystem erschöpft. Bei den Welpen kommt es zu Haarausfall, Rötungen und Schuppenbildung der Haut am Nasenrücken, der Oberlippe, der Stirn, den Ohren, der Pfoten und um die Augen. Dort kann es so aussehen als trage der Welpe eine Brille. In den meisten Fällen heilt diese Form der Demodikose auch ohne Behandlung innerhalb von einem bis zwei Monaten ab. Trotzdem ist das Betupfen der Stellen mit einer speziellen Lösung empfehlenswert. Unbedingt müssen betroffene Welpen mindestens alle zwei Wochen zur tierärztlichen Kontrolle. Denn es besteht die Gefahr, dass sich die Krankheit drastisch verschlimmert.

In diesen Fällen breitet sich die Hautentzündung über den ganzen Körper aus. Es bilden sich eitrige Pusteln, die Haut wird dicker und dunkler. Später verfärbt sich die Haut blaurot und „wirft Falten“. Im Gegensatz zu anderen Milben, wie den Grabmilben, lösen Demodex-Milben nur selten Juckreiz aus. Häufig kommt es bei der Demodikose zusätzlich zu Infektionen mit Bakterien, die zu eitrigen Entzündungen und tiefgreifenden Zerstörungen der Haut führen. Fatal an der schweren Form der Demodikose ist, dass sowohl die Milben als auch die Bakterien das Immunsystem unterdrücken und auf diese Weise einen Teufelskreis in Gang setzen. Betroffen von der schweren Form der Demodikose sind Junghunde, Hunde mit einem nicht intakten Immunsystem und alte Hunde. Während man bei Junghunden annimmt, dass eine angeborene  Immunschwäche verantwortlich für den Ausbruch der Krankheit ist, muss bei einem erwachsenen Hund nach einem Auslöser gesucht werden, wenn die Behandlung erfolgreich sein soll.

Die Therapie der Demodikose ist schwierig, langwierig und nicht immer erfolgreich. Neben Waschungen mit speziellen Mitteln, die solange durchgeführt werden müssen, bis innerhalb eines halben Jahres keine Milben mehr nachgewiesen werden können, gibt es heutzutage auch die Möglichkeit einer medikamentellen Behandlung. Mit Vitamin E können Sie die Heilung fördern. Wir helfen Ihnen gerne mit Rat und Tat.

Würmer gehören zu den Endoparasiten, das sind Schmarotzer, die in ihrem Wirt leben. Beim Hund spielen vor allem zwei Gruppen von Würmern eine Rolle: Bandwürmer und Rundwürmer.  Diese Unterscheidung ist wichtig, weil man bei jeder Gruppe ein anderes Entwurmungsmittel einsetzen muss.

Theoretisch können alle Organe von Würmern befallen werden. Aber in unseren Breiten siedeln sich die Schmarotzer hauptsächlich im Darm des Hundes an. Dort ernähren sich die Würmer von den Nährstoffen, die der Hund mit der Nahrung zu sich nimmt. Dabei entziehen sie ihrem „Gastgeber“ wertvolle Nährstoffe mit der Folge, dass der Hund trotz eines reichhaltigen Futterangebots „hungern“ muss.

Einige Wurmarten verletzen zudem die Schleimhäute des Darmes; bei einer hohen Wurmlast kann dies bei Welpen zu einem lebensbedrohlichen Blutverlust führen. Auch ein Darmverschluss kann die Folge eines starken Wurmbefalls sein. Zum Schluss aber nicht zuletzt müssen Würmer auch aus hygienischen Gründen bekämpft werden. Denn einige Wurmarten können auf den Menschen übertragen werden. Am gefährlichsten für den Menschen, übrigens nicht für den Hund, sind der Kleine Fuchsbandwurm und der Hundebandwurm. Spul – und Hakenwürmer, die zu den Rundwürmern gehören, können Kindern schwere Gesundheitsschäden zufügen.

Mit Spul- und Hakenwürmern kann sich der Welpe bereits über die Muttermilch infizieren, mit Spulwürmern sogar schon im Mutterleib. Daher sollten Welpen nach der Geburt bis einschließlich der 12. Lebenswoche alle zwei Wochen entwurmt werden. Der ausgewachsene Hund infiziert sich mit Spul- und Hakenwürmer über die Aufnahme der Wurmeier und Wurmlarven. Da diese sich überall befinden können, kann man eine Infektion nicht verhindern.

Dem Befall mit Bandwürmern können Sie hingegen vorbeugen. Denn die meisten Bandwürmer werden über den Verzehr rohen Fleisches übertragen, eine Bandwurmart auch über Flöhe. Wenn Sie Ihrem Hund nur abgekochtes Fleisch oder Fertignahrung füttern und konsequent Flöhe bekämpfen ist ein Befall mit Bandwürmern äußerst unwahrscheinlich. Um völlig sicher zu  sein müssten Sie allerdings ausschließen, dass der Hund sich nicht irgendwo anders mit Frischfleisch versorgt. Besonders gefährlich ist es, wenn der Hund hin und wieder Mäuse oder andere kleine Nager frisst – denn sie sind die Überträger des Kleinen Fuchsbandwurmes.

Einen leichten Wurmbefall sieht man einem ausgewachsenen, gesunden Hund nicht an. Handelt es sich jedoch um einen Welpen, ein geschwächtes Tier oder um einen starken Wurmbefall, können Symptome wie Erbrechen, Durchfall, Blut im Stuhl, stumpfes Fell, Schwäche, Blutarmut (erkennbar an den blassen Schleimhäuten) auftreten. Klarheit, darüber ob der Hund Würmer hat und welche Würmer er hat, bringt nur die Laboruntersuchung frischer Kotproben. Dabei wird nach den mikroskopisch kleinen Eiern der Würmer gesucht. Werden Wurmeier entdeckt, kann die Wurmart festgestellt und gezielt behandelt werden. Werden keine Wurmeier in der Kotprobe gefunden, heißt dies leider nicht, dass der Hund wurmfrei ist. Denn die Würmer produzieren nicht ununterbrochen Eier. Manchmal müssen bis zu drei Kotproben untersucht werden, bis man die Eier der Schmarotzer findet.

Meist jedoch verzichtet man jedoch auf die Untersuchungen und entwurmt den Hund nach einem individuellen Schema, das sich nach seinen Lebensumständen und Gewohnheiten richtet. So sollte ein passionierter Rattenjäger häufiger gegen Bandwürmer, ein Hund der mit kleinen Kindern zusammen lebt öfter gegen Spul- und Hakenwürmer behandelt werden. Wir beraten sie gerne und erstellen für Ihren Hund ein individuelles Behandlungsschema.

Räude ist keine Schande, sondern eine Hautkrankheit, die von bestimmten Milben, den Grabmilben, verursacht wird. Übertragen werden die Milben beim direkten Kontakt von Tier zu Tier, z. B. beim Spielen. Sehr selten „holt“ sich das Tier die Milben aus einer verseuchten Umgebung. Auch der Mensch kann sich mit Tiermilben infizieren – bei ihm kommt es zu einer stark juckenden Hautentzündung, der Scheinräude. Bei einer Infektion des Menschen mit Menschenmilben spricht man von der „Krätze“.

Die Milbenweibchen bohren Gänge in die Haut. In diese Bohrgänge legen sie ihre Eier, aus denen sich in ca. drei Wochen neue Milben bilden. Durch das Bohren lösen sie eine schwere Hautentzündung und starken Juckreiz aus. Sehr häufig ist die sogenannte Ohrräude. Spezielle Milben nisten sich im Gehörgang des Tieres ein und verursachen dort schwere Ohrentzündungen. Die meisten Grabmilben bevorzugen die zarte Haut am Kopf, den Ohren, am Unterbauch und an den Schenkelinnenflächen. An diesen Stellen zeigen sich auch die ersten Symptome: Heftiger Juckreiz, Knötchen, Rötungen, Pusteln und Schuppen. Später kommt es zu einer Verdickung der Haut, zu einem mottenfraßähnlichen Haarausfall und es bilden sich tiefe Hautfalten.

Diese Symptome können aber auch auf andere Hautkrankheiten hinweisen. Unter anderem können auch Raubmilben ein ähnliches Krankheitsbild verursachen. Eine Infektion mit Raubmilben ist leichter zu behandeln als eine mit Grabmilben. Um eine sichere Diagnose zu stellen, entnimmt der Tierarzt an möglichst vielen Stellen ein sogenanntes Hautgeschabsel. Dazu schabt er mit einem Skalpell solange über die Haut bis die Stelle blutet. Die abgeschabte Probe untersucht er unter dem Mikroskop.

Hat das Tier Milben, müssen Sie sich auf eine langwierige Behandlung einstellen. Das Tier und häufig auch alle anderen Tiere im Haushalt müssen über Wochen mit speziellen Lösungen gewaschen werden. In einigen Fällen hilft auch eine Therapie mit einem Medikament, dass die Milben abtötet. Aber auch dieses Medikament muss das Tier über einen längeren Zeitraum bekommen. Dabei kann es während der Therapie noch einmal zu heftigem Juckreiz kommen, wenn die Milben absterben.

Wichtig ist auch die Reinigung und Desinfektion der Umgebung und aller Gegenstände, mit denen das Tier häufig Kontakt hat. Textilien sollten Sie auskochen, Utensilien, die sie nicht gründlich reinigen können, möglichst wegwerfen. Gegenstände, die Sie nicht vernichten wollen, sollten Sie über mindestens drei Wochen an einem Ort aufbewahren, zudem kein Tier Zugang hat. (Nach etwa drei Wochen können Sie davon ausgehen, dass die Milben gestorben sind.)

Gerade bei der Räude lohnen sich Geduld und Konsequenz. Ist die Krankheit noch nicht zu weit fortgeschritten, heilt sie mit der richtigen Behandlung gut ab.

Hautpilze sind zwar keine Tiere, doch man kann sie ohne weiteres zu den Parasiten zählen. Denn sie leben von einem tierischen oder menschlichen Wirt. Sie ernähren sich von dem Horn,  aus dem die oberste Hautschicht und die Haare bestehen. Um das Horn aus diesen Geweben zu lösen, setzen sie Enzyme, aggressive, biochemische Substanzen, ein. Dabei zerstören sie die Struktur der Haut und der Haare.

Bei einer klassischen Pilzinfektion bricht das Haar kurz nach seinem Austritt an die Hautoberfläche ab („scherende Flechte“). Es entstehen kreisrunde bis ovale, kahle Stellen im Fell. An den Rändern dieser Kahlstellen sieht man oft einen roten Wall („Ringflechte“), ein Zeichen für eine Entzündung der Haut. Je nach Schwere der Hautentzündung kann es zu Schuppenbildung, Verdickungen und Verfärbungen der Haut kommen. Juckreiz tritt selten auf. Die von den Pilzen geschädigte Haut ist gegenüber anderen Krankheitserregern wehrlos. Und so wird die Pilzinfektion häufig von bakteriellen Infektionen begleitet und kompliziert.

Mit Hautpilzen anstecken kann sich der Hund überall. Die Pilzsporen können jahrelang ohne Wirt überleben. Doch nicht jede Katze wird krank. Tatsächlich erkranken meist junge Tiere, Hunde mit einem geschwächten Immunsystem oder alte Tiere. Auch eine falsche Ernährung, der Befall mit Flöhen, Würmern oder anderen Parasiten oder eine mangelhafte Pflege machen den Pilzen die Infektion leicht. Langhaarige Hunde werden häufiger „Pilzopfer“ als Tiere mit einem kurzen Fell.

Ausgewachsene Tiere mit Hautpilzen zeigen meist nur sehr schwache Symptome: Ihr Fell wirkt schütter und stumpf – manchmal sehen sie aus, als hätte man sie mit Mehl bestäubt. Nicht selten sind sie sogar völlig symptomfrei. Sie sind dann eine stete Infektionsquelle für andere Hunde, aber auch andere Tiere und den Menschen. Denn Pilze sind nicht wählerisch – sie befallen Mensch und Tier gleichermaßen. Daher müssen sie auch bei scheinbar gesunden Tieren bekämpft werden.

Die Behandlung von Hautpilzerkrankungen ist langwierig und aufwändig. Meist müssen alle Tiere im Haushalt behandelt werden. Die Tiere erhalten Medikamente über mindestens 4 – 6 Wochen und müssen 1 - 2 mal wöchentlich mit Anti-Pilz-Mitteln gewaschen oder besprüht werden. Bei Pilzinfektionen des Krallenbettes können Behandlungen von über einem halben Jahr nötig sein. Das Fell langhaariger Hunde sollte gekürzt werden. Außerordentlich wichtig ist die mehrmalige gründliche Reinigung und Desinfektion aller Räume, in denen sich die Tiere aufhalten und aller Utensilien, mit denen sie Kontakt haben. Gegenstände, die nur einen geringen Wert haben, sollten Sie entsorgen. Textilien, Bürsten und Kämme können Sie auskochen.

Jeder Haushalt ist unterschiedlich, scheuen Sie sich nicht uns um Rat zu fragen, wenn sie ein besonderes Problem bei der Reinigung oder Desinfektion haben. Die Medikamente gegen die Pilze können Nebenwirkungen verursachen – bitte wenden Sie sich sofort an uns, wenn Ihnen etwas Ungewöhnliches an Ihren Tieren auffällt. Und nicht zuletzt: Wir beraten Sie auch gerne zu allen Fragen, die die Haltung und Ernährung Ihrer Tiere betreffen. Denn bei Tieren in Topform haben Pilze kaum eine Chance.

So putzig ein Flohzirkus sein mag, in den eigenen vier Wänden möchte man diese Insekten nicht haben. Flöhe sind blutsaugende Parasiten, deren Stiche stark jucken. Der Juckreiz lässt die betroffenen Tiere nicht mehr zur Ruhe kommen und schwächt sie dadurch. Außerdem können Flöhe Hautentzündungen verursachen, Allergien auslösen und Bandwürmer übertragen. Bei einem Massenbefall können sie bei Jungtieren sogar zur Blutarmut führen.

Nur die erwachsenen Flöhe leben auf dem Tier. Eier, Larven und Puppen - der Flohnachwuchs - befinden sich in der Umgebung des Tieres: Im Teppichboden, auf dem Tierlager, in den Autopolstern, eben überall dort, wo das Tier länger verweilt. Da ein Flohweibchen im Laufe seines Lebens rund 2000 Eier legt, rechnet man dass etwa 95% der Flohpopulation sich nicht auf dem Tier sondern in seinem im Umfeld aufhält. Und zwar das ganze Jahr – Der Flohnachwuchs entwickelt sich in beheizten Räumen auch im Winter prächtig.

Flohbefall können Sie einfach feststellen. Kämmen Sie Ihr Tier auf einer hellen Unterlage. Rieseln dabei braune Krümel auf die Unterlage, machen Sie den Flohtest: Legen Sie die braunen Krümel auf ein feuchtes, weißes Papiertaschen- oder Küchentuch – färben sich die Krümel dann rot, handelt es sich um Flohkot und Ihr Tier hat Flöhe.

Neben der Vernichtung der Flöhe auf dem Tier, muss seine Umgebung entfloht werden. Das bedeutet aber nicht, dass Sie Ihre ganze Wohnung mit Chemikalien verseuchen müssen. Ein guter Staubsauger und strategisches Denken helfen Ihnen weiter. Teilen Sie die Wohnung in Problemzonen ein. Orte, an denen sich Ihr Tier häufig aufhält, müssen Sie regelrecht entseuchen. Fußböden in diesen Bereichen sollten Sie öfter als sonst reinigen - widmen Sie dabei schwerzugänglichen Ecken und Ritzen besondere Aufmerksamkeit. Teppiche behandeln sie mit Teppichreinigern und sprühen Sie evtl. mit einem Insektizid ein. Waschen Sie die Decken des Tierlagers. Weidenkörbchen oder ähnliche schwer zureinigende Gegenstände sollten Sie entweder wegwerfen oder chemisch behandeln. Vergessen Sie auch die Polstermöbel und die Autopolster nicht – gerade dort sitzt oft eine stille Reserve hungrigen Flohnachwuchses. Und zwar lange: Verpuppte Flöhe können spielend ein halbes Jahr ohne Blutmahlzeit überleben. Meist müssen Sie diese Reinigung mehrmals wiederholen, denn der Flohnachwuchs kann sich hervorragend verstecken.

Bereiche in der Wohnung, zu denen das Tier Zugang hat, aber wo es nicht lange bleibt, sollten auch öfter als gewöhnlich gereinigt werden – der Einsatz von Chemikalien ist hier aber nicht unbedingt notwendig. Orte, schließlich, an denen Ihr Tier nie oder selten ist, putzen Sie wie gewohnt.

Am besten beugt man dem Flohbefall vor. Möglichkeiten, gibt es viele: Neben Präparaten, die die erwachsenen Flöhe töten, sind auch Mittel erhältlich, die verhindern, dass sich aus den Floheiern lebensfähiger Nachwuchs entwickelt. Wir beraten Sie gerne sowohl bei der Bekämpfung schon vorhandener Flöhe als auch beim vorbeugenden Flohschutz.

Die häufigste Zeckenart im deutschsprachigen Raum ist der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). Diese Zecke hält sich bevorzugt im Gebüsch oder Unterholz lichter Mischwälder oder im hohen Gras auf. Im Spätherbst verkriecht sich der Holzbock in die Erde und fällt dort in eine Winterstarre. Sobald es wieder konstant wärmer wird, etwa im April, beginnt die erste Zeckensaison, die ihren Höhepunkt im Mai oder Juni erreicht. Im Hochsommer geht die Anzahl der Zecken wieder drastisch zurück. Aber im Spätsommer bzw. Herbst ist wieder Zeckenzeit, die bei mildem Wetter bis November dauern kann.

Die Zecken klettern auf Gräser oder Büsche bis auf eine Höhe von 1,50 m und warten dort auf ihre Opfer. Sie sind dabei wenig wählerisch – alle warmblütigen Tiere also auch der Mensch werden befallen. Entert die Zecke einen geeigneten Wirt, bohrt sie ihren speziellen Saugrüssel tief in seine Haut und saugt sein Blut. Damit der Wirt nichts von dem Blutsauger bemerkt und ihn ausreißt, enthält der Zeckenspeichel einen betäubenden Stoff. Außerdem löst dieser Speichel auch das Gewebe auf und verhindert die Blutgerinnung, damit der Blutfluss nicht aufhört.

Wenn nicht gerade Massen von Zecken einen Wirt „anzapfen“, schadet der Blutverlust dem Opfer nicht. Gefährlich sind Zecken, weil sie Krankheiten übertragen können. In Deutschland sind dies vor allem die Borreliose, eine fieberhafte Krankheit, die vor allem den Gelenken aber auch den Nieren schaden kann, und die FSME, eine Gehirnhautentzündung. In den Mittelmeerländern und teilweise bereits schon in der Schweiz und in Nordfrankreich können Zecken außerdem Babesiose, Ehrlichiose (beides Infektionskrankheiten, die das Blut schädigen) und Hepatozoonose (eine Krankheit, die mit starken Muskelschmerzen einhergeht) übertragen. Seit einigen Jahren werden auch in Deutschland immer häufiger Babesiose-Fälle gemeldet. Daher ist Zeckenschutz so wichtig.

Wenn Sie eine festgesaugte Zecke entdecken, entfernen Sie sie mit einer drehenden Bewegung. Bitte träufeln Sie auf gar keinen Fall Klebstoff, Öl oder Nagellackentferner auf die Zecke. Diese Stoffe bewirken zwar den Tod der Zecke. Doch sie setzen den Blutsauger auch unter Stress und veranlassen ihn noch einmal kräftig in die Wunde zu „spucken“. Gerade hierbei kommt es zur Übertragung der obengenannten Krankheiten.

Um einen Befall mit Zecken vorzubeugen, gibt es in der Tierarztpraxis verschiedene Präparate. Alle diese Anti-Zeckenmittel sind hochwirksam, trotzdem werden Sie immer wieder festsitzende Zecken in der Haut Ihres Tieres entdecken. Diese Zecken sind aber gestorben und zwar bevor sie Krankheitserreger übertragen konnten. Man hat nämlich festgestellt, dass Zecken erst ca. 24 Stunden, nach dem sie sich in die Haut ihres Opfers gebohrt haben, die Erreger in die Wunde injizieren. Bis dahin hat sie ein gutes Zeckenmittel längst „um die Ecke gebracht.“ Auch die Art der Anwendung vom Halsband über Sprays zu Spot-on Präparaten, die man auf die Haut des Tieres tropft, ist unterschiedlich. Wir beraten Sie gerne, welches dieser Präparate sich für die individuellen Ansprüche Ihres Tieres am besten eignet.

Weitere

Epilepsie ist eine Funktionsstörung des Großhirns, bei der die Nervenzellen plötzlich unkontrolliert feuern. Neurologen sprechen auch von einem „Gewitter im Gehirn“. Dieses Gewitter führt je nach Schwere der Funktionsstörung zu Ausfallserscheinungen, verändertem Verhalten, Krämpfen und Anfällen bis hin zur Bewusstlosigkeit.

Epileptische Anfälle können bei jedem Hund durch hohes Fieber, Stoffwechselstörungen (z. B. Unterzuckerung), Infektionen (z. B. Staupe), Nieren- oder Leberschäden, Vergiftungen, Gehirntumore oder viele andere Faktoren ausgelöst werden. In den Fällen, in denen eine Veränderung innerhalb oder außerhalb des Gehirns die Anfälle verursacht, handelt es sich um eine sekundäre Epilepsie. Wenn die zugrunde liegende Krankheit erfolgreich behandelt werden kann und das Gehirn noch keinen dauerhaften Schaden erlitten hat, hören auch die Ausfallserscheinungen und Anfälle auf.

Daneben gibt es auch die primäre oder idiopathische Epilepsie. Die Ursache für dieses Anfallsleiden ist noch nicht bekannt. Man ist sich aber ziemlich sicher, dass die Krankheit oder die Neigung zu epileptischen Anfällen vererbt wird. Die ersten Symptome einer primären Epilepsie treten meist zwischen dem 1. und 3. Lebensjahr auf. Die Tiere können aber auch jünger oder älter bei ihrem ersten Anfall sein. 

Neben dem klassischen epileptischen Anfall, dem „Grand Mal“, mit Krämpfen am ganzen Körper, Bewusstseinsverlust, unkontrolliertem Harn- und Kotabsatz, gibt es auch isolierte Ausfallserscheinungen wie plötzliche Ohnmacht, Abwesenheit, Krämpfe an einzelnen Beinen, Kopfschütteln, Bellen ohne Grund, Angstzustände oder das Schnappen nach und Schlucken von eingebildeten Fliegen. Einige Hunde bekommen Tobsuchtsanfälle.

Bei einem Anfall ist es wichtig den Hund vor Verletzungen zu schützen, indem man seine Umgebung polstert oder gefährliche Gegenstände wegräumt. Festhalten sollte man das Tier aber nicht. Gleichzeitig sollte man sich auch selbst schützen: Während eines Anfalls ist das Tier nicht mehr dasselbe - auch der allerliebste Hund kann in dieser Situation zubeißen. Außerdem sollten Sie sofort Kontakt zu uns aufnehmen, denn der Anfall kann sich zu einem lebensbedrohlichen Status epilepticus steigern.

Nach der Notfallbehandlung muss der Tierarzt vor allem Ursachenforschung betreiben. Erst wenn er alle möglichen anderen Krankheiten ausgeschlossen hat, kann er die Diagnose primäre Epilepsie stellen. Ein epileptischer Hund muss in der Regel ein Leben lang mit Anti-Epileptika versorgt werden. Das sind Medikamente, die die unkontrollierte Nervenaktivität unterdrücken. Sie gehören meist zur Gruppe der Schlaf- und Beruhigungsmittel. Wirkstoff oder Wirkstoffkombination und die Dosis muss der Tierarzt für jeden Hund individuell herausfinden. Insbesondere auch, weil diese Medikamente gravierende Nebenwirkungen haben können, beobachten Sie daher Ihren Hund besonders zu Beginn der Therapie genau und melden Sie uns jedes auffällige Verhalten. Auf keinen Fall sollten Sie die Medikamente plötzlich absetzen, weil Sie dadurch einen schweren Anfall provozieren können.

Nach der oft schwierigen Anfangsphase sprechen die meisten Hunde gut auf die Therapie an. Leider kann nicht allen Hunden geholfen werden - trotzdem sollte man jedem Hund eine Chance geben: Denn mit den Medikamenten können die meisten Hunde trotz Epilepsie ein gutes Hundeleben führen. Wir stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

Bei einem Trachealkollaps (Trachea = Luftröhre; Kollaps = Zusammenbruch) fällt die Luftröhre an einer Stelle in sich zusammen. Der Hohlraum, durch den die Luft in die Lungen strömt wird dadurch erheblich verengt, so dass der Hund große Schwierigkeiten hat genügend Sauerstoff zu bekommen. Vor allem bei kleinen, älteren Hunden mit Übergewicht besteht die Gefahr des Trachealkollapses.

Der Trachealkollaps ist die Folge einer schleichenden Veränderung der Luftröhre, in deren Verlauf ihr ursprünglich runder Querschnitt immer flacher wird. Die Ursache für die Abplattung der Luftröhre ist eine Art Materialermüdung. Die Luftröhre besteht aus c- förmigen Knorpelspangen, deren Öffnung statt auf der Seite oben liegt. Ein Muskel, der M. trachealis, verschließt die Knorpelspangen und spannt sie wie einen Bogen, so dass die Spangen Ringform annehmen. Mit zunehmendem Alter können die Knorpel weich und der Muskel schlaff und kraftlos werden. Die Luftröhre wird flach und eng - sie nimmt die Form einer Säbelscheide an, daher spricht man von einer Säbelscheidentrachea. Verschiedene Faktoren wie chronische Atemwegserkrankungen, Herzerkrankungen, Übergewicht und/oder Kurzköpfigkeit können die Erkrankung begünstigen oder beschleunigen.

Eine Säbelscheidentrachea bleibt oft lange unbemerkt. Meist zeigen sich die ersten Symptome nach großen Anstrengungen: Der Hund schnappt verzweifelt nach Luft oder hat Schwierigkeiten auszuatmen, hustet und hat eventuell blaue Schleimhäute. Manchmal kann man pfeifende oder schnappende Geräusche vernehmen. In sehr schweren Fällen bricht der Hund ohnmächtig zusammen.

Auf dem Röntgenbild kann man die Engstelle in der Luftröhre gut erkennen. Die Operation des Trachealkollapses ist äußerst schwierig und risikoreich. Daher sollte man es zunächst mit konservativen Methoden versuchen. Wichtig sind die Diagnose und Therapie anderer begleitender Krankheiten, wie z. B: Herzkrankheiten oder Atemwegsinfektionen, die das Krankheitsbild des Trachealkollapses verschlimmern.

Beruhigungsmittel können den Hund vor zuviel Aufregung (und damit beschleunigter Atmung) schützen. Mit verschiedenen Medikamenten kann man die Atmung insgesamt erleichtern.

Sehr wichtig für den Langzeiterfolg sind die Begleitmaßnahmen. Die Besitzer von Hunden mit Säbelscheidentrachea sollten Stress und Aufregung von ihrem Tier fernhalten und für gute Raumluft (nicht zu warm, nicht zu trocken) sorgen. Wenn irgend möglich sollte in dem Raum, in dem sich der Hund häufig aufhält, nicht geraucht werden. Denn Zigaretten- oder Zigarrenrauch reizt die Schleimhäute und kann zu einem Zuschwellen der ohnehin engen Atemwege führen. Halsbänder sollten durch Brustgeschirre ersetzt werden. Günstig wirkt sich außerdem eine Gewichtsabnahme aus. Wir geben Ihnen gerne weitere Tipps rund um die Haltung und Ernährung von Hunden mit Atemwegsproblemen.

Bei der Aufzucht kleiner Hundewaisen müssen die menschlichen Ersatzeltern die Rolle und die Aufgaben der Mutterhündin übernehmen. Sie müssen die Welpen nicht nur füttern (anfangs bis zu acht mal täglich) sondern auch für eine stets saubere und warme Umgebung sorgen, ihnen beim Harn- und Kotabsatz helfen und ihnen das Gefühl der Geborgenheit vermitteln. Das ist eine Vollzeitbeschäftigung über 6 bis 8 Wochen. Daher sollte man sich überlegen, ob man nicht von vorneherein nach einer geeigneten Hundeamme sucht - wir helfen Ihnen gerne bei der Suche.

Gleich nach der Geburt sollten die Welpen, wenn irgend möglich, Kolostrum zu sich nehmen. Das ist eine Spezialmilch, die mütterliche Antikörper gegen Infektionen enthält. Erfahrene Züchter haben in der Regel gefrorenes Kolostrum auf Vorrat. Steht kein Kolostrum zur Verfügung, werden wir das Immunsystem der Welpen durch Immunglobuline stärken.

Da Kuhmilch zuviel Milchzucker für Hundewelpen enthält, muss die Welpennahrung entweder aus Milch, Eidotter, hochwertigem Pflanzenöl, Quark und Mineralstoffpulver selbst zubereitet werden oder man verwendet einen industriell hergestellten Milchaustauscher (MAT) für Hundewelpen. In den ersten drei Wochen müssen kräftige Welpen 5 bis 6- und schwache Welpen bis zu 8-mal täglich mit einem auf 37°C erwärmten MAT gefüttert werden. Dazu wickelt man den Welpen in ein warmes Handtuch und reicht ihm am besten ein spezielles Saugfläschchen für Welpen. Die Öffnung im Schnuller sollte so groß sein, dass etwa ein Tropfen MAT pro Sekunde aus der Flasche ausfließt, wenn man sie auf den Kopf stellt. Bei kleineren Öffnungen ermüdet der Welpe rasch, weil er sich beim Saugen zu sehr anstrengen muss und bei größeren Öffnungen besteht die Gefahr, dass er sich verschluckt.

Welpen, die von der Hündin großgezogen werden, verdoppeln ihr Geburtsgewicht innerhalb der ersten acht Tage - später nehmen die Kleinen rund 10% täglich zu. Bei mutterloser Aufzucht nehmen die Welpen meist nicht so schnell zu - sie sollten aber mindestens täglich 5% ihres Gewichtes zulegen. Ab der dritten Woche kann man die Welpen langsam und vorsichtig auf Breinahrung umstellen.

Nach der Fütterung sollte man die Magengegend des Welpen sanft massieren, damit er sein „Bäuerchen“ machen kann. Außerdem ist dieser Zeitpunkt günstig, um durch das Massieren der Anal- und Genitalgegend mit einem feuchten, warmen Tuch den Harn- und Kotabsatz zu stimulieren. Diese Hilfe beim „Geschäfte-machen“ ist etwa bis zum 10. Lebenstag nötig.

In den ersten Lebenswochen kann der Welpe seine Temperatur noch nicht selbst kontrollieren. Umso wichtiger ist eine Nesttemperatur in der ersten Woche von rund 30 °C. Danach kann die Temperatur schrittweise auf 25°C bis zum Ende der dritten Woche gesenkt werden. Ein mit Handtüchern umwickeltes Heizkissen eignet sich dazu hervorragend. Heizstrahler müssen so angebracht und eingestellt sein, dass sie die Welpen nicht verbrennen können. Da die Welpen zu großer Hitze nicht selbstständig ausweichen können, legt man zur Kontrolle am besten ein Thermometer neben die Kleinen.

Die ersten Anzeichen dafür, dass mit den Welpen etwas nicht stimmt, sind in der Regel: Unruhe und klagendes Rufen. Jedes Krankheitszeichen wie Durchfall, Erbrechen erhöhte Temperatur usw. wiegen bei einem „Baby“ sehr viel schwerer als bei einem ausgewachsenen Tier, wenden Sie sich daher bei allen Auffälligkeiten immer sofort an uns - wir beraten Sie gerne.

Zähne

Zahnstein ist nicht nur ein Schönheitsfehler, sondern gefährdet die Gesundheit von Hund und Katze. Denn auf seiner rauen Oberfläche bietet er gefährlichen Bakterien einen idealen Lebensraum. Die Bakterien produzieren Giftstoffe, die das Zahnfleisch angreifen. Es kommt zu Entzündungen und zum Schwund des Zahnfleischs. Zwischen Zahn und Zahnfleisch können tiefe Taschen entstehen. Mit der Zeit zerstören die Bakterien den Zahnhalteapparat und der Zahn fällt aus. Doch die Gifte der Bakterien wirken nicht nur im Maul des Tieres, sie können auch Herz, Leber und Nieren schädigen und so zu lebensbedrohlichen Krankheiten führen. Daher muss Zahnstein regelmäßig entfernt werden. Der Zahnstein wird mit Hilfe von Ultraschall schonend beseitigt. Die anschließende Politur sorgt für glatte Zahnoberflächen, so dass die Neubildung von Zahnbelag und Zahnstein verzögert wird. Für diese Prozedur muss das Tier in Narkose gelegt werden.

Zahnstein entsteht aus Zahnbelag. Zahnbelag ist eine Mischung aus Kohlenhydraten (Zuckern) aus der Nahrung, die an den Zähnen kleben, und Bakterien, die sich von diesen Kohlenhydraten ernähren. Mit der Zeit verhärten Mineralstoffe aus dem Speichel den Zahnbelag – er wird zum Zahnstein. Wie schnell sich aus Zahnbelag Zahnstein entwickelt ist individuell unterschiedlich. Die Zusammensetzung der Nahrung, der Mineralstoffgehalt des Speichels aber auch eine erbliche Veranlagung spielen hierbei eine Rolle.

Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung von Zahnstein ist die Entfernung der Zahnbeläge. Am effektivsten ist das regelmäßige Putzen der Zähne mit einer speziellen Tierzahnbürste, die man wie einen Fingerhut auf den Zeigefinger setzen kann. Man kann aber auch eine weiche Kinderzahnbürste benutzen. Als Zahncreme können Sie Pasten mit Fleischgeschmack oder Schlämmkreide verwenden. Wie Sie Ihr Tier an das Zähneputzen gewöhnen, zeigen wir Ihnen gerne. Am besten funktioniert es, wenn das Tier noch jung ist und man geduldig vorgeht. Leider lassen sich viele ausgewachsene Tiere nicht mehr vom Zähneputzen überzeugen. Für sie eignen sich zahnpflegende Kaustrips oder Snacks, die sie übrigens auch ergänzend zu regelmäßigen Zähneputzen geben sollten.

Diese Produkte haben einen doppelten Effekt: Zum einen reinigen sie die Zähne mechanisch und zum anderen führt das intensive Herumkauen darauf zu einem vermehrten Speichelfluss, der die Beläge von den Zähnen spült und so einer „Munddusche“ entspricht. Einige dieser Produkte sind zudem mit natürlichen Enzymen angereichert, die das Bakterienwachstum hemmen. Für Tiere, die stark zur Zahnsteinbildung neigen, gibt es außerdem spezielle Futtermittel. Sie können die Zahnsteinbildung zumindest verlangsamen. Mit der Folge, dass das Tier weniger häufig zum Entfernen des Zahnsteins unter Narkose muss. Wir beraten Sie gerne zu allen Fragen rund um die Zahngesundheit Ihres Tieres.

Ratgeber für Katzenbesitzer

Auge und Ohr

Die Linse ist ein durchsichtiges Organ und sitzt hinter der Pupille im Auge. Sie bündelt das einfallende Licht und leitet es weiter zur Netzhaut, wo Sinneszellen die visuelle Information verschlüsseln und an das Gehirn übermitteln. Dort entsteht das Bild, dass wir und auch die Tiere sehen. Die Linse ermöglicht ein „Scharfsehen“ der Welt, indem sie sich verschiedenen Entfernungen anpassen kann. Man nennt diesen Vorgang akkomodieren. Ohne Linse ist Sehen möglich, doch die Bilder bleiben unscharf. Im Alter verliert die Linse ihre Elastizität und damit ihr Anpassungsfähigkeit, die berühmte Altersweitsichtigkeit ist die Folge.

Eine andere weitaus problematischere, aber auch seltenere Alterserscheinung am Auge ist eine Form des grauen Star: der senile Katarakt oder Alterstar. Der graue Star ist eine Eintrübung der Linse Die Linse verliert ihre Durchsichtigkeit und kann sich schließlich auflösen. Eine Eintrübung der Linse kann nicht rückgängig gemacht werden und führt zur Erblindung des Tieres. Risikofaktoren für die Entstehung einer senilen Katarakt sind Strahlung (UV-, Infrarot und Röntgenstrahlen), Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Nährstoffmangelsituationen oder Verletzungen und Entzündungen des Auges.

Hundertprozentig kann man einer Katarakt nicht vorbeugen. Doch durch die Ausschaltung der obengenannten Risikofaktoren kann man die Gefahr verringern. So gibt es für Hunde mittlerweile spezielle Sonnenbrillen, die der Vierbeiner an Orten mit hoher UV-Strahlung, wie z. B. im Gebirge oder beim Urlaub am Meer in südlichen Ländern, tragen sollte. Hunde und Katze, die zu den Senioren zählen, sollten regelmäßig (ein- bis zweimal jährlich) auf Diabetes mellitus untersucht werden. Trinkt das Tier sehr viel, sollten Sie außerdem den Tierarzt umgehend aufsuchen – der große Durst könnte ein erstes Symptom für die Zuckerkrankheit sein. Spezielle Futtermittel für Senioren beugen Mangelsituationen vor, die durch die schlechtere Verdauung älterer Tiere entstehen können.

Die einzige Behandlungsmöglichkeit beim grauen Star ist die chirurgische Entfernung der Linse. Danach sehen die Tiere wieder, wenn auch nicht mehr scharf. Gerade bei einem älteren Tier, sollte man sich gut überlegen, ob man die Operation durchführen lässt. Zum einen ist das Narkoserisiko bei einem älteren Tier meist höher und zu anderen kann es nach der Operation zu Komplikationen kommen. Bei bestimmten Augenerkrankungen, die gleichzeitig bestehen darf der Tierarzt diese Operation nicht durchführen. Blindheit bedeutet zwar auch für Hund und Katze eine Einschränkung, aber blinde Tiere kommen mit der Unterstützung des Menschen in der Regel sehr gut zurecht. Wir beraten Sie gerne, ob eine Operation für Ihr Tier sinnvoll ist und was Sie im Umgang mit blinden Tieren beachten sollten.

Der grüne Star oder das Glaukom ist eine Bezeichnung für verschiedene Augenkrankheiten, die alle mit einem erhöhten Augeninnendruck einhergehen. Zu einem erhöhten Augeninnendruck kommt es, wenn der Abfluss der Augenflüssigkeit (Kammerwasser) gestört ist oder das Auge zuviel von dieser Flüssigkeit produziert. Es gibt Tiere, die eine erbliche Veranlagung zu dieser Krankheit haben. Sie kann aber auch durch andere Augenkrankheiten, wie z. B. Verletzungen, Entzündungen oder das „Verrutschen“ der Linse (Luxation) ausgelöst werden. In der Regel ist nur ein Auge betroffen, bei einer erblichen Veranlagung aber wird das andere Auge früher oder später meist auch am Glaukom erkranken.

Der erhöhte Augeninnendruck kann schwerwiegende Folgen haben. In leichten Fällen und im Anfangsstadium sind betroffene Tiere häufig einseitig lichtscheu, haben eine weite Pupille und ein tränendes und gerötetes Auge. Später schmerzt das Auge, die Hornhaut kann sich trüben und feine, kaum sichtbare Risse bekommen. Schließlich kann ein Glaukom zur Erblindung und zur völligen Zerstörung des Augapfels führen. Da dies ein äußerst schmerzhafter Prozess ist, werden die Tiere apathisch und verlieren den Appetit.

Ein Glaukom kann ganz plötzlich entstehen oder sich langsam entwickeln. Wenn aber der Augeninnendruck länger als 48 Stunden höher als 40 mmHG ist (normal: 15 – 25 mmHG), wird das Auge bereits irreparabel geschädigt. Daher ist es so wichtig, dass Sie sich sofort an uns wenden, wenn Ihnen Veränderungen an den Augen Ihres Tieres auffallen.

Augentropfen, die die Pupille verengen, können den Abfluss des Kammerwassers erleichtern und so den Augeninnendruck senken. Zusätzlich kann eine Therapie mit Tabletten die überschüssige Produktion von Kammerwasser bremsen. Diese Medikamente helfen aber nur in einem frühen Stadium des Glaukoms und müssen dann ein Leben lang gegeben werden. Zudem werden sie nicht von allen Tieren gleich gut vertragen. Häufig werden sie dem Tier daher nur gegeben um die Schmerzen des Tieres zu lindern und das Auge auf eine Operation vorzubereiten. Je nach Ursache und Schwere der Erkrankung kommen verschiedene Methoden in Betracht. Ist das Tier allerdings bereits erblindet, gibt ihm keine Operation seine Sehkraft zurück. In schweren Fällen muss sogar der Augapfel entfernt und die Augenhöhle zugenäht werden. Das hört sich grausam an, für das Tier ist dies aber die beste Methode um es dauerhaft vor Schmerzen zu schützen. An seinem Aussehen wird sich das Tier auch nicht stören – Tiere sind nicht eitel. Als Besitzer muss man sich natürlich daran gewöhnen. Doch in dem Wissen, dass man sein Tier vor unnötigen Schmerzen bewahrt, dürfte das leicht fallen. Wir erklären Ihnen gerne worauf Sie achten sollten, wenn Ihr Tier zu Augenkrankheiten neigt.

Die Hornhaut ist ein durchsichtiges Organ, das aus mehreren Schichten besteht. Man nennt die Hornhaut auch das Fenster des Auges. Wie ein Glasscheibe lässt sie einerseits das Licht ins Auge passieren, zum anderen stellt sie eine Barriere dar, die verhindert das Staub oder andere Fremdstoffe ins Auge eindringen und die Augenflüssigkeit nicht ausläuft.

Geschwüre auf der Hornhaut entstehen leicht durch infizierte Verletzungen, die nicht rechtzeitig behandelt wurden. Infektionen wie der Katzenschnupfenkomplex stellen eine weitere Ursache dar. Ständige Reizungen, z. B. durch Haare, die durch eine Fehlstellung der Lider auf der Hornhaut reiben, können ebenso zu einem Hornhautgeschwür führen. Besonders gefährdet sind großäugige und kurznasige Tiere wie Perserkatzen und Pekingesen. Auch bei Hunden, die unter einer Keratitiskonjunktivitis sicca (einer Störung des Tränenflusses) leiden, entwickelt sich ein Geschwür der Hornhaut rasch. Einen Sonderfall stellen Hornhautgeschwüre dar, die durch eine vererbte mangelhafte Verbindung zwischen den Schichten der Hornhaut verursacht werden. Sie treten gehäuft bei Boxern auf.

Man unterscheidet oberflächliche von tiefen Hornhautgeschwüren. Beides sind Notfälle – doch bei dem tiefen Hornhautgeschwür besteht akut die Gefahr, dass das Tier sein Auge verliert.

Am besten ist es, es kommt gar nicht erst zu einem Geschwür. Warnzeichen für eine Verletzung oder Reizung der Hornhaut sind: ständiges Zusammenkneifen der Lider, Tränenfluss, schleimiges oder angetrocknetes Sekret um die Augen, gerötete Bindehäute und jede Trübung oder Flecken auf der Hornhaut.

Oberflächliche Geschwüre können, wenn es nicht zu Komplikationen kommt, mit Augensalben und Tropfen behandelt werden. Meist werden antibiotische, vitaminhaltige und atropinhaltige Augenmedikamente kombiniert. Weist das Geschwür eine schlechte Heilungstendenz auf, muss das kranke Gewebe auf der Hornhaut entfernt werden. Danach wird das Tier über mindestens drei Wochen mit den Augenmedikamenten behandelt.

In schweren Fällen, bei schlechter Heilung oder einem tiefen Geschwür, versucht der Tierarzt die Hornhaut durch eine sogenannte Nick- oder Bindehautschürze zu schützen. Dabei zieht der Tierarzt die Nickhaut (das dritte Augenlid) oder die Bindehäute über das Auge, so dass der Hornhautdefekt völlig bedeckt ist. Er befestigt diese „Schürze“ dann mit Einzelheften. Während die Nickhautschürze den Defekt vor allem vor äußeren Einflüssen schützt, sorgt die Bindehautschürze zusätzlich für eine bessere Durchblutung bei schweren Fällen mit schlechter Heilungstendenz.

Eine vitaminreiche Ernährung unterstützt übrigens die Heilung. Außerdem sollten Sie verhindern, dass Ihr Tier sein krankes Auge durch Reiben oder Kratzen strapaziert. Wir beraten Sie gerne zu allen Fragen der Pflege und Vorbeugung von Hornhautgeschwüren.

Viele unterschiedliche Faktoren können eine Ohrentzündung verursachen. Neben dem Befall des Ohres mit Milben, Bakterien oder Pilzen können auch Fremdkörper, wie z. B. Grasgrannen, oder die falsche Ohrpflege eine Entzündung auslösen. Manchmal findet sich die Ursache gar nicht im Ohr selbst. Hautkrankheiten und allergische Reaktionen führen z. B. auch zu Entzündungssymptomen im und am Ohr. Häufig ist auch eine Kombination verschiedener Ursachen verantwortlich für die Ohrentzündung. So kommt es leichter und schneller zu bakteriellen Infektionen, wenn die Haut bereits durch eine Allergie gereizt ist. Außerdem können verschleppte Erreger eine Entzündung verursachen. Mittelohrentzündungen beispielsweise entstehen oft als Folge von Infektionen im Rachen- und Mundraum.

Tiere mit einer Ohrentzündung kratzen sich oft am Kopf, schütteln denselben häufig und halten ihn leicht schief. Außerdem kann das Ohr unangenehm riechen und seine Umgebung feucht und verklebt sein. Bei diesen Symptomen sollten Sie schnellstmöglich zum Tierarzt. Denn es besteht die Gefahr, dass das Trommelfell reißt, die Entzündung vom äußeren Gehörgang auf das Mittelohr übergreift und die Gehörknöchelchen zerstört mit der Folge, dass das Gehör des Tieres irreparabel geschädigt würde.

Bei einer chronischen Ohrentzündung wird zunächst eine Tupferprobe aus dem Gehörgang entnommen, anschließend wird das Ohr gereinigt und mit Tropfen oder Salben behandelt. Diese Behandlung müssen Sie zuhause konsequent nach den Anweisungen des Tierarztes fortführen. Reinigen Sie das Ohr aber niemals mit Wattestäbchen – Sie schieben den Schmutz nur tiefer in den Gehörgang und es besteht außerdem die Gefahr, dass Sie den Gehörgang oder das Trommelfell verletzen. Wir zeigen Ihnen gerne, wie Sie es richtig machen. Nach spätestens einer Woche sollten Sie Ihr Tier zur Nachuntersuchung bringen. Nur so kann festgestellt werden, ob die Entzündung tatsächlich abgeklungen ist. Wird die Behandlung abgebrochen bevor die Entzündung völlig abgeheilt ist, kann sie wieder aufflammen.

Besteht der Verdacht, dass die ursprüngliche Ursache für die Ohrentzündung außerhalb des Ohres liegt, werden weitere Untersuchungen durchgeführt, z. B. ein Allergietest. Je nach Ergebnis dieser Untersuchungen muss die Grunderkrankung behandelt werden, sonst kehrt die Ohrentzündung immer wieder zurück.

Wir beraten Sie gerne.

Bewegungsapparat

Ein Knochenbruch (Fraktur) kann nur dann heilen, wenn die Bruchenden richtig zusammengeführt, in dieser Lage fixiert und über Wochen stabil gehalten werden. Das ist besonders schwierig bei Frakturen mit mehreren Bruchstücken (Fragmenten). Folgende Komplikationen können den Heilungsprozess auch eines einfacheren Bruchs verzögern oder sogar unmöglich machen: eine schlechte Durchblutung des Knochengewebes, schwere Weichteilverletzungen, z.B. Quetschungen der Muskulatur, die zu Schwellungen führen und Infektionen.

Neben Schienenverbänden und der internen Fixation eines Knochenbruchs mit Platten, Schrauben oder Nägeln gibt es für diese schwierigen Fälle auch noch eine dritte Behandlungsmethode für Frakturen: den Fixateur externe.

Mit dem Fixateur externe wird der gebrochene Knochen mittels einer Konstruktion aus einem Stab und mehreren Nägeln von außen fixiert. Die Nägel werden in die Knochenbruchstücke eingesetzt und außerhalb des Körpers miteinander durch den Stab verbunden. Der Fixateur externe bildet eine Art Rahmen, der den Knochen zwingt richtig zusammenzuwachsen. Auf den  ersten Blick mag die Metallkonstruktion, die aus dem Körper ragt, erschreckend wirken.

Doch der Fixateur externe ist bei vielen komplizierten Knochenbrüchen die beste Behandlungsmethode. Im Gegensatz zu intern fest verschraubten Platten, stellt er kein Hindernis für die Durchblutung dar, so dass er auch in schlecht durchbluteten Knochenbruchstücken (z. B. bei vielen kleinen Knochenfragmenten) eingesetzt werden kann.

Der chirurgische Eingriff bei der internen Fixation führt zwangsläufig zu Verletzungen des Weichgewebes, gerade bei massiven Vorschädigungen der Muskulatur ist der Fixateur externe die schonendere Methode.

Die Behandlung infizierten Gewebes (z. B. Spülung) ist sogar nur mit dem Fixateur externe möglich. Denn unter einem Gipsverband kann man nicht spülen und bei einer internen Fixation muss die Operationsnarbe mit einer Naht verschlossen werden.

Nach dem Einsetzen des Fixateur externe werden die Löcher, durch die die Nägel in die Haut eingeführt wurden noch ein paar Tage nässen - solange die Flüssigkeit nicht eitrig ist oder übel riecht, ist das kein Grund zur Beunruhigung. Beim Abtupfen dieser Flüssigkeit sollte man jedoch darauf achten, dass man die Kontaktfläche Nagel-Haut nicht berührt. Solange das Tier den Fixateur externe trägt, sollte es mindestens alle drei Wochen zur tierärztlichen Kontrolle. Hund und Katze kommen übrigens mit dem Fixateur externe, diesem Fremdkörper aus Metall, erstaunlich gut zurecht. Wir zeigen Ihnen gerne wie Sie Ihr Tier in dieser Zeit pflegen und fit halten können.

Damit ein Knochenbruch (Fraktur) heilen kann, müssen die Knochenenden dicht und in der richtigen Lage zusammengeführt werden, man nennt dies den Knochen richten. Außerdem müssen die gerichteten Knochenenden in dieser Lage über mehrere Wochen ruhiggestellt werden. Einfache Verbände sind nur eine vorläufige Lösung, denn sie sind zu instabil um den Bruch bis zur Heilung sicher zu fixieren. Sie kommen daher als nur als Erste-Hilfe-Maßnahme, in der Wartezeit bis zur Operation oder als unterstützende Maßnahme nach der Operation in Frage.

Heutzutage werden Knochenbrüche meist operiert. Der Tierarzt fixiert die Knochenenden je nach Fall mit Metallplatten, Schrauben, Nägeln oder Draht. Nur in wenigen Fällen kann der Tierarzt den Bruch von außen richten und ohne Operation ruhigstellen. Vorraussetzungen für eine solche konservative Behandlung sind: Die Fraktur ist unkompliziert und geschlossen (das bedeutet, dass das Tier keine offene Wunde hat.), die Bruchenden liegen nahe und stabil beieinander, das Tier ist jung (bei jungen Tieren heilt Knochen schneller und besser) und es handelt sich um einen Bruch unterhalb des Ellbogen oder des Kniegelenks (Ausnahme: Beckenbrüche bei Katzen).

Bei Katzen mit Beckenbrüchen kann eine vier- bis sechswöchige Käfigruhe bereits zur Heilung führen. Dies gilt allerdings nur, wenn die gebrochenen Beckenknochen keine tragende Funktion haben. Alle anderen Beckenbrüche müssen operiert werden.

Eine andere Methode der Frakturbehandlung ist die Ruhigstellung des Bruchs durch spezielle Schienenverbände: Gips-, Dyna- oder Deltacastverbände.

Zum Anlegen eines Gipsverbandes (bzw. eines anderen Schienenverbandes) muss der Tierarzt das Tier in Narkose legen. Denn bei jeder Abwehrbewegung des Tieres könnten die Knochenenden wieder verrutschen und falsch zusammenwachsen. Der Schienenverband wird dick mit Watte gepolstert, damit keine Druckstellen entstehen. Danach wird mit einem mit den Schienen oder Gips versteift und stabilisiert. Mindestens einmal wöchentlich sollte der Tierarzt den Verband kontrollieren.

Der Tierhalter muss den Schienenverband mindestens zweimal täglich anhand folgender Kriterien überprüfen. Der Verband darf nicht verrutschen. Er sollte sich warm anfühlen aber nicht heiß. Es dürfen keine Scheuerstellen zu sehen sein. Wichtig ist außerdem, dass der Verband nicht die Durchblutung abschnürt. Symptome für eine Entzündung unter dem Verband können ein schlechter Geruch, intensives Benagen des Verbandes, Appetitlosigkeit oder andere Verhaltensänderungen des Tieres sein. In diesen Fällen muss der Tierarzt sofort aufgesucht werden.

Je nach Alter des Tieres und Art des Bruches dauert die Knochenheilung unterschiedlich lange. In der Regel wird das Tier sechs Wochen oder länger einen Schienenverband tragen müssen. In dieser Zeit ist es zu einem Muskelschwund im betroffenen Bein gekommen. Diese Muskeln müssen nun langsam wieder aufgebaut werden – wir beraten Sie gerne wie Sie ihr Tier am besten trainieren.

Gebrochene Knochen können nur dann wieder gerade zusammenwachsen, wenn die Bruchenden richtig zusammengeführt, in dieser Lage fixiert und über Wochen stabil gehalten werden.

Schienenverbände, wie z. B. Gipsverbände, können diese Stabilität nur bei unkomplizierten Brüchen (Frakturen) unterhalb des Ellbogens oder des Knies gewährleisten. Ein weiterer Nachteil von Schienenverbänden ist, dass das Tier sein gebrochenes Bein über Wochen und Monate nicht benutzt. Das mangelnde Training kann zu einem massiven Muskelschwund, einer Gelenkversteifung und sogar zu einer Osteoporose, einem Knochenschwund, führen.

Daher operiert man heutzutage die meisten Frakturen. Man unterscheidet die interne Fixation vom Fixateur externe. Hier soll es um die interne Fixation gehen:

Vor der Operation fertigt der Tierarzt mehrere Röntgenaufnahmen vom Operationsgebiet an. Er verschafft sich damit einen Überblick über den Schaden, sieht ob z. B. Teile des Knochens abgesplittert sind oder der gebrochene Knochen verdreht ist - kein Knochenbruch gleicht dem anderen. Der Tierarzt muss jeden Fall individuell beurteilen und sich für die jeweils richtige Operationsmethode entscheiden.

Sobald das Tier operationsfähig ist, d.h. eine längere Narkose gut überstehen kann, wird der Tierarzt die Bruchenden mit speziellen Platten, Schrauben, Nägeln, Draht usw. aneinander heften und fixieren. Bei ausgewachsenen Tieren mittleren Alters können die Platten übrigens ein Leben lang an Ort und Stelle bleiben, nur in Ausnahmefällen müssen sie nach der Knochenheilung wieder entfernt werden.

Am besten ist es, wenn der Tierarzt in den ersten sechs Stunden nach dem Unfall die Knochen operieren kann. Ist eine Operation in den ersten Stunden nach dem Unfall nicht möglich, weil zuerst der Kreislauf des Tieres stabilisiert werden muss, sollte sie einige Tage verschoben werden. Das hat folgenden Grund: Ein Knochenbruch ist immer auch mit Muskelquetschungen und Blutungen verbunden. Wenn diese Verletzungen nicht sofort versorgt werden, stören sie die Durchblutung. Das Gewebe wird nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt und mit der Zeit sammeln sich im Operationsgebiet „Stoffwechselschlacken“ an, die die Heilung beeinträchtigen. Diese Stoffe werden zwar wieder abgebaut, doch hierfür braucht der Körper Zeit. Bis das Tier operationsfähig ist, wird der Bruch mit Schienen stabilisiert.

Nach der Operation schützt ein Verband die Wunde für einige Tage. Die tägliche Verbandskontrolle ist außerordentlich wichtig, damit Entzündungen rechtzeitig behandelt werden können. Alarmzeichen für eine Entzündung sind: Übermäßige Wärme des Verbandes, Schwellungen, Fieber, Juckreiz oder Schmerzen. Bei diesen Symptomen muss das Tier sofort in tierärztliche Behandlung.

Nach etwa 10 Tagen können in der Regel die Fäden gezogen werden. Wie viel Zeit bis zur endgültigen Heilung verstreicht, hängt davon ab, wie alt das Tier ist (junge Knochen heilen schneller), welcher Knochen gebrochen ist und um welche Frakturart es sich handelt. Wir beraten Sie gerne, wie Sie mit der richtigen Ernährung und einem ausgewogenen Training den Heilungsprozess beschleunigen können.

Endokrinologie

Harnsteine sind Kristalle aus Mineralstoffen und organischen Substanzen. Sie entstehen vor allem, wenn nicht genügend Wasser die Harnorgane durchspült. Aber auch andere Faktoren wie die Fütterung und die Haltung der Katze oder Infektionen der Harnwege begünstigen die Bildung der Steine.

Blutiger Harn ist eines der ersten Symptome für Harnsteine. Oftmals kann man das Blut aber nur bei einer Harnuntersuchung entdecken. Eine frühe Entdeckung der Krankheit ist für Besitzer häufig unmöglich. Wenn die Steine größer werden oder plötzlich ihre Lage verändern, kann sich die Situation schnell dramatisch zuspitzen.

Die Katze sucht dann häufig die Toilette auf, kann aber nur in Miniportionen und unter Schmerzen Harnabsetzen. Bei diesen Symptomen besteht die Gefahr eines völligen Verschlusses der Harnwege. Es kann innerhalb von Stunden zu einer tödlichen Harnvergiftung kommen. Vereinbaren Sie bitte sofort einen Untersuchungstermin, wenn Ihre Katze diese Symptome zeigt.

Im Anschluss an die Notfallbehandlung, die daraus besteht, den Kreislauf der Katze zu stabilisieren und die Harnwege (evtl. auch durch eine Operation) wieder freizumachen, wird eine genaue Analyse der Steine vorgenommen. Denn die Zusammensetzung der Steine entscheidet über die weitere Behandlung. Struvit-Steine entstehen bei einem hohen Magnesiumgehalt des Futters und einem basischen (also nicht sauren) Harn. Diese Steine können gut mit einer magnesiumarmen und harnansäuernden Diät behandelt werden.

Heutzutage werden Katzen hauptsächlich von Calzium-Oxalat-Steinen geplagt. Die Entstehung dieser Steine ist noch nicht eindeutig geklärt. Ein zu hoher Calziumgehalt des Futters, ein zu saurer Harn und zuviel Oxalsäure im Blut gehören auf jeden Fall zu den Ursachen. Tatsächlich spielen aber auch andere Faktoren eine große Rolle. So scheinen einige Katzenrassen (Burma, Himalya, Perser) besonders anfällig für diese Erkrankung zu sein. Man nimmt auch an, dass Entzündungen der Harnwege die Calzium-Oxalat-Stein-Bildung begünstigen. Eine Spezialdiät gegen diese Steine gibt es nicht. Zur Unterstützung der Heilung wird aber eine Kost  empfohlen, die wenig Calzium, Natrium und Vitamin D enthält. Auch die Proteine im Futter sollten reduziert, aber dafür besonders hochwertig sein.

Um Oxalsäure zu reduzieren sollten in der Katzennahrung Zucker, Gemüse und Vitamin C gemieden, aber besonders viel Vitamin B6 zugesetzt sein. Neben diesen beiden Steinarten gibt es auch noch aber selten Cystin-Steine und Urat-Steine. Beide sind vermutlich die Folge von Stoffwechselstörungen.

Für die Behandlung aller Harnsteine gilt, dass die Wasseraufnahme der Katze erhöht werden muss. Dies kann man durch die Anfeuchtung des Futters erreichen. Gleichzeitig sollte man die Katze zum Trinken animieren. Leider haben die Stubentiger häufig ganz eigene Vorstellungen von „leckerem“ Wasser. Die einen mögen es eher abgestanden, die anderen lieben es möglichst direkt vom Hahn. Die Zugabe von Fleischbrühe und Milch zum Trinkwasser kann eine Möglichkeit sein, hat aber den Nachteil, dass die Katze zusätzliche Mineralstoffe und Kalorien zu sich nimmt. Beobachten Sie daher lieber Ihre Katze und finden Sie ihre Wasser-Geschmacks-Richtung heraus. Wir beraten Sie gerne.

Die Nieren sind die Blutwaschanlage des Körpers. Sie filtern Giftstoffe, Abfälle aus dem Stoffwechsel, überflüssige Mineralstoffe und Wasser aus dem Blut und bilden daraus den Harn, der über die Harnwege ausgeschieden wird. Daneben beeinflussen die Nieren den Blutdruck, die Blutbildung und den Knochenauf- und abbau. Tatsächlich hängen alle wichtigen Organe mehr oder weniger von der Leistungsfähigkeit der Nieren ab.

Wenn die Nieren ihre vielen Aufgaben nicht mehr bewältigen können, spricht man von einer Niereninsuffizienz. Zu einer Niereninsuffizienz kommt es in der Regel erst, wenn rund 70% des Nierengewebes geschädigt bzw. in seiner Funktion eingeschränkt ist.

Man unterscheidet die akute Niereninsuffizienz von der chronischen Niereninsuffizienz. Eine akute Niereninsuffizienz entsteht durch eine plötzliche und vorübergehende Überlastung der Nieren, z. B. durch einen Schock, eine schwere Verletzung oder Infektionen. Tiere mit einer akuten Niereninsuffizienz können nur wenig oder gar kein Wasser lassen. Sie müssen sofort behandelt werden, sonst geraten sie rasch in einen lebensbedrohlichen Zustand. Bei einer schnellen Behandlung besteht die Chance, dass das Tier geheilt wird. Wird die akute Niereninsuffizienz aber verschleppt, kann sich daraus eine chronische Niereninsuffizienz entwickeln.

Die chronische Niereninsuffizienz (CNI) ist unheilbar. Mit der richtigen Behandlung und einer konsequenten Diät können erkrankte Tiere aber noch eine ganze Weile gut leben. Tatsächlich gehört die CNI zu den häufigsten Erkrankungen älterer Tiere. Sie entsteht nicht nur im Gefolge einer akuten Niereninsuffizienz sondern beispielsweise auch durch unbemerkte Nierenentzündungen.

Die Krankheit ist tückisch, denn man bemerkt sie erst in einem verhältnismäßig späten Stadium. In diesem Zusammenhang ist die Früherkennung bedeutend. Bei älteren Tieren sollten ein- bis zweimal jährlich die wichtigsten Blutwerte überprüft werden. Bei diesen Routineuntersuchungen besteht die Chance alarmierende Nierenwerte früh zu erkennen. 
Die ersten Symptome der CNI sind großer Durst und vermehrtes Wasserlassen (die Tiere können insbesondere über Nacht ihre Stubenreinheit verlieren). Später kommen Erbrechen, Müdigkeit, wechselnder Appetit und Abmagerung hinzu. Tatsächlich kann eine CNI auch zu nervösen Ausfallserscheinungen, Anfällen, Blutarmut, Immunschwäche, Knochenabbau und vielen anderen Symptomen führen.

Von zentraler Bedeutung bei der Behandlung ist eine Diät, die die Nieren entlastet. Nierendiäten enthalten weniger aber dafür besonders hochwertiges Eiweiß, weniger Phosphor aber mehr Vitamine. Wichtig ist, dass ein nierenkrankes Tier nur seine Spezialkost zu fressen bekommt. Leckerlis zwischendurch sind absolut verboten. Auf gar keinen Fall darf man die Tiere dürsten lassen, auch wenn sie vielleicht über Nacht ihr Wasser nicht halten können. Ein geregelter Tagesablauf und das Vermeiden von Stress stabilisiert die Tiere. Wir stehen Ihnen und Ihrem niereninsuffizienten Tier gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Die Überfunktion der Schilddrüse oder die Hyperthyreose ist eine der häufigsten Hormonstörungen älterer Katzen. Die Zellen der Schilddrüse stellen das Hormon Thyroxin her. Dieses Hormon treibt alle Organe und Zellen des Körpers zu schnellerer Arbeit an. Tatsächlich ist Thyroxin ein lebensnotwendiges Hormon. Ein Mangel daran führt zu Müdigkeit, niedriger Körpertemperatur, Gewichtszunahme und Hautproblemen. Jungtiere, die unter einem Thyroxinmangel leiden, können sterben oder bleiben in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung zurück.

Bei einer Hyperthyreose kommt es jedoch zu einem Thyroxinüberschuss. Der Stoffwechsel wird bis an seine Leistungsgrenzen beschleunigt. Dafür braucht er Energie und Sauerstoff in großen Mengen. Hyperthyreote Katze sind daher immer hungrig. Einige Katzen fressen so gierig und hastig, dass sie sich nach der Mahlzeit erbrechen. Trotz der gesteigerten Futteraufnahme verlieren die Katzen an Gewicht. Katzen mit einer Überfunktion der Schilddrüse wirken häufig nervös und schreckhaft. In manchen Fällen wechseln sich die Phasen unstillbaren Hungers mit Phasen von Appetitlosigkeit ab. Bei einigen Tieren kommt zu faulig riechenden, voluminösen Durchfällen.

Hyperthyreote Katzen beginnen bei Anstrengungen leicht zu hecheln. Das Herz schlägt bei einem Thyroxinüberschuss viel schneller als normal. Durch die pausenlose Anstrengung wird der Herzmuskel überfordert und es können sich Arrhythmien entwickeln. Unbehandelt führt die Hyperthyreose früher oder später zum Tode der Katze.

Prinzipiell gibt es drei Therapiemöglichkeiten: die lebenslange Gabe von Medikamenten, die chirurgische Entfernung des überaktiven Schilddrüsengewebes und die Radiojodtherapie. 
Mit speziellen Medikamenten kann die Bildung von zuviel Thyroxin gehemmt werden. Doch bei einigen Katzen führen die Arzneimittel zu Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit, Erbrechen, Hautausschlag und Juckreiz.

Die chirurgische Entfernung des überflüssigen Schilddrüsengewebes kann nur bei Katzen vorgenommen werden, die in einem guten Allgemeinzustand sind. Bei der Operation besteht zudem die Gefahr, dass zuwenig Schilddrüsengewebe übrigbleibt und die Katze danach unter einem Thyroxinmangel leidet. Dieser kann allerdings durch die regelmäßige Gabe von Thyroxin ausgeglichen werden.

Spezialkliniken bieten die Radiojodtherapie für hyperthyreote Katzen an. Den Katzen wird radioaktives Jod 131 gespritzt. Dieses Jod gelangt in die Schilddrüse und zerstört nur die Zellen, die das überschüssige Thyroxin bilden. Es bleiben genügend hormonbildende Zellen übrig um den Körper mit den Mengen an Thyroxin zu versorgen, die er braucht. Nebenwirkungen sind bisher nicht bekannt geworden. Vor der Behandlung muss die Katze genau untersucht werden. Denn die Hyperthyreose kann andere schwere Erkrankungen verschleiern. Sie sollten möglichst vor der Therapie entdeckt werden. Ein Nachteil der Radiojodtherapie ist, dass die Katze zwei bis drei Wochen in der Klinik verbringen muss. Wir beraten Sie gerne individuell.

Haut und Allergien

Ein Abszess ist ein mit Eiter gefüllter Hohlraum im Gewebe - eine Art riesenhafter Eiterpickel. Leider ist er nicht nur größer als ein gewöhnlicher Pickel, er ist aus mehreren Gründen auch gefährlicher. Während ein Pickel in den oberen Hautschichten, meist in einer verstopften Talgdrüse entsteht, bildet sich ein Abszess immer in tieferen Gewebeschichten. Da der Abszess viel mehr Eitererreger enthält und durch seine tiefe Lage viel näher an größeren Blutgefäßen liegt, besteht die Gefahr einer Blutvergiftung.

In der Regel ist eine infizierte Wunde der Ursprung des Abszesses. In der Tiefe der Wunde vermehren sich explosionsartig Bakterien und führen zu einer schweren Entzündung und starken Eiterbildung. Zu Beginn dieses Prozesses schwillt das Gewebe an. Es fühlt sich derb an und wird rot. Für das Tier ist jede Berührung an dieser Stelle sehr schmerzhaft. Mit der Zeit bildet der Körper eine von außen nicht sichtbare Kapsel um die Entzündung. Das tut er um eine weitere Ausbreitung der Entzündung und vor allem der Bakterien zu verhindern. Umschließt die Kapsel die Entzündung vollständig, bildet sich eine Art Sollbruchstelle an der Oberfläche der Haut. Durch das dünne Häutchen der Sollbruchstelle schimmert dann der gelbe eitrige Inhalt – man spricht nun von einem reifen Abszess. Und nur der reife Abszess darf gespalten werden.

Während der Abszessreifung darf man das entzündete Gewebe auf keinen Fall verletzen. Denn jeder Eingriff könnte die wichtige Kapselbildung stören und dazuführen, dass sich die Eitererreger weiter im Körper verbreiten und entweder zu einer großflächigen eitrigen Entzündung oder zur Blutvergiftung führen.

Man kann aber die Reifung des Abszesses durch sogenannte Zugsalben beschleunigen. Gegen die Gefahr einer Blutvergiftung kann man das Tier mit der Gabe von Antibiotika schützen. Außerdem wird der Tierarzt in vielen Fällen dem Tier auch ein Schmerzmittel geben. Ist der Abszess reif, wird er gespalten und mit desinfizierenden Lösungen ausgespült. Die Spülbehandlung muss gegebenenfalls über mehrere Tage wiederholt werden. Denn wenn nur ein kleiner Rest infektiöses Material im Gewebe verbleibt, kann es zu einer erneuten Entzündung und Abszessbildung kommen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist außerdem, dass die Antibiotika konsequent laut Verschreibung weitergegeben werden, auch wenn die Symptome bereits abgeklungen sind.

Um Abszessen vorzubeugen ist eine korrekte Wundtoilette wichtig. Viele Wunden insbesondere nach Kämpfen, Kratzereien und Beißereien sind klein und bluten nur wenig, so dass man sie auf den ersten Blick unter dem dichten Fell nicht entdeckt. Dies aber sind die besonders gefährlichen Wunden, denn sie sind immer infiziert und in der Regel auch recht tief. Wenn Ihr Tier Schmerzen zeigt – eine Körperstelle intensiv beleckt, sich häufig nach ihr umdreht oder Berührungen an dieser Stelle vermeidet, wenden Sie sich am besten gleich an Ihren Tierarzt.

Bei einer Futtermittelallergie reagiert das Tier auf bestimmte Bestandteile der Nahrung allergisch. Meist sind es dabei nicht Zusatz- und Konservierungsstoffe, die die Allergie auslösen sondern natürliche Eiweiße, wie z. B. Weizeneiweiß oder Rindfleisch. Eine Futtermittelallergie entwickelt sich im Verborgenen und bricht dann plötzlich aus. So reagiert ein Tier von heute auf morgen allergisch auf ein Futter, das es zuvor und auch über längere Zeit gut vertragen hat.

Tiere mit einer Futtermittelallergie können unter starkem Juckreiz und Hautentzündungen leiden oder sie reagieren mit Durchfall und Erbrechen auf die allergieauslösende Nahrung. Auch Kombinationen der beiden Symptomkomplexe kommen vor. Da diese Symptome aber auch bei anderen Krankheiten auftreten, reichen sie nicht für eine sichere Diagnose aus. Um eine Futtermittelallergie sicher zu diagnostizieren und vor allem das Allergen oder die Allergene zweifelsfrei festzustellen, wird zunächst eine Eliminationsdiät und im Anschluss eine Provokationsdiät nötig sein.

Bei der Eliminationsdiät erhält das Tier ein Futter, das nur aus ganz bestimmten Bestandteilen, die in seinem vorherigen Futter nicht enthalten waren, bestehen darf: Z. B. aus Pferdefleisch als Eiweißquelle und aus Kartoffeln als Kohlenhydratquelle. Diese Diät muss sechs bis acht Wochen eingehalten werden. Außer diesem Futter darf der tierische Patient nichts fressen. Also auch keine Snacks, keine Leckerlis und keine Vitamin- oder Kräutermischungen! Die ganze Familie und auch andere Bezugspersonen des Tieres (z. B. Nachbarn) müssen mitmachen. Wenn auch nur eine Person dem Tier etwas anderes zu fressen gibt, wird das Ergebnis der Eliminationsdiät verfälscht und Sie können von vorne beginnen. Wenn das Tier nach sechs bis acht Wochen symptomfrei ist, besteht ein starker Verdacht auf eine Futtermittelallergie.

Nun wird mit Hilfe der Provokationsdiät ermittelt gegen welche Futterbestandteile das Tier allergisch ist. Dazu mischt man für eine Woche z. B. Schaf- statt Pferdefleisch ins Futter oder ersetzt die Kartoffeln durch Reis, wichtig ist das immer nur eine Komponente ersetzt oder zugemischt wird. Zeigt das Tier nach solch einem Ersatz Allergiesymptome ist der Beweis erbracht, dass es z. B. auf Schaffleisch allergisch reagiert. Schaffleisch darf von nun an nicht mehr auf seinen Speisezettel. Verträgt das Tier die neuzugemischte Komponente hingegen gut, können Sie seine Diät um diese Komponente erweitern. Mit der Zeit entstehen so Listen verträglicher und unverträglicher Nahrung. Und sie können den Speiseplan für ihr allergisches Tier etwas abwechslungsreicher gestalten.

Es gibt auch sehr gute Fertigdiäten für Allergiker. In der Phase der Eliminationsdiät sind sie zwar nicht ganz so gut wie selbst zubereitete Diätkost, aber in den meisten Fällen ausreichend. Später hingegen, wenn feststeht, dass das Tier allergisch auf bestimmte Futterbestandteile reagiert, haben sie den Vorteil, dass sie meist ausgewogener zusammengestellt sind als selbstzubereitete Kost und so eine bedarfsgerechte Versorgung des Tieres eher gewährleistet ist.

Die Analdrüsen produzieren ein übel riechendes Sekret, das in den zwei Analbeuteln gesammelt wird. Die Analbeutel liegen unsichtbar unter der Haut beiderseits des Darmausganges, des Anus. Sie sind über je einen Kanal mit dem Darm verbunden. Setzen Hund oder Katze Kot ab, werden die Analbeutel regelmäßig entleert. Genauer: der Druck, den der Kot auf die Analbeutel ausübt, presst das Sekret durch die Kanäle in den Darm. Probleme mit den Analbeuteln sind beim Hund häufig, bei der Katze eher selten.

Entzündungen der Darmschleimhaut, Parasiten, zu weicher Kot oder länger anhaltender Durchfall können diese regelmäßige Entleerung der Anabeutel verhindern. Manche Katzen produzieren von Geburt an ein zu dickflüssiges Sekret, das leicht in den Kanälen eintrocknet und diese verstopft. Es kommt dann zur Überfüllung des Sekrets in den Analbeuteln. Dieser Zustand wird von der Katze als außerordentlich unangenehm empfunden. Sie leckt dann häufig ihre Analregion und „fährt Schlitten“ (die Katze setzt sich auf ihren Hintern und schleift ihn über den Boden). Manchmal hat sie auch Schwierigkeiten oder Schmerzen beim Kotabsatz.

Sind die Analbeutel noch nicht entzündet, reicht es aus, sie manuell zu auszudrücken. Neigt die Katze zu verstopften Analbeuteln, sollten sie routinemäßig ausgedrückt werden. Nur erfahrene Katzenhalter sollten dies allerdings selbst tun. Denn die Gewebe von Enddarm und Analregion sind sehr zart. Die Gefahr, die Katze zu verletzen, ist für Ungeübte groß.

Leider können sich die verstopften Analbeutel sich auch leicht entzünden. Symptome einer Analbeutelentzündung sind: große Schmerzen und Schwierigkeiten beim Kotabsatz (die Katze versucht sich zu lösen und nimmt die dazu typische Haltung ein, bricht aber dann den Versuch abrupt ab, eventuell maunzt und schreit sie dabei), ständiges Lecken der Analregion, manchmal sieht man Blut auf dem Kot. Entzündete Analbeutel sind immer ein Fall für den Tierarzt! Versuchen Sie niemals, diese selbst zu entleeren.

Die Analbeutel werden gespült, verhärteter Inhalt wird aufgeweicht und die Katze mit Antibiotika und Schmerzmitteln versorgt. Je nach Schwere und Ausmaß der Entzündung können mehrere Behandlungen nötig sein. Neigt die Katze zu Analbeutelentzündungen, ist eventuell eine operative Entfernung dieser stinkenden Zeitbomben empfehlenswert.

Eine Allergie ist eine Fehlfunktion des körpereigenen Abwehrsystems. Die Abwehrzellen, die normalerweise Parasiten bekämpfen, reagieren bei einer Allergie auf völlig harmlose Substanzen und lösen Entzündungen aus. Symptome einer Allergie können Juckreiz, Hautveränderungen, Entzündungen der Schleimhäute (gerötete und geschwollene Augenbindehäute), Atembeschwerden bis hin zur Atemnot, Durchfälle und Erbrechen sein. In sehr schweren Fällen kann eine Allergie einen Schock auslösen und innerhalb von Minuten zum Tode führen.

Die unterschiedlichsten Stoffe können Allergien auslösen: Pflanzenpollen ebenso wie Flohspeichel, Eiweiße aus der Nahrung ebenso wie die Hinterlassenschaften von Hausstaubmilben. Besteht der Verdacht auf eine Allergie, muss zunächst versucht werden herauszufinden, auf welchen Stoff das Tier allergisch reagiert. Sehr wichtig sind dabei Ihre Informationen: Treten die Symptome zu jeder Jahreszeit auf? Bei welchen oder nach welchen Gelegenheiten zeigt das Tier Symptome (z. B. ob es regelmäßig gerötete Augen nach dem Spaziergang hat)? Welche Symptome sind es genau?

Mit Hilfe von Bluttests kann man heute einige allergieauslösende Stoffe feststellen, aber nicht alle – viele der sogenannten Allergene können nur durch detektivische Kleinarbeit ermittelt werden. Zumal ein Tier häufig nicht nur auf einen Stoff sondern auf viele Substanzen allergisch reagiert.

Wenn herausgefunden wurde, welcher Stoff bei Ihrem Tier die allergische Reaktion auslöst, besteht der erste Schritt der Therapie darin, zu verhindern, dass das Tier mit dem Stoff weiter in Kontakt kommt. Handelt es sich z. B. um Pollen, sollten in der Pollenflugzeit die Fenster mit speziellen Pollenfiltern versehen werden, bzw. geschlossen gehalten werden. Zur Linderung der Symptome gibt es entzündungshemmende Medikamente. Hier gilt der Grundsatz soviel wie nötig und sowenig wie möglich.

Wenn möglich sollte auf jeden Fall eine Desensibilisierung des Tieres versucht werden. Dabei wird das Immunsystem des Tieres mit zuerst minimalen dann steigenden Mengen des Allergens konfrontiert. Die Idee dahinter ist, dass das Immunsystem an den Stoff gewöhnt werden soll und lernen soll, dass es sich dabei um eine harmlose Substanz handelt. Nicht alle Tiere werden durch die Desensibilisierung völlig geheilt aber in den meisten Fällen kann eine deutliche Besserung der Symptome erreicht werden und dadurch die Dosis der Medikamente gesenkt werden. In einigen Fällen wird jedoch immer eine Behandlung mit entzündungshemmenden Medikamenten nötig sein um die Leiden des Tieres zu lindern. Wir beraten Sie gerne.

Mit Pyodermie bezeichnet man alle Entzündungen der Haut, bei der Bakterien beteiligt sind, die eine Eiterbildung verursachen. Selten entsteht eine solche Pyodermie, also eine eitrige Entzündung der Haut, allein aufgrund der Anwesenheit von Eiterbakterien. Denn auch auf der gesunden Haut leben diese Bakterien. Sie richten in der Regel keinen Schaden an, weil die intakte Haut über mehrere Schutzmechanismen verfügt, die Krankheitserreger in Schach halten. Dazu gehören auch der Säureschutzmantel und das hauteigene Fett, das sich wie eine Creme über die Haut verteilt.

Sobald diese natürlichen Barrieren geschädigt sind, haben die Eitererreger eine Chance: Häufige Bäder mit Shampoos z. B. lösen die schützende Fettschicht auf, Parasiten wie Flöhe oder Milben verursachen zahllose Miniwunden, in die sich die Bakterien einnisten können und Hautentzündungen durch Allergien schwächen die natürliche Abwehrkräfte der Haut. Auch Hormonstörungen, eine Veranlagung zu besonders fettiger Haut und eine schlechte Belüftung der Haut z. B. in der Tiefe von Hautfalten begünstigen die Entstehung einer Pyodermie.

Nicht immer ist diese Entzündung der Haut von Juckreiz begleitet – und unter dem dichten Fell sieht man anfangs die geröteten, nässenden Stellen auf der Haut, die typisch für die Pyodermie sind nicht. So wird eine Pyodermie oft erst spät erkannt. Doch je früher sie entdeckt und behandelt wird, desto besser die Chancen auf eine Heilung. Daher sollten Sie sich angewöhnen die Haut Ihres Tieres einmal täglich auf Veränderungen (lässt sich wunderbar mit einer ausgedehnten Schmusestunde verbinden) zu untersuchen. Vergessen Sie dabei auch die  Ohren, die Pfoten, den Bauch und die Innenseiten der Schenkel nicht. Besonders gründlich sollten Sie Hautfalten prüfen.

Hat sich eine Pyodermie entwickelt, muss zum einen die Grundursache festgestellt und behandelt werden, zum anderen müssen die Bakterien mit Antibiotika bekämpft werden. Die Therapie der Pyodermie kann sehr langwierig und mit Rückschlägen verbunden sein. Die Antibiotika müssen häufig mehrere Wochen verabreicht werden - auch wenn das Tier keine Symptome mehr zeigt. Bei einem zu frühen Absetzen besteht die Gefahr eines Rückfalls.

Unterstützen können Sie den Heilungsprozess mit einer ausgewogenen und gesunden Ernährung. Besonders B - Vitamine und essentielle Fettsäuren wirken sich günstig auf den natürlichen Hautstoffwechsel aus und helfen der Haut sich gegen die Erreger zu wehren. Wir beraten Sie gerne.

Herz und Gefäße

Krankheiten der Atemwege werden dann als chronisch bezeichnet, wenn sie nicht innerhalb weniger Wochen ausheilen oder wenn sie unheilbar sind. Symptome muss die Katze dabei nicht während des gesamten Krankheitsverlaufes zeigen. Atemprobleme können sich z. B. nur nach großen Anstrengungen äußern und allergische Reaktionen treten nur nach einem Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff auf. Aber auch in symptomfreien Zeiten ist die Katze krank.

Die wichtigsten chronischen Atemwegserkrankungen bei der Katze sind die chronische Bronchitis oder Bronchiolitis und das feline Asthma-Syndrom. Bei der chronischen Entzündung von Bronchien und Bronchiolen verstopft übermäßig gebildeter Schleim die Atemwege. Die Katze hustet ständig um diesen Schleim loszuwerden. Wie es zu dieser Krankheit kommt, ist bis heute noch ungeklärt. Der Tierarzt setzt entzündungshemmende und die Bronchien erweiternde Medikamente (Bronchiodilatatoren) ein, um der Katze die Atmung zu erleichtern. Da der Schleim auch einen idealen Nährboden für Krankheitskeime darstellt, wird die Therapie manchmal durch die Gabe von Antibiotika und Schleimlösern ergänzt.

Die Katze ist das einzige Tier, das unter echtem Asthma leiden kann. Asthma ist eine allergische Erkrankung. Bei einem Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff kommt es zu einem „Bronchialkrampf“ und der Bildung von besonders zähem Schleim. Dadurch werden die Atemwege oft schlagartig verengt. Bei einem Anfall würgen und husten die Tiere. Sie atmen schwer - manchmal vernimmt man pfeifende Atemgeräusche. Schwere Anfälle können zum Ersticken der Katze führen.

Am besten wäre es, man könnte den allergieauslösenden Stoff (Allergen) von der asthmakranken Katze fernhalten. Dazu muss man allerdings erst feststellen, um welchen Stoff oder welche Stoffe es sich handelt. Wir können viele Allergene durch einen Bluttest ermitteln. Oft aber muss man die Katze über einen längeren Zeitraum genau beobachten um herauszufinden, welcher Stoff den Asthmaanfall auslöst. Erschwert wird dies häufig dadurch, dass asthmakranke Katzen nicht nur auf eine Substanz sondern auf mehrere Stoffe allergisch reagieren.

Tatsächlich kann man den Kontakt der Katze zu vielen Allergenen nicht vermeiden, weil man sie nicht eindeutig identifizieren kann oder weil sie sich einfach überall befinden (z. B. Hausstaub). Dann müssen auch diese Tiere dauerhaft mit Entzündungshemmern und Bronchiodilatatoren versorgt werden. Fragen Sie und, ob wir es für nötig erachten, dass Sie ein  geeignetes Medikament für den Notfall vorrätig halten.

Wichtig bei allen chronischen Atemwegserkrankungen ist, dass alle Räume, in denen sich die Katze häufig aufhält, gut belüftet sind. Trockene, zu warme oder gar verrauchte Luft reizt die angegriffenen Atemwege zusätzlich. Viele Katzen reagieren außerdem außerordentlich empfindlich auf Duftöle oder andere Stoffe zur Raumparfümierung.

Wir beraten Sie gerne und zeigen Ihnen, wie Sie sich in einem Notfall verhalten sollten.

Die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) ist eine Erkrankung der Herzmuskulatur und die häufigste Herzkrankheit bei Katzen. Erkrankte Katzen erscheinen lange Zeit gesund, entwickeln sich prächtig, fressen mit Appetit und geben ihren Besitzern überhaupt keinen Anlass zur Sorge. In der Regel kommt es wie aus heiterem Himmel zu einem dramatischen Krankheitsbild: Die Katzen haben einen ängstlichen Blick und atmen schwer. Viele haben gelähmte Hinterbeine, kalte Hinterpfoten und in vielen Fällen große Schmerzen im Bereich der Nachhand. Die HCM kann sehr schnell zum Tode der Katze führen.

Vorboten des Zusammenbruchs sind selten. Manchmal zieht sich die Katze in den Tagen davor etwas zurück, wirkt müde oder frisst nicht ganz soviel wie sonst. Kurzzeitig kann es zu Lähmungen oder Schmerzsymptomen kommen. Einige wenige Tiere sind nach einem wilden Spiel oder nach Stress etwas kurzatmig. Daher sollten Sie sofort Ihr Tier untersuchen lassen, wenn Ihnen auch nur eines der genannten Symptome an Ihrer Katze auffällt.

Die Ursachen der HCM sind heute noch unbekannt, man geht aber davon aus, dass diese Krankheit zumindest zum Teil erblich ist. Bei Perserkatzen und Maine Coons tritt sie häufiger auf als bei Katzen anderer Rassen; es leiden außerdem mehr Kater als Katzen unter der HCM.

Meist ist die linke Herzkammer, die das sauerstoffreiche Blut aus den Lungen aufnimmt, stärker betroffen als die rechte. Im Verlauf der HCM werden die Herzmuskelzellen dicker und verlieren ihre Fähigkeit sich zu entspannen. Eine maximale Entspannung ist aber in der Füllungsphase des Herzens notwendig, damit sich die Kammern weiten können um möglichst viel Blut aufzunehmen.

Bei einer HCM bleibt der Innenraum der linken Herzkammer eng. Das Blut staut sich im linken Vorhof, im linken Herzohr, in den Lungenvenen und in den feinen Haargefäßen der Lungen. Gleichzeitig steigt der Blutdruck. Es kommt zu einem Austritt von Flüssigkeit aus den Gefäßen. Schließlich bildet sich ein Lungenödem (Wasser in der Lunge) oder ein Pleuraerguss (eine Flüssigkeitsansammlung im Brustraum), die beide die Atemnot der Katze verursachen.

Zur Lähmung der Hinterbeine kommt es durch die Bildung von Thromben - Blutgerinnseln, die die Blutgefäße verstopfen und so die Durchblutung der Hinterbeine stören. Die schlechte Durchblutung ist auch der Grund für das Erkalten der Hinterbeine und die großen Schmerzen im Nachhandbereich.

Eine Therapie, die die HCM heilt gibt es heute noch nicht. Der Tierarzt bemüht sich aber mit Hilfe verschiedener Medikamente, deren Dosierung und Kombination individuell auf die Katze abgestimmt sind, die Folgen der Krankheit in den Griff zu bekommen. Wichtig ist dabei die enge Zusammenarbeit mit dem Katzenhalter um die optimale Medikation für die Katze herauszufinden. Stress und Anstrengungen sollten Sie von Ihrer herzkranken Katze möglichst fernhalten.

Die Dilatative Kardiomyopathie (DCM) ist eine Erkrankung der Herzmuskulatur, in deren Verlauf die Herzmuskeln schwach und schlaff werden und das Herz weit und groß. Das Herz, „die Pumpe“, verliert die Kraft das Blut im Kreislauf weiterzubefördern. Dadurch kommt es einerseits zur Unterversorgung vieler Organe (z.B. der Nieren) und andererseits zu Blutstaus in bestimmten Geweben. Die Krankheit verläuft schleichend - Symptome zeigt die Katze erst, wenn der Schaden bereits sehr groß ist. Anzeichen einer DCM sind: niedrige Körpertemperatur, Stressanfälligkeit, Müdigkeit, Schwäche und Atembeschwerden. Selten kommen Appetitlosigkeit und Erbrechen hinzu. Relativ häufig hingegen bilden sich Thromben, Blutgerinnsel, die die Blutgefäße verstopfen. Bei der Katze blockieren diese Thromben vor allem die Blutgefäße der Hinterhand. Die schlechte Durchblutung führt dort zu kalten Beinen oder Pfoten, Schmerzen und Lähmungen. Jedes der genannten Symptome ist ein Notfallsignal - fällt Ihnen auch nur eines bei Ihrer Katze auf, vereinbaren Sie bitte sofort einen Untersuchungstermin.

Die DCM war bis in die 80iger Jahre des 20. Jahrhunderts die häufigste Herzkrankheit bei Katzen. 1987 entdeckten Wissenschaftler, dass ein Mangel an Taurin verantwortlich für die meisten Fälle von DCM war. Taurin ist eine Aminosäure, ein Eiweißbaustein, den die meisten Lebewesen in ausreichender Menge selbst produzieren können. Katzen sind dazu nur begrenzt in der Lage - sie müssen Taurin mit der Nahrung (frischem Fleisch) zu sich nehmen. Sobald dieses Problem erkannt war, setzten die Futtermittelhersteller ihren Produkten Taurin in großen  Mengen zu. Sofort sank die Zahl der an DCM erkrankten Katzen rapide.

Wahrscheinlich spielen auch noch andere Faktoren eine Rolle bei der Entstehung einer DCM, doch der Taurinmangel spielt nach wie vor die Hauptrolle. Gefährdet sind vor allem Katzen, die mit selbst gekochtem Futter verwöhnt werden. Denn die „Hausmannskost“ enthält, sei es durch ungeeignete Zutaten oder die Zubereitungsart, häufig zuwenig Taurin. Insbesondere vegetarische Kost stellt einen Risikofaktor dar. Es gibt im Zoohandel zwar Ergänzungsfuttermittel, die Taurin enthalten, doch häufig in einer zu geringen Dosierung um einem Taurinmangel vorzubeugen.

Manchmal führen auch die Fütterungsgewohnheiten zu einem Mangel an Taurin. So nützt es nichts, wenn dem Futter im Napf genügend Taurin zugesetzt ist, die Katze diese gesunde Kost aber verschmäht, weil sie hauptsächlich Leckereien vom Tisch Ihres Halters nascht.

Ist die Katze bereits an einer DCM erkrankt, wird sie, abhängig von der Fortgeschrittenheit der Erkrankung, mit einer Kombination von Taurin in hoher Dosierung und herzstärkenden, entwässernden und kreislaufstabilisierenden Medikamenten behandelt werden müssen.

Neben den Medikamenten benötigt Ihre herzkranke Katze viel Ruhe, Wärme und Geborgenheit. Eine energiereiche und salzarme Spezialkost für samtpfotige Herzpatienten trägt zur Schonung des Herzens bei.

Impfungen und Infektionskrankheiten

Impfungen sind bis heute der einzige mögliche Schutz vor gefährlichen Viruskrankheiten wie Katzenschnupfen, Parvovirose, Tollwut und auch FIP oder Leukose. Jede Katze, also auch Tiere, die nur in der Wohnung gehalten werden, sollte zumindest gegen Katzenschnupfen und Parvovirose geimpft werden. Freigänger sowie Katzen, die ins Ausland verreisen oder in Katzenpensionen untergebracht werden, müssen zudem gegen Tollwut geschützt werden. Eine Leukose- und die FIP - Impfung ist für Freigänger und für Katzen, die z. B. auf Ausstellungen gehen oder mit mehreren Tieren zusammenleben, zu empfehlen.

Die Impfung ist die einzige Möglichkeit den obengenannten Krankheiten vorzubeugen. Jedoch wirken auch Impfungen nicht hundertprozentig. Das bedeutet, dass die meisten Katzen nach einer Impfung über einen ausreichenden Schutz verfügen, aber nicht alle. Ein winziger Teil der Katzen wird trotz Impfung krank. Doch auch für diese Tiere lohnt sich die Impfung, denn die Krankheiten verlaufen bei geimpften Tieren wesentlich harmloser als bei ungeimpften.

Wie funktioniert eigentlich eine Impfung? Bei der Grundimmunisierung im Welpenalter spritzt man der Katze unschädlich gemachte Krankheitserreger. Dadurch bekommt das Immunsystem die Gelegenheit den „Feind“ kennen zu lernen. Bestimmte Abwehrzellen, Gedächtniszellen, „merken“ sich die Eigenschaften des Krankheitserregers. Wenn nach etwa vier Wochen zum zweiten Mal geimpft wird, werden diese Gedächtniszellen aktiv und veranlassen andere Abwehrzellen, sich zu vermehren. Blitzschnell stehen dem Körper nun „Kampftruppen“ gegen die „Erregerinvasion“ zur Verfügung, sollte es nun zu einer tatsächlichen Infektion mit dem Krankheitserreger kommen, können die Abwehrzellen die Eindringlinge töten bevor diese Unheil anrichten. Bei einer Infektion ohne den Impfschutz wäre dieser Prozess des Kennenlernens und Truppenaufstellens zu langsam. Die Erreger könnten sich ungebremst vermehren und die Katze würde unweigerlich schwer krank. Die Grundimmunisierung schützt die Katze nicht ein Leben lang – die Impfungen müssen regelmäßig aufgefrischt werden, damit das Immunsystem trainiert und schlagkräftig bleibt.

Zu Nebenwirkungen kommt es nach Impfungen ausgesprochen selten – sie sind kein Argument gegen Impfungen. Um die bestmögliche Impfwirkung zu erzielen sollten Sie folgende Dinge beachten: Die Katze muss völlig gesund und frei von Parasiten sein. Am besten Sie entwurmen sie etwa eine Woche vor der Impfung. Nach der Impfung gönnen Sie ihr Ruhe. Das Immunsystem muss sich mit dem Impfstoff auseinandersetzen. Das erfordert einiges an Kraft. Es ist völlig normal, wenn eine Katze nach der Impfung etwas schlapp wirkt. Nach ein bis zwei Tagen ist die Mattigkeit aber überwunden und sie ist wieder ganz „die Alte“.

Katzenschnupfen und Parvovirose, auch Katzenseuche genannt, sind Krankheiten, die von Viren verursacht werden. Sie gefährden auch Wohnungskatzen, weil sie nicht nur durch den direkten Kontakt sondern auch durch verunreinigte Gegenstände (z. B. Schuhsohlen) übertragen werden können.

Katzenschnupfen ist eine weltweit verbreitete Krankheit. Sie hat nichts mit einer Erkältung zu tun – auch Löwen in Afrika können unter ihm leiden. In leichten Fällen leiden die Katzen unter Nasenausfluss, Bindehautentzündung, mangelndem Appetit und erhöhter Temperatur. Ein Medikament gegen die Viren gibt es nicht. Aber man kann die Symptome lindern, indem man die Nase sauber hält, mit Augensalben die entzündeten Bindehäute behandelt (Augensalben immer nur frisch vom Tierarzt – niemals angebrochene Tuben verwenden!), für Ruhe sorgt und der Katze ein besonders wohlschmeckendes Futter anbietet um ihren Appetit anzuregen. Katzenschnupfen kann aber auch äußerst dramatisch verlaufen. Aggressive Viren können Durchfälle, Erbrechen und Lungenentzündungen verursachen. Besonders gefährlich ist es, wenn sich Bakterien auf den geschädigten Schleimhäuten ansiedeln. Dann kommt es zu eitrigen Entzündungen der Atemwege und hohem Fieber. Außerdem kann ein Katzenschnupfen Geschwüre im Mäulchen der Katze verursachen. Neben zwei Viren kann auch ein Bakterium den Katzenschnupfen auslösen. Sowohl gegen die Viren als auch gegen das Bakterium kann und sollte man heutzutage vorbeugend impfen.

Parvovirose wird auch von Viren, den Parvoviren, verursacht. Der deutsche Name der Krankheit „Katzenseuche“ lässt erahnen, was diese Viren anrichteten, bevor es eine Impfung gab. Tatsächlich können junge Katzen im Alter zwischen sechs Wochen und vier Monaten innerhalb von Stunden an der Krankheit sterben. Tiere, die diese ersten Stunden überleben sind aber noch nicht über den Berg. Im weiteren Verlauf der Krankheit kommt es zu ständigem Erbrechen und schweren Durchfällen – die Katzen verlieren enorme Mengen an Flüssigkeit und trocknen rasch aus. Erschwerend kommt hinzu, dass die Parvoviren die Abwehrzellen des Körpers zerstören – das Immunsystem funktioniert nur noch mit einem Bruchteil seiner Kraft und ist der Invasion andere Krankheitserreger schutzlos ausgeliefert. Auch gegen Parvoviren gibt es noch kein Medikament. Es sollte versucht werden die Katze über Tropf-Infusionen mit genügend Flüssigkeit zu versorgen, damit ihr Kreislauf nicht zusammenbricht. Außerdem wird angestrebt, das Erbrechen mit entsprechenden Medikamenten zu stoppen. Um bakteriellen Infektionen oder bereits vorhandene Infektionen zu bekämpfen, werden der Katze Antibiotika verabreicht. Dies geht am Anfang nur mit Spritzen, weil die parvovirosekranke Katze Tabletten nicht bei sich behalten kann. Übersteht die Katze eine Parvovirose, kann sie wieder ganz gesund werden. Nur in einigen Fällen ist die Darmschleimhaut so geschädigt, dass die Katze ihr Leben lang unter Durchfällen zu leiden hat. Auch gegen die Parvoviren kann und sollte man vorbeugend impfen.

Leukose ist eine Krankheit des Abwehrsystems der Katze, die von Viren (den Felinen Leukoseviren, FeLV) verursacht wird. Eine Infektion mit diesen Viren führt nicht zwangsläufig zur Erkrankung. Man schätzt, dass bis zu 70 % der Freiläufer in Ballungszentren Kontakt mit dem Virus hatten, aber nur 2- 6 % dieser Katzen tatsächlich krank werden. Bricht die Krankheit jedoch in ihrem Vollbild aus, führt sie unabwendbar zum Tode der Katze – die Symptome können höchstens gelindert und das Sterben der Katze hinausgezögert werden.

Leukoseviren gehören zu den sogenannten Lentiviren, zu den langsamen (lenti = langsam) Viren. Das macht sie besonders heimtückisch. Entwickelt sich aus der Infektion eine Erkrankung kommt es etwa zwei bis sechs Wochen nach der Infektion zu den ersten Symptomen. Die Katze leidet je nach Schweregrad der Erkrankung mehr oder weniger an Fieber, Schwäche, Appetitlosigkeit. Nach diesem Stadium auch Primärphase genannt, können einige Katzen die Viren noch überwinden. Viele Tiere jedoch können die Viren nun nur noch in Schach halten und es ist nur eine Frage der Zeit und der Umstände bis die zweite Phase der Krankheit beginnt. Die Katze kann lange Zeit völlig gesund erscheinen, obwohl sie die Viren in sich trägt.

In der zweiten Phase sind die Symptome äußerst unterschiedlich. 20 - 25 % der Katzen leiden unter Tumoren der Organe des Abwehrsystems vor allem der Lymphknoten. Beim Großteil der Patienten äußert sich die Krankheit jedoch mit ganz verschiedenen Symptomen, die aber auf das geschädigte Immunsystem hinweisen. Es kommt zu schlecht heilenden Wunden, immer wieder auftretenden Zahnfleisch- und Ohrentzündungen, chronischen Durchfällen, Entzündungen der Augen und der Nieren, sowie Schädigungen des Nervensystems. Betroffene Katzen haben häufig ein mattes ungepflegtes Fell. Mit dem Fortschreiten der Krankheit werden die Tiere immer schwächer und anfälliger für andere Infektionen. Da sie sich mit ihrem geschädigten Immunsystem nicht mehr gegen sie wehren können, sterben sie früher oder später an einer dieser Infektionen.

Übertragen werden die Viren hauptsächlich beim direkten Kontakt mit infizierten Katzen. Der Speichel ist die Hauptinfektionsquelle – gefährlich sind also vor allem Bissverletzungen und gegenseitiges Belecken. Die Viren können sich aber auch im Kot, Urin und in der Muttermilch befinden. In der Außenwelt überlebt das Virus nur kurze Zeit, die Gefahr einer Übertragung durch gemeinsame Futter- oder Tränkgefäße, die Katzentoilette oder Liege und Ruheplätze ist also gering aber nicht völlig auszuschließen.

Mittlerweile gibt es Impfungen gegen die Leukoseviren. Katzenhalter, deren Katzen nach draußen dürfen oder die Kontakt zu anderen Katzen haben (z.B. Aufenthalt in einer Katzenpension in Ferienzeit) sollten sich dringend beraten lassen. Wir finden mit Ihnen gemeinsam die beste Lösung.

Magen-Darm-Erkrankungen

Ein Darmverschluss (Ileus) ist jede Einengung oder Verlegung des Darmschlauchs, die den Weitertransport des Nahrungsbreis behindert oder unmöglich macht. Bei einem unvollständigen Darmverschluss können Teile des Nahrungsbreis das Hindernis im Darm noch passieren. Bei einem vollständigen Darmverschluss geht nichts mehr.

Ganz unterschiedliche Gründe können zu einem Darmverschluss führen. Verschluckte Fremdkörper können den Darm genauso verschließen wie Würmer. Auch Einschnürungen durch Narben können den Darmschlauch einengen. Bei einem gesunden Tier schieben die Eigenbewegungen des Darmes den Nahrungsbrei weiter. Störungen der Nerven, die diese Bewegungen steuern, haben zur Folge, dass der Nahrungsbrei nicht weitertransportiert wird, sondern einfach liegen bleibt. Hin und wieder können sich auch Darmteile ineinander schieben oder verschlingen, so dass sich der Darm selbst einengt.

Ein vollständiger Darmverschluss ist ein Notfall, der unbehandelt binnen Stunden zum Tode des Tieres führen kann. Zeigt ihr Tier auch nur eines der folgenden Symptome, müssen Sie sofort einen Untersuchungstermin vereinbaren: anhaltendes Erbrechen, Schmerzen beim Berühren des Bauches, verspannte, harte Bauchdecken, Schwäche, hochrote Schleimhäute (z. B. Maulschleimhaut), Fieber oder Untertemperatur, Herzrasen, schnelle, flache Atmung. Für eine rasche und erfolgreiche Diagnose und Behandlung brauchen wir von Ihnen folgende Informationen:

Welche Symptome genau zeigt ihr Tier? Wie lange bestehen diese Symptome schon? Wann hat Ihr Tier das letzte Mal Kot abgesetzt? Und wie sah dieser aus? Wie sah das Erbrochene aus? (Am besten bringen Sie eine Probe davon mit.) Ist es möglich, dass Ihr Tier einen Fremdkörper verschluckt hat? Wenn ja, um was für einen Gegenstand könnte es sich handeln? Besonders gefährlich sind Angelhaken mit Schnur oder Nadel und Faden. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Tier etwas in dieser Art verschluckt hat, teilen Sie es uns unbedingt mit. Bei einem vollständigen Darmverschluss muss häufig sofort operiert werden um das Tier zu retten.

Ein unvollständiger Darmverschluss, z. B. durch eine Engstelle, die durch eine Narbe oder durch das Ineinanderschieben von Darmteilen entstanden ist, verläuft oft schleichend mit anfangs schwachen Symptomen. Das Tier hat wechselnden Appetit, erbricht sich immer mal wieder, kann Durchfall haben und wirkt häufig gedämpft und lustlos. Auffallend ist der zunehmende Konditions- und Gewichtsverlust innerhalb von zwei bis drei Wochen. Je früher man den Darmverschluss entdeckt und behandelt desto besser. Denn auch der unvollständige Darmverschluss kann gravierende Folgen haben. Vor der Engstelle können z. B. Druckstellen entstehen, die das Absterben eines Darmteiles zur Folge haben und zum lebensbedrohlichen Riss der Darmwand führen. Daher: Sollte Ihnen an Ihrem Tier irgendetwas Ungewöhnliches auffallen, wenden Sie sich immer an uns – lieber einmal zuviel, als einmal zuwenig.

Durchfall ist keine Krankheit sondern ein Symptom. Er kann viele Ursachen haben: Von einer harmlosen Verdauungsstörung über einen Parasitenbefall oder einer Vergiftung bis zur lebensbedrohlichen Virusinfektion ist alles drin. Während man mit Jungtieren bei Durchfall sofort den Tierarzt aufsuchen sollte, denn die Kleinen verlieren schnell zuviel Flüssigkeit, kann man es bei ausgewachsenen Tieren erst einmal mit einem Tag fasten probieren. Danach füttert man das Tier mit kleinen Portionen Schonkost. Schonkost für den Darm können Sie aus Reis, Magerquark, gekochtem Hühnerbrustfleisch ohne Haut und einer kleinen Prise Salz selbst zubereiten oder fertig kaufen.

Vorraussetzung für diesen Behandlungsversuch zu Hause ist, dass das Tier abgesehen vom Durchfall keine weiteren Symptome zeigt und es einen munteren und gesunden Eindruck macht. Auf keinen Fall sollten Sie Ihrem Tier Medizinalkohle oder ein stopfendes Medikament aus Ihrer Hausapotheke geben. Sie verschleiern damit das Symptom „Durchfall“, verschlimmern aber eventuell die zugrunde liegende Krankheit. Denn Durchfall kann auch eine Selbstschutz-Aktion des Körpers sein: Durch den Durchfall wird der Darm rasch von schädigenden Substanzen oder Krankheitserregern befreit.

Hört der Durchfall nach dem Fasttag nicht auf, oder tritt er kurze Zeit später wieder auf, müssen Sie mit dem Tier zu uns kommen. Außerdem sollten Sie uns bei folgenden Symptomen so schnell wie möglich aufsuchen: Fieber, das Tier wirkt schwach und apathisch, Appetitlosigkeit, blasse Schleimhäute, Blut im Stuhl oder schwarzer Stuhl, Erbrechen, Bauchschmerzen (erkennt man an der verspannten Haltung).

Sie erleichtern uns die detektivische Suche nach der Ursache des Durchfalls, wenn Sie eine möglichst frische Kotprobe mitbringen. Wichtig für eine rasche Diagnose sind auch folgende Informationen: Seit wann besteht der Durchfall, traten noch andere Symptome auf, wie wird das Tier gefüttert, hatte es Kontakt zu anderen Tieren, sind andere Tiere auch krank, wie halten Sie Ihr Tier, hatte es schon öfter Verdauungsstörungen, gab es in der letzten Zeit Veränderungen?

Bei schweren oder länger anhaltenden Durchfällen ist der Ersatz von Flüssigkeit und Mineralstoffen, den Elektrolyten, sehr wichtig. Es gibt Elektrolytlösungen in Pulverform, die sie einfach anrühren können und Ihrem Tier zu trinken geben können. Um den Darm zu entlasten sollten Sie Schonkost füttern, solange das Tier Symptome zeigt. Besteht der Durchfall über einen längeren Zeitraum sollten Sie fertige Schonkost verwenden, denn die selbst zubereitete Kost ist auf lange Sicht zu einseitig. Und natürlich sollten Sie Ihrem Tier konsequent die verschriebenen Medikamente geben. Sollten Sie weitere Fragen zu Durchfall oder anderen Verdauungsstörungen haben, beraten wir Sie gerne.

Viele Durchfälle bei Hund und Katze entstehen durch Fehler bei der Fütterung. Kuhmilch z. B. führt bei beiden Tierarten häufig zu Verdauungsstörungen. Das liegt manchmal an den speziellen Proteinen (Eiweißen) der Kuhmilch, meist jedoch an dem Kohlenhydrat Milchzucker, der Laktose. Jungtiere besitzen das Ferment Laktase, mit dessen Hilfe sie den Milchzucker verdauen können. Ausgewachsenen Tieren fehlt in der Regel dieses Ferment. Der unverdaute Milchzucker zieht Wasser in den Darm. Das macht den Kot weich und flüssig. In Maßen genossen schadet Milch jedoch nicht, die meisten Hunde vertragen bis zu 20ml Milch pro kg Körpergewicht pro Tag. Katzen sind wesentlich empfindlicher. Kondensmilch enthält übrigens noch mehr Milchzucker, während Quark, Käse und andere gesäuerte Milchprodukte bekömmlicher sind.

Eine ähnliche Wirkung wie Milchzucker haben auch andere Kohlenhydrate. So z. B. die Kohlenhydrate, die in Erbsen und Bohnen enthalten sind. Beide Hülsenfrüchte dürfen übrigens nie roh verfüttert werden, da sie Gifte enthalten, die nur durch Kochen zerstört werden. Viele Hunde lieben Bananen. In großen Mengen lösen sie jedoch aufgrund der in ihnen enthaltenen Stärke Durchfall aus. Gekocht oder gebraten übrigens nicht – das Erhitzen macht die Bananenstärke besser verdaulich. Auch die beliebten Möhren sind in dieser Hinsicht nicht ohne: Mehr als 15g frische Ware pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag sind dem Verdauungstrakt der meisten Hunde zuviel. Von süßem Obst wie Äpfeln und Birnen sollte ein Hund nicht mehr als 10g pro Kilogramm Körpergewicht erhalten. Pflaumen haben-wie vom Menschen bekannt - eine noch stärkere „Durchschlagskraft“.

Schlachtabfälle, die größtenteils aus Bindegewebe bestehen, wie z. B. Lungen, Euter, Sehnen, Knorpel usw., sind schwer verdaulich. Neben Blähungen können sie auch Durchfälle verursachen. Rohes Eiklar enthält einen Stoff, der die Verdauung von Eiweißen aus der Nahrung behindert. Die unverdauten Eiweiße vergären im Darm und führen zu Durchfällen. Es gibt natürlich auch individuelle Futterunverträglichkeiten, was der einen Katze bekommt, kann der anderen schaden – genauso verhält es sich auch beim Hund.

Neben Nahrungsbestandteilen können auch Fehler in der Lagerung des Futters und der Art der Fütterung Durchfälle verursachen. Lassen Sie Feuchtfutter niemals länger als eine halbe Stunde im Napf stehen – denn insbesondere im Sommer kann das Futter leicht verderben. Trockenfutter kann von Milben und Schadinsekten befallen werden. Nimmt das Tier diese mit dem Futter auf, können schwere Verdauungsstörungen und Allergien entstehen. Kontrollieren Sie daher regelmäßig ihr Futtervorräte auf Schädlingsbefall oder Verunreinigungen. In überlagerten oder falsch gelagerten Futtermitteln können sich Schadstoffe entwickeln. Beachten Sie bei Lagerung des Futters die Angaben des Herstellers. Wechseln Sie nie abrupt das Futter – die Verdauung ist ein „Gewohnheitstier“ – und reagiert auf plötzliche Veränderungen mit Störungen. Daher sollten Sie auch immer feste Futterzeiten einhalten. Wenn Magen und Darm „wissen, wann es was zu futtern gibt“, stellen sie sich darauf ein und können ihre Verdauungsarbeit besser tun. Die richtige Ernährung beugt vielen Krankheiten vor – wir beraten Sie gerne auch individuell zum Thema „Richtige Ernährung“.

Das Erbrechen ist ein Reflex um den Magen rasch zu entleeren. In vielen Fällen ist das sinnvoll, z. B. wenn sich Gift, Krankheitserreger oder Parasiten im Magen befinden. Bei einer Magenüberladung entlastet das Erbrechen den Verdauungstrakt. Auch bei Entzündungen des Magen-Darm-Traktes kommt es zum Erbrechen. Erbrechen kann aber auch von Störungen des Nerven- oder Sinnessystems ausgelöst werden, wie z. B. bei der Seekrankheit. Außerdem gehen unzählige Krankheiten, wie z. B. Nierenschäden, Infektionskrankheiten, Leberentzündungen, Darmverschluss und viele andere, mit Erbrechen einher.

Hund und Katze erbrechen häufiger und leichter als der Mensch. Wenn Ihr Tier nur ein bis zweimal täglich erbricht, dieses Symptom nicht länger als insgesamt zwei Tage auftritt und das Tier ansonsten einen munteren und gesunden Eindruck macht, handelt es sich in der Regel um eine leichte Magenverstimmung. Lassen Sie Ihr Tier einen Tag fasten und füttern Sie ihm an den folgenden Tagen Schonkost in mehreren kleinen Portionen. Die Magenschonkost können Sie aus weich gekochtem Reis, gekochter Hühnerbrust und etwas Magerquark selbst zubereiten oder auch fertig kaufen. Nach ein paar Tagen dürfte das Problem vergessen sein. Auf keinen Fall sollten Sie Ihrem Tier ohne tierärztlichen Rat ein Anti-Brech-Mittel verabreichen. Sie unterdrücken damit nur das Symptom „Erbrechen“. Steckt eine ernsthafte Erkrankung hinter dem Erbrechen, können Sie die Krankheit so verschleppen und damit verschlimmern.

Zum Tierarzt müssen Sie, wenn das Tier häufiger erbricht, das Erbrechen länger als ein bis zwei Tage andauert oder nach einer kurzen Pause sofort wiederauftritt und wenn es weitere Symptome zeigt. Wenn Sie nur eines der folgenden Symptome an Ihrem Tier registrieren, handelt es sich um einen Notfall, der unverzüglich tierärztlich untersucht und behandelt werden muss: Das Tier hat an einem Tag mehr als fünfmal erbrochen, hat Bauchschmerzen (es ist dort  berührungsempfindlich, sieht sich nach seinem Bauch um, nimmt eine verkrampfte Haltung ein), es trinkt entweder sehr viel oder gar nichts, seine Hinterbeine wirken „wackelig“, es macht einen geschwächten Eindruck, es kann keinen Kot absetzen oder hat Durchfall, im Erbrochenen befindet sich frisches Blut oder es sieht aus wie Kaffeesatz. Sie müssen Sie auch sofort zu uns, wenn Sie den Verdacht haben, dass das Tier Gift aufgenommen hat.

In diesem Fall sollten Sie die giftige Substanz oder Pflanze zu uns mitnehmen. Sinnvoll ist es auch Erbrochenes zur Untersuchung zu bringen. Es kann dazu beitragen die Ursache für das Erbrechen zu finden. Tatsächlich sind manchmal umfangreiche Untersuchungen (Blutanalyse, Röntgen, Ultraschall, Endoskopie, ja sogar eine diagnostische Öffnung des Bauches) nötig um der Grunderkrankung auf die Spur zu kommen. Doch nur wenn die Ursache eindeutig festgestellt wird, kann dem Tier gezielt geholfen werden. Im Falle eines Falles werden wir Ihnen jeden unsrer Schritte erklären. Und auch sonst fragen Sie! Wir beraten Sie gerne.

Insbesondere ältere Katzen neigen zur Verstopfung, d. h. zur Bildung harten Kotes, den sie nicht ohne Schwierigkeiten absetzen können. Katzen haben schon von Natur aus relativ harten, trockenen Kot. Denn ihre Vorfahren stammen aus Halbwüsten und Steppen. In dieser trockenen und heißen Umgebung ist es lebenswichtig für die Bewohner soviel Wasser, wie möglich zu sparen. Katzen tun dies unter anderem, indem sie ihrem Kot soviel Wasser wie möglich entziehen und es wieder dem Körper zuführen.

Wird dieser natürliche Wasserentzug noch durch andere geringfügige Faktoren verstärkt, entsteht leicht eine Verstopfung. Diese ist nicht nur quälend für das Tier – wer je schon einmal aus diesem Grund die Toilette „gehütet“ hat, weiß wie quälend und schmerzhaft eine Verstopfung sein kann – sie kann auch zu einer Erweiterung des Enddarms führen. Die wiederum den normalen Kotabsatz erschwert und damit zwangsläufig weitere Verstopfungen zur Folge hat.

Das ist nur ein Grund, warum Sie mit Ihrer verstopften Katze umgehend zu uns kommen sollten. Der andere Grund ist, dass sich der berüchtigte Steinkot bilden kann. Denn je länger der Kot im Darm verweilt, desto mehr Wasser wird ihm entzogen – er wird immer härter. Dieser Steinkot kann dann oft nur noch durch eine Operation aus dem Darm entfernt werden. Kommt die Katze hingegen rechtzeitig zur Behandlung, kann er den Kot meist durch Klistiere ausgespült werden.

Die Ursachen für eine Verstopfung sind manchmal nicht leicht zu ermitteln. An erster Stelle stehen ein ungeeignetes Futter (Rohfasermangel), eine zu geringe Wasseraufnahme und zu wenig Bewegung. Katzen sind zwar hochspezialisierte Fleischfresser doch ein wenig pflanzliche Rohfaser sollte auch ihr Futter enthalten. Schließlich frisst die Katze immer die ganze Maus, also auch deren Magen und Darm samt Inhalt – der Pflanzennahrung des Nagers. Bei häufigen Verstopfungen sollten Sie daher Ihrer Katze ein Produkt mit einem etwas höheren Rohfaseranteil füttern. Doch nicht jede Katze akzeptiert dies und nicht jede Rohfaser eignet sich gleich gut. Cellulose kann selbst zu Verstopfungen führen. Besser wirken Guar oder Pektin. Zur Vorbeugung können Sie Ihrer Katze auch ein mildes Abführmittel geben; wir haben die entsprechenden Präparate. Die Wasseraufnahme können Sie mit folgenden Tricks erhöhen: Stellen Sie Wasserschüssel und Futternapf nicht nebeneinander sondern entfernt voneinander auf – die meisten Katzen bevorzugen eine Trennung von Futterstelle und Tränke. Außerdem ist den Samtpfoten abgestandenes Wasser lieber als frisches Leitungswasser. Ältere Katzen sollten Sie häufig zum Spielen animieren – denn Bewegungsmangel führt zur Darmträgheit.

Außer diesen drei Gründen kann es noch andere Ursachen für Verstopfungen geben. Beckenverformungen, Narben, Nervenschäden und bei Katzen auch psychische Probleme können den Kotabsatz be- und verhindern. Schließlich kann auch eine Abneigung gegen die Katzentoilette die Katze veranlassen die Toilette zu selten aufzusuchen – der zurückgehaltene Kot wird dann hart und sorgt für eine Verstopfung. Bei der Aufklärung der Ursachen für eine Verstopfung ist oft detektivischer Spürsinn gefragt – Mit unserer Erfahrung helfen wir Ihnen gerne weiter.

Parasitäre Erkrankungen

Würmer gehören zu den Endoparasiten, das sind Schmarotzer, die im Körper ihres Wirte leben. Einer gesunden und ausgewachsenen Katze sieht man in der Regel nicht an, dass sie verwurmt ist. Bei einem Jungtier, einem geschwächten Tier oder wenn die Würmer in großer Zahl bei ihrem Wirt schmarotzen, können mehr oder weniger schwere Symptome auftreten. In Mitteleuropa befallen Würmer meist den Verdauungstrakt der Katze. Doch es sind auch Infektionen der Lunge, des Herzens und der Leber möglich, wenn sie auch selten sind.

Am häufigsten kommt es zu Spulwurminfektionen. Tatsächlich können auch Katzen, die die Wohnung nie verlassen, Spulwürmer haben. Das liegt zum einen daran, dass sie bereits als Kätzchen durch die Muttermilch mit ihnen infiziert wurden und zum anderen daran, dass Spulwurmeier mit den Schuhen in die Wohnung getragen werden können. Spulwürmer leben im Darm der Katze und schaden ihr hauptsächlich durch Nahrungskonkurrenz: Sie entziehen der Nahrung der Katze wertvolle Nährstoffe und verursachen dadurch Mangelerscheinungen wie z. B. ein stumpfes und struppiges Fell, Abmagerung oder Wachstumsstörungen. Sie können aber auch die Ursache von Durchfällen und heftigen Bauchschmerzen sein. Spulwürmer müssen konsequent bekämpft werden, weil sie auch den Menschen befallen können und insbesondere für kleine Kinder eine echte Gefahr darstellen.

Von den anderen Wurmarten sind in der Regel nur Freilaufkatzen betroffen. Zu den wichtigsten Würmern zählen die Hakenwürmer, der Gurkenkern-Bandwurm, der Katzenbandwurm und der Kleine Fuchsbandwurm. Die Hakenwürmer können als Wurmlarven die Haut sowohl der Katze als auch des Menschen durchdringen. Bei der Katze wandern sie durch den Körper in den Darm, beim Menschen verursachen sie eine Hautentzündung. Die Katze kann aber auch Hakenwürmer mit kleinen Beutetieren aufnehmen. Zusätzlich zur Nahrungskonkurrenz schaden sie der Katze auch dadurch, dass sie die Darmschleimhaut verletzen und zu einem steten Blutverlust führen. Bei Jungtieren kann es dadurch zu einer schweren Blutarmut kommen.

Der Gurkenkern-Bandwurm wird durch Flöhe übertragen. Auch er ist ein Nahrungskonkurrent, doch schadet er der Katze selten – aber auch er kann auf den Menschen übertragen werden und sollte daher zusammen mit den Flöhen bekämpft werden. Mit den anderen Bandwürmer steckt sich die Katze über den Verzehr rohen Fleisches an. Vor allem Mäuse und andere kleine Nager sind die Überträger dieser Parasiten. Erfolgreiche Mäusefängerinnen sollten daher regelmäßig entwurmt werden. Insbesondere, weil sie sich mit dem Kleinen Fuchsbandwurm infizieren können. Dieser Schmarotzer ist für die Katze in der Regel ungefährlich, für den Menschen aber kann er tödliche Folgen haben.

Wichtig für eine erfolgreiche Entwurmung ist, dass die Katze gezielt entwurmt wird. So nützen Medikamente gegen Spulwürmer nichts gegen einen Befall mit Bandwürmern und umgekehrt. Fragen Sie uns welche Art der Entwurmung für Ihre Katze sinnvoll ist – Wir beraten Sie gerne.

Räude ist keine Schande, sondern eine Hautkrankheit, die von bestimmten Milben, den Grabmilben, verursacht wird. Übertragen werden die Milben beim direkten Kontakt von Tier zu Tier, z. B. beim Spielen. Sehr selten „holt“ sich das Tier die Milben aus einer verseuchten Umgebung. Auch der Mensch kann sich mit Tiermilben infizieren – bei ihm kommt es zu einer stark juckenden Hautentzündung, der Scheinräude. Bei einer Infektion des Menschen mit Menschenmilben spricht man von der „Krätze“.

Die Milbenweibchen bohren Gänge in die Haut. In diese Bohrgänge legen sie ihre Eier, aus denen sich in ca. drei Wochen neue Milben bilden. Durch das Bohren lösen sie eine schwere Hautentzündung und starken Juckreiz aus. Sehr häufig ist die sogenannte Ohrräude. Spezielle Milben nisten sich im Gehörgang des Tieres ein und verursachen dort schwere Ohrentzündungen. Die meisten Grabmilben bevorzugen die zarte Haut am Kopf, den Ohren, am Unterbauch und an den Schenkelinnenflächen. An diesen Stellen zeigen sich auch die ersten Symptome: Heftiger Juckreiz, Knötchen, Rötungen, Pusteln und Schuppen. Später kommt es zu einer Verdickung der Haut, zu einem mottenfraßähnlichen Haarausfall und es bilden sich tiefe Hautfalten.

Diese Symptome können aber auch auf andere Hautkrankheiten hinweisen. Unter anderem können auch Raubmilben ein ähnliches Krankheitsbild verursachen. Eine Infektion mit Raubmilben ist leichter zu behandeln als eine mit Grabmilben. Um eine sichere Diagnose zu stellen, entnimmt der Tierarzt an möglichst vielen Stellen ein sogenanntes Hautgeschabsel. Dazu schabt er mit einem Skalpell solange über die Haut bis die Stelle blutet. Die abgeschabte Probe untersucht er unter dem Mikroskop.

Hat das Tier Milben, müssen Sie sich auf eine langwierige Behandlung einstellen. Das Tier und häufig auch alle anderen Tiere im Haushalt müssen über Wochen mit speziellen Lösungen gewaschen werden. In einigen Fällen hilft auch eine Therapie mit einem Medikament, dass die Milben abtötet. Aber auch dieses Medikament muss das Tier über einen längeren Zeitraum bekommen. Dabei kann es während der Therapie noch einmal zu heftigem Juckreiz kommen, wenn die Milben absterben.

Wichtig ist auch die Reinigung und Desinfektion der Umgebung und aller Gegenstände, mit denen das Tier häufig Kontakt hat. Textilien sollten Sie auskochen, Utensilien, die sie nicht gründlich reinigen können, möglichst wegwerfen. Gegenstände, die Sie nicht vernichten wollen, sollten Sie über mindestens drei Wochen an einem Ort aufbewahren, zudem kein Tier Zugang hat. (Nach etwa drei Wochen können Sie davon ausgehen, dass die Milben gestorben sind.)

Gerade bei der Räude lohnen sich Geduld und Konsequenz. Ist die Krankheit noch nicht zu weit fortgeschritten, heilt sie mit der richtigen Behandlung gut ab.

Hautpilze sind zwar keine Tiere, doch man kann sie ohne weiteres zu den Parasiten zählen. Denn sie leben von einem tierischen oder menschlichen Wirt. Sie ernähren sich von dem Horn,  aus dem die oberste Hautschicht und die Haare bestehen. Um das Horn aus diesen Geweben zu lösen, setzen sie Enzyme, aggressive, biochemische Substanzen, ein. Dabei zerstören sie die Struktur der Haut und der Haare.

Bei einer klassischen Pilzinfektion bricht das Haar kurz nach seinem Austritt an die Hautoberfläche ab („scherende Flechte“). Es entstehen kreisrunde bis ovale, kahle Stellen im Fell. An den Rändern dieser Kahlstellen sieht man oft einen roten Wall („Ringflechte“), ein Zeichen für eine Entzündung der Haut. Je nach Schwere der Hautentzündung kann es zu Schuppenbildung, Verdickungen und Verfärbungen der Haut kommen. Juckreiz tritt selten auf. Die von den Pilzen geschädigte Haut ist gegenüber anderen Krankheitserregern wehrlos. Und so wird die Pilzinfektion häufig von bakteriellen Infektionen begleitet und kompliziert.

Mit Hautpilzen anstecken kann sich der Hund überall. Die Pilzsporen können jahrelang ohne Wirt überleben. Doch nicht jede Katze wird krank. Tatsächlich erkranken meist junge Tiere, Hunde mit einem geschwächten Immunsystem oder alte Tiere. Auch eine falsche Ernährung, der Befall mit Flöhen, Würmern oder anderen Parasiten oder eine mangelhafte Pflege machen den Pilzen die Infektion leicht. Langhaarige Hunde werden häufiger „Pilzopfer“ als Tiere mit einem kurzen Fell.

Ausgewachsene Tiere mit Hautpilzen zeigen meist nur sehr schwache Symptome: Ihr Fell wirkt schütter und stumpf – manchmal sehen sie aus, als hätte man sie mit Mehl bestäubt. Nicht selten sind sie sogar völlig symptomfrei. Sie sind dann eine stete Infektionsquelle für andere Hunde, aber auch andere Tiere und den Menschen. Denn Pilze sind nicht wählerisch – sie befallen Mensch und Tier gleichermaßen. Daher müssen sie auch bei scheinbar gesunden Tieren bekämpft werden.

Die Behandlung von Hautpilzerkrankungen ist langwierig und aufwändig. Meist müssen alle Tiere im Haushalt behandelt werden. Die Tiere erhalten Medikamente über mindestens 4 – 6 Wochen und müssen 1 - 2 mal wöchentlich mit Anti-Pilz-Mitteln gewaschen oder besprüht werden. Bei Pilzinfektionen des Krallenbettes können Behandlungen von über einem halben Jahr nötig sein. Das Fell langhaariger Hunde sollte gekürzt werden. Außerordentlich wichtig ist die mehrmalige gründliche Reinigung und Desinfektion aller Räume, in denen sich die Tiere aufhalten und aller Utensilien, mit denen sie Kontakt haben. Gegenstände, die nur einen geringen Wert haben, sollten Sie entsorgen. Textilien, Bürsten und Kämme können Sie auskochen.

Jeder Haushalt ist unterschiedlich, scheuen Sie sich nicht uns um Rat zu fragen, wenn sie ein besonderes Problem bei der Reinigung oder Desinfektion haben. Die Medikamente gegen die Pilze können Nebenwirkungen verursachen – bitte wenden Sie sich sofort an uns, wenn Ihnen etwas Ungewöhnliches an Ihren Tieren auffällt. Und nicht zuletzt: Wir beraten Sie auch gerne zu allen Fragen, die die Haltung und Ernährung Ihrer Tiere betreffen. Denn bei Tieren in Topform haben Pilze kaum eine Chance.

So putzig ein Flohzirkus sein mag, in den eigenen vier Wänden möchte man diese Insekten nicht haben. Flöhe sind blutsaugende Parasiten, deren Stiche stark jucken. Der Juckreiz lässt die betroffenen Tiere nicht mehr zur Ruhe kommen und schwächt sie dadurch. Außerdem können Flöhe Hautentzündungen verursachen, Allergien auslösen und Bandwürmer übertragen. Bei einem Massenbefall können sie bei Jungtieren sogar zur Blutarmut führen.

Nur die erwachsenen Flöhe leben auf dem Tier. Eier, Larven und Puppen - der Flohnachwuchs - befinden sich in der Umgebung des Tieres: Im Teppichboden, auf dem Tierlager, in den Autopolstern, eben überall dort, wo das Tier länger verweilt. Da ein Flohweibchen im Laufe seines Lebens rund 2000 Eier legt, rechnet man dass etwa 95% der Flohpopulation sich nicht auf dem Tier sondern in seinem im Umfeld aufhält. Und zwar das ganze Jahr – Der Flohnachwuchs entwickelt sich in beheizten Räumen auch im Winter prächtig.

Flohbefall können Sie einfach feststellen. Kämmen Sie Ihr Tier auf einer hellen Unterlage. Rieseln dabei braune Krümel auf die Unterlage, machen Sie den Flohtest: Legen Sie die braunen Krümel auf ein feuchtes, weißes Papiertaschen- oder Küchentuch – färben sich die Krümel dann rot, handelt es sich um Flohkot und Ihr Tier hat Flöhe.

Neben der Vernichtung der Flöhe auf dem Tier, muss seine Umgebung entfloht werden. Das bedeutet aber nicht, dass Sie Ihre ganze Wohnung mit Chemikalien verseuchen müssen. Ein guter Staubsauger und strategisches Denken helfen Ihnen weiter. Teilen Sie die Wohnung in Problemzonen ein. Orte, an denen sich Ihr Tier häufig aufhält, müssen Sie regelrecht entseuchen. Fußböden in diesen Bereichen sollten Sie öfter als sonst reinigen - widmen Sie dabei schwerzugänglichen Ecken und Ritzen besondere Aufmerksamkeit. Teppiche behandeln sie mit Teppichreinigern und sprühen Sie evtl. mit einem Insektizid ein. Waschen Sie die Decken des Tierlagers. Weidenkörbchen oder ähnliche schwer zureinigende Gegenstände sollten Sie entweder wegwerfen oder chemisch behandeln. Vergessen Sie auch die Polstermöbel und die Autopolster nicht – gerade dort sitzt oft eine stille Reserve hungrigen Flohnachwuchses. Und zwar lange: Verpuppte Flöhe können spielend ein halbes Jahr ohne Blutmahlzeit überleben. Meist müssen Sie diese Reinigung mehrmals wiederholen, denn der Flohnachwuchs kann sich hervorragend verstecken.

Bereiche in der Wohnung, zu denen das Tier Zugang hat, aber wo es nicht lange bleibt, sollten auch öfter als gewöhnlich gereinigt werden – der Einsatz von Chemikalien ist hier aber nicht unbedingt notwendig. Orte, schließlich, an denen Ihr Tier nie oder selten ist, putzen Sie wie gewohnt.

Am besten beugt man dem Flohbefall vor. Möglichkeiten, gibt es viele: Neben Präparaten, die die erwachsenen Flöhe töten, sind auch Mittel erhältlich, die verhindern, dass sich aus den Floheiern lebensfähiger Nachwuchs entwickelt. Wir beraten Sie gerne sowohl bei der Bekämpfung schon vorhandener Flöhe als auch beim vorbeugenden Flohschutz.

Die häufigste Zeckenart im deutschsprachigen Raum ist der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). Diese Zecke hält sich bevorzugt im Gebüsch oder Unterholz lichter Mischwälder oder im hohen Gras auf. Im Spätherbst verkriecht sich der Holzbock in die Erde und fällt dort in eine Winterstarre. Sobald es wieder konstant wärmer wird, etwa im April, beginnt die erste Zeckensaison, die ihren Höhepunkt im Mai oder Juni erreicht. Im Hochsommer geht die Anzahl der Zecken wieder drastisch zurück. Aber im Spätsommer bzw. Herbst ist wieder Zeckenzeit, die bei mildem Wetter bis November dauern kann.

Die Zecken klettern auf Gräser oder Büsche bis auf eine Höhe von 1,50 m und warten dort auf ihre Opfer. Sie sind dabei wenig wählerisch – alle warmblütigen Tiere also auch der Mensch werden befallen. Entert die Zecke einen geeigneten Wirt, bohrt sie ihren speziellen Saugrüssel tief in seine Haut und saugt sein Blut. Damit der Wirt nichts von dem Blutsauger bemerkt und ihn ausreißt, enthält der Zeckenspeichel einen betäubenden Stoff. Außerdem löst dieser Speichel auch das Gewebe auf und verhindert die Blutgerinnung, damit der Blutfluss nicht aufhört.

Wenn Sie eine festgesaugte Zecke entdecken, entfernen Sie sie mit einer drehenden Bewegung. Bitte träufeln Sie auf gar keinen Fall Klebstoff, Öl oder Nagellackentferner auf die Zecke.

Um einen Befall mit Zecken vorzubeugen, gibt es bei uns verschiedene Präparate. Alle diese Anti-Zeckenmittel sind hochwirksam, trotzdem werden Sie immer wieder festsitzende Zecken in der Haut Ihres Tieres entdecken. Diese Zecken sind aber schon abgestorben. Die Art der Anwendung vom Halsband über Sprays zu Spot-on Präparaten, die man auf die Haut des Tieres tropft, ist unterschiedlich. Wir beraten Sie gerne, welches dieser Präparate sich für die individuellen Ansprüche Ihres Tieres am besten eignet.

Zähne

Zahnstein ist nicht nur ein Schönheitsfehler, sondern gefährdet die Gesundheit von Hund und Katze. Denn auf seiner rauen Oberfläche bietet er gefährlichen Bakterien einen idealen Lebensraum. Die Bakterien produzieren Giftstoffe, die das Zahnfleisch angreifen. Es kommt zu Entzündungen und zum Schwund des Zahnfleischs. Zwischen Zahn und Zahnfleisch können tiefe Taschen entstehen. Mit der Zeit zerstören die Bakterien den Zahnhalteapparat und der Zahn fällt aus. Doch die Gifte der Bakterien wirken nicht nur im Maul des Tieres, sie können auch Herz, Leber und Nieren schädigen und so zu lebensbedrohlichen Krankheiten führen. Daher muss Zahnstein regelmäßig entfernt werden. Der Zahnstein wird mit Hilfe von Ultraschall schonend beseitigt. Die anschließende Politur sorgt für glatte Zahnoberflächen, so dass die Neubildung von Zahnbelag und Zahnstein verzögert wird. Für diese Prozedur muss das Tier in Narkose gelegt werden.

Zahnstein entsteht aus Zahnbelag. Zahnbelag ist eine Mischung aus Kohlenhydraten (Zuckern) aus der Nahrung, die an den Zähnen kleben, und Bakterien, die sich von diesen Kohlenhydraten ernähren. Mit der Zeit verhärten Mineralstoffe aus dem Speichel den Zahnbelag – er wird zum Zahnstein. Wie schnell sich aus Zahnbelag Zahnstein entwickelt ist individuell unterschiedlich. Die Zusammensetzung der Nahrung, der Mineralstoffgehalt des Speichels aber auch eine erbliche Veranlagung spielen hierbei eine Rolle.

Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung von Zahnstein ist die Entfernung der Zahnbeläge. Am effektivsten ist das regelmäßige Putzen der Zähne mit einer speziellen Tierzahnbürste, die man wie einen Fingerhut auf den Zeigefinger setzen kann. Man kann aber auch eine weiche Kinderzahnbürste benutzen. Als Zahncreme können Sie Pasten mit Fleischgeschmack oder Schlämmkreide verwenden. Wie Sie Ihr Tier an das Zähneputzen gewöhnen, zeigen wir Ihnen gerne. Am besten funktioniert es, wenn das Tier noch jung ist und man geduldig vorgeht. Leider lassen sich viele ausgewachsene Tiere nicht mehr vom Zähneputzen überzeugen. Für sie eignen sich zahnpflegende Kaustrips oder Snacks, die sie übrigens auch ergänzend zu regelmäßigen Zähneputzen geben sollten.

Diese Produkte haben einen doppelten Effekt: Zum einen reinigen sie die Zähne mechanisch und zum anderen führt das intensive Herumkauen darauf zu einem vermehrten Speichelfluss, der die Beläge von den Zähnen spült und so einer „Munddusche“ entspricht. Einige dieser Produkte sind zudem mit natürlichen Enzymen angereichert, die das Bakterienwachstum hemmen. Für Tiere, die stark zur Zahnsteinbildung neigen, gibt es außerdem spezielle Futtermittel. Sie können die Zahnsteinbildung zumindest verlangsamen. Mit der Folge, dass das Tier weniger häufig zum Entfernen des Zahnsteins unter Narkose muss. Wir beraten Sie gerne zu allen Fragen rund um die Zahngesundheit Ihres Tieres.

Downloads

Infobroschüre Tumorzentrum

Überweisungsformular

Das Tiergesundheitszentrum Grußendorf arbeitet neben der normalen Sprechstunde und gängigen Operationen auch als Überweisungsklinik. Damit uns Überweisungspatienten von Kolleginnen und Kollegen schnell und unkompliziert mit allen notwendigen Informationen erreichen, haben wir ein eigenes Formular vorbereitet.

Bitte nutzen Sie dieses Überweisungsformular für die Überweisung per Fax oder Post an unsere Tierärztliche Klinik.

Um Doppeluntersuchungen zu vermeiden, bitten wir Sie außerdem, den Tierbesitzern alle Unterlagen, Ergebnisse und Medikamente der bisherigen Behandlung, z. B. Röntgenbilder und Laborbefunde, mitzugeben oder uns zusammen mit dem ausgefüllten Überweisungsantrag zuzuschicken.

Interessante Links

Allgemein

Bundestierärztekammer
www.bundestieraerztekammer.de

Bundesverband praktizierender Tierärzte e. V. (BPT) 
www.tieraerzteverband.de

Tierärztekammer Niedersachsen
www.tknds.de

Verband für das Deutsche Hundewesen e. V. (VDH)
www.vdh.de

Deutsche Gesellschaft für Kleintiermedizin (DGK-DVG)
www.dgk-dvg.de

Augenheilkunde

Dortmunder Kreis - DOK - Gesellschaft für
Diagnostik genetisch bedingter Augenerkrankungen bei Tieren e. V. 

www.dok-vet.de

European Society of Veterinary Ophthalmology (ESVO)
www.esvo.org

Fortbildungsgemeinschaft Veterinärophthalmologie (FVO)
www.8ung.at/fvo-vet

Kardiologie

Collegium Cardiologicum e. V. - Gesellschaft zur Qualitätssicherung kardiologischer Zuchttauglichkeitsuntersuchungen in der Tiermedizin 
www.collegium-cardiologicum.de

Zahnheilkunde

Deutsche Gesellschaft für Tier-Zahnheilkunde (DGT)
www.tierzahnaerzte.de